politische praxis als emotionale_sinnliche_körperliche erfahrung

für mich ist es noch immer eine heilende, bestärkende und irgendwie…ja…radikale tatsache, dass politische praxis niemals aus dem abstrakten/theoretischen heraus funktioniert, sondern sich immer im konkreten handeln miteinander entfaltet und verändert. ich habe in den vergangenen jahren so viele tolle und perspektivenerweiternde texte gelesen, über die ich sehr viel nachgedacht habe (eigentlich: nachdenken musste), die mich sehr berührt haben, in mir gerührt und mich verändert haben, aber tief und weit bewegt und tatsächlich auch auf widersprüche, differenzierungen, scheitern gestoßen haben mich eher die unzähligen momente des zuhörens, diskutierens, probierens, versuchens und verfehlens mit meinen freund_innen, politischen bündnispartner_innen und vorbildern.

das meiste davon ist nicht etwa im netz passiert, obwohl das weite teile meines lebens- und interventionsraumes ausmacht, sondern im so called real life, und ja, diese unterscheidung macht erstmal nicht so viel sinn. was ich dennoch zum ausdruck bringen will, sind die unterschiedlichen möglichkeiten der interaktion miteinander, die netz und RL bieten. ich erlebe das netz immer als bereicherung, wenn es um austausch und vernetzung geht, weniger aber als erfahrung, die ich mit allen mir unterschiedlich je nach kontext zur verfügung stehenden sinnlichen und emotionalen kapazitäten wahrnehme.

das hat auch etwas damit zu tun, wie ich dis_ableisiert bin, also befähigt bin/werde welche informationen wie zu erfahren. ich meine erfahren hier nicht im sinne des konzepts von “rational zur kenntnis nehmen”, also “nur” in mein kopfwissen aufnehmen, sondern wie ich es körperlich und sinnlich aufnehme, was diese aufnahme mit mir macht. wenn ich disableisierung als etwas begreife, die alle menschen trifft, die diskriminierung _erfahren_, so gehe ich davon aus, dass unser diskriminierungsüberleben auch unser (sinnliches und emotionales und körperliches) wahrnehmen und bewegen und handeln in unterschiedlichen nicht_möglichkeiten formt. ich habe schon öfter erlebt, das mir in meinen auseinandersetzungen mit texten oder personen online der resonanzraum der erfahrung zu klein war. ich spürte und fühlte in den meisten fällen weniger als ich das in (offline) auseinandersetzungen tue, die ich mit den mir o.g. kapazitäten voll ausschöpfen kann (wenn ich das möchte). wenn ich emotional wurde oder etwas gespürt habe, hatte ich keine person neben mir, mit der ich diese erfahrung hätte über sinne teilen können. die materialität im raum, die solche situationen, ja die allein die anwesenheit von text auslöst, kann so nicht von jemand anderem wahrgenommen werden. ich bin irgendwie allein mit meiner erfahrung.

politisch handeln (und das umfasst alle erdenklichen damit im zusammenhang stehenden aktivitäten und passivitäten oder unterlassungen) ist für mich zu etwas geworden, das ich nach möglichkeiten so oft wie möglich auch als sinnliches, körperliches und emotionales handeln tun möchte. weil es verbindungen und beziehungen gestaltet und ermöglicht. weil diese wiederum meine erfahrungen berühren und auf erfahrungen von anderen treffen. wie ich weiter oben schon schrieb: bewegt mich tief und weit in allen meinen emotionalen, körperlichen und sinnlichen formen der bewegung, wahrnehmung und handlung und das in einem erleben, das meinen willen zum weiter_ und über_ und gerne_ und solidarisch_ und scheitern_ und miteinander_eben in dieser welt festigt und vorantreibt. wenn das nicht radikal ist?!

auch meine “allein” gemachten erfahrungen haben mir dabei geholfen, mit anderen in kontakt zu kommen und lassen uns auch über räumliche grenzen hinweg in kontakt bleiben, deswegen soll das hier kein “das böse internet”-plädoyer werden. nur mein gedanke, dass unterschiedliche formen des miteinander in kontakt-kommens unterschiedliche erfahrungen mit sich bringen.

Trigger.

