Posted on Feb 2, 2012

Antwort der ZEIT

Ein_e Redakteur_in der ZEIT schrieb mir gestern eine E-Mail auf meine Kritik am rassistischen Sprachgebrauch in einem ihrer Artikel über Rassismus mit der freundlichen Bitte, das zu ergänzen, was ich hiermit tue.

Liebe Nadine Lantzsch,

Ich arbeite bei der Zeit und Fabian Dannenberg ist ein guter Freund von mir. Zusammen haben wir die Idee fuer den Artikel entworfen, und ich habe ihn bis zur Produktion betreut. Ich bin nicht weiss.

Fabian und ich haben Wort fuer Wort abgesprochen, was in der Ueberschrift, der Unterzeile und der Bildunterschrift steht. Die Zeile fand er “genau richtig”, weil sie den rassistischen Hass klar und abscheulich widerspiegelt.

Der Post auf Medienelite basiert also auf zwei Annahmen, die nicht stimmen. Mir ist es wichtig, das zu korrigieren und Fabians Artikel zu verteidigen. Ich waere Dir daher dankbar, wenn Du die Fehler korrigieren oder meine Antwort als Kommentar darunter stellen koenntest.

Viele Gruesse,

Khue Pham

Zur Transparenz: Es ist also in diesem Fall so, dass Worte wie “N.” in der Überschrift sowie “Rassenhass” in der URL, die ich in meinem Artikel kritisierte, offenbar mit dem Autor abgesprochen waren.

Das ist natürlich zu begrüßen, also die Absprache. Dieser Teil meiner Kritik ist demnach nicht zutreffend.

Auch wenn hier von Betroffenen bestimmt wurde, was wie genannt wird, impliziert die Verwendung von “Rassenhass” ohne Anführungszeichen und ohne weitere Kontextualisierung, es gäbe so etwas wie “Menschenrassen”, die aufgrund ihrer “Rassenzugehörigkeit” diskriminiert werden.

Die Verwendung von N. im Artikel kann natürlich ein Trigger für Betroffene darstellen, genauso wie in der Überschrift, aber sie sind immerhin eindeutig als Zitate gekennzeichnet, wo klar ist, dass N. keine Selbstbezeichnung oder korrekte Bezeichnung darstellt. Im N-Wort drückt sich natürlich erstmal, wie Redakteur_in und Autor ebenfalls meinen, Rassismus aus. Die Verwendung des N-Wortes ist _immer_ rassistisch. Es gibt keine Ausnahme. Ich finde, dass der Artikel das gut illustriert. In der Überschrift kulminiert also das, was der Autor in seinem Artikel beschreibt. Ich sehe ein, dass das ein gutes Argument für die Verwendung im konkreten Fall ist. 

Als eine, die in Sachen Herrschaftskritik auch auf Sprache achtet, finde ich es trotzdem unglücklich, dieses Wort in die Überschrift zu packen. Da die hiesige Gesellschaft weder aware in Sachen Rassismus ist, noch kritisch mit Rassismus umgeht, kein antirassistisches Wissen zum Alltagswissen gehört, trägt die Verwendung des N-Wortes (vor allem so plakativ in der Überschrift) zur Normalisierung bei. Das N-Wort wird nach wie vor benutzt, um Schwarze zu beleidigen oder über Schwarze Menschen zu sprechen, auch wenn dahinter die Absicht steht, mit der Verwendung zu illustrieren, dass hier gerade über Rassismus/rassistische Beleidigung gesprochen wird.

Da weiße die Definitionsmacht darüber besitzen, wie über Rassismus gesprochen wird, bricht die Verwendung mit dieser Definitionsmacht leider nicht. 1 Will sagen, dass auch weiße dann die Verwendung des N-Wortes für legitim halten, wenn sie Rassismus kritisieren wollen. Da ihnen die Entscheidung darüber nicht zusteht, finde ich Sprachpolizei immer gut, um ihnen diese Sprache “wegzunehmen” oder zumindest mit Abkürzungen wie “N-Wort”  oder “N.” zu arbeiten, um anzuzeigen, dass hier ein Problem mit dem Sprachgebrauch besteht und Betroffene nicht weiter zu verletzen / zu triggern.

