Veranstaltungshinweise März

Heute beginnt das queerfeministische „Who cares“-Event in Berlin. Noch bis zum 7. März haben Interessierte die Gelegenheit, Diskussionen über Reproduktion, Gewalt, Abtreibung, Feminismus, Verortung, Migration und Dekonstruktion zu verfolgen und sich aktiv einzubringen. Alle Themen werden aus einer queerfemininen, ökonomiekritischen Perspektive beleuchtet.

Seit heute und noch für fünf weitere Wochen ist in verschiedenen Berliner Locations der Film „Damla = Tropfen – Derya = Ozean“ zu sehen, der sich mit MigrantInnen in Problemkiezen, ihren traditionellen Rollenbildern, der medialen Sicht der Mehrheitsgesellschaft und dem wissenschaftlichen Stand zu Migration/Integration beschäftigt.

Am 10. März startet im Loris Berlin die Ausstellung „Zur sexuellen Identität schwuler Männer“. Fotos, Fotos, Fotos werden zu sehen sein und zeigen, wie schwule Männer Sex, Gender und sexuelle Orientierung für sich gestalten und ausleben. Ein bisschen queer und trans* darf’s auch sein. (Zum Facebook-Event)

Ebenfalls am 10. März  gibt es im Forum Politische Bildung einen Vortrag mit anschließender Diskussion zum Thema Diversity. Spannend dabei ist der Blickwinkel von Katrin Reimer, die theoretische Überlegungen anstellt und aktuelle Forschungsergebnisse präsentiert:

An das Schlagwort Diversity knüpfen sich viele Hoffnungen: Abkehr von defizitorientierten Integrationsbemühungen, die die Einzelnen in ihren subalternen Positionen fixieren. Hinwendung zu Ressourcenorientierung, zu gezielter Förderung bei Wahrung der Vielfalt, letztlich zu mehr Gleichberechtigung und Anerkennung. Ein Gewinn für alle. — Leider ist das nur die eine Seite der Medaille, werfen wir auch einen Blick auf die andere.

Oft wird Diversity in die Tradition der Bürgerrechts- und Frauenbewegung der USA gestellt. Entwickelt aber wurde es angesichts eines drohenden Mangels an hoch qualifizierten Arbeitskräften unter Weißen Männern — als eine Management-Strategie zu Erschließung der Potenziale in subalternen Gruppen. Die Existenz von Oben und Unten, von Reichtum und Armut, stand dabei nie in Frage. Heute rüstet der Ansatz Unternehmen für ihren Kampf um Profite in einer globalisierten Welt. Er verändert die Zusammensetzung derer, die Oben sind, und weist den großen Rest nach Unten.

Dieses Doppelgesicht von Diversity kann sich auch auf seine Verwendung in der Politischen Bildung auswirken. Verstehen wir Differenzen als Merkmale von Individuen oder als Macht- und Herrschaftsverhältnisse, in denen Einzelnen unterschiedliche Handlungsspielräume zugewiesen werden? Wo wird mit Diversity Ungleichheit überwunden, wo nur in eine andere Form gebracht? Wie lässt sich der Einsatz für mehr Anerkennung mit dem
Ringen um Umverteilung verbinden? — Nach dem Input ist Zeit zur Diskussion und zum Austausch über Erfahrungen mit Diversity-Strategien in unterschiedlichen Praxisfeldern.

18 Uhr gehts los.

Ebenfalls am 10.März wird Heide Oestreich folgenden Fragen nachgehen: „Wie werden Frauen in der Politik wahrgenommen, welche Männlichkeits-Mythen produzieren wir, welches Frauenbild liegt unserer Arbeitsmarktpolitik zugrunde?“

Im Ballhaus Naunynstraße, das sich in seiner theatralen und performativen Arbeit der sogenannten Postmigration zuwendet und bereits das umjubelte Tango Türk auf die Bühne brachte, gibts vom 20. bis 30. März das prämierte Stück „Schwarze Jungfrauen“ zu sehen.

In Neco Çeliks Theaterdebüt von 2006 fragen Schwarze Jungfrauen warum Allah kein Ausländer und die Gottkriminalität notwendig ist; wodurch der weichgespülte Islam halal wird und warum man morgens mit Flöhen aufwacht, wenn man mit Gottlosen geschlafen hat. Und nicht zuletzt geht es ihnen auch um die Suche nach der perfekten Symbiose: Sex und Islam. Ihre fromme These lautet: Nackt ist nicht gleich ungläubig und vollbandagiert ist nicht gleich Gott total unterworfen.

Habt ihr Termine, die ihr beachtenswert findet? Dann ab damit in die Kommentare.

Ein Kommentar

  1. Ich habe auch schon den Überblick verloren und festgestellt, dass ich meine Hausarbeit niemals fertigstellen werde…

    Zum Thema Frauen – Erwerbstätigkeit gibt es am Montag die Frauenvollversammlung in der HU

    http://www2.gender.hu-berlin.de/ztg-blog/2010/02/frauenvollversammlung-2010-hu-08-03-10-14-uhr/

    Am Samstag eine „Reclaim the night“ Party innerhalb der Veranstaltungsreise „Reclaim feminism“

    http://pankow.antifa.net/links/recfem.pdf

    und dann gäbe es noch die gesammelten Veranstaltungen rund um den 8.3. (beginnend am samstag):

    http://www.aviva-berlin.de/aviva/Found.php?id=1425905

    —-

    Vieles Geschmackssache finde ich, aber ich habe mir vorgenommen, dringend auch noch mehr Neues auszuprobieren :)

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