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	<title>Medienelite &#187; Journalismus</title>
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	<description>Kann mehr.</description>
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		<title>Antwort der ZEIT</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Feb 2012 09:00:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lantzschi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Entsaftet]]></category>
		<category><![CDATA[Zitrusfrüchte]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein_e Redakteur_in der ZEIT schrieb mir gestern eine E-Mail auf meine Kritik am rassistischen Sprachgebrauch in einem ihrer Artikel über Rassismus mit der freundlichen Bitte, das zu ergänzen, was ich hiermit tue.

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Liebe Nadine Lantzsch,

Ich arbeite bei der Zeit und Fabian Dannenberg ist ein guter Freund von mir. Zusammen haben wir die Idee fuer den ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein_e Redakteur_in der ZEIT schrieb mir gestern eine E-Mail auf <a href="http://medienelite.de/2012/01/23/rassismuskritik-in-den-medien-die-zeit-und-das-n-wort/" target="_blank">meine Kritik am rassistischen Sprachgebrauch in einem ihrer Artikel</a> über Rassismus mit der freundlichen Bitte, das zu ergänzen, was ich hiermit tue.</p>
<p>&#8212;</p>
<p>Liebe Nadine Lantzsch,</p>
<p>Ich arbeite bei der Zeit und Fabian Dannenberg ist ein guter Freund von mir. Zusammen haben wir die Idee fuer den Artikel entworfen, und ich habe ihn bis zur Produktion betreut. Ich bin nicht weiss.</p>
<p>Fabian und ich haben Wort fuer Wort abgesprochen, was in der Ueberschrift, der Unterzeile und der Bildunterschrift steht. Die Zeile fand er &#8220;genau richtig&#8221;, weil sie den rassistischen Hass klar und abscheulich widerspiegelt.</p>
<p>Der Post auf Medienelite basiert also auf zwei Annahmen, die nicht stimmen. Mir ist es wichtig, das zu korrigieren und Fabians Artikel zu verteidigen. Ich waere Dir daher dankbar, wenn Du die Fehler korrigieren oder meine Antwort als Kommentar darunter stellen koenntest.</p>
<p>Viele Gruesse,</p>
<p>Khue Pham</p>
<p>&#8212;</p>
<p>Zur Transparenz: Es ist also in diesem Fall so, dass Worte wie &#8220;N.&#8221; in der Überschrift sowie &#8220;Rassenhass&#8221; in der URL, die ich in meinem Artikel kritisierte, offenbar mit dem Autor abgesprochen waren.</p>
<p>Das ist natürlich zu begrüßen, also die Absprache. <strong>Dieser Teil meiner Kritik ist demnach nicht zutreffend.</strong></p>
<p>Auch wenn hier von Betroffenen bestimmt wurde, was wie genannt wird, impliziert die Verwendung von &#8220;Rassenhass&#8221; ohne Anführungszeichen und ohne weitere Kontextualisierung, es gäbe so etwas wie &#8220;Menschenrassen&#8221;, die aufgrund ihrer &#8220;Rassenzugehörigkeit&#8221; diskriminiert werden.</p>
<p>Die Verwendung von N. im Artikel kann natürlich ein Trigger für Betroffene darstellen, genauso wie in der Überschrift, aber sie sind immerhin eindeutig als Zitate gekennzeichnet, wo klar ist, dass N. keine Selbstbezeichnung oder korrekte Bezeichnung darstellt. Im N-Wort drückt sich natürlich erstmal, wie Redakteur_in und Autor ebenfalls meinen, Rassismus aus. Die Verwendung des N-Wortes ist _immer_ rassistisch. Es gibt keine Ausnahme. Ich finde, dass der Artikel das gut illustriert. In der Überschrift kulminiert also das, was der Autor in seinem Artikel beschreibt.<strong> Ich sehe ein, dass das ein gutes Argument für die Verwendung im konkreten Fall ist. </strong></p>
<p>Als eine, die in Sachen Herrschaftskritik auch auf Sprache achtet, finde ich es trotzdem unglücklich, dieses Wort in die Überschrift zu packen. Da die hiesige Gesellschaft weder aware in Sachen Rassismus ist, noch kritisch mit Rassismus umgeht, kein antirassistisches Wissen zum Alltagswissen gehört, trägt die Verwendung des N-Wortes (vor allem so plakativ in der Überschrift) zur Normalisierung bei. Das N-Wort wird nach wie vor benutzt, um Schwarze zu beleidigen oder über Schwarze Menschen zu sprechen, auch wenn dahinter die Absicht steht, mit der Verwendung zu illustrieren, dass hier gerade über Rassismus/rassistische Beleidigung gesprochen wird.</p>
<p>Da weiße die Definitionsmacht darüber besitzen, wie über Rassismus gesprochen wird, bricht die Verwendung mit dieser Definitionsmacht leider nicht.  <a class="simple-footnote" title="Weshalb ich das Wort nicht mehr ausgesprochen/ausgeschrieben verwende &#8211; egal, mit wem und in welchem Kontext ich spreche/schreibe." id="return-note-3171-1" href="#note-3171-1"><sup>1</sup></a> Will sagen, dass auch weiße dann die Verwendung des N-Wortes für legitim halten, wenn sie Rassismus kritisieren wollen. Da ihnen die Entscheidung darüber nicht zusteht, finde ich Sprachpolizei immer gut, um ihnen diese Sprache &#8220;wegzunehmen&#8221; oder zumindest mit Abkürzungen wie &#8220;N-Wort&#8221;  oder &#8220;N.&#8221; zu arbeiten, um anzuzeigen, dass hier ein Problem mit dem Sprachgebrauch besteht und Betroffene nicht weiter zu verletzen / zu triggern.</p>
<p>Ich freue mich sehr über diese E-Mail, da Feedback zu Kritik an Artikeln in Massenmedien selten ist. Und weil <a href="http://blog.derbraunemob.info/wp-content/uploads/2012/02/Rede_Integrationsgipfel_2012.pdf" target="_blank">mit dieser Tatsache</a> an der einen oder anderen Stelle doch mal gebrochen wird.</p>
<p>Wer sich mit rassistischem Sprachgebrauch auseinandersetzen will, dem_der sei &#8220;<a href="http://www.unrast-verlag.de/unrast,2,46,13.html" target="_blank">Afrika und die deutsche Sprache</a>&#8221; und &#8220;<a href="http://victoriarobinson.de/wp-content/uploads/Inhaltsverzeichnis-und-Geleitwort.pdf" target="_blank">Wie Rassismus aus Wörtern spricht</a>&#8221; als Einstiegsliteratur empfohlen. &#8220;<a href="http://glareanverlag.wordpress.com/2010/08/04/hornscheidt_rassismus-auf-gut-deutsch_brandes-apsel_rezension_glarean-magazin/" target="_blank">Rassismus auf gut Deutsch</a>&#8221; ist empfehlenswer für alle, die die anderen Bücher schon kennen bzw. einen akademischeren/sprachwissenschaftlicheren Zugang wollen.</p>
<div class="simple-footnotes"><p class="notes">Notes:</p><ol><li id="note-3171-1">Weshalb ich das Wort nicht mehr ausgesprochen/ausgeschrieben verwende &#8211; egal, mit wem und in welchem Kontext ich spreche/schreibe. <a href="#return-note-3171-1">&#8617;</a></li></ol></div><p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://medienelite.de/?flattrss_redirect&amp;id=3171&amp;md5=4b9e93ef851a2f7d7448289014cf8d66" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://medienelite.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Deutsche &#8220;Qualitätsmedien&#8221; und rassismuskritische Berichterstattung</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Jan 2012 12:57:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lantzschi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Entsaftet]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
