<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Medienelite &#187; Diversity</title>
	<atom:link href="http://medienelite.de/tag/diversity/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://medienelite.de</link>
	<description>Kann mehr.</description>
	<lastBuildDate>Wed, 23 May 2012 10:12:58 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.3.1</generator>
		<item>
		<title>Frauen und ihre digitale Diskursmacht</title>
		<link>http://medienelite.de/2010/03/01/frauen-und-ihre-digitale-diskursmacht/</link>
		<comments>http://medienelite.de/2010/03/01/frauen-und-ihre-digitale-diskursmacht/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 01 Mar 2010 20:36:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lantzschi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zitrusfrüchte]]></category>
		<category><![CDATA[Blogs]]></category>
		<category><![CDATA[Diversity]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://medienelite.de/?p=1980</guid>
		<description><![CDATA[Disclaimer: erz von der Kontextschmiede hat mich bezüglich dieses Themas um ein kurzes Statement gebeten. Ich kann es leider nicht kurz fassen, deswegen dieser Beitrag. Anne Roth in einem DCTP-Interview, rege Frauenbeteiligung bei der Re:publica 2010 und ein gut aufgestelltes Netzwerk feministischer BloggerInnen: Reicht das, um die Diskursfelder (oder Diskursarenen &#8211; ich habe so mein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Disclaimer: erz von der Kontextschmiede hat mich <a href="http://kontextschmiede.de/wozu-noch-feminismus-in-blogs-eine-frage-der-perspektive/" target="_blank">bezüglich dieses Themas</a> um ein kurzes Statement gebeten. Ich kann es leider nicht kurz fassen, deswegen dieser Beitrag.</em></p>
<p>Anne Roth in einem DCTP-Interview, rege Frauenbeteiligung bei der Re:publica 2010 und ein gut aufgestelltes Netzwerk feministischer BloggerInnen: Reicht das, um die Diskursfelder (oder Diskursarenen &#8211; ich habe so mein Problem mit dieser Diskurstheorie und ihren Begriffen) Feminismus, Gender, Queer, Diversity, Gleichstellung und Gleichberechtigung so anzukurbeln, dass sie auch außerhalb dieser Netzwerke wahrgenommen werden? Nach einem halben Jahr Beobachtung muss ich diese Frage leider mit Nein beantworten.</p>
<p>Während es unsere männlichen Bloggerkollegen immer wieder schaffen mit ihrem Themenmix weitreichende Diskussionen auszulösen, die es nicht selten bis in die Mainstreammedien schaffen und haften bleiben, gelingt es der (queer)feministischen Bloggerszenerie kaum in diese Sphären vorzustoßen. Wie erz richtigerweise feststellt, ist das Netz nichts weiter als ein Abklatsch patriarchaler Strukturen aus dem Real Life.</p>
<p>Nun kann und will ich niemanden dafür verurteilen, sich nicht für oben genannte Anliegen zu interessieren und dementsprechend auch nicht darüber zu bloggen. Andererseits ist das Netz aber nicht nur eine billige Contentmaschine, sondern auch eine billige Contentweiterreichungsmaschine. Und das wird sträflich vernachlässigt. Oftmals lese ich auf den großen deutschsprachigen Blogs Texte (von Männern geschrieben), die sich genau um die o.g. Themen drehen. Weiterführende Links? Leider Fehlanzeige. Fehlanzeige ebenso die Diskussionen darunter, die an einigen Stellen beispielgebend dafür sind, warum Gender &amp; Diversity noch immer hochaktuelle Problemfelder sind und nicht einfach mit: &#8220;Frauen und Männer sind doch gleichberechtigt&#8221; heruntergeredet werden können.</p>
<p>Wäre es nicht wichtig und richtig, an eben diesen Punkten und Texten anzusetzen, Links auf entsprechende Blogs und Inhalte zu geben, ExpertInnen zu interviewen, Streitgespräche zu führen und auch queerfeministische Ansätze in Kapitalismuskritiken (als Beispiel) unterzubringen, um das Blickfeld zu erweitern? Es gibt unzählige Möglichkeiten, das Spektrum an Ideen und Ausrichtungen zu erweitern und damit gleichzeitig bestehende Netzwerke zu verknüpfen. Davon Gebrauch machen nur die allerwenigsten. Mir scheint, als würden diese Themen und die Menschen, die täglich darüber bloggen, nicht ernst genug genommen. Obwohl ich mir absolut nicht vorstellen kann, dass die sogenannten A-Blogger nicht längst um deren Existenz wüssten.</p>
<p>Falls doch, dann fühlt wohl dieses Zitat auf den Zahn der Zeit:</p>
<blockquote><p>Das erste Pri­vi­leg der Wei­ßen, von Män­nern, Mit­glie­dern bes­ser­ge­stell­ter Gesell­schafts­schich­ten, der Hete­ro­se­xu­el­len, der Nicht­be­hin­der­ten ist, völ­lig in Igno­ranz der Tat­sa­che zu leben, dass sie pri­vi­le­giert sind. (<a href="http://kontextschmiede.de/wozu-noch-feminismus-in-blogs-eine-frage-der-perspektive/">via Kontextschmiede</a>)</p></blockquote>
<p>Ungeachtet der Ungerechtigkeit dieser pointierten Bestandsaufnahme: Warum nicht aus der Not eine Tugend machen und die Privilegien ausnutzen? Die Hand reichen, eine Räuberleiter bauen und die vielen BloggerInnen mit hinauf hieven auf die Mauer des Schweigens, da wo viele Blogs bereits ihren Platz gefunden haben, um regelmäßig einen lauten Shout nach draußen zu blasen?</p>
<p>Ja, Frauen haben digitale Diskursmacht, doch sie reicht nicht aus, um im digitalen Raum eine permanente und kräftige Stimme zu haben. Es wäre ein Zeichen der vielen Netzaktivisten, Blogger und Digital_Magaziner, sich mehr für Frauen in den eigenen Reihen zu öffen und beim gleichen Themensetting auf andere Denkrichtungen hinzuweisen oder aber gar Inhalte (queer)feministischer BloggerInnen hinzuweisen, sie aufzugreifen, weiter zu diskutieren, eigenen Input reinzugeben und &#8230; ach was erzähl ich euch da: eigentlich genau denselben Kram machen, den ihr auch bei Datenschutz, DEM Internet, digitale Bürgerrechte und der letzten Schmähkritik auf Westerwave so blendend beherrscht.</p>