Unglaubliche Gereiztheit.
Wahrnehmungen des Außens nicht ertragen können. In allem einen Fehler, einen Angriff auf die eigene Person sehen, Unsensibilität, mich nicht wahrgenommen fühlen. von anderen. dabei spüre ich mich selbst kaum.

Bin schon lange vorher aus mir rausgetreten, weil es im Innern unerträglich eng wurde. Versuche von außen mein Inneres zu bekämpfen, doch meistens stehe ich nur neben mir. Gucke zu und hoffe, dass es schnell vorbeigeht.

Ich fühle nichts außer Angst. Spüre, was die Angst mit meinem Körper macht, aus dem ich schon ausgetreten bin, weil er mir Angst macht. Es schnürt sich immer enger um Bauch und Brustkorb, mein Blick wird fahrig, meine Hände schwitzen und mein Mund kriegt diese Trockenheit, als ob sie verhindern möchte, dass die Ursache nach draußen gelangt. Meine Beine zittern, es ist so wattig unter meinen Füßen.

Ohne festen Halt, außerhalb meines bedrohlichen Selbst Versuche sich selbst vorwärts zu bewegen, Zahlenrätsel machen, stumpfe Popsongs nachsingen. Viel Ausatmen, allein der Atem in meinem Körper ist zu viel.

Das Leben aus mir rauslassen, das Herz zum Stehen bringen, mein nervöses Zucken zum Erliegen.

Zögernd sich erinnern an Strategien. Kontakt suchen zu sich und gleichzeitig nach außen. Ins Unbekannte, doch “Normale”, irgendwie Fremdgewordene. Sich erinnern an alltägliche Bewusstseinszustände. Wie fühlen sich Material, Bewegung, andere Menschen an? Wie bewege ich mich, woran denke ich dabei?

Woran denke ich “normalerweise”, wenn ich mich “einfach nur” bewege?

Bilder blitzen auf, ich springe zur Seite. Es sind GENAU DIESE GEDANKEN, die ich “normalerweise” denke, die mich GENAU IN DIESEN ZUSTAND versetzen: Der Angst, Hilflosigkeit, Ohnmacht, Wut, des Kontrollverlustes, die sie auslösen. Normalerweise.

Dagegenhalten – solch ein Kraftaufwand, der mich jedes Mal erschöpfen lässt. Etwas, dass du einfach nicht weggeschlossen bekommst, weil er Schlüssel fehlt. Tick, tick, tick wie die Zeitbombe.

Die Tablette wirkt langsam. Ich fühle Entspannung, merke wie die Gedanken nicht mehr weg müssen, weil sie unbedingt in mich rein wollen. Ich nicht mehr raus will, weil sie reinwollen. Sie ziehen sich einfach zurück, weg an einen Ort, wo ich sie sehen, aber nicht spüren kann. Sitzen herum auf einem Vorsprung und gucken da einfach so. Mich an. Ohne Eile. Selbstverständlich. Als sei Warten ihre zweite Lieblingsbeschäftigung.

Mein Körper beruhigt sich, ich gehe hinein. Seine Erschöpfung legt sich wie eine wärmende Decke um mich.

Ich merke die Verluste, die ich zeitweise erlitten habe in meinem Wunsch zu und meiner Angst vor dem Sterben. Ich merke all das, was ich nicht denken konnte, nicht wahrnehmen, während ich da draußen war und mir selbst beim stillen Kämpfen und Aushalten zugeschaut habe.

Die Tränen laufen unweigerlich. Vor Erleichterung, Trauer, Mitgefühl und Dankbarkeit, noch hier zu sein. Mit euch. Und nicht mehr dort.

Räume und Ängste.

Es gibt Räume,

die mein Herz höher schlagen lassen. Aber nicht, weil ich Schmetterlinge im Bauch habe.

die mich aufregen. Aber nicht, weil meine Vorfreude so groß ist.

in denen ich keinen Appetit verspüre. Aber nicht, weil Luft & Liebe alles ist, was ich zum Leben brauche.

in denen ich mir keine Pausen gönne. Aber nicht, weil ich Langeweile nicht ausstehen kann.

in die ich nicht (hinein) passe. Aber nicht, weil ich zu viel Raum einnehme.

in denen ich verstumme. Aber nicht, weil ich anderen so gerne zuhöre.

vor und in denen ich Angst habe.