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		<description><![CDATA[Die rassistische Inszenierung von "Ich bin nicht Rappaport" am Schlosspark-Theater in Berlin schafft es nun auch besprechend in die Medien. Wie eigentlich zu erwarten war, werden die Kritiker_innen nur kurz zitiert, das ganze dann als "Rassismus-Vorwurf" interpretiert oder Kritik im Konjunktiv formuliert. So als wäre Rassismus Interpretationssache und debattierbar. Viel Raum hingegen bekommen die ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die rassistische Inszenierung von &#8220;Ich bin nicht Rappaport&#8221; am Schlosspark-Theater in Berlin schafft es nun auch <a href="http://www.google.de/search?sourceid=chrome&#038;ie=UTF-8&#038;q=rappaport#pq=rappaport&#038;hl=de&#038;ds=n&#038;cp=25&#038;gs_id=1v&#038;xhr=t&#038;q=%22ich+bin+nicht+rappaport%22&#038;pf=p&#038;sclient=psy-ab&#038;safe=off&#038;tbm=nws&#038;source=hp&#038;pbx=1&#038;oq=%22ich+bin+nicht+rappaport%22&#038;aq=f&#038;aqi=&#038;aql=&#038;gs_sm=&#038;gs_upl=&#038;bav=on.2,or.r_gc.r_pw.r_cp.,cf.osb&#038;fp=8b271bc5779631cc&#038;biw=1280&#038;bih=679" target="_blank">besprechend in die Medien</a>. Wie eigentlich zu erwarten war, werden die Kritiker_innen nur kurz zitiert, das ganze dann als &#8220;Rassismus-Vorwurf&#8221; interpretiert oder Kritik im Konjunktiv formuliert. So als wäre Rassismus Interpretationssache und debattierbar. Viel Raum hingegen bekommen die lächerlichen Rechtfertigungen von Dieter Hallervorden, Theaterleitung, Regisseur, usw. Ein weiteres rhetorisches Mittel in der Berichterstattung ist die Ausblendung rassistischer Kontinuität nicht nur im deutschen Kulturbetrieb, indem Kritik an rassistischen Inszenierungen nicht in einen größeren Kontext eingebettet wird. Die Darstellung der Kritik wird verkürzt auf: &#8220;Damals im 19. Jh. gab es diese Minstrel-Darstellungen, dazwischen nix und heute wieder mal eine, die aber&#8230; naja&#8230; nicht rassistisch ist&#8221; Was an sich schon faktisch falsch ist und außerdem verkennt, dass es nicht nur die Minstrel-Darstellungen sind, sondern ebenfalls rassistische Strukturen und Kontinuitäten, Rassismus sozusagen Historizität aufweist, sich u.a. in der Einstellungspraxis an deutschen Kulturbetrieben niederschlägt. Dass mensch das Journalist_in nicht weiß, geschenkt. Denn auch im Journalismus sitzen mehrheitlich weiße, die schreiben. Rassismuskritisches Wissen in der BRD existiert zwar, aber es wird ignoriert und negiert. Rassismus&#8221;kritik&#8221; in Deutschland heißt: Nazis doof finden, sich für den Holocaust zu schämen, Antisemitismus mit &#8220;Hitler fand Juden doof, nicht wir heute&#8221; zurückweisen, Antisemitismus für (den &#8220;einzigen&#8221;) Rassismus halten und Rassismus als historische Gewordenheit und Kontinuität zu leugnen. Kaum ein_e Journalist_in macht sich die Mühe, die vielfachen Lernangebote in Anspruch zu nehmen, die eigene Sprachwahl kritisch zu prüfen oder sich Kritik wirklich durchzulesen. </p>
<p>Deutlich wird: Weiße besitzen die Definitionsmacht über Rassismus. Weiße wollen nicht über Rassismus sprechen, sie wollen rassistisch sein, egal, was Betroffene dazu meinen. Ob in Polizeimeldungen die Herkunft der Täter_innen unverhohlen zum Hauptfakt erklärt wird, egal ob der Pressekodex sagt, dass diese nur in der Berichterstattung auftauchen darf, wenn sie für die Tat von Relevanz ist (was in den allermeisten Fällen nicht der Fall ist), ob für rassistische Übergriffe noch immer die Worte &#8220;fremdenfeindlich&#8221; und &#8220;ausländerfeindlich&#8221; benutzt werden, weil mensch es sich überhaupt nicht vorstellen kann, dass Menschen in diesem Land leben (seit Jahrzehnten oder schon immer), die weder &#8220;fremd&#8221; noch &#8220;Ausländer&#8221; sind (Ausländer_innen sind formal solche ohne deutsche Staatsbürgerschaft), wenn jeder rassistische Übergriff immer zugleich als rechtsextrem gelabelt wird, als seien die einzigen Rassist_innen in diesem Land Nazis&#8230; Wenn für Schwarze, Afrodeutsche, People of Color (oder Deutsche, hey&#8230; es gibt sie tatsächlich) die Bezeichnungen: &#8220;Afrikaner&#8221;, &#8220;Schwarzafrikaner&#8221;, &#8220;Farbiger&#8221;, &#8220;Dunkelhäutiger&#8221; benutzt werden, ohne sich die Mühe zu machen, die Herkunft der Person oder schlicht die Person ohne rassistische Markierungspraxis vorzustellen&#8230; wenn die weiße Norm stets unmarkiert bleibt (weiße Deutsche, Weiße_r, weißer Deutscher mit/ohne Migrationshintergrund), obwohl sie bei rassistischen Übergriffen ein wesentlicher Fakt ist&#8230; Wenn immernoch davon ausgegangen wird, dass es sich bei weiß und Schwarz um Hautfarben-Farben handelt und nicht um Bezeichnungen, die einerseits gesellschaftliche Ordnungsmuster sind und andererseits politisch korrekte Begriffe für die jeweilige Gruppe. Wenn Antirassismus als &#8220;Gutmenschentum&#8221; diffamiert wird. Protest gegen Rassismus oder white supremacy als unprofessionell, nicht journalistisch arbeitend, zu emotional, nicht objektiv abgeschmetttert wird. (Ich spreche aus eigener Erfahrung. Unter anderem ein Grund, warum ich nicht mehr als Redakteurin in deutschen &#8220;Qualitätsmedien&#8221; tätig bin). Wenn Rassismus ein Schimpfwort oder ein &#8220;böses&#8221; Wort ist, ein Vorwurf, eine Meinung und kein gesellschaftlicher Fakt. </p>
<p>Ich ärgere mich über all das, weil sich Journalismus häufig als vierte Gewalt im Staat begreift, als meinungsbildend, als gesellschaftsabbildend, als kritisch. Bis auf letzteres trifft auch all das zu. Denn der Staat handelt rassistisch, die Gesellschaft handelt rassistisch und ist rassistisch strukturiert, die herrschende Meinung sagt: Es gibt keinen Rassismus in diesem Land. Nur rassismuskritisch, da hört es bei den meisten dann auf. </p>
<p>Wenn es hart auf hart kommt, wird Rassismuskritik in Beleidigung und Hetze von weißen gegen weiße Antiras umgewandelt, Schwarze Aktivist_innen und deren Stimmen kommen dann nicht mehr vor. Es könnte alles nicht zynischer sein.</p>
<p>Infos für Journalist_innen (auch zum aktuellen Fall):<br />
<a href="http://www.derbraunemob.de/deutsch/index.htm" target="_blank">http://www.derbraunemob.de/deutsch/index.htm</a> &#8211; rassismuskritische Media Watch Organisation<br />
<a href="https://www.facebook.com/SchlussMitBlackface" target="_blank">https://www.facebook.com/SchlussMitBlackface</a> &#8211; Kritik&#038;Abbildung der derzeitigen Berichterstattung<br />
