Posted on Mrz 4, 2010

Das Piratengeschlecht:
small dick meets biting vagina

Dass die geistig Verwirrten bei der Piratenpartei die lautesten sind, kennen wir ja bereits. Auch eine Genderdebatte hatte es vor der Bundestagswahl im vergangenen Jahr gegeben. Daraus gelernt hat die Partei: Nichts.

Jetzt wird wieder ganz offen dem Sexismus und Maskulismus gefrönt. Jaja bei den Piraten sind alle gleich, die Männer noch mehr als die Frauen. Und mit Gender kennen sie sich aus und Feminismus und Frauen und Diskriminierung und so. Da wissen sie so gut drüber Bescheid, dass sie glatt mal jeden dieser Begriffe umdeuten, Frauen den Mund verbieten und ihren megakleinen Schwanz ganz lang draußen hängen lassen. Vorsicht, Zugluft!!

Diese Partei ist ein Gespött für die gesamtdeutsche Parteienlandschaft. Und das will in Anbetracht der gesamtdeutschen Parteienlandschaft schon was heißen. Lassen sich kapern von frauenfeindlichen, islamophoben, nationalistischen und dummbratzigen Dummschwätzern und sind obendrein zu blöd, es zu bemerken. Piratische Reaktion: Wir sind postblablabla. Ja. Posthirn vielleicht.

Mädels, in dieser Partei werdet ihr nicht glücklich. Es sei denn, Gleichberechtigung der Geschlechter ist für euch sowas wie: don’t give a shit. Wenn doch: Raus aus diesem sexistischen Sauladen und flugs das Weite in ne andere Partei gesucht. Oder was eigenes an den Start bringen. Demokratie ist nämlich ne ganz feine Sache. Gleichheitsgrundsätze und Würde auch. Muss nur offen gelebt werden. Dann muss sich frau von Piraten auch nicht mehr Bezeichnungen wie “Menstruationsblut als Zugangsberechtigung” anhören.

Edit: Andi Popp, Stellvertretender Vorsitzender der Piratenpartei beantwortet die Genderdebatte in nur einem Satz: “Der weitere Streitpunkt in dieser Frage, der Frauenanteil bei den Piraten, ist, zumindest in diesem Zusammenhang, eigentlich gar nicht der Erwähnung wert.” Priceless!

und es geht weiter… Wieder Herr Popp  im selben Post über die Unterschiede von geschlossenen Frauen- und Männerräumen: “Wenn Lena also der Meinung ist, sie will sich nur mit Piratinnen austauschen, ohne dass wir Kerle da mitreden ist das vollkommen in Ordnung. Wenn ich mir eine rein männliche Piratengruppe aufbauen will um dort schweinische Witze abzulassen, werde ich mir das sicher auch von niemandem verbieten lassen.”  Richtig. Eine reine Frauengruppe, die diejenigen ansprechen will, “die sich innerhalb der Partei benachteiligt fühlen und nicht davon überzeugt sind, dass das Geschlecht innerhalb der Piraten tatsächlich (und nicht nur an der Oberfläche) keine Rolle mehr spielt“, ist natürlich was ganz anderes als der geschlossene Männerräum, wo über Schwanzlängen und feuchte Mösen postuliert werden darf. Nuff said!

Posted on Sep 17, 2009

Enterhaken an der falschen Stelle gedrückt

Bereits zum dritten Mal zeigt sich die Piratenpartei politisch naiv und dümmlich pragmatisch, was den rechten Rand betrifft. Das Netz empört sich zu Recht und es hagelt Kritik im Minutentakt über Twitter oder Blogs.

Dieser Kritik entgegnen die Piraten sofort mit vermeintlichen – jedoch hochgradig peinlichen – Totschlagargumenten “Man wird doch wohl mal dürfen”, “Man muss doch mit denen reden”, “Wir unterwerfen uns nicht der Meinungsdiktatur” “Piraten stehen weder links noch rechts, sondern machen sich gemein mit einer Sache” oder “Vielleicht kriegen wir ja ein paare rechte Wähler weg vom rechten Rand”. Dass sich die Argumentation teilweise widerspricht – geschenkt. Was viel verwerflicher ist – die Ignoranz der Partei gegenüber eigenen eklatanten Fehlern.