 <p><a href="http://medienelite.de/?flattrss_redirect&amp;id=1980&amp;md5=03eaf132f11d1df7c2d724abe553f997" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://medienelite.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://medienelite.de/2010/03/01/frauen-und-ihre-digitale-diskursmacht/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>28</slash:comments>
		<atom:link rel="payment" href="https://flattr.com/submit/auto?user_id=8127&amp;popout=1&amp;url=http%3A%2F%2Fmedienelite.de%2F2010%2F03%2F01%2Ffrauen-und-ihre-digitale-diskursmacht%2F&amp;language=de_DE&amp;category=text&amp;title=Frauen+und+ihre+digitale+Diskursmacht&amp;description=Disclaimer%3A+erz+von+der+Kontextschmiede+hat+mich+bez%C3%BCglich+dieses+Themas+um+ein+kurzes+Statement+gebeten.+Ich+kann+es+leider+nicht+kurz+fassen%2C+deswegen+dieser+Beitrag.+Anne+Roth+in+einem+DCTP-Interview%2C...&amp;tags=Blogs%2CDiversity%2CFeminismus%2CGender%2CGleichstellung%2CInternet%2Cblog" type="text/html" />
	</item>
		<item>
		<title>Check (2)</title>
		<link>http://medienelite.de/2010/02/12/check-2/</link>
		<comments>http://medienelite.de/2010/02/12/check-2/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 12 Feb 2010 01:03:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lantzschi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zitrusfrüchte]]></category>
		<category><![CDATA[Diversity]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://medienelite.de/?p=1893</guid>
		<description><![CDATA[Hier eine unkommentierte Linkliste. Gender Pay Gap 1, Gender Pay Gap 2 Elternzeit Frauen in Führungspositionen [PDF] Menschen, ihr türkischer Name und ihre Einstellungschancen Antisemitismus unter MigrantInnen mit arabischem, türkischem, kurdischem und muslimischem Hintergrund, ein Gastbeitrag von Cem Özdemir in der SZ. Die Studie, auf die er Bezug nimmt, kann am Ende des Textes heruntergeladen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hier eine unkommentierte Linkliste.</p>
<p><a href="http://www.zeit.de/karriere/beruf/2009-10/lohnungleichheit-in-bildern">Gender Pay Gap 1</a>, <a href="http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2009/11/PD09__428__621,templateId=renderPrint.psml">Gender Pay Gap 2</a></p>
<p><a href="http://www.zeit.de/karriere/beruf/2009-12/jahresrueckblick-vaeterzeit">Elternzeit</a></p>
<p><a href="http://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.346402.de/10-4-1.pdf">Frauen in Führungspositionen [PDF]</a></p>
<p><a href="http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/Diskriminierung-Arbeitsmarkt;art271,3025190">Menschen, ihr türkischer Name und ihre Einstellungschancen</a></p>
<p><a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/717/459359/text/">Antisemitismus unter MigrantInnen mit arabischem, türkischem, kurdischem und muslimischem Hintergrund, ein Gastbeitrag von Cem Özdemir in der SZ.</a> Die Studie, auf die er Bezug nimmt, kann am Ende des Textes heruntergeladen werden.</p>
 <p><a href="http://medienelite.de/?flattrss_redirect&amp;id=1893&amp;md5=0aaecc964faccb8859e482bbe59069e4" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://medienelite.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://medienelite.de/2010/02/12/check-2/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		<atom:link rel="payment" href="https://flattr.com/submit/auto?user_id=8127&amp;popout=1&amp;url=http%3A%2F%2Fmedienelite.de%2F2010%2F02%2F12%2Fcheck-2%2F&amp;language=de_DE&amp;category=text&amp;title=Check+%282%29&amp;description=Hier+eine+unkommentierte+Linkliste.+Gender+Pay+Gap+1%2C+Gender+Pay+Gap+2+Elternzeit+Frauen+in+F%C3%BChrungspositionen+%5BPDF%5D+Menschen%2C+ihr+t%C3%BCrkischer+Name+und+ihre+Einstellungschancen+Antisemitismus+unter+MigrantInnen+mit+arabischem%2C+t%C3%BCrkischem%2C...&amp;tags=Diversity%2CGender%2Cblog" type="text/html" />
	</item>
		<item>
		<title>Noch ein paar Gedanken zur Integration</title>
		<link>http://medienelite.de/2010/02/04/noch-ein-paar-gedanken-zur-integration/</link>
		<comments>http://medienelite.de/2010/02/04/noch-ein-paar-gedanken-zur-integration/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 04 Feb 2010 12:39:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lantzschi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schale]]></category>
		<category><![CDATA[Diversity]]></category>
		<category><![CDATA[FU rocks]]></category>
		<category><![CDATA[Integration]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://medienelite.de/?p=1819</guid>
		<description><![CDATA[In der Debatte um meinen Kommentar, die auch gestern bei Twitter weiterging, sind mir ein paar Dinge aufgefallen: Strukturelle Diskriminierungsmuster und Ungleichheiten werden nicht erkannt, Postkoloniale Erklärungsmuster als polemisch abgetan und der Einbürgerungstest für &#8220;nicht schlimm&#8221; befunden. Für die ersten beiden Dinge gibt es vielfach Literatur und vielleicht würde es helfen, eigene Privilegien anzuerkennen und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der Debatte <a href="http://medienelite.de/2010/02/03/es-ist-deutschland-hier/">um meinen Kommentar</a>, die auch gestern bei Twitter weiterging, sind mir ein paar Dinge aufgefallen: Strukturelle Diskriminierungsmuster und Ungleichheiten werden nicht erkannt, Postkoloniale Erklärungsmuster als polemisch abgetan und der Einbürgerungstest für &#8220;nicht schlimm&#8221; befunden.</p>