<a href="http://riotmango.de/rassismus-ist-kein-kuenstlerisches-stilmittel" target="_blank">http://riotmango.de/rassismus-ist-kein-kuenstlerisches-stilmittel/</a> &#8211; Zusammenfassung der aktuellen Debatte mit hilfreichen Links<br />
<a href="http://maedchenmannschaft.net/unglaublich-aber-auch-2012-sind-rassistische-traditionen-noch-rassistisch/" target="_blank">http://maedchenmannschaft.net/unglaublich-aber-auch-2012-sind-rassistische-traditionen-noch-rassistisch/</a> -Ebenfalls Zusammenfassung der Debatte mit hilfreichen Links </p>
<p>Organisierung für Aktivist_innen:<br />
<a href="https://www.facebook.com/groups/207108692717136/" target="_blank">https://www.facebook.com/groups/207108692717136/</a> &#8211; Dort findet ihr auch die Mailadresse für eine Mailingliste, die <a href="http://about.me/sharonotoo" target="_blank">Sharon Dodua Otoo</a> initiiert hat.</p>
<p><iframe width="560" height="315" src="http://www.youtube.com/embed/jZiZO6SWahY" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://medienelite.de/?flattrss_redirect&amp;id=3061&amp;md5=e780a485029f2f99a1e28b5385d92295" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://medienelite.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die Leier vom Laster</title>
		<link>http://medienelite.de/2010/02/09/die-leier-vom-laster/</link>
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		<pubDate>Tue, 09 Feb 2010 17:10:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lantzschi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Entsaftet]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[Stefan Niggemeier hat einen Text über Kai Diekmann geschrieben. Schon wieder. Stilsicher, technisch einwandfrei, gewitzt, pointiert - was anderes ist man bei Niggemeier auch nicht gewohnt. Er beginnt und beendet den Text mit Zitaten von 2006, Satzbausteine aus einem Artikel von Niggemeier über Diekmann, der damals im SZ-Magazin erscheinen sollte, es aber nie tat. ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/die-methode-diekmann/">Stefan Niggemeier hat einen Text über Kai Diekmann geschrieben.</a> Schon wieder. Stilsicher, technisch einwandfrei, gewitzt, pointiert &#8211; was anderes ist man bei Niggemeier auch nicht gewohnt. Er beginnt und beendet den Text mit Zitaten von 2006, Satzbausteine aus einem Artikel von Niggemeier über Diekmann, der damals im SZ-Magazin erscheinen sollte, es aber nie tat. Gründe: unklar.</p>
<p>Der Inhalt des neuerlichen Diekmann-Rants, dieses Schwanensees der Yin Niggemeier und seinem Yang Diekmann, ist so erschreckend genau und bezeichnend für die Maschinerie der Massenmedien, die sich in den meisten Fällen nur um sich selbst drehen, statt um ihre Leserschafft, die Welten erschaffen, Skulpturen erbauen und aus Reliquien &#8220;The new shit&#8221; kreieren. Und andersherum. Damit Opfer fordern. Ob sie nun Wahrhaftigkeit, Würde, Vertrauen oder Gisela heißen.</p>
<p>Doch der Niggemeier-Text offenbart in seiner allumfassenden Wuthomogenität noch eine zweite erbaulichere Ebene, eine Ebene, die vielleicht nur für Menschen sichtbar ist, die selbst journalistisch tätig sind und sich für Medienkritik aus nicht weniger selbstsüchtigen Beweggründen interessieren, wie die Holzfäller der alten Journalistengarde, die, einsam, in ein Feuilletonpapier gehüllt, nur für ihre eigenen Artikel atmen.</p>
<p>Die Ebene ist vielleicht auch sichtbar für Menschen, die aus selbstsüchtigen Gründen Medienkritik verschlingen, heimlich oder ganz offen (und doch meistens allein) vor ihrem Notebook hocken, sich gnadenlos freuen über die nächsten Ausreißer der Presse wie das kleine Kind vor dem Wagen des Eismanns. Mit schallendem Gelächter zeigen sie mit ihren fettigen, zierlichen, schwitzigen oder rissigen Fingern auf die Buhmänner und Buhfrauen, die früher noch JournalistInnen waren. Medienkritische Menschen wie Niggemeier lassen diese armen Wesen in friedfertigem Glauben, sie könnten es besser, wenn sie nur die Gelegenheit hätten oder beim Schopfe packen würden. Und weil die Erhaltung dieses Glaubens, an dem Niggemeier seit Jahren so altruistisch wie stoisch mitarbeitet, so fundamental ist, laufen diese armen Wesen ihm zu, händeringend, in Heerscharen, weinend, glückselig, als wäre der Messias endlich gekommen, um die Menschen aus ihrer von den Medien aufoktroyierten Unmündigkeit zu befreien.</p>
<p>Es ist beinahe traurig, dass sie enden würden wie die Klagefrauen vor ihren Toten, wenn sie erkannten, dass sich niemand außerhalb dieser kleinen Medienblase dafür interessiert, wofür ihr kleines armes Herz schlägt. Dass die Medienwelt nicht besser geworden ist mit Niggemeier &amp; Co., dass sie auch nie schlechter war, als Niggemeier &amp; Co. es immer so gerne heraufbeschwören. Dass die Medienwelt nichts weiter ist als jede andere Berufswelt, mit all ihren Fehlern, Klüngeleien, Lügen und Halbwahrheiten. Mit ihren Affären und Skandälchen, mit ihren Paid-Content-Modellen und ihren Total-Buy-Out-Verträgen.</p>
<p>Natürlich, natürlich, ich hatte beinahe vergessen zu erwähnen, dass Massenmedien noch heute die tägliche Agenda bestimmen, auch wenn viele kleinere und größere Blogs eine besonders lobenswerte Parallelöffentlichkeit geschaffen haben. Dass Medien nun einmal das sind, was sie sind: einflussreich und beeinflussbar. Manipulation des Geistes. Ein wesentlicher Teil unserer Gesellschaft. Nun ja, so will ich wenigstens hinzufügen, dass ich Kloschüsseln ebenso für einen unverzichtbaren Teil unserer Gesellschaft halte und nicht damit leben könnte, würde es keine Firma mehr geben, die sie herstellen könnte, nur weil ein jahrelang wirkender Mensch auf die moralischen Missstände innerhalb der Kloschüsselherstellbranche aufmerksam gemacht hätte. Oder ein anderer minimale Fehlkonstruktionen an den Kloschüsseln nachgewiesen hätte.</p>
<p>Menschen sind laster- und fehlerhaft und mit ihrem Verhalten oder Nicht-Verhalten streifen sie verschiedene relevante Bereiche mit verschiedenem Impact.</p>
<p>Menschen sind fabel- und zauberhaft und mit ihrem Verhalten oder Nicht-Verhalten streifen sie verschiedene relevante Bereiche mit verschiedenem Impact.</p>
<p>Yin und Yang.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		<title>Perpetuum Mobile</title>
		<link>http://medienelite.de/2009/08/25/bitte-nicht-journalist-werden/</link>
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		<pubDate>Tue, 25 Aug 2009 10:52:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lantzschi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Entsaftet]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich hätte nie gedacht, dass ich meine eigene Berufssparte nicht weiterempfehlen würde. Schuld daran ist das Internet. Aber anders als Sie jetzt glauben, liebe Leser.

