Arschloch, sensibilisier‘ dich selbst!

… hat Gloria Viagra auf dem Transgenialen CSD 2010 in die grölende Menge gerufen. So als Antwort auf ignorante Menschen, die gerne erklärt haben möchten, warum sie diskriminierend unterwegs sind (aber eigentlich nicht mal zuhören können). Ich fand das ziemlich charming. Stinkefinger in die Mehrheitsgesellschaft. Allerdings ließe sich da noch was drehen am Spruch. Vielleicht ein bisschen positiver. „Hier, schau her, ich schmeiß dir Texte vor die Nase, die ich schon gelesen habe. Nett von mir. Müsste ich ja nicht. Fragen stellen? Bitte woanders, ich hab zu tun“

Und ich hab wirklich zu tun, stecke gerade in der Endphase meiner letzten Seminararbeit, bevor es mit beiden Beinen in Richtung Masterabschluss geht. Nächste Woche fang ich dann schon mal an, meinen Arsch in die nächste Uni zu bekommen, ein Privilegienmuschiabschluss reicht mir nämlich nicht. Und von Gender kann mensch ja nie genug kriegen. Wünscht mir Glück!

Obwohl ich gerade am rodeln bin, was wissenschaftliche Sätze angeht, hab ich in der vergangenen Woche extrem viel gelesen. Meistens streue ich das ja über Twitter und meine Facebookpage, aber ich kann nicht erwarten, dass alle bei Twitter und Facebook rumkrebsen. Also wollte ich euch das mal gesammelt vor die Füße werfen, in der Hoffnung, ihr könnt und wollt damit was anfangen. Here we go!

Straßen aus Zucker, das ist so ein linkes Jugendmagazin aus Berlin. Die schreiben tolle Dinge auf: Zum Beispiel ein paar kritische Worte zum Sexpositivismus, ohne PorNO zu propagieren. Oder warum Kapitalismuskritik an Coca Cola und McDonalds ziemlich für die Katz‘ ist.

Tante Nadia rantet gegen diesen scheußlichen Artikel von Sybille Berg, die meint, dass mensch Ismen mit Ismen bekämpfen zu können. Hooray!

Sookee hat’n neues Video draußen, „pro homo“ heißt das gute Stück, ich hatte das vor ner ewig langen Weile mal antifeministisch umgedichtet und „pro Schröder“ draus gemacht. Ob die Ironie immer ersichtlich wurde, weiß ich nicht. Jedenfalls: Das Video hat für mächtig Diskussionen gesorgt: Teil 1, Teil 2.

Der gute Georg hat ein hervorragendes Blog. Schreibt viel über Homophobie, Heteronormalisierung, antimuslimischem Rassismus, deren Überlagerung, Kapitalismuskritik. Einfach alles gut. Angucken! Außerdem sehr lesenswert seine Kritik an Gay Liberation, Queer Politics und Judith Butler in der Phase 2.

Mein geliebter Gurkenkaiser ist ja nicht nur die Diskurshure schlechthin, nein er schreibt auch ganz ausgezeichnet über das Alltägliche. Und zwar in so einer wundervoll anmutigen, minutiösen, poetischen und liebevollen Art und Weise, dass ich nach jedem Text eine Träne im Auge habe. Weil es endlich mal jemensch schafft, Wissenschaft so ins Banale zu transferieren, dass es mich ehrlich berührt.

Clara Rosa wirft einen kritischen Blick auf Selbstausbeutung und Selbstprekarisierung in linken, (D.I.Y.-) Politkontexten. Und warum es mal nicht cool ist, dem Kapitalismus durch Nicht- oder Unterentlohnung den nackten Arsch zu zeigen. Und wer sich diese bodenlose Frechheit überhaupt leisten kann.

Der Braune Mob kann wieder ordentlich aufwarten mit rassistischer Kackscheiße, die die weiß-deutsche Dominanzgesellschaft so produziert hat in den letzten Tagen. Übrigens sind das Blog und das zugehörige Infoportal eine saugute Quelle, falls ihr euch eingehender mit Rassismuskritik beschäftigen möchtet.

Ne richtig gute Reihe hat die New York Times zu bieten: Homos, Trans* und Queers erzählen ihre Coming Out Geschichten, in audiovisuell. Darunter noch viel mehr Beiträge, allerdings lediglich in Textform. Für sowas gibt’s auf jeden Fall Chapeau!

Lori kotzt richtig ab! Weil sie oft als Quotenfeminist_in herhalten muss. Und wie mensch sich dagegen stellt.

Zum Schluss noch ein Hinweis auf meinen „addicted to“-Tumblog of all times: Microaggressions. Kleine Fetzen Privileg und Dominanz. Klasse.

 

3 Kommentare

  1. danke für die Zusammenfassung vom 26.5.. Vieles ist mir zwar zu wissenschaftlich ausgelegt. Aber ,wie sagt man, ein blindes Huhn findet auch mal ein Korn. Ich erhalte also durchaus Denkanstöße. Für die besonders arbeitsintensive Zeit wünsche ich Dir viel Kraft und Freude ! Glück wünsche ich nicht nur dem Tüchtigen.

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