Posted on Apr 19, 2010

Sex is back in the Tapes

Da ist er, der Podcast mit @deef über sexuelle Identitäten. So richtig queere Fragen haben wir uns nicht mehrheitlich gestellt, aber ein paar Einblicke fernab von Queer Theory und Politikfeldern, war irgendwie – erfrischend.
Wer möchte, kann den Podcast auch über iTunes downloaden. Ansonsten einfach unten den Player bedienen. Viel Spaß beim Hören, wir freuen uns über reges Feedback.



UPDATE: HIER GIBT ES ALLE 4 TEILE ZUM DOWNLOAD

Posted on Jul 9, 2009

Hardcore-Porno vs. Postporno – ein Protokoll

Gestern war ich auf gleichnamigem Panel in der Böll-Stiftung zu Gast, der im Rahmen der “Gender is happening”-Woche des Gunda-Werner-Instituts stattfand.

Diskutiert haben Svenja Flaßpöhler, Manuela Kay und Jens Hoffmann. Erstere ist Autorin, promovierte Philosophin über Pornografie. Manuela Kay ist Chefredakteurin des L-Mag (Deutschlands einziges lesbisches Magazin) und sitzt in der Jury für das Pornfilm-Festival. Jens Hoffmann ist der Macher von “9to5-Days in Porn” (Dokumentarfilm über die US-amerikanische Pornofilmindustrie).

Nur zu Beginn wurden Unterschiede zwischen Postporn und Hardcore-Porn* skizziert.

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Posted on Mrz 27, 2009

Orion.

Manchmal muss eine Frau tun, was eine Frau tun muss. Sie muss in einem Sexshop shoppen.

“Oh, da haben Sie aber eine gute Wahl getroffen.”

“Echt?”

“Ja. Moment. Ich pack das mal aus.” (Sie holt Batterien aus einem Schubfach … ) “Hier. Fassen Sie mal an. Der macht so Wellen.”

“Hmm. Ganz okay. Und der Delfin hier oben, bewegt der sich auch?”

“Naja der vibriert halt. Hier schauen Sie. Verschiedene Stufen. Die Wellen bewegen sich übrigens auch rückwärts.”

“Mh. Bisschen wenig.”

“Den Delfin können sie auch zur Anus-Stimulation nehmen. Je nach dem.”

“Der Bedienkasten hier stört mich. Haben Sie nicht noch was Dezenteres?”

“Die normalen Vibratoren vibrieren halt nur. Is ja auch langweilig. Da haben Sie nur die Vibration”

“Ja ist langweilig.”

(holt einen anderen Dildo aus dem Regal, der mit einem Häschen geschmückt ist)

“Der hier ist toll. Gucken Sie hier die Perlen. Anfassen!”

“Fühlt sich toll an. Was kann der Hase?”

“Die Ohren vibrieren in Intervallen. Das ist das tolle. Und automatisch geht das. Sie müssen nichts drücken, wenn Sie nicht wollen.”

“Aha… Hm… Das ist bestimmt geil! Aber. Irgendwie. Das ist mir alles zu bunt. Ich schau nochmal weiter.”

Ich gehe zurück zum Regal und bleibe bei den Vibratoren hängen, die 2008 mit Designpreisen ausgezeichnet wurden. Eine Freundin: “Guck mal hier!” Sie hält einen Arm aus Gummi in die Höhe. Wir stöbern uns durch Umschnalldildos, Penispumpen und Taschenmuschis. Nichts dabei.

Die Verkäuferin kommt zurück. “Der hier ist noch ganz toll. Der ist mit Fernbedienung. Da können Sie sich in die Küche stellen und der andere macht das dann vom Schlafzimmer aus. Auch nett, nicht? Lustig irgendwie. Wie ne Wundertüte, man weiß nie, was kommt. Kostet allerdings über 100€”

Ich halte ihr ein futuristisches Etwas unter die Nase, das aussieht, als wäre es ein Beißring für Babys. “Penisring.” “Ah.” Neidisch lege ich es zurück.

“Die sind so süß.” Vibratoren in Raupenform. Die Raupe grinst debil. Manche haben Hörnerchen.

“Das hier sieht interessant aus.” “Ist das für anal?” “Echt? Nee. Doch. Schade”

Wir entdecken wieder einen designpreis-prämierten Vibrator, eher was für die reine G-Punktstimulation. Er sieht aus wie ein Schwan und ist wunderschön. Ich melde schon mal mein Geburtstagsgeschenk an. “Ich lade viele Leute ein, dann kriegt ihr das Geld sicher zusammen.” “Ok, machen wa so.”

“Ich nehm jetzt hier die Liebeskugeln mit”, sage ich entschlossen und beinahe trotzig.

“Oah guck mal hier”

“Ja das sind so Eier. Die hält man sich an die Klitoris. Ne Kommilitonin von mir hat davon geschwärmt. Ohne kam sie gar nicht mehr zum Orgasmus.”

“Ey das hier ist doch cool.” Sie hält eine Verpackung in der Hand. Darin befindet sich etwas kleines Blaues, das man verschieden einsetzen kann. Mit Fernbedienung in Herzform. Ebenfalls blau. “Und dann noch in meiner Lieblingsfarbe.” “Ja auch meine.”

Mit zwei Packungen und den Liebeskugeln gehen wir zur Kasse.

“Oh da haben Sie sich ja was Feines ausgesucht” und deutet auf die Kugeln. “Im Ernst?” “Wunderbar. Machen Sie Gleitgel drauf und führen es sich ein wie einen Tampon. Brauchen Sie Gleitgel?” “Nein, hab ich noch.” “Aber rein bis zum ersten Schließmuskel. Es darf nicht weh tun beim Laufen. Und immer bewegen. Bewegen bewegen bewegen. Können Sie überall und jederzeit tragen. Aber nicht zu lange. Ich spreche da aus Erfahrung. Ich hatte es mal den ganzen Tag drin, weil ständig Kunden kamen und ich nicht auf die Toilette. Danach hatte ich Muskelkater, das kann ich Ihnen sagen. Hilfe!”

[Anm. d. Autors: Liebeskugeln trainieren u.a. die Beckenbodenmuskulatur. Hebammen empfehlen sie Frauen nach der Entbindung]

“Man kann es aber auch beim Sex verwenden?” “Klar, aber immer bewegen, damit sich die Kugeln innen auch bewegen.”

“Und dann nehmen wir noch das hier.”

“Ja das ist toll nicht? Ich hab leider nicht so viel Geld alles auszuprobieren. Aber hat zehn verschiedene Stufen. So wird’s nicht langweilig. Brauchen Sie Batterien?”

“Mh.”

“Na dann lass ich die gleich drin.”

(kassiert)

“Das macht dann… oh eine Schnapszahl. Da bekommen Sie ein Feuerzeug dazu. Oder wollen Sie lieber das Schlüsselband?”

“Feuerzeug reicht, danke.”

“Den neuen Katalog haben Sie auch noch nicht oder?”

“Nein.”

“Gut dann steck ich den gleich mit rein.”

“Gern. Haben Sie vielleicht einen größeren Beutel?”

“Ja na klar. Na dann wünsche ich noch einen schönen Abend und viel Spaß.”

“Danke. Tschüß.”

Als wir den Laden verlassen, schauen wir uns an und prusten laut los.

“Also nee, das ist schon genau das Richtige. Die Dildos sahen ja aus wie ein Black&Decker in Bunt.”

“Probierst du gleich aus?”

“Klar. Du nicht?”

“Ich komm heute nicht dazu. Aber erzähl mir wie’s war.”

“Mach ich.”