<p>Für die ersten beiden Dinge gibt es vielfach Literatur und vielleicht würde es helfen, eigene Privilegien anzuerkennen und wie sehr sie in die eigene Argumentation einfließen. Ich habe keine Lust, hier theoretische Exkurse zu verschriftlichen, weil a) ich niemanden belehren will und b) schon öfter erkannt habe, dass sich Hartnäckigkeit oder Borniertheit, je nach dem, nicht durch qualitative oder quantitative Studien und Erklärungen beiseite schieben lassen.</p>
<p>Ich möchte deshalb auf den Einbürgerungstest bzw. eine angemessene Integrationsleistung und wie diese aussehen kann, eingehen.</p>
<p><span id="more-1819"></span></p>
<p>Es ist unbestritten, dass Deutschland zu den Nationen gehört, die Pluralismus und kulturelle Vielfalt per definitionem akzeptieren. Mit einem Wohnort in Berlin gehöre ich aber zu den Verwöhnten, die sich auch mit einem Schlafanzug auf die Straße trauen können, ohne dass irgendwer dumm schaut. Zumindest,  was den Schlafanzug angeht. Gehe ich mit meiner Freundin durch die Straßen, werden wir <em>meistens</em> angeschaut, bei einem Kuss in der Öffentlichkeit <em>immer</em> und <em>nicht selten</em> kommt ein sexistischer und/<em>oder </em>homophober Spruch dazu. Nach Sex wurden wir auch schon gefragt. Ich bin dennoch froh, nicht mehr in der Provinz zu leben.</p>
<p>Nun könnte man meinen, dieses Verhalten käme von Menschen mit türkischem, kurdischen, arabischen Hintergrund oder Muslimen. Dem ist nicht so. So ein Verhalten kommt hauptsächlich von Deutschen ohne phenotypisch ersichtlichem Migrationshintergrund. Die Altersspanne reicht von minderjährig bis etwa Anfang 50. Die werberelevante Zielgruppe des Fernsehens. Nicht alle sind unterbelichtete Vollspacken und nicht alle sind Männer. Der normative Zwang zur heterosexuellen Lebensweise geht also durch alle Schichten und alle Altersstufen und: Durch alle kulturellen oder ethnischen Hintergründe.</p>
<p>Ich habe soweit ausgeholt, um deutlich zu machen, dass viele Dinge, die hauptsächlich Menschen mit Migrationshintergrund unterstellt und ihnen damit eine &#8220;Integrationsschwierigkeit&#8221; angekreidet wird, einfach nicht zutreffen oder auf die gesamte deutsche Bevölkerung zutreffen. Sexuelle Gewalt, Häusliche Gewalt, Gewalt in Partnerschaften, Homophobie, Islamophobie, Antisemitismus, Rechtsextremismus, Sexismus, usw. sind keine oder nur in seltenen Fällen Probleme einer bestimmten Gruppe und schon gar nicht ausschließliches Problem aller Nicht-Deutscher.</p>
<p>Trotzdem müssen sich Nicht-Deutsche immer wieder erklären und rechtfertigen, Skepsis aus dem Weg räumen und ihren Integrationswillen beweisen. Diese, wie ich sie nenne, Schikane, die nichts weiter darstellt als verdeckten oder an vielen Stellen offenen Rassismus, dient allein dem Zweck, Nicht-Deutschen einen Zwang aufzuerlegen, sich anzupassen, nicht aufzufallen, deutsch zu werden. Homogenitätszwang führt zur Assimilation. Das heißt, dass viele Nicht-Deutsche ihren kulturellen Background soweit aus ihrem Leben ausklammern, bis er kaum oder gar nicht mehr sichtbar ist, um diesen Schikanen, die übrigens auch von staatlicher Seite geführt werden, aus dem Weg zu gehen. Diese Menschen begreift die weiß-deutsche Mehrheitsgesellschaft als &#8220;gute Ausländer&#8221; oder &#8220;Integrationsgewinner&#8221;.</p>
<p>Die Menschen, die sich nicht diesem Homogenitätszwang unterwerfen können oder wollen, werden marginalisiert, ausgegrenzt. Hinzu kommen häufiger als bei den Assimilierten Stigmatisierungen, Diskriminierung usw. Diesen Menschen wird zudem unterstellt, sie würden sich eigene Milieus aufbauen und sich nicht integrieren wollen. Diese Milieus gibt es durchaus, in Berlin sind sie offensichtlich, die Milieus entstanden aber im Zuge einer Zuwanderungswelle in den 60er und 70er Jahren, wo Deutschland Gastarbeiter benötigte, um das Wirtschaftswunder aufrecht zu erhalten. Integrationsbemühungen gab es damals nicht, die Gastarbeiter wurden in Gruppen in bestimmte Stadtteile gesteckt und der Staat wartete darauf, dass sie wieder gehen, sobald ihre Arbeit getan ist. Den Rest der Geschichte kennt man.</p>
<p>Dass es durchaus auch Menschen gibt, die gelinde gesagt darauf scheißen, deutsch zu werden bzw. sich zu integrieren, will ich nicht bestreiten und ich halte diese Reaktion mittlerweile sogar für angemessen. Denn kein Deutscher kann mir erklären, was der Unterschied zwischen Integration und Assimilation ist geschweige denn, wie eine deutsche Leitkultur aussieht oder warum sich jeder dieser anpassen müsste.</p>
<p>Um volle Rechte in Deutschland zu erlangen, braucht man allerdings die Staatsbürgerschaft. Ich hole noch einmal kurz aus und nehme ein Beispiel, dass Pas und ich für diese Thematik vor kurzem besprochen hatten. Sie nannte es WG-Casting.</p>
<p>Ich wohne mit mehreren Leuten in einer WG und wir suchen einen neuen Mitbewohner oder Mitbewohnerin. In unserer WG herrschen bestimmte Regeln, die ein geordnetes und friedliches Zusammenleben ermöglichen und wir möchten, dass der Bewerber oder die Bewerberin diese Regeln akzeptiert. Das ist völlig in Ordnung. Wir teilen sie ihm oder ihr vorher mit. Doch wie können wir sichergehen, dass der oder die diese Regeln nicht nur akzeptiert sondern auch einhält? Ein Test? Schwachsinn. Ob er/sie den Test besteht, lässt keine Rückschlüsse darauf zu, dass er/sie sich immer an die Regeln hält. Wir müssen ihm oder ihr also vertrauen. Er oder sie kennt die Regeln und wir müssen davon ausgehen, dass sie befolgt werden.</p>
