Phantomherz.

Als ich es ausgesprochen hatte, war da nichts als Stille. Mein Herz schlug laut und heftig. Bumm. Bumm-Bumm. Tage und Wochen vergingen und ich hörte nichts weiter als dieses Herz. Das Herz, das nicht mehr meins war. Ein Phantomherz. Der Rest waren Splitter. Sie durchbohrten meine Adern, meine Haut, meine Knochen, das Hochprozentige spülte sie in jeden Winkel meines Körpers.

Sie fanden keinen Halt, keine Stelle, an der ich sie hätte aufsammeln und zu den anderen Resten legen können. Wie kleine Muscheln. In die kleine Schatulle. In der meine Vergangenheit lagert. Lose, kleinteilig, wirr, aber an einem Ort. Gut verschlossen, nicht in Erwartung betrachtet und befühlt zu werden. Sicher vor den Augen anderer, ihren fragenden Blicken, verständnislosen Gesten und hohlen Phrasen.

Wenn ich sie zu greifen versuchte, sog das Wasser sie zurück ins offene Meer und spülte sie später dort an, wo ich sie nicht sehen konnte. Der Sand, der übrig blieb, gerann zwischen meinen Fingern. Das Salz. Brennende Augen. Verpasste Chancen. Bumm. Bumm-Bumm. Endlos schien das Meer in seiner Dunkelheit und dumpf der Klang der Wellen, die sich über mir ergossen.

Tick. Tick-Tack. Ist Ewigkeit Gefühl oder Zustand? Ein Phantomherz kann nicht antworten.

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