Es gab mal eine Zeit, da war der Journalismus so ein bisschen was wie angesehen, hatte Stand und Schneid, hatte etwas zu erzählen und vor allem etwas zu sagen. Es ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich hätte nie gedacht, dass ich meine eigene Berufssparte nicht weiterempfehlen würde. Schuld daran ist das Internet. Aber anders als Sie jetzt glauben, liebe Leser.</p>
<p>Es gab mal eine Zeit, da war der Journalismus so ein bisschen was wie angesehen, hatte Stand und Schneid, hatte etwas zu erzählen und vor allem etwas zu sagen. Es gab konservative, linke, liberale, bürgerliche, anarchische Blätter. Und dann kam das Internet. Mit dem freien Zugang zu Produktionstechniken für die Allgemeinheit wurde schnell klar: Dieses Journalismusding können irgendwie doch ganz doll viele Leute. Nicht nur solche, die Politik studierten und Leute kannten, die Leute kannten oder direkt diese Leute ohne den Umweg über die anderen Leute.</p>
<p>Auf einmal schossen sie wie Pilze aus dem Boden &#8211; Medienjournalisten, Blogs, Onlinemagazine &#8211; die nicht einem Verlag zugehörig waren, sondern ihr kritisches Auge auf eben jene richteten, die ihnen ein ganzes Jahrhundert lang was vom Pferd erzählten. Die anders waren als die Blätter, bei denen man inzwischen nicht mehr so richtig unterscheiden konnte, ob sie konservativ oder links waren. Oder beides. Um mehr Leser zu erreichen. Irgendwie so.</p>
<p>Es war ein bisschen wie zu RAF-Zeiten, die Anfänge der Blogs im Kampf gegen die Medienübermacht. Doch je tiefer die Gräben beider Lager wurden, desto mehr geriet aus den Augen, womit denn die vielen vielen Schreiberlinge ihren Lebensunterhalt verdienen sollten. Denn das Internet hat die Angewohnheit, kostenlos zu sein. Freier Zugang zu freiem Wissen. Klar gab&#8217;s auch ein paar Unflätige die klauten, aber die Regel ist das nicht. Zumindest bei Texten. Nun, da Waffenstillstand herrscht zwischen den kämpfenden Parteien, stehen beide vor dem Nichts.</p>
<p>Der Journalismus wurde entlarvt als große Blase, für dessen zum Großteil miese Qualität verständlicherweise kaum einer bezahlen will. Immer hippere und multifunktionalere Technologien machen den Zugang zu Information und Wissen noch schneller und bequemer. Wir alle sind Konsument und Produzent in einem. Die Auswahl ist riesig. Filter wurden entwickelt, die uns zu Pick-out-Artists machen, doch wo ist das Geld geblieben?</p>
<p>In einer völlig digitalisierten Gesellschaft ist es schwer, neuen, tollen Inhalt zu schaffen &#8211; weil die Masse an Inhalten diesen gleich wieder ersetzt und austauschbar macht. Viele Bezahlmodelle wurden ausprobiert, nichts von all dem funktionierte, denn in der Natur des Internets liegt es nicht nur, Inhalte, sondern auch Kosten zu relativieren. Print und Online unterscheiden sich eigentlich kaum mehr &#8211; denn sie verdienen kein Geld, mit dem was sie tun.</p>
<p>Das Internet hat den Ruf des Journalismus, den Journalismus selbst und Hunderttausende Arbeitsplätze zerstört. Mit Recht.</p>
<p>Inhalte werden auch in Zukunft nicht monetär verwertbar sein und niemand wird dafür zahlen wollen. Mit Recht. Sonst wäre das Internet bald nicht mehr das, was es so großartig macht.</p>
<p>Systeme können nicht über Jahrhunderte beständig bleiben. Aber ein Perpetuum Mobile kann es.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		<title>Einer geht noch.</title>
		<link>http://medienelite.de/2009/06/18/einer-geht-noch/</link>
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		<pubDate>Thu, 18 Jun 2009 19:51:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lantzschi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Entsaftet]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[Diese Buch legte mir heute meine Chefin kurz vor Feierabend auf den Tisch - für alle Ahnungslosen: Mercedes Bunz. Was sie gerne macht in unregelmäßigen Abständen, wenn sie ihren Fundus aufmerksamkeitsheischender Geschenke aussortiert.  Zuletzt durfte ein Redakteur das Fotoporträtband von Angela Merkel bei Ebay versteigern. Witzig. Irgendwie. Mittlerweile habe ich schon die zweite Packung ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://medienelite.de/wp-content/themes/themasterplan_tma_v1/tma/images/latest/Bild050.jpg"><img class="size-medium wp-image-1179 alignleft" title="Bild050" src="http://medienelite.de/wp-content/themes/themasterplan_tma_v1/tma/images/latest/Bild050-225x300.jpg" alt="Bild050" width="225" height="300" /></a>Diese Buch legte mir heute meine Chefin kurz vor Feierabend auf den Tisch &#8211; für alle Ahnungslosen: Mercedes Bunz. Was sie gerne macht in unregelmäßigen Abständen, wenn sie ihren Fundus aufmerksamkeitsheischender Geschenke aussortiert.  Zuletzt durfte ein Redakteur das Fotoporträtband von Angela Merkel bei Ebay versteigern. Witzig. Irgendwie. Mittlerweile habe ich schon die zweite Packung dieser dämlichen Kaugummis, die sie mir ebenfalls geschenkt hat, in meiner Tasche. Die sollen so ein neues Geschmackserlebnis sein und auf der Zunge knistern und sowieso ein Leben lang schmecken. Äh. Nein. Tun sie nicht. Nach hinreichendem Rumreichen dieser Reichenkaugummis findet die gesamte Redaktion: Kann man sich sparen. Den Dreck. Trotzdem ist das so ein Berliner Gedöns und Holm Friebe hat da auch was mit zu tun. Ja mit diesen Kaugummis. Nein, warum ist mir egal, ich will es auch nicht erklärt wissen. Jedenfalls habe ich mich über dieses Buch gefreut. Zunächst.</p>
<p><span id="more-1178"></span></p>
<p>Nach kurzem Durchblättern entdeckte ich zumindest schon mal keinen Sascha Lobo darin. Sehr gut. Nach zweitem Durchblättern entdeckte ich bekannte Gesichter und: ich hatte es schon fast geahnt &#8211; einen Beitrag über Mercedes Bunz. Irgendwie logisch. Katharina Borchert ist ja auch dabei. Muss ja. Die Quotenfrauen, wenns um Online-Journalismus geht. Der Rest männlich gefärbt, man mag es schon gar nicht mehr zu Bedenken geben, wie dieser ganze Medienbums von der Männerwelt regiert wird.</p>
<p>Der Beitrag über Frau Bunz ist so erwartbar und originell wie meine Witze&#8230;  Anfang und Ende sind gleich &#8211; es geht um ihren Namen. Das Beste allerdings zum Schluss: &#8220;Und das ist auch gut so.&#8221; Ja, Berlin und so. Jetzt haben&#8217;s auch die letzten verstanden. Und bekloppte Bezeichnungen wie etwa &#8220;Das Tornado-Mädchen&#8221;. Ich lache ein wenig vor mich hin, gehe in den Feierabend und weiß schon jetzt, dass ich dieses Buch in dieselbe Ecke stellen werde wie <a href="http://twitpic.com/7qben">dieses andere Buch, dass ich niemals lesen werde.</a> Warum?</p>