Ich freue mich sehr über diese E-Mail, da Feedback zu Kritik an Artikeln in Massenmedien selten ist. Und weil mit dieser Tatsache an der einen oder anderen Stelle doch mal gebrochen wird.

Wer sich mit rassistischem Sprachgebrauch auseinandersetzen will, dem_der sei “Afrika und die deutsche Sprache” und “Wie Rassismus aus Wörtern spricht” als Einstiegsliteratur empfohlen. “Rassismus auf gut Deutsch” ist empfehlenswer für alle, die die anderen Bücher schon kennen bzw. einen akademischeren/sprachwissenschaftlicheren Zugang wollen.

Notes:

  1. Weshalb ich das Wort nicht mehr ausgesprochen/ausgeschrieben verwende – egal, mit wem und in welchem Kontext ich spreche/schreibe.

Posted on Jan 10, 2012

Deutsche “Qualitätsmedien” und rassismuskritische Berichterstattung

Die rassistische Inszenierung von “Ich bin nicht Rappaport” am Schlosspark-Theater in Berlin schafft es nun auch besprechend in die Medien. Wie eigentlich zu erwarten war, werden die Kritiker_innen nur kurz zitiert, das ganze dann als “Rassismus-Vorwurf” interpretiert oder Kritik im Konjunktiv formuliert. So als wäre Rassismus Interpretationssache und debattierbar. Viel Raum hingegen bekommen die lächerlichen Rechtfertigungen von Dieter Hallervorden, Theaterleitung, Regisseur, usw. Ein weiteres rhetorisches Mittel in der Berichterstattung ist die Ausblendung rassistischer Kontinuität nicht nur im deutschen Kulturbetrieb, indem Kritik an rassistischen Inszenierungen nicht in einen größeren Kontext eingebettet wird. Die Darstellung der Kritik wird verkürzt auf: “Damals im 19. Jh. gab es diese Minstrel-Darstellungen, dazwischen nix und heute wieder mal eine, die aber… naja… nicht rassistisch ist” Was an sich schon faktisch falsch ist und außerdem verkennt, dass es nicht nur die Minstrel-Darstellungen sind, sondern ebenfalls rassistische Strukturen und Kontinuitäten, Rassismus sozusagen Historizität aufweist, sich u.a. in der Einstellungspraxis an deutschen Kulturbetrieben niederschlägt. Dass mensch das Journalist_in nicht weiß, geschenkt. Denn auch im Journalismus sitzen mehrheitlich weiße, die schreiben. Rassismuskritisches Wissen in der BRD existiert zwar, aber es wird ignoriert und negiert. Rassismus”kritik” in Deutschland heißt: Nazis doof finden, sich für den Holocaust zu schämen, Antisemitismus mit “Hitler fand Juden doof, nicht wir heute” zurückweisen, Antisemitismus für (den “einzigen”) Rassismus halten und Rassismus als historische Gewordenheit und Kontinuität zu leugnen. Kaum ein_e Journalist_in macht sich die Mühe, die vielfachen Lernangebote in Anspruch zu nehmen, die eigene Sprachwahl kritisch zu prüfen oder sich Kritik wirklich durchzulesen.