<p>Nicht zu vergessen, dass mit jedem neuen Menschen, der in eine WG einzieht, sich das WG-Klima ändert, neue Ideen aufgesogen und bearbeitet werden, dass sich Menschen wechselseitig beeinflussen und verändern. Keine WG ist wie die andere.</p>
<p>So ist es auch mit einem Zuwanderungsland wie Deutschland. Wer sich einbürgern lassen will, muss die Regeln kennen und akzeptieren, die hier vorherrschen. Insofern halte ich Einbürgerungstests für völlig überflüssig. Sie können auswendig gelernt werden und sagen nichts darüber aus, ob der Neuling sich auch in Zukunft daran halten wird. Weil der Staat niemals eine Gesinnung überprüfen kann. Er muss den Menschen die Freiheit des eigenen Verstandes als letzte Instanz der sittlichen Orientierung lassen.</p>
<p>Ein Integrationskurs zum Kennenlernen der Regeln, zum Herantasten an Normen und Werte, zum Erlernen der Sprache ist ein sinnvolles Mittel, sollte aber keine verpflichtende Bevormundungsmaßnahme sein, wo Einbürgerungswillige infantilisiert werden. Wir sind alle erwachsene und vernunftgeleitete Menschen, die  in den häufigsten Willen wissen, was sie tun und was sie wollen. Die &#8220;Ausreißer&#8221; sind keine Rechtfertigung für Stigmatisierung und Diskriminierung aller Integrationswilligen. Integration bedeutet nicht Assimilation.  Es ist  keine Leistung, hier geboren und sozialisiert zu sein. Wieso erwarten wir dann aber Leistung von anderen, die sich aus freien Stücken entscheiden, in ein anderes Land zu gehen oder gezwungen werden, ihr Heimatland zu verlassen? Allein, dass diese Menschen hier leben wollen, stellt eine Leistung dar, die mehr als ausreichend ist. Integration ist keine Pflichtleistung, die eine Seite erbringen muss, um die merkwürdige Machtstellung einer Mehrheitsgesellschaft zu erhalten.</p>
<p>Integration heißt für mich wechselseitiger kultureller Austausch. Das Kennenlernen von Gemeinsamkeiten und das Wertschätzen von Unterschieden.</p>
 <p><a href="http://medienelite.de/?flattrss_redirect&amp;id=1819&amp;md5=b467ea3a1a61e2e166c142da10dc42d4" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://medienelite.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://medienelite.de/2010/02/04/noch-ein-paar-gedanken-zur-integration/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		<atom:link rel="payment" href="https://flattr.com/submit/auto?user_id=8127&amp;popout=1&amp;url=http%3A%2F%2Fmedienelite.de%2F2010%2F02%2F04%2Fnoch-ein-paar-gedanken-zur-integration%2F&amp;language=de_DE&amp;category=text&amp;title=Noch+ein+paar+Gedanken+zur+Integration&amp;description=In+der+Debatte+um+meinen+Kommentar%2C+die+auch+gestern+bei+Twitter+weiterging%2C+sind+mir+ein+paar+Dinge+aufgefallen%3A+Strukturelle+Diskriminierungsmuster+und+Ungleichheiten+werden+nicht+erkannt%2C+Postkoloniale+Erkl%C3%A4rungsmuster+als+polemisch+abgetan...&amp;tags=Diversity%2CFU+rocks%2CIntegration%2Cblog" type="text/html" />
	</item>
		<item>
		<title>Es ist Deutschland hier!</title>
		<link>http://medienelite.de/2010/02/03/es-ist-deutschland-hier/</link>
		<comments>http://medienelite.de/2010/02/03/es-ist-deutschland-hier/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 03 Feb 2010 04:01:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lantzschi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zitrusfrüchte]]></category>
		<category><![CDATA[Diversity]]></category>
		<category><![CDATA[Fu]]></category>
		<category><![CDATA[Integration]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://medienelite.de/?p=1801</guid>
		<description><![CDATA[Kritische Randbemerkungen zum Einbürgerungstest. Von Nadine Lantzsch &#8220;Es ist Deutschland hier!&#8221; &#8211; Mit diesem im besten Fall nett gemeinten Verortungshinweis hat Außenminister Guido Westerwelle zum Ende des vergangenen Jahres nicht nur einem fragenden BBC-Reporter gezeigt, wo auch 2010 hierzulande der multikulturelle Hammer hängt. Seit der gesetzlichen Einführung des Staatsbürgerschafts- bzw. Einbürgerungstests ist die Zahl der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Kritische Randbemerkungen zum Einbürgerungstest. Von Nadine Lantzsch</strong></p>
<p>&#8220;Es ist Deutschland hier!&#8221; &#8211; Mit diesem im besten Fall nett gemeinten  Verortungshinweis hat  Außenminister Guido Westerwelle zum Ende des  vergangenen Jahres nicht nur einem fragenden BBC-Reporter  gezeigt, wo  auch 2010 hierzulande der multikulturelle Hammer hängt.</p>
<p>Seit der gesetzlichen Einführung des Staatsbürgerschafts- bzw. Einbürgerungstests ist die Zahl der Einbürgerungen gesunken &#8211; und mit rund 90.000 Einbürgerungen im Jahr 2008auf dem niedrigsten Stand seit mehr als zehn Jahren. Für 2009 werden weiterhin sinkende Zahlen erwartet.<a name="migazinback" href="#migazin">[1]</a>  Nur knapp über 50 Prozent der rund 75.000 Integrationskurs-Teilnehmer konnten 2008 den Kurs erfolgreich abschließen<a name="bamfback" href="#bamf">[2]</a>. Offenbar sind die Hürde des Sprachlevel B1 sowie die für viele verpflichtende Teilnahme an den Integrationskursen, die einen Umfang von fast 650 Stunden haben, die Gründe für die zurückgehenden Einbürgerungen. Darüber jedoch eine mangelnde Einbürgerungswilligkeit der Personen mit nicht-deutscher Staatsangehörigkeit zu konstatieren, würde das Ausmaß des restriktiven Einbürgerungsverfahrens auf die deutsche Integrationspolitik verschleiern.</p>