<p>Meta. Dieses Buch ist von Journaille für Journaille. Allein der Journalist an sich ist ja schon Meta. Redet er über seine Zunft Metax2. Schreibt er über andere aus seiner Zunft Metax3. Wird das Ganze als Buch veröffentlicht Metax4. Ich trage dazu bei, dass es Meta x5 und x6 ist. (weil ich es mir ansehe und etwas darüber schreibe). Wie zynisch, dass ich im Herbst vielleicht Medienwissenschaften studieren werde. Ich selbst bin also Meta. Ich weiß nicht, was das soll. Diese Journalisten und ihre permante latente Präsenz. Zu ernst um als Selbstironie zu gelten. Wiederum das ist die einzig logische Konsequenz. Für mich jedenfalls. Das wäre dann mittlerweile Metax8.</p>
<p>Was soll ich also mit diesem Buch? Hat sich bestimmt auch meine Chefin gefragt. Ich könnte es ja später meinen Enkelkindern vorlesen und als Science-Fiction-Roman ausgeben. (Metax9) Niggi und Fonsi battlen mit Knüwi um die schöne Katharina. Natürlich mit Laserschwert. Grandios. Meine Meta-Enkel werden mich für verrückt erklären.</p>
<p>Bis dahin bin ich ganz froh, dass auf dem Buch wenigstens die Druckerschwärze meiner Finger&#8230;D&#8217;oh!</p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Sätze über die Medienbranche, die mir vor einem Jahr nie über die Lippen gekommen wären</title>
		<link>http://medienelite.de/2009/06/11/satze-uber-die-medienbranche-die-mir-vor-einem-jahr-nie-uber-die-lippen-gekommen-waren/</link>
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		<pubDate>Thu, 11 Jun 2009 17:01:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lantzschi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Entsaftet]]></category>
		<category><![CDATA[Blogs]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich bewundere freie Journalisten

Ich möchte freier Journalist sein

Ich kann würde gern mit Bloggen Geld verdienen

Enge Verzahnung zwischen Print und Online? Who cares?

Konventionelle Medien besitzen ÜBERHAUPT (das Wort ist wichtig) keine Meinungsfreiheit

Konventionelle Medien besitzen ÜBERHAUPT (das Wort ist wichtig) keinen Mut

Konventionelle Medien besitzen ÜBERHAUPT (das Wort ist wichtig) keine Transparenz

Konventionelle Medien besitzen ÜBERHAUPT (das Wort ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bewundere freie Journalisten</p>
<p>Ich möchte freier Journalist sein</p>
<p>Ich kann würde gern mit Bloggen Geld verdienen</p>
<p>Enge Verzahnung zwischen Print und Online? Who cares?</p>
<p>Konventionelle Medien besitzen ÜBERHAUPT (das Wort ist wichtig) keine Meinungsfreiheit</p>
<p>Konventionelle Medien besitzen ÜBERHAUPT (das Wort ist wichtig) keinen Mut</p>
<p>Konventionelle Medien besitzen ÜBERHAUPT (das Wort ist wichtig) keine Transparenz</p>
<p>Konventionelle Medien besitzen ÜBERHAUPT (das Wort ist wichtig) kein Gespür für den Leser/Zuschauer/Zuhörer</p>
<p>Verlage sind die Sargnägel des Journalismus</p>
<p>Blogs sind wichtig</p>
<p>&#8212;</p>
<p>Ich muss noch viel lernen (gehört nicht zum Post-Thema, ist nur eine Erkenntnis am Rande.)</p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Blogs sind Journalismus.</title>
		<link>http://medienelite.de/2008/12/04/blogs-sind-journalismus/</link>
		<comments>http://medienelite.de/2008/12/04/blogs-sind-journalismus/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 04 Dec 2008 00:28:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lantzschi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Entsaftet]]></category>
		<category><![CDATA[Blogs]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Sönke Iwersen]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Knüwer]]></category>

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		<description><![CDATA[Leider nicht so, wie es sein sollte. Mehr Respekt bitte, ihr Dödel!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.handelsblatt.de/indiskretion/eintrag.php?id=1981">Hier</a> ist riesengroße Scheiße passiert. <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/thomas-knuewers-ende-der-debatte/">Nein, die Scheiße dreht sich nicht um Herrn Knüwer</a>. Nicht um alteingesessene Printredakteure, die mit Online nix am Hut haben wollen. Nein, auch nicht um Journalismus im Allgemeinen. Oder um die Medienkrise, die gar keine ist. Sondern, dass sich ein ums andere Mal zeigt, dass falsche Debatten geführt werden. Immer wieder. Und immer wieder an der falschen Stelle. Mit den falschen Leuten und den falschen Argumenten.</p>
<h3>Es geht nicht um Blogs. Sondern um Medienkompetenz.</h3>
<p>Vor ein paar Tagen habe ich aus einer etwas anderen Perspektive beleuchtet, <a href="http://medienelite.de/2008/11/21/wir-haben-ein-verstandigungsproblem/">warum wir in Deutschland nicht vorankommen</a>. Immernoch lese ich mich tagtäglich durch den Nachrichtenwust, der auf 1000 verschiedenen Plattformen wiedergekäut wird, ohne mir wirklich einen Mehrwehrt zu bringen. Einen interessanten Dreh. Eine wirkliche Verarbeitung des Geschehenen (gibt es das Wort?). Ein Denkanstoß. Ein Debattenanstoß.</p>
<p>Ich dachte bis vor einiger Zeit, Blogs könnten mir das liefern. Ohne dabei auf die großen Medienhäuser sauer zu sein. Warum nicht? Sinnvolle Ergänzung. Medienkompetenz nutzen. Stattdessen lese ich von wahrscheinlich medieninkompetenten Bloggern, dass da Redakteur XY mit Agenturen wie dpa, AFP, Reuters arbeitet, um an seine Informationen zu kommen. Oder dass die SZ schon wieder über Blogger meckert. Oder Kommentare nach 19 Uhr nicht mehr auf seinem Onlineableger haben will.</p>
<p>oO</p>
<p>Das Einzige, was ich von Bloggern in Bezug auf meine eigene journalistische Arbeit lernen konnte, wie man sich als Medienunternehmen so verhalten kann, dass man den Lesern, Usern, Bloggern, wirklich was entgegenbringt. Wie man den Dialog verbessern kann. Warum einer wichtig ist. Obwohl so ein richtiges Lernen war das auch nicht. Es war mehr ein spöttisches Anprangern. Ein Fingerzeig auf den ausgemachten Systemfeind. Pseudolinkes Behavior verpackt in bigottem Großkotz.</p>
<h3>ENTF. Mit großem STRG</h3>
