Posted on Jun 17, 2011

Freitagshach.

“The feminist agenda is not about equal rights for women. It is about a socialist, anti-family political movement that encourages women to leave their husbands, kill their children, practice witchcraft, destroy capitalism, and become lesbians.”

(Pat Robertson – 1992 Republican National Convention) 

Ein kleiner Radikalfeminist wider Willen <3 (Kindstötung ist selbstverständlich konservative Rhetorik für das Recht auf Abtreibung)

Posted on Mai 26, 2011

Arschloch, sensibilisier’ dich selbst!

… hat Gloria Viagra auf dem Transgenialen CSD 2010 in die grölende Menge gerufen. So als Antwort auf ignorante Menschen, die gerne erklärt haben möchten, warum sie diskriminierend unterwegs sind (aber eigentlich nicht mal zuhören können). Ich fand das ziemlich charming. Stinkefinger in die Mehrheitsgesellschaft. Allerdings ließe sich da noch was drehen am Spruch. Vielleicht ein bisschen positiver. “Hier, schau her, ich schmeiß dir Texte vor die Nase, die ich schon gelesen habe. Nett von mir. Müsste ich ja nicht. Fragen stellen? Bitte woanders, ich hab zu tun”

Und ich hab wirklich zu tun, stecke gerade in der Endphase meiner letzten Seminararbeit, bevor es mit beiden Beinen in Richtung Masterabschluss geht. Nächste Woche fang ich dann schon mal an, meinen Arsch in die nächste Uni zu bekommen, ein Privilegienmuschiabschluss reicht mir nämlich nicht. Und von Gender kann mensch ja nie genug kriegen. Wünscht mir Glück!

Obwohl ich gerade am rodeln bin, was wissenschaftliche Sätze angeht, hab ich in der vergangenen Woche extrem viel gelesen. Meistens streue ich das ja über Twitter und meine Facebookpage, aber ich kann nicht erwarten, dass alle bei Twitter und Facebook rumkrebsen. Also wollte ich euch das mal gesammelt vor die Füße werfen, in der Hoffnung, ihr könnt und wollt damit was anfangen. Here we go!

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Posted on Mai 17, 2011

Über Sinn und Unsinn von Privilegiertenbashing.

Heute ist IDAHO (Internationaler Tag gegen Homo- und Transphobie). Ich habe dazu einen Text für die Mädchenmannschaft geschrieben, in dem ich die Perspektive umgedreht und über heterosexuell lebende Cisgender geschrieben habe. Und warum die mir manchmal richtig auf die Nerven gehen.

Es ist jetzt irgendwie kein Text, den ich theoretisch so vertreten würde. Ich habe meistens eine Herangehensweise an gesellschaftliche Themen, die den Blick eher auf Normen, Machtverhältnisse und Strukturen legt und nicht auf Identitäten. Ich wollte verdeutlichen, inwiefern sich Heteronormativität im Alltag von Menschen bemerkbar macht. In der Interaktion miteinander, im Denken übereinander. Um vielleicht auch das Konzept Heternormativität als strukturgebend etwas anschaulicher zu gestalten.

Was auch aus einer theoretischen Perspektive für mich mittlerweile gar nicht mehr geht, ist der Fokus auf lediglich eine Strukturkategorie, auf ein bestimmtes Herrschaftsverhältnis. Der Text unterschlägt Phänomene wie Rassismus, Weißsein, Sexismus, Bodismus, Ableism, etc. Ich ziehe die Grenze entlang der Linie sexuelle Orientierung/Identität und Geschlecht(szuschreibung). Demnach fallen andere Dinge hinten runter.

Das wurde in den Kommentaren allerdings bis auf wenige Ausnahmen nicht angemerkt. Neben einigen positiven Reaktionen von offenbar solchen Menschen, die zur Gruppe gehören, die ich im Text konstruiert habe (Tenor: Danke für’s Sichtbarmachen meiner eigenen Selbstverständlichkeit), gab es natürlich auch Reaktionen, die Empörung ausdrücken. Empörung darüber, dass ich sie in einen Topf mit vielen anderen schmeiße, zu denen sie nicht gehören wollen. Dass ich ihnen Dinge unterstelle, die sie nicht machen würden, dass ich sie in eine Rechtfertigungsposition rücke, die sie als unpassend, unangenehm und ungerecht empfinden. Was maße ich mir überhaupt an über eine bestimmte Gruppe zu urteilen? Dazu vielleicht so viel: Welcome to my world, Darling!