Angst. Ein Phänomen? Etwas, das ich bin? (ängstlich!) Irrational? Krankheit? Einbildung? Nur in meinem Kopf?

Hab dich nicht so. Sei doch … Alles wird gut. War doch nicht so schlimm. Wie beim “kleinen Angsthasen“?

Ich hatte schon Angst vor Insekten und Wasser.
Ich hatte schon Angst vor’m Sprechen, vor’m Versagen. Ver_Sagen.
Ich ver_sage nicht, ich bekomme etwas ver_sagt. Zuneigung, Liebe, Wertschätzung. Zum Beispiel, weil meine Stimme ver_sagt. “Rede ordentlich!” “Kannst du nicht sprechen?” “Konzentrier’ dich, wenn du sprichst!” #Eltern
Ich fange an zu stottern, wenn ich Angst habe, aufgeregt bin, mich gestresst fühle. Ich ent_sage mir selbst Liebe, Zuneigung, Wertschätzung, wenn ich Angst habe, aufgeregt bin, mich gestresst fühle.

“Ich habe dir was zum Lesen mitgebracht. Es geht um deine Krankheit. Ist ganz interessant.” – “Ich habe keine ‘generalisierte Angststörung’, Mutter. Ich habe Panikattacken.” – “Achso.” #Gesprächbeendet

Ich hatte schon Angst vor der Angst. Weil sie mich handlungsunfähig macht. Weil sie sich so übermächtig anfühlt und ich mich ohnmächtig fühle. Weil ich Angst habe, dass die Angst mich umbringt. Angst zu sterben. Keine Angst vor dem Tod, solange ich selbst darüber entscheiden kann, ob ich sterben will oder nicht. Suizidgedanken sind Selbstermächtigung in Momenten größter Ohnmacht.

Ich hatte schon Angst vor meiner prügelnden Ex-Freundin. Vor ihren Erniedrigungen. Vor ihren Kontrollen. Davor, dass sie es wieder einmal schafft, sich zum Opfer zu machen und mir die Schuld dafür zu geben.
Ich hatte schon Angst (davor), die Verantwortung für die Ängste anderer zu übernehmen. Weil es meine Ängste antickt. Antickt, mir Liebe, Zuneigung und Wertschätzung zu ent_sagen, antickt, dass mir Liebe, Zuneigung und Wertschätzung ver_sagt wird, weil ich anderen meine Verantwortungsübernahme für ihre Ängste ver_sagt habe. Weil ich ver_sagt habe.

Ver_sagens_ängste: Angst vor den Reaktionen darauf, anderen ihre diskriminierenden Selbstverständlichkeiten zu ver_sagen. Etwas dagegen zu sagen. dagegen zu handeln. Angst zu sagen, dass Gewalt nicht immer ein Synonym für Cis-Typen (in Hetero-Beziehungen) ist. Angst zu sagen, dass #Eltern nicht immer ein Synonym für Familie ist. Angst zu sagen: #Gesprächbeendet.

Definitionsversuche: Angst als Reaktion auf etwas. Angst als Umgang mit etwas. Ich bin nicht ängstlich, sondern etwas macht, dass ich mit Angst darauf reagiere. Angst ist kein ‘Phänomen’, keine ‘Krankheit’, keine ‘Störung’, nichts ‘Irrationales’, sondern ein von mir machmal mehr, manchmal weniger bewusst entschiedener und gesteuerter Umgang mit erlebten Diskriminierungen, erlebter Gewalt und Traumatisierung. Angst ist nicht nur in meinem Kopf, sondern (auch) mit körperlichen Reaktionen und konkreten Handlungen und Emotionen verbunden, die für andere wahrnehmbar werden (können): Herzrasen, Appetitlosigkeit, Schwindel, Fantasien, Ent_Ver_rückungen, Müdigkeit, Übelkeit, (selbst herbeigeführtes) Kotzen, Schweißausbrüche, verändertes Atmen, Wut, Ärger, Weinen, Verzweiflung, Trauer, sich selbst verletzen, Suizid_Gedanken, Panik, Weg_Bewegung, Gegen_Not_wehr, Schreien, Sorgen (sich Sorgen machen, für sich sorgen, für andere sorgen, sich Sorgen machen um andere) Schlaf, Bewusstlosigkeit, Nicht_Essen, Drogen/Substanzkonsum, Verwirrung, Nervosität, Krämpfe, Starre, Hautveränderungen, Hormonausschüttungen, Freude und vieles mehr.