<p>Denn nicht erst seit heute weiß ich: Blogger sind Journalisten. Definitiv. Sie sind ungenau. Ihnen ist es egal. Dialog ist subjektiv erwünscht &#8211; nicht obligatorisch. Sie stellen Leute ungefragt an den Pranger. Diese Leute können Kollegen, Blogger, Freunde, Feinde sein. Im Internet ist alles meta-relativ. Und selbst? Blogger haben kleine Eier. Oder keine. Aber das will ich nicht unterstellen. Wenn man sie wirklich herausfordert, kitzelt, ärgert &#8211; ENTF. Mit großem STRG. Das passiert ganz reflexartig. Ohne viel Überlegen. Bsp. Knüwer: Kollege Iwersen scheißt ihm so richtig in sein Glashaus. Es stinkt gewaltig. Ekelhaft. Kaum zum Aushalten. Was macht Knüwer? Er räumt die Scheiße weg, anstatt das Glashaus zu verlassen. Iwersen hat Knüwer Grenzen aufgezeigt. Nein, ähm falsch. Er hat hoffentlich seinen ignoranten Horizont erweitert.</p>
<p>Ok. Soweit so gut.</p>
<p>Doch wo befinden wir uns eigentlich? Wir reden über Twitter als neue Nachrichtenquelle und müssen das bis ins Kleinste durchklamüsern, ob das sein darf. Und da liegt genau der Punkt. Nicht reden &#8211; machen. Egal welches Medium ich nutze, um mir Informationen zu beschaffen. ICH NUTZE ES. <a href="http://www.spreeblick.com/2008/12/04/journalist-vs-huch-journalist-und-die-maslose-uberschatzung-von-spielzeug/">Es ist egal, warum ich es tue</a>. Es ist da. Offensichtlich scheint es mir zu gefallen. Das muss ich doch nicht anpreisen. Das versteht sich von selbst. Das ist auch kein Sieg über den Systemfeind, sondern stinknormale Realität im Jahr 2008.</p>
<p>Man muss Journalisten jedoch diese Medien nicht aufzuzwängen versuchen und sie dann als ewiggestrig hinstellen, nur weil sie das nicht nutzen. Habe ich vorhin nicht etwas von Ergänzung erzählt? Von Medienkompetenz? Bin ich nicht mein eigener Herr der Informationsaufnahme, -verarbeitung und/oder -weiterverwertung? Reden wir nicht über eine freie, demokratische Masse?</p>
<h3>Kritikfähigkeit natürlich inbegriffen<img src="file:///Volumes/MASCHINE/vom%20lappi/Eigene%20Bilder/20071011/Bild031.jpg" alt="" /></h3>
<p>Journalisten sind Blogger sind Leser sind Journalisten. Das mag jetzt nichts Neues sein. Umgesetzt und Realität ist das allerdings nicht. Und hier können sich alle an die eigene Nase fassen. Geht man als Medium/Journalist nach draußen, bedient sich dieser Mittel, die viele so vehement einfordern&#8230; Verloren. Immer. Man wird nicht respektiert. Nicht auf gleicher Augenhöhe. Arbeite für ein größeres Unternehmen als der ICH-AG-Blogger und schon hast du versagt. So wie du als Leser in den Augen einiger Unternehmen nur versagen kannst.</p>
<p>Was uns fehlt, ist der gegenseitige Respekt. Gleichzeitig verbunden mit der Akzeptanz und Kenntnis aller zur Verfügung stehenden Formate der Informationsgenerierung und -verbreitung, mit Akzeptanz aller zur Verfügung stehenden Formate des ehrlichen, offenen und transparenten Dialogs auf gleicher Augenhöhe. Was noch fehlt und am wichtigsten erscheint: Toleranz, jedem freizustellen, was er wie und wieviel davon einsetzt. Denn letztendlich habe ICH die Möglichkeit mir alles so zu kochen, dass alles zusammen genommen 100% ergibt.</p>
<p>Und dann können wir endlich Debatten führen.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://medienelite.de/?flattrss_redirect&amp;id=828&amp;md5=2d1f062a420d1d8920cf92c4c321e82e" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://medienelite.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Schnittmengen.</title>
		<link>http://medienelite.de/2008/06/25/schnittmengen/</link>
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		<pubDate>Wed, 25 Jun 2008 07:08:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lantzschi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Entsaftet]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Leif]]></category>

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		<description><![CDATA[Medienkritik ist der falsche Ansatz für bessere Qualität.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist schon sonderbar, wie alles wiederkehrt. Und wie man langsam so eintaucht in dieses Metier, das sich da Medienwelt nennt. Wie man das ganz gut von außen betrachten kann und dann doch mittendrin steckt.</p>
<p><a href="http://medienelite.de/2008/05/07/subjektiver-journalismus-darf-soll-kann-und-muss/">Thomas Leif hat meine Ideale nicht zerstört. </a></p>
<p>Er hat einfach nur die Privaten gebasht und <a href="http://wissen.spiegel.de/wissen/redirect/redirect.html?c=kultur&amp;r=gesellschaft&amp;a=556362&amp;s=spox">bekommt dafür jetzt endlich sein Fett weg</a>. Michael Moore in spießbürgerlicher deutscher Krümelkackerei. Armes Würstchen. Lustig wird&#8217;s natürlich, <a href="http://blogbar.de/archiv/2008/06/24/die-offentlich-rechtlichen-und-das-internet-und-blogs-naturlich/">wenn mal wieder der ein</a> <a href="http://blog.handelsblatt.de/indiskretion/eintrag.php?id=1821">oder andere</a> Leif auf den Leim geht und den ÖR selbst ein Ei ins Nest legt, indem man behauptet, ÖR hätten Erwartungen enttäuscht, stünden nicht mehr für Qualität, seien genauso privat wie alle anderen, Machtgier, Kapitalismus, der ganze Kram. Das ist doch einfach nur lächerlich. Da wird mal wieder nur mehr als deutlich, dass Medienkritik in Deutschland völlig am Thema vorbeigeht und anachronistisch (sic!) wie eh und je ist.</p>
<p>1. Seit wann stehen die ÖR per se für Qualität? Wer hat das behauptet? Wann war das generell so? Steht das irgendwo festgeschrieben?</p>
<p>2. Seit wann stehen private Medienunternehmen per se für Scheiße? Wer hat das behauptet? Wann war das generell so? Steht das irgendwo festgeschrieben?</p>
<p>3. Haben die ÖR nicht einfach nur den Bildungsauftrag?</p>
<p>4. Wird er erfüllt?</p>
<p>5. Ist es nicht so, dass theoretisch alle deutschen Medienhäuser einen bräuchten? Ist das nicht der Grundansatz des Journalismus? Bildung durch Information?</p>