Deutlich wird: Weiße besitzen die Definitionsmacht über Rassismus. Weiße wollen nicht über Rassismus sprechen, sie wollen rassistisch sein, egal, was Betroffene dazu meinen. Ob in Polizeimeldungen die Herkunft der Täter_innen unverhohlen zum Hauptfakt erklärt wird, egal ob der Pressekodex sagt, dass diese nur in der Berichterstattung auftauchen darf, wenn sie für die Tat von Relevanz ist (was in den allermeisten Fällen nicht der Fall ist), ob für rassistische Übergriffe noch immer die Worte “fremdenfeindlich” und “ausländerfeindlich” benutzt werden, weil mensch es sich überhaupt nicht vorstellen kann, dass Menschen in diesem Land leben (seit Jahrzehnten oder schon immer), die weder “fremd” noch “Ausländer” sind (Ausländer_innen sind formal solche ohne deutsche Staatsbürgerschaft), wenn jeder rassistische Übergriff immer zugleich als rechtsextrem gelabelt wird, als seien die einzigen Rassist_innen in diesem Land Nazis… Wenn für Schwarze, Afrodeutsche, People of Color (oder Deutsche, hey… es gibt sie tatsächlich) die Bezeichnungen: “Afrikaner”, “Schwarzafrikaner”, “Farbiger”, “Dunkelhäutiger” benutzt werden, ohne sich die Mühe zu machen, die Herkunft der Person oder schlicht die Person ohne rassistische Markierungspraxis vorzustellen… wenn die weiße Norm stets unmarkiert bleibt (weiße Deutsche, Weiße_r, weißer Deutscher mit/ohne Migrationshintergrund), obwohl sie bei rassistischen Übergriffen ein wesentlicher Fakt ist… Wenn immernoch davon ausgegangen wird, dass es sich bei weiß und Schwarz um Hautfarben-Farben handelt und nicht um Bezeichnungen, die einerseits gesellschaftliche Ordnungsmuster sind und andererseits politisch korrekte Begriffe für die jeweilige Gruppe. Wenn Antirassismus als “Gutmenschentum” diffamiert wird. Protest gegen Rassismus oder white supremacy als unprofessionell, nicht journalistisch arbeitend, zu emotional, nicht objektiv abgeschmetttert wird. (Ich spreche aus eigener Erfahrung. Unter anderem ein Grund, warum ich nicht mehr als Redakteurin in deutschen “Qualitätsmedien” tätig bin). Wenn Rassismus ein Schimpfwort oder ein “böses” Wort ist, ein Vorwurf, eine Meinung und kein gesellschaftlicher Fakt.

Ich ärgere mich über all das, weil sich Journalismus häufig als vierte Gewalt im Staat begreift, als meinungsbildend, als gesellschaftsabbildend, als kritisch. Bis auf letzteres trifft auch all das zu. Denn der Staat handelt rassistisch, die Gesellschaft handelt rassistisch und ist rassistisch strukturiert, die herrschende Meinung sagt: Es gibt keinen Rassismus in diesem Land. Nur rassismuskritisch, da hört es bei den meisten dann auf.

Wenn es hart auf hart kommt, wird Rassismuskritik in Beleidigung und Hetze von weißen gegen weiße Antiras umgewandelt, Schwarze Aktivist_innen und deren Stimmen kommen dann nicht mehr vor. Es könnte alles nicht zynischer sein.

Infos für Journalist_innen (auch zum aktuellen Fall):
http://www.derbraunemob.de/deutsch/index.htm – rassismuskritische Media Watch Organisation
https://www.facebook.com/SchlussMitBlackface – Kritik&Abbildung der derzeitigen Berichterstattung
http://riotmango.de/rassismus-ist-kein-kuenstlerisches-stilmittel/ – Zusammenfassung der aktuellen Debatte mit hilfreichen Links
http://maedchenmannschaft.net/unglaublich-aber-auch-2012-sind-rassistische-traditionen-noch-rassistisch/ -Ebenfalls Zusammenfassung der Debatte mit hilfreichen Links

Organisierung für Aktivist_innen:
https://www.facebook.com/groups/207108692717136/ – Dort findet ihr auch die Mailadresse für eine Mailingliste, die Sharon Dodua Otoo initiiert hat.

Posted on Feb 9, 2010

Die Leier vom Laster

Stefan Niggemeier hat einen Text über Kai Diekmann geschrieben. Schon wieder. Stilsicher, technisch einwandfrei, gewitzt, pointiert – was anderes ist man bei Niggemeier auch nicht gewohnt. Er beginnt und beendet den Text mit Zitaten von 2006, Satzbausteine aus einem Artikel von Niggemeier über Diekmann, der damals im SZ-Magazin erscheinen sollte, es aber nie tat. Gründe: unklar.

Der Inhalt des neuerlichen Diekmann-Rants, dieses Schwanensees der Yin Niggemeier und seinem Yang Diekmann, ist so erschreckend genau und bezeichnend für die Maschinerie der Massenmedien, die sich in den meisten Fällen nur um sich selbst drehen, statt um ihre Leserschafft, die Welten erschaffen, Skulpturen erbauen und aus Reliquien “The new shit” kreieren. Und andersherum. Damit Opfer fordern. Ob sie nun Wahrhaftigkeit, Würde, Vertrauen oder Gisela heißen.