<p>Denn das Einbürgerungsverfahren und die bevorzugte Behandlung von EU-BürgerInnen beim Verfahren selbst lassen offenkundig werden, dass Staatsbürgerrechte eben nicht mittelbare Menschenrechte<a name="bielefeldtback" href="#bielefeldt">[3]</a> sind, sondern eher einer kolonialen Praxis<a name="haback" href="#ha">[4]</a> gleichen. Integration ist in Deutschland eine verpflichtende Leistung derer, die nicht der weiß-deutschen Mehrheitsgesellschaft angehören und deren gesellschaftliche Verortung als &#8220;Andere&#8221; oder &#8220;Ausländer&#8221; immer wieder durch hegemoniale Begründungen, Stichwort: deutsche Leitkultur, und Herrschaftsmechanismen wie (strukturellem) Rassismus abgesichert und reproduziert werden. Die Anderen müssen ihre Integrationswilligkeit und Integrationsfähigkeit unter Beweis stellen. Integrationsleistung der Mehrheitsgesellschaft: keine.</p>
<p>Außerdem erwartet die Mehrheitsgesellschaft von den Anderen verfassungspolitische Loyalität. Dabei ufert deren zunächst berechtigter Nachweis oft in stigmatisierende Gesinnungsfragen aus, die trotz massiver Proteste zum Teil ihren Weg von den hessischen und baden-württembergischen Erstentwürfen zum Einbürgerungsverfahren in den aktuellen bundesweiten Test oder in den Integrationskurs gefunden haben. Die Abfrage der Gesinnung stellt den traurigen Höhepunkt einer zutiefst diskriminierenden deutschen Integrationspolitik dar, da sie das Recht auf kulturelle Freiheit der Subjekte beschneidet und rechtsstaatliche Prinzipien negiert. Worüber Einbürgerungswillige Zeugnis ablegen müssen, hält der Staat also nicht einmal selbst ein.</p>
<p>Dabei sollte die Verleihung der Staatsangehörigkeit gerade nicht aus Willkür heraus erfolgen oder eine Belohnung für eine &#8220;nach freiem Ermessen besondere Integrationsleistung&#8221;<a name="bielefeldtback" href="#bielefeldt">[5]</a> sein. Vielmehr sollte der Integrationsprozess beiderseitig erfolgen und Integrations- bzw. Einbürgerungswillige nicht vor die Wahl der Assimilierung oder Marginalisierung stellen. Homogenitätsdruck auf diese Personengruppen auszuüben, läuft den fundamentalen Werten eines pluralistischen Staates, der sich in seiner Verfassung zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten bekennt, zuwider. Stattdessen sollte eine  freiheitliche Integrationspolitik bemüht sein, den bisher polemisch aufgeladenen und negativ konnotierten Begriff des Multikulturalismus seiner ursprünglichen Bedeutung zurückzuführen und als gesellschaftliches Paradigma einer Zuwanderungsnation, so wie Deutschland faktisch eine ist, festzuschreiben, anstatt die konstruierte Dichotomie von Multikulturalismus und Pluralismus zu perpetuieren. Nur so kann der Stigmatisierung sich im Integrationsprozess befindlicher Personengruppen entgegengewirkt, der schrittweise Abbau von machterhaltenden Differenzierungsmustern und der damit verbundenen Diskriminierungspraxis durch Staat und Gesellschaft vorangetrieben werden.</p>
<p><em>Disclosure: Seit dem 1. September 2008 müssen Einbürgerungswillige nach dem Staatsangehörigkeitsgesetz einen bundesweit einheitlichen Staatsbürgerschaftstest bestehen, um die deutsche Staatsbürgerschaft zu erlangen. Zusätzlich werden Integrationskurse angeboten, die für sogegannte Integrationsbedürftige verpflichtend sind. Die Integrationsbedürftigkeit der jeweiligen Personen ermittelt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) nach strikten Vorgaben des Aufenthaltsgesetzes. Hauptbestandteil dieser Integrationskurse ist die Vermittlung umfangreicher Kenntnisse der deutschen Sprache, die am Ende mit einem Test auf das Sprachlevel B1 hin überprüft werden. Der Nachweis des Sprachlevels B1 ist  für den Erhalt der deutschen Staatsangehörigkeit obligatorisch. Zusätzlich erhalten die TeilnehmerInnen des Kurses in fast 50 Stunden &#8220;Alltagswissen sowie Kenntnisse der  Rechtsordnung, der Kultur und der Geschichte in Deutschland,  insbesondere auch der Werte des  demokratischen Staatswesens der Bundesrepublik Deutschland und der  Prinzipien der  Rechtsstaatlichkeit, Gleichberechtigung, Toleranz und Religionsfreiheit&#8221; &#8211; dieser Bestandteil kann als Vorbereitung auf den Staatsbürgerschaftstest angesehen werden.</em></p>
<p><strong>__________<br />
</strong></p>
<p><a name="migazin" href="#migazinback">[1]</a> <a href="http://www.migazin.de/2010/02/02/erneut-sinkende-einburgerungzahlen-fur-2009-erwartet/">Sevim Dagdelen (Die Linke)</a><br />
<a name="bamf" href="#bamfback">[2]</a> <a href="http://www.integration-in-deutschland.de/cln_110/SharedDocs/Anlagen/DE/Integration/Publikationen/Integrationskurse/Integrationskursbilanz-2008,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/Integrationskursbilanz-2008.pdf">Integrationskursbilanz 2008</a><br />
<a name="bielefeldt" href="#bielefeldtback">[3] &amp; [5]</a> vgl. Bielefeldt 2006<br />
<a name="ha" href="#haback">[4]</a> vgl. Ha 2008</p>
<hr /><span style="text-decoration: underline;">Literatur</span></p>
<p>Bielefeldt, Heiner (2006): Einbürgerungspolitik in Deutschland. Zur Diskussion über Leitkultur und Staatsbürgerschaftstests. Deutsches Institut für Menschenrechte.</p>