Zu den Argumenten…

1. “Man wird doch wohl mal dürfen”

Klar. Wer verspürt manchmal nicht die Lust mit dem braunen Pack einen gemütlichen Plausch abzuhalten? Natürlich ohne riskante Themen anzuschneiden. Herr X. aus M., für den die Islamisierung Europas das Ende des Abendlandes bedeutet, kann mir sicher auch mein Notebook reparieren oder mir den abgepackten Rindergulasch von Rewe für nur 2,99€ empfehlen, während wir uns beim Müll runtertragen zufällig über den Weg laufen.

2. “Man muss doch mit denen reden”

Klar. Wer verspürt manchmal nicht die Lust mit dem braunen Pack einen gemütlichen Plausch abzuhalten? Natürlich ohne riskante Themen anzuschneiden. Herr X. aus M., für den die Islamisierung Europas das Ende des Abendlandes bedeutet, kann mir sicher auch mein Notebook reparieren oder mir den abgepackten Rindergulasch von Rewe für nur 2,99€ empfehlen, während wir uns beim Müll runtertragen zufällig über den Weg laufen.

3. “Wir unterwerfen uns nicht der Meinungsdiktatur”

Klar. Alles was nicht nach dem piratischen Sinne diskutiert wird, ist natürlich reine Diktatur, Zensur, Beschneidung, Krieg gegen die Demokratie, etc. pp. ohne inhaltliche Auseinandersetzung. Das haben die Piraten doch gar nicht nötig. Mit ihrer Deutungshoheit über digitale Themen. Der Herr da hinten hat eine Wortmeldung?! Ja? Bitte! Achso! Das Argument mit Gutmenschentum und typisch deutscher Political Correctness hatten wir noch nicht. Danke sehr. Vielen Dank, dass Sie an diesem demokratischen Prozess der MeinungsfindungWortergreifung teilgenommen haben.

4. “Piraten stehen weder links noch rechts, sondern machen sich gemein mit einer Sache”

Löblich. Brüderlich reicht man sich die Hand im Kampf gegen Zensursula, und äääh… Zensursula. Die wird nach Kinderpornos auch vor faschistischen Inhalten und Volksverhetzung keinen Halt machen, die olle Schrapnelle. Nieder mit ihr! Breitet eure Arme aus und heißt die neuen Schafe herzlich willkommen in der ersten unpolitischen Partei Deutschlands, die Anspruch auf ein paar Sitze im Bundestag erhebt, um nicht mehr im verborgenen Kämmerlein oder im nächsten Straßencafé ihr W-LAN bemühen zu müssen. Übrigens: W-LAN für alle!

5. “Vielleicht kriegen wir ja ein paare rechte Wähler weg vom rechten Rand”

Herr X. aus M, der mir neulich dieses fantastische Rindergulasch-Rezept an die Tür gehängt hat, erzählte mir gestern beim Müll runterbringen, dass er jetzt Mitglied in der Piratenpartei ist. Findet er voll dufte – das Wort “cool” sei ja nur ein Indiz für den fortschreitende Amerikanisierung des deutschen Sprachraumes und bedeute damit das Ende des Abendlandes -, dass er jetzt endlich seine politische Heimat gefunden hat. Dort kann er die Notebooks von allen reparieren, natürlich arbeitet er unter einer CC-Lizenz, ist doch klar, und hat monatlich 1 GB Datenvolumen für umme auf dem Piratenserver für seine Hitler-Bilder, NPD-Parteitagsmitschnitte und Leni-Riefenstahl-Videos frei. Die er folgerichtig zum kostenlosen Download für alle Parteimitglieder freigibt. “Die Nachfrage nach Steinigungsvideos aus arabischen Ländern ist allerdings am größten”, erklärte er mir mit leuchtenden Augen. Die Piraten machten sich schließlich gemein mit der Sache, alles Unrecht auf der Welt lückenlos zu dokumentieren. “Manchmal, da sitzen wir abends bei Bier und Bytes zusammen und flanieren über den Islam und Moscheenbau in Deutschland. Bald – so nehmen wir uns dann immer vor – wollen wir mal so ein Papier einbringen in den Bundestag. Natürlich für alle – natürlich mit CC-Lizenz.” Als wir uns verabschiedeten, rief er mir noch hinterher, dass er ganz stolz darauf sei, dass die Junge Freiheit das Papier schon veröffentlicht hätte. Daraufhin sei der Artikel 300 Mal geretweeted worden – pro Stunde. “Das Internet – die tollste Erfindung der Welt”, schalmeite es, bevor meine Tür ins Schloss fiel.

Foto: PaGn (CC)