Doch der Niggemeier-Text offenbart in seiner allumfassenden Wuthomogenität noch eine zweite erbaulichere Ebene, eine Ebene, die vielleicht nur für Menschen sichtbar ist, die selbst journalistisch tätig sind und sich für Medienkritik aus nicht weniger selbstsüchtigen Beweggründen interessieren, wie die Holzfäller der alten Journalistengarde, die, einsam, in ein Feuilletonpapier gehüllt, nur für ihre eigenen Artikel atmen.

Die Ebene ist vielleicht auch sichtbar für Menschen, die aus selbstsüchtigen Gründen Medienkritik verschlingen, heimlich oder ganz offen (und doch meistens allein) vor ihrem Notebook hocken, sich gnadenlos freuen über die nächsten Ausreißer der Presse wie das kleine Kind vor dem Wagen des Eismanns. Mit schallendem Gelächter zeigen sie mit ihren fettigen, zierlichen, schwitzigen oder rissigen Fingern auf die Buhmänner und Buhfrauen, die früher noch JournalistInnen waren. Medienkritische Menschen wie Niggemeier lassen diese armen Wesen in friedfertigem Glauben, sie könnten es besser, wenn sie nur die Gelegenheit hätten oder beim Schopfe packen würden. Und weil die Erhaltung dieses Glaubens, an dem Niggemeier seit Jahren so altruistisch wie stoisch mitarbeitet, so fundamental ist, laufen diese armen Wesen ihm zu, händeringend, in Heerscharen, weinend, glückselig, als wäre der Messias endlich gekommen, um die Menschen aus ihrer von den Medien aufoktroyierten Unmündigkeit zu befreien.

Es ist beinahe traurig, dass sie enden würden wie die Klagefrauen vor ihren Toten, wenn sie erkannten, dass sich niemand außerhalb dieser kleinen Medienblase dafür interessiert, wofür ihr kleines armes Herz schlägt. Dass die Medienwelt nicht besser geworden ist mit Niggemeier & Co., dass sie auch nie schlechter war, als Niggemeier & Co. es immer so gerne heraufbeschwören. Dass die Medienwelt nichts weiter ist als jede andere Berufswelt, mit all ihren Fehlern, Klüngeleien, Lügen und Halbwahrheiten. Mit ihren Affären und Skandälchen, mit ihren Paid-Content-Modellen und ihren Total-Buy-Out-Verträgen.

Natürlich, natürlich, ich hatte beinahe vergessen zu erwähnen, dass Massenmedien noch heute die tägliche Agenda bestimmen, auch wenn viele kleinere und größere Blogs eine besonders lobenswerte Parallelöffentlichkeit geschaffen haben. Dass Medien nun einmal das sind, was sie sind: einflussreich und beeinflussbar. Manipulation des Geistes. Ein wesentlicher Teil unserer Gesellschaft. Nun ja, so will ich wenigstens hinzufügen, dass ich Kloschüsseln ebenso für einen unverzichtbaren Teil unserer Gesellschaft halte und nicht damit leben könnte, würde es keine Firma mehr geben, die sie herstellen könnte, nur weil ein jahrelang wirkender Mensch auf die moralischen Missstände innerhalb der Kloschüsselherstellbranche aufmerksam gemacht hätte. Oder ein anderer minimale Fehlkonstruktionen an den Kloschüsseln nachgewiesen hätte.

Menschen sind laster- und fehlerhaft und mit ihrem Verhalten oder Nicht-Verhalten streifen sie verschiedene relevante Bereiche mit verschiedenem Impact.

Menschen sind fabel- und zauberhaft und mit ihrem Verhalten oder Nicht-Verhalten streifen sie verschiedene relevante Bereiche mit verschiedenem Impact.

Yin und Yang.

Posted on Aug 25, 2009

Perpetuum Mobile

Ich hätte nie gedacht, dass ich meine eigene Berufssparte nicht weiterempfehlen würde. Schuld daran ist das Internet. Aber anders als Sie jetzt glauben, liebe Leser.