<p>Ha, Kien Nghi (2008): Zertifikat Deutsch. Integrationskurse als koloniale Praxis, in: Hinterland Magazin (8):  26-31</p>
<p><a href="http://www.bmi.bund.de/cae/servlet/contentblob/123028/publicationFile/13216/Einburgerungstest_Allgemein.pdf">Alle Fragen des Einbürgerungstests als PDF</a></p>
 <p><a href="http://medienelite.de/?flattrss_redirect&amp;id=1801&amp;md5=f927dca5b4c2aea5678666f6a86007df" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://medienelite.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://medienelite.de/2010/02/03/es-ist-deutschland-hier/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>7</slash:comments>
		<atom:link rel="payment" href="https://flattr.com/submit/auto?user_id=8127&amp;popout=1&amp;url=http%3A%2F%2Fmedienelite.de%2F2010%2F02%2F03%2Fes-ist-deutschland-hier%2F&amp;language=de_DE&amp;category=text&amp;title=Es+ist+Deutschland+hier%21&amp;description=Kritische+Randbemerkungen+zum+Einb%C3%BCrgerungstest.+Von+Nadine+Lantzsch+%26%238220%3BEs+ist+Deutschland+hier%21%26%238221%3B+%26%238211%3B+Mit+diesem+im+besten+Fall+nett+gemeinten+Verortungshinweis+hat+Au%C3%9Fenminister+Guido+Westerwelle+zum+Ende+des+vergangenen+Jahres+nicht...&amp;tags=Diversity%2CFu%2CIntegration%2Cblog" type="text/html" />
	</item>
		<item>
		<title>Bürgerin</title>
		<link>http://medienelite.de/2010/02/02/burgerin/</link>
		<comments>http://medienelite.de/2010/02/02/burgerin/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 02 Feb 2010 18:25:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lantzschi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zitrusfrüchte]]></category>
		<category><![CDATA[Diversity]]></category>
		<category><![CDATA[Integration]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://medienelite.de/?p=1794</guid>
		<description><![CDATA[Gerade sitze ich etwas hilflos vor einem weißen Bildschirm und soll 500 Wörter für ein Statement zu einer politischen Rede pro oder contra Staatsbürgerschafts- bzw. Einbürgerungstest schreiben. Hilflos deshalb, weil ich mich bisher mit Integrationsfragen eher weniger bis gar nicht beschäftigt habe und weil jemand, den ich kenne, der den Test vor kurzem machen musste, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gerade sitze ich etwas hilflos vor einem weißen Bildschirm und soll 500 Wörter für ein Statement zu einer politischen Rede pro oder contra Staatsbürgerschafts- bzw. Einbürgerungstest schreiben. Hilflos deshalb, weil ich mich bisher mit Integrationsfragen eher weniger bis gar nicht beschäftigt habe und weil jemand, den ich kenne, der den Test vor kurzem machen musste, befand: Test als solcher gut. Umsetzung mies. Begründung für zweites: Gesinnungsfragen, Singlechoice. Begründung für erstes: keine.</p>
<p>Hilflos auch, weil ich zur weiß-deutschen Mehrheitsgesellschaft gehöre und für gewöhnlich Menschen mit Migrationshintergrund anders wahrnehme als Mitglieder meiner Gruppe. Nun muss ich mich also mit einer hegemonialen Praxis kritisch auseinandersetzen, die für mich seit meiner Geburt und mit deutschen, weißen Eltern als obsolet definiert wird: Integration. Ich verwende hegemoniale Praxis und Integration deshalb in einem Kontext, weil ich nach dem Lesen einiger Texte das Gefühl habe, dass deutsche Staatsbürgerschaft, deutsche Integrationspolitik und Integration im öffentlichen Diskurs so verhandelt wird &#8211; Integration als verpflichtende Leistung der anderen, die ihre Menschenrechte um Staatsbürgerrechte erweitern wollen. Integrationsleistung der Mehrheitsgesellschaft: keine.</p>
<p>Nach ein bisschen Netzrecherche springen einem sofort die beiden Vorreiterbundesländer Hessen und Baden-Württemberg in die Augen. Richtig: <span style="text-decoration: line-through;">Kinder-statt-Inder-</span>(dit war doch der Rüttgers) Migrantenkriminalität-Koch und Nazi-Leugner Oettinger. Sie taten sich in der Debatte um Einbürgerungstests und ihre Umsetzung besonders positiv hervor: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Einbürgerungstest">http://de.wikipedia.org/wiki/Einbürgerungstest</a> (Punkt 2 und 3)</p>
<p>Ein weiterer Link führte mich auf die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg [sic] und diesem tollen Bild:</p>
<p><a href="http://www.i-punkt-projekt.de/"><img class="aligncenter size-full wp-image-1795" title="Integrationsfibel" src="http://medienelite.de/wp-content/uploads/Bild-2.png" alt="" width="343" height="289" /></a></p>
<p>Das linke Heft wird als Integrationsfibel bezeichnet. Die Abbildungen heben das noch einmal besonders anschaulich hervor ;-) Auf dem rechten Heft &#8230; ja &#8230; zwei schwarze Frauenhände und schwarz auf weiß den Adler. Kreisen eure Assoziationen auch so wie meine?</p>
<p>Insofern dürfte <span>Kien Nghi Ha Recht behalten, wenn er schreibt: </span></p>
<blockquote><p>Einwanderungswillige werden als infantile Schüler behandelt, die der westlichen Aufklärung sowie der deutschen Kultur- und Spracherziehung bedürfen. [...] Indem die rassistischen Einschreibungen dieser Gesellschaft unsichtbar gemacht werden, entfallen wichtige Ausgangspunkte für ein machtkritisches Verständnis von Migration, Rassismus und Integration.</p></blockquote>
<p>Das Zitat stammt aus dem <a href="http://www.hinterland-magazin.de/">Magazin Hinterland</a>. Den gesamten Artikel von Kien Nghi Ha, der deutsche Integrationspolitik als koloniale Praxis definiert, kann dort auch <a href="http://www.hinterland-magazin.de/pdf/08-26.pdf">kostenfrei als PDF heruntergeladen</a> werden. <em>(Danke an Pas für den Hinweis!)</em></p>
