Check (4)

Ich komme im Moment nicht wirklich zum Lesen, des wegen lest ihr hier nur, was andere schon vor mir rausgefunden haben. Dafür kommentiert.

– In den Kommentaren zu meinem letzten Piratenartikel tummelte sich neben Trollgedöns auch das ein oder andere Lesenswerte. JoKnopp ließ einen Text über Post-Gender da, geschrieben von einem Pirat (weiblich) für die Partei. Mal abgesehen von inhaltlichen Fehlern und permanenten Verkürzungen, ist der Artikel im besten Falle nett gemeint oder naiv. Eine Gesellschaft in Postgender-Manier ist so utopisch wie durch ein Wurmloch zu fliegen. Sollte ich jetzt leider sagen? Judith Butler galore und so? Ääh. Ich halte es schlicht für unmöglich, nicht nach Geschlecht (sex+gender) zu differenzieren, weder bei sich selbst noch bei anderen. Ehrlich gesagt, habe ich da auch gar keine Lust drauf. Ich bin stolz, das Label Frau zu tragen. Andererseits halte ich es doch für ziemlich vermessen, sich selbst als post-gender zu betiteln, sozialisiert in einer nach Geschlecht differenzierenden und von Sexismen durchzogenen Welt. Schon gar nicht ist post-gender als progressiv zu betrachten, wenn man selbst nicht mal die Begriffe Feminismus und Ideologie auseinanderhalten kann. Bevor sich eine Partei wie die PP postgender schimpft, sollte sie erstmal Nachhilfe in Sachen Politischer Bildung tätigen. Und zu guter letzt, dient dieser Artikel zu nichts weiter, als eigene Sexismen in der Partei mit irgendwelchem halbgaren Geschwurbel zu legitimieren und bagetellisieren. Klasse. Ich will demnächst mal einen Text zu Postgender schreiben, erinnert mich bitte dran!

– Dass Deutsche Leitkultur nicht erst seit Homie Adolf einen schweren Schlag erlitten hat, dürfte zum deutschen Allgemeinwissen gehören. Schon Kant und Hegel waren Rassisten und eigentlich hat das sächsische Kurfürstentum die Weltherrschaft verdient. Davon ist leider nichts zu spüren, außer dass Sachsen im innerostdeutschen Vergleich noch am besten wegkommt. Apropos Osten, wohnen da nicht die vom Sozialismus verrohten und versoffenen Untermenschen in diesen No-Go-Areas, wo Asylheime brennen und die Hakenkreuze als Stuck Laternen zieren? Richtig. Und wenn sie nicht grad ein paar Ausländer klatschen gehen, dann lachen sie über die Hessen, weil deren thoitsche Volksfeste mit Studentenverbindungen, Hexenverbrennungen, Nationalismus, Frauenfeindlichkeit, Antisemitismus und Rassismus dann doch etwas zu plump sind für diese dumpfen Ossibratzen.

Fünf Lesben erzählen von ihren lesbischen Erfahrungen, wie wahr, wie wahr. Besonders kann ich unterschreiben, dass lesbische Sexualität nach wie vor ein Tabu ist. Nein, ich rede nicht von Girl-on-Girl-Action, das ist nämlich immer das, was sich Affe Mann vorstellt, wenn er mich und Frau X. mal wieder sabbernd angafft und fragt, ob er mitmachen kann. Darüber wollt ich auch nochmal was schreiben und auch hier bitte ich um Erinnerung.

8 Kommentare

  1. Ich habe mal eine Frage, was denn nun gendersensibles Verhalten wäre, also im Sinne eines fairen und richtigen Umgangs zwischen den Geschlechtern. Ich spiele am WE immer Fussball und dort spielen auch immer einige Frauen mit, die ich aber privat nicht weiter kenne.
    Einige von Ihnen sind von zierlicher Statur.
    Beim Fussball ist es ja üblich, dass es zu Aktionen kommt, die zu Blessuren führen. Auch ich überlege immer in einer 1/10 sec. ob ich nun den Fuss hinhalte und eine Verletzung riskiere oder ob ich zurück ziehe.
    Wenn ich einen Zweikampf mit einer Frau bestreite, finde ich es noch schwieriger zu wissen, wie ich mich verhalten soll, weil ich einer Frau keine Blessuen zufügen möchte. Wenn ich aber nun darauf Rücksicht nehme, diskriminiere ich sie dann nicht? Ich nehme sie ja dann als Gegenspielerin nicht mehr ganz für voll, weil Sie eine Frau ist.
    Wenn ich allerdings so tue als spiele das keine Rolle, ignoriere ich den Unterschied zwischen Mann und Frau, das kann doch auch nicht richtig sein, oder?

    Ich der denke der gedankliche Knackpunkt ist folgender: Ich nehme es anscheinend bei einem Mann billigend in Kauf, dass ich ihm blaue Flecken bereite, bei einer Frau kann ich das nicht. Ist das Erziehung? Oder evolutionäres Beschützerverhalten?

  2. Was ist jetzt so schwierig? Wie gehst du mit ebenso zierlichen männlichen Gegenspielern um? Faustregel: immer, wenn du dir bei einer Person/Funktion genausogut das andere Geschlecht vorstellen kannst, ist das Geschlecht egal. Dazu kann man sich erziehen. Die Kategorie männlich/weiblich benutze ich eigentlich nur noch beim Sex, und selbst da ist es eher Vorliebe als feste Definition.