<p>Aus aller Medienkritik, die ich bisher gelesen habe, sprechen nur Klischees und unumstößliche Vorurteile. Dabei ist das ganze System doch recht einfach zu verstehen. Auf der einen Seite steht das Medienhaus (ganz egal ob privat oder ÖR). Das will/muss/soll Geld machen, damit es weiter besteht. Auf der anderen Seite stehen seine Mitarbeiter, die alle für ein Produkt arbeiten: Das Medium, das entweder Unterhaltung oder Information bietet. Mal so ganz abstrakt betrachtet, ist es nicht so, wie es funktioniert? Ist es nicht selbstverständlich, dass Geld verdient werden muss, damit Medien fortbestehen können? Diese sozialistische Denke, dass alles von vornherein nicht gut sein kann, was auf Profit aus ist, stößt mir immer wieder auf. Erinnert mich irgendwie an die Punks auf dem Alexanderplatz, die frei vom kapitalistischen System leben wollen und dann doch die Euros von ihren &#8220;Feinden&#8221; erbetteln. Bitte das Laub von den Bäumen essen, liebe Freunde.</p>
<p>Systemkritik in allen Ehren. Aber Fehler bitte machen lassen. Und wer nicht irgendwas mit Medien macht, sollte auch tunlichst davon lassen, Medienprodukte nach ihrer journalistischen Arbeit zu bewerten. Damit meine ich nicht, das Geschriebene und Gezeigte kritisch zu hinterfragen, eigene Recherchen anzustellen, wenn einem das Thema nicht tief genug geht, inhaltliche Fehler zu entdecken und anzumerken, hinzuweisen. Sondern damit meine ich diejenigen, die irgendwas auf irgendwelchen Blogs lesen oder wegen fehlender Subjekt-Prädikat-Objekt-Konstruktion in der Redaktion anrufen und sich über die Verrohung der deutschen Sprache und Journalismus überhaupt aufregen.</p>
<p>Und dann noch dieses Wort Journalismus. Völlig überbewertet. Die Vorstellungen davon grenzen ja schon fast an Heilsbringer. Jeder Depp kann Journalist sein, der drei Buchstaben an Häuserwände taggen kann. Meine Güte. Man muss ja wohl mal sagen dürfen, dass &#8220;Journalisten&#8221; Dienstleister sind. Der Journalismus ein Handwerk ist, was jeder auch ohne Studium erlernen kann und meinetwegen noch als Autodidakt erlernen kann. Thematisch gesehen wird&#8217;s dann eng, wenn man kein Fachgebiet hat, aber für Nachrichtenjournalismus reicht&#8217;s doch allemal. Hier ne dpa-Meldung, dort nen kleiner Anruf und ab dafür. Wenn man sie wenigstens Redakteure nennen würde, hätte das Ganze weit weniger Polarisationskraft. Denn Redakteure arbeiten für eine Redaktion und machen an einem Medienprodukt rum. Punkt. Mehr ist das nicht mit dem Journalismus.  Das findet man auf ProSieben oder beim SWR. Dieselben Arbeitsweisen, dieselben Strukturen.</p>
<p>Kurt Beck und seine &#8220;Inseln der Qualität&#8221; &#8211; die ÖR. Pff. Dieser Mensch geht weit über das hinaus, was wir neudeutsch anachronistisch nennen. Aber lassen wir ihn mal. Zum Kanzler schafft er es ja sowieso nicht.</p>
<p>Das Problem sind doch nicht die &#8220;Journalisten&#8221;, Thomas Leif oder das Medienhaus, was sich refinanzieren muss, Gewinne machen will um neue Projekte anzuleiern, seine dicken Managergehälter aufstocken will oder sich einfach nur fortentwickeln möchte. Wenn wir alle ganz ehrlich zu uns selbst sind, sind wir das Problem. Die Kunden, Empfänger, Leser, Zuschauer, Zuhörer der Medienprodukte. Die, die wir immernoch zum nächsten Kiosk rennen und die BILD kaufen. Das mag jetzt vielleicht auch anachronistisch klingen, aber solange wir uns noch der Information oder guten Geschichten in der Masse verwehren, solange der Mainstream Mainstream will, solange werden wir mit diesem Dreck zugepfeffert werden, der sogar manchmal gar nicht so falsch sein muss, wie es die ganzen hinterwäldlerischen Kritiker des Boulevard immer behaupten. Dann haben es die &#8220;Journalisten&#8221; nämlich schwer und dürfen nur den Dreck machen, den wir lesen wollen. Könnte man natürlich auch sagen: Einfach nur noch Qualität vorsetzen und dann muss der Mob damit zu recht kommen. Doch so leicht ist das nicht, weil es immer einen geben wird, der da nicht mitmacht und Wettbewerbsvorteile genießt. Nein, die entscheidende Frage müssen wir an uns selbst richten:</p>
<p>Sind wir bereit für den Bildungsauftrag aller Medienhäuser?</p>
<p>Dann erst werden gute Geschichten bis zum Ende gelesen. Gute Geschichten sind der Grund, warum ich was mit Medien mache. Weil ich sie liebe zu lesen und liebe zu schreiben. Einen Menschen zu erreichen, dem sie etwas gebracht hat. Der sich daran erfreut hat. Aber dafür muss ich kein &#8220;Journalist&#8221; sein. Da reicht es, wenn ich Redakteur bin und der Chef mich machen lässt, weil er weiß, dass da draußen Leute sind, die auf gute Geschichten warten. Bis jetzt sind das zu wenige. Daran werden auch Thomas Leif, seine Kritiker und seine Speichellecker nichts ändern. Und wir sollten uns nicht weiter an diesen drei Schnittmengen aufreiben.</p>
<pre>Aufmacher by <a href="http://www.flickr.com/photos/midgard/">Midgard</a> (<a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/deed.de">CC</a>)</pre>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://medienelite.de/?flattrss_redirect&amp;id=608&amp;md5=94ff20b3a28300507915f2623d909205" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://medienelite.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Subjektiver Journalismus darf, soll, kann und muss.</title>
		<link>http://medienelite.de/2008/05/07/subjektiver-journalismus-darf-soll-kann-und-muss/</link>
		<comments>http://medienelite.de/2008/05/07/subjektiver-journalismus-darf-soll-kann-und-muss/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 07 May 2008 15:08:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lantzschi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Entsaftet]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Leif]]></category>

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		<description><![CDATA["Quoten, Klicks und Kohle" - schlechtes Handwerk und pure Enttäuschung]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Darüber bin ich ja immer begeistert. Meinung, Meinung, Meinung! Vor allem und gerade weil und deswegen auch sowieso. Dass Informationen natürlich wesentlich mehr Gewicht bekommt und das auch zu Recht, brauch&#8217; ich glaube nicht zu erwähnen.</p>
<p>Doch sollte klar gekennzeichnet sein, was Meinung ist und was nicht. Von einem Journalisten sollte man erwarten können, dass er zwischen diesen beiden Hauptsäulen der redaktionellen Contentproduktion (ein sehr mechanisches Wort, ich weiß, aber abstrakt ist gut) zu unterscheiden weiß und eindeutig Stellung bezieht, was der Konsument da nun gerade vorfindet zum konsumieren.</p>