<p>Eine andere Herangehensweise an die Thematik Einbürgerung hat der ehemalige Leiter des Deutschen Instituts für Menschenrechte, Heiner Bielefeldt: Er sieht in einer diskriminierungsfreien, transparenten, rechenschaftspflichtigen und menschenrechtlich-verbindlichen Einbürgerungs- und Integrationspolitik eine Chance zur Gewährleistung kultureller Freiheitsrechte für jedes Subjekt. Im Falle einer solchen Politik, wie Bielefeldt sie ganz sachlich aus einer juristischen, nationalstaatlichen Sichtweise heraus argumentiert, gäbe es keinen Widerspruch zwischen Multikulti, Pluralismus und Leitkultur. Er hält die Forderung einer kulturellen Integrationsleistung des Einbürgerungswilligen für berechtigt, auch wenn er konstatiert, dass Integration in Deutschland als aufoktroyierte Homogenisierung und Entscheidung für Assimilation oder Marginalisierung funktioniert. Eine für Bielefeldt angemesse Integrationsleistung wäre das Bekenntnis zur Verfassung, die allgemein gültige Menschenrechte beinhaltet, das Erlernen der Landessprache und eine Bereitschaft zur Mitverantwortung an der Gesellschaft.</p>
<p>Dennoch erwartet Bielefeldt diese Leistung nicht nur von Einbürgerungswilligen, sondern auch von staatlicher Seite: Die so oft geforderte Loyalität zum deutschen Staat sollte nicht in einem Test überprüft werden. Im Sinne einer freiheitlichen Integrationspolitik sollte sie bei allen Einbürgerungswilligen als gegeben vorausgesetzt werden. Gesinnungsfragen sind ebenso tabu, da sie entwürdigend sind, verfassungswidrige Eingriffe des Staates in das Persönlichkeitsrecht darstellen und damit eine Verletzung des rechtsstaatlichen Prinzips sind &#8211; also ein Widerspruch zu den Werten und Normen, zu denen sich Einbürgerungswillige bekennen sollen. Zudem zwingen stigmatisierende Fragen zu Familienbild, Rollenstereotypen und Homosexualität Einbürgerungswille zur Erklärung und Bekräftigung von Werten, die sie für sich selbst bereits als selbstverständlich empfinden (könnten). Außerdem werde damit das Recht auf kulturelle Freheit nicht geachtet. Ein Pauschalverdacht tradiere zudem weiterhin die Diskriminierung bestimmter Personengruppen.</p>
<p>Bielefeldts Ausführungen stehen  beim Deutschen Institut für Menschenrechte ebenfalls <a href="http://www.institut-fuer-menschenrechte.de/uploads/tx_commerce/essay_no_3_einbuergerungspolitik_in_deutschland.pdf">zum kostenlosen Download</a> bereit.</p>
<p>Hmm. Jetzt ist der Bildschirm doch nicht mehr so weiß&#8230;</p>
 <p><a href="http://medienelite.de/?flattrss_redirect&amp;id=1794&amp;md5=7028e9ccd995eec03ca3f0ae4318c8dd" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://medienelite.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://medienelite.de/2010/02/02/burgerin/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>5</slash:comments>
		<atom:link rel="payment" href="https://flattr.com/submit/auto?user_id=8127&amp;popout=1&amp;url=http%3A%2F%2Fmedienelite.de%2F2010%2F02%2F02%2Fburgerin%2F&amp;language=de_DE&amp;category=text&amp;title=B%C3%BCrgerin&amp;description=Gerade+sitze+ich+etwas+hilflos+vor+einem+wei%C3%9Fen+Bildschirm+und+soll+500+W%C3%B6rter+f%C3%BCr+ein+Statement+zu+einer+politischen+Rede+pro+oder+contra+Staatsb%C3%BCrgerschafts-+bzw.+Einb%C3%BCrgerungstest+schreiben.+Hilflos+deshalb%2C+weil...&amp;tags=Diversity%2CIntegration%2Cblog" type="text/html" />
	</item>
		<item>
		<title>Fakten und die besseren Argumente</title>
		<link>http://medienelite.de/2009/12/11/fakten-und-die-besseren-argumente/</link>
		<comments>http://medienelite.de/2009/12/11/fakten-und-die-besseren-argumente/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 11 Dec 2009 17:58:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lantzschi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Saftpresse]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Diversity]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Toleranz]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://medienelite.de/?p=1547</guid>
		<description><![CDATA[IIch habe seit längerem schon diesen Text im Kopf. Diesen allumfassenden Rundumschlag gegen alles mich Ankotzende. Ich belasse es bei einem Manifest, das keines ist. Seitdem ich durch mein Studium gewissermaßen gezwungen bin, mich mit Menschen- und menschlichen Fragen auseinander zu setzen, bin ich immer wieder auf Widersprüche gestoßen. Auf meine eigenen, auf die meiner [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.flickr.com/photos/huangjiahui/3127634297/"><img class="aligncenter" src="http://farm4.static.flickr.com/3089/3127634297_2180c55b39.jpg" alt="" width="500" height="375" /></a></p>
<p>IIch habe seit längerem schon diesen Text im Kopf. Diesen allumfassenden Rundumschlag gegen alles mich Ankotzende. Ich belasse es bei einem Manifest, das keines ist.</p>
<p><span id="more-1547"></span><br />
Seitdem ich durch mein Studium gewissermaßen gezwungen bin, mich mit Menschen- und menschlichen Fragen auseinander zu setzen, bin ich immer wieder auf Widersprüche gestoßen. Auf meine eigenen, auf die meiner Umwelt, auf die in der Theorie, auf die in der Praxis, auf die im System, ja vielleicht auch auf die in der Metaphysis. Langsam beginne ich, mich im aktiven Prozess diesen Widersprüchen anzunäheren, sie zu greifen, zu betrachten, ein wenig auf ihnen mit den Fingern herumzudrücken, versucht ein paar ihrer Felder zu drehen, zu quetschen, hineinzupressen in mein Schema von Welt und Gedanken. Wie bei einem Zauberwürfel. Den ich übrigens nie gelöst habe.</p>
