Lantzschi für mehr Religionsfreiheit

Wie sich vielleicht nur noch die härtesten StammleserInnen hier erinnern, wurde ich vor zwei Jahren Opfer von PI. Schon damals wurde ich als Feministin bezeichnet, die Damen und Herren wussten wahrscheinlich schon viel früher als ich, was gut für mich ist :) Es fielen noch andere Begrifflichkeiten, die in der abgeschwächten Form aber korrekt meine Identität wiedergaben. Strafrechtlich relevant war trotzdem alles. Bis heute gibt es diese zwei Einträge + die Kommentare darunter über mich. Die PI-Einträge wurden auch auf anderen Blogs verlinkt,  die Kennern der islamophoben Szene sicher ein Begriff wären. Lange Zeit waren diese Schmährufe, Bedrohungen, Verleumdungen und Beleidigungen auf der ersten Suchtrefferseite von Google gelistet. PI schützt sich relativ gut gegen anwaltliche Angriffe, es gibt kein Impressum, alles ist anonym, Server und Betreiber sitzen im Ausland, wir wissen alle trotzdem gut, wer hinter diesem menschenfeindlichen Portal steckt, beweisen lässt es sich aber nur schwer.

Da vor wenigen Tagen ein Kollege aus der Redaktion in übelster Art und Weise durchs Hassdorf getrieben wurde und auch andere KollegInnen in den Kommentaren beleidigt wurden, fiel natürlich auch wieder mein Name (Die KommentatorInnen dort leiden trotz ihres sozialen Untermenschentums nicht an verkürztem Langzeitgedächtnis).

Vermeiden lassen sich solche Attacken nie. Schon gar nicht, wenn die eigene Identität im Internet präsent ist. Ich habe verschiedenste Profile bei diversen Portalen und Communities, schreibe für den Tagesspiegel, besitze eine eigene Webseite (die ich by the way besser pflegen sollte) und dieses Blog hier. Ziemlich schnell sind für die nächsten Lantzschi-Rufmord-Aktionen ein paar Infos zusammengesammelt. Obwohl ich ein Verfechter von selbstbestimmter Privacy bin, sehe ich nicht ein, mich wegen solcher Deppen einzuschränken.

Egal, was sie schreiben, ich halte dagegen – mit eigenen Beiträgen, die Google lieber von mir crawlt als von denen. So ist es passiert, dass nur noch zwei Fotos von mir umhergeistern, die auf PI verlinken und die PI-Einträge von damals mittlerweile im Suchmaschinen-Ranking sehr weit nach hinten gerutscht sind. Ich gehe mit meinem Klarnamen ins Netz sowie mit meinem Spitznamen, selbstbewusst und selbstbestimmt.

Ich kann nur allen empfehlen, die nicht möchten, dass über sie falsche und merkwürdige Informationen im Netz herumgeistern, auch so zu verfahren. Schließlich hat von den Vollspacken keiner die Eier, persönlich vorbei zu schauen und sein/ihr Anliegen vorzutragen. Einschüchterungen, auf die ich mit einem Gähnen reagiere. Angreifbar ist mensch schließlich immer, egal ob wir sonntags gerne den Haushalt schmeißen oder uns politisch engagieren.

Disclosure: Das Foto habe ich übrigens in den Kommentaren dort aufgegabelt und finde es sehr lustig. Bei Google tauchte es bis dato noch nicht auf. Jetzt schon und jetzt wissen alle, die es klicken, wer für solche witzigen und liebevoll gestalteten Cartoons verantwortlich zeichnet.

2 Kommentare

  1. Das zum Thema Meinungs-und Pressefreiheit…Ich wünsche Dir diesbezüglich ein dickes Fell und lass dich nicht verbiegen oder einschränke dadurch, denn von den Menschen haben wir schon genug.Dennoch ,pass auf dich auf. Ich hoffe jedoch auch weiterhin diese Art ,Beiträge zu lesen oder zu hören, sei’s von Dir oder …

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