  3. Die Faustregel finde ich gut. Man muss zuvor mögliche bestehende Vorurteile hinterfragen, damit sie überhaupt Sinn macht.

    Jeder der Fussball spielt, weiss ja auch auf was er sich einläßt. Man kann im grunde sich nur überlegen ob diese Person ausreichend Erfahrung in diesem Sport hat und das bestehende Risiko vernüntig einschätzen kann, unabhängig von Alter, Geschlecht und Staatsangehörigkeit (es ist dort sehr multikulturell).
    Wobei das Alter ja durchaus eine Rolle spielen kann.
    Wenn ein zehnjähriger Junge mitspielt (was durchaus passiert), sollte ich m.E. darauf Rücksicht nehmen. Wobei man das nicht vom Altersunterschied abhängig machen sollte, sondern von meinem möglicherweise doppelten Körpergewicht. Und von der höheren Verletzungsanfälligkeit bei Menschen, die sich noch im körperlichen Entwicklungsstadium befinden. Ok, das ist ein anderes Thema.

  4. Es ist ja ok, dass du dir unter Post-Gender nichts vorstellen kannst,
    aber es gibt auch schon Menschen, die das jeden Tag in der Praxis leben.
    Nicht im grossen Stil, nicht Gesellschaftweit, aber in diversen Beziehungen, Lebensgemeinschaften Freundeskreisen.

    Vielleicht solltest du dich aber erst einmal informieren und über deinen begrenzten Tellerrand schauen, bevor du so etwas per se für unmöglich erklärst?

    „Ich bin stolz, das Label Frau zu tragen.“
    Dazu kann ich dir nur das gleiche sagen, dass ich allen Menschen sage, die stolz drauf sind deutsche zu sein (oder sonstirgendwas):
    Du kannst stolz sein auf etwas, das du geschafft hast, aber nicht auf den Flecken an dem du geboren bist oder die Chromosomen, die du in dir trägst.

    Du spaltest die Menschen mit solchen Ausasgen, anstatt sie zu der erkenntnis zu bringen, dass man nur zusammen weiter kommt. Das kannst du ganz einfach prüfen, indem du die Aussage nur minimal abwandelst:
    „Ich bin stolz darauf, ein Weisser zu sein“
    Na, merkst du was?

    Merke: Nicht alle Menschen sind gleich, aber alle sind gleichwertig.

  5. Bevor du mich weiterhin mit Absicht falsch verstehst und arroganterweise belehren willst, erläutere mir doch mal folgendes:

    Wie lebt mensch post-gender? Wie sieht das bei diesen „gewissen“ Menschen genau aus? Was bedeutet post-gender für dich? Vielleicht haben wir da verschiedene Definitionen?

    Begrenzter Tellerrand… Soso. Post-gender als Gesellschaftskonzept zu betrachten und zu kritisieren ist also begrenzt? Individualtypische post-gender-Lebensweisen dagegen sehr offen? hm?

    Worüber soll ich mich genau informieren?

    Wie genau oder womit spalte ich Menschen?

    Wer bestimmt, worauf ich stolz sein kann? Frau zu sein ist für mich identitätsstiftend, das bedarf keiner Rechtfertigung oder Erlaubnis, das ist für mich eine Form von Selbstermächtigung. Genauso können andere Merkmale wie Ethnizität oder Nationalität identitätsstiftend sein. Menschen entscheiden darüber selbst; sie zu zwingen, diese als identitätsstiftend abzulehnen, zeugt von Dominanzverhalten eines/r Privilegierten.

    In bestimmten Kontexten repräsentieren Merkmale natürlich auch Macht-, Dominanz- und/oder Ungleichheitsverhältnisse, das ist richtig – wie „weiß“ und „deutsch“ (das meintest du doch oder?). Als Frau spreche ich allerdings weniger aus einer Dominanzperspektive als als Weiße oder als Deutsche. Und von weiß und deutsch habe ich auch nicht gesprochen, dein Vergleich hinkt also.

    Aha, für dich verbirgt sich hinter einer Frau nicht mehr als eine Chromosomenkonstellation. Kennst du den Unterschied zwischen sex und gender? Womit du dann auch ein bisschen deine Kritik an meiner post-gender-Kritik ad absurdum führst. Vielleicht sollten wir bei dir noch mal über das informieren reden!? ;)

  6. Ist denn nicht das was slowtiger sagt im Grunde schon postgender, wenn sie schreibt: „Faustregel: immer, wenn du dir bei einer Person/Funktion genausogut das andere Geschlecht vorstellen kannst, ist das Geschlecht egal. Dazu kann man sich erziehen. Die Kategorie männlich/weiblich benutze ich eigentlich nur noch beim Sex, und selbst da ist es eher Vorliebe als feste Definition.“

    Ich finde diese Grundhaltung sehr symphatisch.

  7. martin,

    da du geschlecht bei dieser faustregel noch mitbedenkst, ist das mMn kein postgender-denken. das ist eher gendersensibles denken. nämlich, vorurteile und stereotype denkmuster abzustreifen und/oder zu erweitern.

  8. @ Martin:
    Der Gentleman ist ein Chauvinist. Du würdest auch keine Rücksicht auf einen Mann mit schwächerer Statur nehmen und deshalb solltest du bei einem weiblichen Gegner genauso hart rangehen wie sonst auch. Wenn sich jemand verletzt, egal ob Mann oder Frau, entschuldigt man sich und die Angelegenheit sollte aus der Welt sein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.