Es gab mal eine Zeit, da war der Journalismus so ein bisschen was wie angesehen, hatte Stand und Schneid, hatte etwas zu erzählen und vor allem etwas zu sagen. Es gab konservative, linke, liberale, bürgerliche, anarchische Blätter. Und dann kam das Internet. Mit dem freien Zugang zu Produktionstechniken für die Allgemeinheit wurde schnell klar: Dieses Journalismusding können irgendwie doch ganz doll viele Leute. Nicht nur solche, die Politik studierten und Leute kannten, die Leute kannten oder direkt diese Leute ohne den Umweg über die anderen Leute.

Auf einmal schossen sie wie Pilze aus dem Boden – Medienjournalisten, Blogs, Onlinemagazine – die nicht einem Verlag zugehörig waren, sondern ihr kritisches Auge auf eben jene richteten, die ihnen ein ganzes Jahrhundert lang was vom Pferd erzählten. Die anders waren als die Blätter, bei denen man inzwischen nicht mehr so richtig unterscheiden konnte, ob sie konservativ oder links waren. Oder beides. Um mehr Leser zu erreichen. Irgendwie so.

Es war ein bisschen wie zu RAF-Zeiten, die Anfänge der Blogs im Kampf gegen die Medienübermacht. Doch je tiefer die Gräben beider Lager wurden, desto mehr geriet aus den Augen, womit denn die vielen vielen Schreiberlinge ihren Lebensunterhalt verdienen sollten. Denn das Internet hat die Angewohnheit, kostenlos zu sein. Freier Zugang zu freiem Wissen. Klar gab’s auch ein paar Unflätige die klauten, aber die Regel ist das nicht. Zumindest bei Texten. Nun, da Waffenstillstand herrscht zwischen den kämpfenden Parteien, stehen beide vor dem Nichts.

Der Journalismus wurde entlarvt als große Blase, für dessen zum Großteil miese Qualität verständlicherweise kaum einer bezahlen will. Immer hippere und multifunktionalere Technologien machen den Zugang zu Information und Wissen noch schneller und bequemer. Wir alle sind Konsument und Produzent in einem. Die Auswahl ist riesig. Filter wurden entwickelt, die uns zu Pick-out-Artists machen, doch wo ist das Geld geblieben?

In einer völlig digitalisierten Gesellschaft ist es schwer, neuen, tollen Inhalt zu schaffen – weil die Masse an Inhalten diesen gleich wieder ersetzt und austauschbar macht. Viele Bezahlmodelle wurden ausprobiert, nichts von all dem funktionierte, denn in der Natur des Internets liegt es nicht nur, Inhalte, sondern auch Kosten zu relativieren. Print und Online unterscheiden sich eigentlich kaum mehr – denn sie verdienen kein Geld, mit dem was sie tun.

Das Internet hat den Ruf des Journalismus, den Journalismus selbst und Hunderttausende Arbeitsplätze zerstört. Mit Recht.

Inhalte werden auch in Zukunft nicht monetär verwertbar sein und niemand wird dafür zahlen wollen. Mit Recht. Sonst wäre das Internet bald nicht mehr das, was es so großartig macht.

Systeme können nicht über Jahrhunderte beständig bleiben. Aber ein Perpetuum Mobile kann es.

Posted on Jun 18, 2009

Einer geht noch.

Bild050Diese Buch legte mir heute meine Chefin kurz vor Feierabend auf den Tisch – für alle Ahnungslosen: Mercedes Bunz. Was sie gerne macht in unregelmäßigen Abständen, wenn sie ihren Fundus aufmerksamkeitsheischender Geschenke aussortiert.  Zuletzt durfte ein Redakteur das Fotoporträtband von Angela Merkel bei Ebay versteigern. Witzig. Irgendwie. Mittlerweile habe ich schon die zweite Packung dieser dämlichen Kaugummis, die sie mir ebenfalls geschenkt hat, in meiner Tasche. Die sollen so ein neues Geschmackserlebnis sein und auf der Zunge knistern und sowieso ein Leben lang schmecken. Äh. Nein. Tun sie nicht. Nach hinreichendem Rumreichen dieser Reichenkaugummis findet die gesamte Redaktion: Kann man sich sparen. Den Dreck. Trotzdem ist das so ein Berliner Gedöns und Holm Friebe hat da auch was mit zu tun. Ja mit diesen Kaugummis. Nein, warum ist mir egal, ich will es auch nicht erklärt wissen. Jedenfalls habe ich mich über dieses Buch gefreut. Zunächst.

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