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Posted on Mai 16, 2011

Gendercamp 2011: Wissen, Macht und geschützte Räume.

Ich mache ja selten Fotos von mir in eigene Artikel, aber dieses – geschossen auf dem Gendercamp dieses Jahr – bringt sehr gut zum Ausdruck, wie ich mich in den drei Tagen gefühlt habe: allein mit etwas Sonne.

Bereits zum zweiten Mal fand das Gendercamp in Hüll statt, ein queerfeministisches Barcamp, das themen- und ergebnisoffen durchgeführt wird und offen ist für alle Interessierten. Gab es im vergangenen Jahr schon ein paar Probleme und Bauchschmerzen mit einigen Vorfällen (die meines Wissens nach nicht öffentlich besprochen wurden), war das auch dieses Jahr der Fall. Da ich 2010 noch auf einem anderen Stand war als jetzt, sind mir interne Differenzen nicht aufgefallen, ich hab mich mindestens 2x selbst in die Nesseln gesetzt mit meiner Unbedarftheit. Vielleicht öfter. Während der zwei Situationen, die mir noch im Gedächtnis geblieben sind, wurde ich augenblicklich darauf hingewiesen. Was in mir keine Schuldgefühle oder Hilflosigkeit auslöste, sondern eher mit “Aha-Effekten” gleichzusetzen war. Im letzten Jahr nahm ich extrem viel mit, lernte unglaublich viel von den anderen, fühlte mich sicher und geborgen. (Ob das alle damals Anwesenden von sich behaupten konnten, weiß ich nicht.) Dieses Jahr war das leider nicht der Fall.

Das Gendercamp hatte 2011 wesentlich mehr Teilnehmer_innen als zuvor. Obwohl die Gruppe, die sich drei Tage im niedersächsischen Nirgendwo versammelte, sehr homogen ist (mehrheitlich akademisch/gebildet, weiß, gesund, deutsch, jung, cis), ist sie doch in sich sehr verschieden. Verschiedener als im vergangenen Jahr. Unterschiedliche Perspektiven, Herkünfte, Wissensstände, Hintergründe und Menschen, für die oben genannte “Gruppenmerkmale” nicht (komplett) zutreffen. Diese Diversität führte zu Spannungen, die die Gruppe nicht abfedern konnte.

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Posted on Mai 7, 2011

Das Intime ist nicht sicher.

Seit zwei Jahren scheine ich gefunden zu haben, wonach ich lange suchte. So etwas wie eine Aufgabe. Bestimmung wäre vielleicht übertrieben…naja gut vielleicht doch nicht. Seit zwei Jahren war ich nie so oft unglücklich, unruhig, unzufrieden und traurig. Das Wort Weltschmerz bezog ich vorher nur auf meinen persönlichen Radius. Jetzt weiß ich, was es bedeutet traurig darüber zu sein, ohnmächtig zu sein. In einer ohnmächtigen Welt zu leben.

Ich bin nicht selten frustriert. Darüber, dass mir meine Plätze geraubt werden, dass ich ich in der Öffentlichkeit Angst haben muss, dass ich vielleicht mein Leben nicht so führen kann, wie ich es mir wünsche. Dass es vielen ähnlich geht wie mir. Manchmal bin ich neidisch und fühle mich unfrei. Manchmal wünsche ich mir zurück, was ich glaube, nicht mehr zu besitzen. Unbeschwertheit. Sich in die Sonne zu setzen, eine Zigarette zu drehen, die Beine in den Schneidersitz zu falten und etwas Schönes zu denken. Etwas, das nicht politisiert werden kann. Gedanken, die mir gehören und in keine Theorie passen. Etwas, das sich nicht erklären lässt.

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