Es gibt (Angst_)Räume,

in denen wünsche ich mir nicht mehr Raum für mich. Aber nicht, weil ich ihn nicht brauche. Sondern, weil diese Räume _an sich_ diskriminierend sind.

in denen ich nicht interveniere. Aber nicht, weil es nicht notwendig wäre. Sondern, weil es nichts bringt.

die für Cis-Typen gemacht sind, die weiß und hetero und dünn und ableisiert sind und keine Ängste haben und deshalb keine Erwartungen/Vorstellungen/Wünsche/Ansprüche mit diesen Räumen verknüpfen, außer höchstens drei Schlüpfer und mindestens eine Frau, die für sie kocht (und ihre Schlüpfer wäscht) und sie dabei anlächelt.

die für diese Cis-Typen gemacht sind und in denen _trotzdem_ “No/Fight Sexism, Racism, Homophobia, blablablabla” an den Wänden steht.

die für Frauen, Lesben, Trans* und Queers (wie mich) gemacht sind, die weiß und dünn und ableisiert sind und die oftmals Geld haben und studiert haben und ein nach bestimmten Vorstellungen von bestimmten Leuten so und so gegendert konform-nonkonformes Auftreten und öfter als oftmals einen Pass und eine Krankenversicherung und eine Aufenthaltsgenehmigung und eine Arbeitserlaubnis auf Lebenszeit haben und die Ängste haben und die feministisch/kritisch sein wollen und deshalb Erwartungen/Vorstellungen/Wünsche/Ansprüche mit diesen Räumen verknüpfen. Nämlich sich wohl zu fühlen.

die für diese Frauen, Lesben, Trans* und Queers (wie mich) gemacht sind und in denen andere (auch) Ängste haben und kein nach bestimmten Vorstellungen von bestimmten Leuten so und so gegendert konform-nonkonformes Auftreten und keine Krankenversicherung und keine Wohnung und keine Aufenthaltsgenehmigung und keine Arbeitserlaubnis auf Lebenszeit und sich nicht wohl fühlen und nicht anwesend sind und in denen _trotzdem_ “No/Fight Sexism, Racism, Homophobia, Transphobia, Ableism, Classism, Fatshaming blablablabla” an den Wänden und auf den Flyern und Homepages und Stellungnahmen und Wohnungsanzeigen und Aufrufen steht.

why white people have to re-center QTPOC perspectives in feminist and LGBT activism

“we do not yet have a word in the english language
capable of accounting for all of the hurt
hurt people do
because this is not what english is for.
you see english is for hurting.
english has no words to discuss
itself because then maybe it would have to stop speaking.
in the mean time we will use
‘colonialism’ instead of ‘gay’
and maybe things will start making
sense again
[...]
2. PRIDE
definition: white men dance on stolen land and call it activism.
send wedding invitations to the rest of us who
hate ourselves enough to attend”

When Brown looks in the mirror and comes out white

read this from Alok Vaid-Menon, follow them and Janani Balasubramanian, together they are Darkmatter and @DarkMatterRage on Twitter: QueerTransPeopleofColor (QTPOC) perspectives on (LGBT and queer_feminist) activism and academia culture, on how white supremacy, racism and colonialism are inherently intertwined with gender, class and race. how we (white people) think of (racialized) bodies, how they are ‘gendered’ (or not), how ‘gender’ itself is a colonial construct, how we perceive trans (bodies), who is trans and who is not, what is (often practiced as) trans_activism and why, and why white people can think of and act in feminism and (LGB)trans_activism without regarding racism, colonialism and capitalism. also read them for critique on so-called ‘intersectionality’, ‘inclusion’ and ‘diversity’. also read them for why it is so important to re-center our activism on the lives and realities of QTPOC to make a better living for everyone.

Heute ist der Tag.