<p>Thomas Leif scheint das <a href="http://www.quotenklicks.de">wohl nicht so genau zu nehmen</a>.  Polarisation super. Populismus scheiße. Und dieser Knieschuss der Öffentlich-Rechtlichen ist einfach nur ein Armutszeugnis. Zumal Leif netterweise <a href="http://www.swr.de/daserste/quoten-klicks-und-kohle/-/id=3436570/did=3460322/pv=video/gp1=3460322/nid=3436570/xc6mhf/index.html" target="_blank">noch ein kleines Intro vorschiebt</a>, in dem er erklärt, was den Konsumenten gleich erwartet. Super. Ich bin begeistert. Informationen über Digitalisierung, öffentlich-rechtliche Inhalte im Netz, wie die Privaten versuchen gegenzusteuern usw. Eine sehr wichtige Debatte, über die der gemeine deutsche Bürger nicht viel weiß. Sich wahrscheinlich nicht mal dieser bewusst ist. Aber wiederum entscheident für sein Nutzerverhalten und Umgang mit dem Internet und sein Selbstverständnis von eben diesem.</p>
<p>Thomas Leif ist Chefreporter beim SWR und Vorsitzender des <a href="http://www.netzwerkrecherche.de/" target="_blank">Netzwerk Recherche</a>. Dort schreibt man sich gern auf die Fahnen, wie bedeutsam Recherche für die journalistische Arbeit ist. Man darf den Leser ja schließlich nicht fehlinformieren. Journalisten haben einen Auftrag. Journalisten haben Verantwortung. Vierte Säule und so. Auch behaart das Netzwerk Recherche auf die eindeutige Trennung von PR und Journalismus. Hier wieder mein Beifall.</p>
<p>Aber kann ich dann nicht als gemeiner Zuschauer erwarten, dass ein Thomas Leif vom <em>Netzwerk Recherche</em> für eine <em>Reportage</em>, die auf <em>ARD</em> ausgestrahlt wird, dass ich sachlich-objektiv und ganz ohne Einflussnahme irgendwelcher Dritter informiert werde, so dass ich mir im Nachhinein eine Meinung bilden kann? Diese Frage sollte doch ohne langes Überlegen mit einem kräftigen JA zu beantworten sein.</p>
<p>Thomas Leif peitscht uns aber in 45 unsäglich weinerlichen und hasstriefenden Minuten ein NEIN ins Geschicht. Sogar mehrmals. Ich mag jetzt hier gar nicht so gern auf diese ÖR-vs-privat-Debatte kommen. Das wird ja bereits mehr oder weniger objektiv woanders thematisiert. Mir geht es hier um das Handwerkliche an dieser Reportage. Wie groß muss der Kindergarten der Medienbranche in Deutschland bereits sein, dass mir nach diesem Film nur ein Kopfschütteln mit einer Prise Entrüstung bleibt?</p>
<p>Natürlich will ich hier nicht vergessen anzufügen, dass <a href="http://www.zoomer.de" target="_blank">mein Arbeitgeber</a> in diesem Film sogar ein paar Minütchen bekommt. Und ich auch sicherlich deswegen etwas darüber schreibe.</p>
<p>Wer sich das kurze &#8220;Interview&#8221; mit Ulrich Wickert anschaut und genau hinsieht, wird feststellen, dass an die von Leif gestellten Fragen nicht immer Wickerts Antworten folgen, zumindest nicht seine direkten. Entweder war der Ton in dem Moment zu schlecht oder Herr Wickert hat gehustet. Ich kann es mir jedenfalls nicht erklären, warum hier so geschnitten wurde. Und das ist nur ein Punkt, über den man sich so wundert, für welche Bilder er eigentlich verantwortlich zeichnet. Leif lief (sic!) in der Redaktion herum und interviewte Redakteure zum Start von zoomer.de. Sein einziges Ziel schien wohl Bloßstellung zu sein. Aber wenigstens kann er dabei den Anstand aufbringen und sich auf dieselbe Ebene begeben. Nicht oben-unten-gut-böse-intelligent-dumm. Dick und doof, hätte ich beinahe gesagt, aber lassen wir das. Zusammenfassend hat er in diesem kurzen Teil über zoomer.de all das NICHT herausschneiden lassen, was üblicherweise nicht den Weg ins Fernsehen findet.</p>
<p>Ob man das jetzt als investigativ bezeichnen mag, obliegt dem Zuschauer. Aber es tat seine Wirkung und sah zumindest so aus. Meinungsmanipulation wäre bestimmt zu weit gegriffen. Vielleicht so ähnlich. Aber es waren ja nicht mal fünf Minuten. Was bei den restlichen 40 Minuten schief ging, weiß ich nicht. Gesamteindruck schien trotzdem mehr als fragwürdig, ob man das so einseitig darstellen muss.</p>
<p>Eigentlich hatte ich ja gehofft, die Infos zu bekommen, die Leif in dem kurzen Intro verspricht. Fehlanzeige. An Stelle dessen: Thrillermusik, Leif&#8217;s Off-Stimme, die nach Verbrechen und Skandal klingt und Leif selbst, der wohl Fan von Michael Moore zu sein scheint.</p>
<p>Leif will uns etwas sagen: nämlich, dass ÖR grundsätzlich die letzten Bastionen der Qualität sind und dass die Privaten alles beherrschen wollen. Kommt euch das nicht irgendwie bekannt vor aus der Blog vs Medien-Debatte? Aber darum geht es ja nicht, wie ich vorhin bereits schrieb. Fakt ist, dass dieser Beitrag NICHT informiert, sondern Tatsachen vorgibt, die so nicht stimmen. Oder die Einstellung von Leif und dem Sender zur Thematik. Ergo: MEINUNG!!! Wie er diese Bigotterie überhaupt mit seinem angeblich vortrefflichen Berufsethos und dem Netzwerk Recherche vereinbaren kann, ist mir schleierhaft.</p>
<p>Das soll jetzt natürlich nicht heißen, dass diese Herangehensweise an Themen nicht auch anderswo passieren, egal in welchem Medium. Ich mag es nur nicht, wenn die Schere zwischen Vorgeben, Reden, Handeln und letztlich so Meinen so grundsätzlich auseinandergeht wie hier geschehen. Bitte also <a href="http://www.swr.de/daserste/quoten-klicks-und-kohle/-/id=3436570/nid=3436570/did=3459588/1ckweyp/index.html" target="_blank">Beitrag anschauen</a> und selbst ein Urteil bilden.</p>
<p>Vielleicht noch einmal nach rechts geblickt: <a href="http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~EC4ED5B165D0F485983314E2507C8D7C2~ATpl~Ecommon~Scontent.html">FAZ</a>, <a href="http://www.focus.de/kultur/kino_tv/focus-fernsehclub/quoten-klicks-und-kohle-dreiste-dauerwerbesendung_aid_298517.html?omiid=rss">Focus</a>, <a href="http://www.ksta.de/html/artikel/1209625375456.shtml">KSTA</a>, <a href="http://www.tagesschau.de/interviewleif2.html">tagesschau.de </a></p>
<p>und nach links: <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/leif-is-leif/">Niggemeier</a> (großartig), <a href="http://www.spreeblick.com/2008/05/06/privater-monolog-um-offentlich-rechtliches/">Spreeblick</a>, <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/leif-is-leif/">Knüwer </a></p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://medienelite.de/?flattrss_redirect&amp;id=541&amp;md5=923c07bf240ca869e4b395fb77087ca5" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://medienelite.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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