Heute ist der Tag, an dem ich trauere,
dass ich vor zehn Jahren meine Eltern verloren habe (obwohl sie noch da sind). Weil ich ich bin.
Heute ist der Tag, an dem ich trauere,
dass ich nicht lange darüber glücklich sein durfte, dass es erwachsene Personen in der Rolle von “Eltern” gibt, die mich lieben für das, was und wer ich bin.
Heute ist der Tag, an dem ich trauere,
weil ich Situationen und Phasen in meinem Leben einfach nur ertragen konnte, um weiter zu machen.
Heute ist der Tag, an dem ich trauere,
weil ich Übergriffe, Demütigungen, Herabsetzungen, Ausgrenzungen, Gewalt, Bloßstellungen, Calling-Outs und das Gefühl von “Anderssein” und “Nicht vorhanden sein” erleben muss/te.

Heute ist der Tag, an dem ich wütend bin,
dass ich mit all dem, was ich erlebt habe, weil ich ich bin, einen Umgang finden muss.
Heute ist der Tag, an dem ich wütend auf mich bin,
dass ich nicht immer einen Umgang damit finde, der Menschen, die ich liebe und schätze, nicht verletzt.
Heute ist der Tag, an dem ich wütend bin,
dass Menschen mich verletzt haben, weil sie keinen anderen Umgang mit ihren Erlebnissen finden konnten.
Heute ist der Tag, an dem ich wütend bin,
auf diejenigen, die anderen keinen Raum lassen für das, was sie sind.
Heute ist der Tag, an dem ich wütend bin,
auf diejenigen, die das Leben von anderen erschweren oder unmöglich machen, weil sie sie sind.
Heute ist der Tag, an dem ich wütend bin,
auf diejenigen, die verantwortlich dafür sind, dass Menschen ihr Leben als Über_Leben begreifen müssen. Weil sie sie sind.

Heute ist der Tag, an dem ich feiere,
dass ich ich bin. Dass andere sie sind.
Heute ist der Tag, am dem ich feiere,
dass unsere Wege sich manchmal kreuzen.
Heute ist der Tag, an dem ich meine Herzensmenschen, meine Freund_innenschaften, meine sozialen und politischen Beziehungen feiere.
Heute ist der Tag, an dem ich feiere,
dass es Wahlfamilien gibt.
Heute ist der Tag, an dem ich feiere,
dass meine Liebe für andere bedingungslos ist. Und dass mir das nichts und niemand nehmen konnte.
Heute ist der Tag, an dem ich feiere,
dass ich ich bin und andere sie sind. Trotz und mit und wegen.

Heute ist der Tag, an dem ich andere bewundere,
weil sie Kämpfe austragen (müssen/mussten), die ich niemals kämpfen musste und muss.
Heute ist der Tag, an dem ich andere bewundere,
weil sie noch da sind.
Heute ist der Tag, an dem ich andere bewundere,
die nicht mehr da sind.
Heute ist der Tag, an dem ich andere bewundere,
weil sie ihre Erfahrungen (mit mir) teilen.
Heute ist der Tag, an dem ich andere bewundere,
für ihren Mut, ihre Kraft, ihre Trauer, ihre Wut, ihr Sein.
Heute ist der Tag, an dem ich andere bewundere,
weil sie auf der Suche sind nach gemeinsamen Wegen für ein besseres Leben. Weil sie daran glauben, dass es möglich ist. Trotz und mit und wegen.

Heute ist der Tag, an dem ich dankbar bin,
dass es Menschen gibt, die die heterosexuelle Ideologie nicht einfach als gegeben hinnehmen.
Heute ist der Tag, an dem ich dankbar bin,
dass es Menschen gibt, die Verantwortung übernehmen und ihr Handeln ändern (wollen).
Heute ist der Tag, an dem ich dankbar bin,
dass es Menschen gibt, die mich nicht alleine fühlen lassen.
Heute ist der Tag, an dem ich dankbar bin,
dass ich Chancen zur Veränderung bekomme. Trotz und mit und wegen.

Heute ist der Tag, an dem ich dankbar bin,
dass es diesen Tag gibt.

Heute ist Internationaler Tag gegen Homo- und Trans*diskriminierung.