<p>Ich habe gemerkt, dass Menschen- und menschliche Fragen niemals vollständig lösbar sind. Die Antworten liegen eher in der Beantwortung. Ich habe auch gemerkt, dass es niemals nötig oder möglich ist, mit Menschen zu diskutieren, die sich weder der Beantwortung noch der Fragestellung widmen wollen. Sie wollen nicht für die Fragestellung sensibilisiert werden oder Fakten herangetragen bekommen. Sie wollen ganz einfach dumm sein. Für ihre Dummheit fallen ihnen jede Menge Argumente ein.<br />
Respektlosigkeit, Stigmatisierung, Deutungshoheit, Macht, Wortergreifung, Diskriminierung, Intoleranz, Arroganz, Objektivierung und Zuschreibung sind nur einige davon.</p>
<p>Oft finden sie für ihre Argumente tolle Umschreibungen. Meinungsfreiheit, Gleichheit, Freiheit, Gerechtigkeit sind nur einige davon.</p>
<p>Ein großer Teil des westlichen Selbstverständnisses, der Kunst, der Philosophie, der Kultur, der Nationen, der Naturwissenschaft, der Dinge besteht aus Dichotomien: Natur – Kultur, Gefühl – Vernunft,  Mann – Frau, Hetero – Homo, Gut – Böse, Hell – dunkel, Schwarz – Weiß. Ganz abgesehen davon, dass dieses bipolare Verständnis von Dingen keine weiteren Komponenten, Achsen, Grenzen oder Erweiterungen zulässt, wäre es nicht weiter tragisch, würde das westliche Selbstverständnis auch beinhalten, dass diese Dichotomien einander gleichwertig sind. Ähnlich einer Waage. Leider gehört es zum westlichen Selbstverständnis, diesen Dichotomien Wertigkeiten zuzuschreiben, meistens in Form einer Hierarchie. Zynisch, dass selbst dieser Hierarchie die Dichotomie Wert – Unwert innewohnt. Wer diese Hierarchien und Zuschreibungen irgendwann einmal eingeführt hat, wer sie fortlaufend kultiviert hat, ist dabei erst einmal völlig irrelevant. Sie sind Konsens seit unzähligen Jahrhunderten.</p>
<p>Dieser langwährende Konsens hat jedenfalls dazu geführt, dass wir weder die Wertigkeiten, noch die Dichotomien, noch die Marginalisierungs- und Assimilierungsprozesse in Frage stellen, die damit zwangsläufig einhergingen und bis heute einhergehen. Dieses selbstverständliche Selbstverständnis erscheint dabei als Paradox, haben doch all diese Vorgänge direkt Auswirkungen auf Menschen. Sie betreffen also letztendlich uns alle.</p>
<p>Dumme Menschen behaupten jedoch, dass es sie nicht betreffe, sondern die anderen. Wer die anderen sind, bestimmt der/die Dumme je nach Fall und Gusto selbst. Die anderen sind jedoch grundsätzlich diejenigen, auf die/der Dumme projiziert, wovon er/sie ausgeht, es stelle den gegensätzlichen Pol zu ihrem/seinem eigenen dar. Ich brauche nicht zu betonen, dass es sich hier erneut um eine Dichtomie handelt, dass der/die Dumme das Gegensätzliche abwertet und auch seinen/ihren eigenen Standpunkt selbstverständlich als Pol definiert, der absolut keiner Hinterfragung bedarf.</p>
<p>Dumme Menschen machen also den bereits erwähnten Konsens zu ihrem eigenen. Dieser Absolutismus bringt dumme Menschen in eine Allmachtsposition. Eine Allmacht, die für “die anderen” zur Ohnmacht wird, solange sich die Dummen im Umfeld “der anderen” in der Überzahl befinden.</p>
<p>Dumme Menschen sind also durch ihre Nichtakzeptanz des Menschlichen gekennzeichnet. Werden sie dadurch auch zu Un-Menschen? Eine Frage, auf die ich beispielsweise noch keine Antwort weiß, würde der Weg der Beantwortung zweifelsfrei in ein dichotomes Muster verfallen. Zumindest weiß ich, dass ich niemanden neben mir akzeptieren muss, der das Menschliche nicht bereit ist, gleichwertig zu behandeln. Dafür habe ich lange gebraucht. Nicht bei allen Dummen kann ich das umsetzen. Immerhin: in diesem Punkt kann ich nicht davon sprechen, in dichotome Muster zu verfallen. Vielleicht liegt darin sogar die Antwort.</p>
<p>Vielleicht liegt eine endgültige Antwort darin, dummen Menschen ihren Absolutismus zu entziehen und ihn wieder auf das Menschliche zu übertragen. Wie das geht? Ohne Antwort. Der Weg der Beantwortung geht einher mit Verantwortung. Verantwortung für das Menschliche.</p>
<p>Ich habe mir überlegt, in den kommenden Wochen, Monaten ein paar exemplarische Beispiele aus meinem Alltag zu zitieren. Vielleicht in Form eines fiktiven Gesprächs zwischen mir und dummen Menschen. Das Gespräch soll keine Moral artikulieren oder belehren. Das Gespräch soll auch nicht aufklären und erklären, aber beschreiben und zeigen. Um sich ein Bild machen zu können. Vielleicht erlangt die Menschlichkeit ihren Absolutheitsanspruch zurück, wenn wir dumme Menschen besser erkennen.</p>
<p>Und wenn wir sie endlich erkannt haben in ihrer Gesamtheit, diese Dummheit, werden wir auch erkennen, dass sie zwar nicht den gleichen Wert haben kann, weil sie Gleichwertigkeit nicht anerkennt, diese Dummheit. Dass sie gar ungelöst bleiben wird, werden wir erkennen. Aber mit diesem Erkenntnisprozess über die Dummheit werden wir den Blick wieder auf den Würfel richten können, der unlösbar erscheint. Auf seine vielen bunten Felder, die für sich ein großes Ganzes ergeben, ohne dass es einer Antwort bedarf. Das wäre die Lösung.</p>
<p>&#8212;</p>
<p>Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/huangjiahui/">huangjiahui</a> (<a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/deed.de">CC</a>)</p>
 <p><a href="http://medienelite.de/?flattrss_redirect&amp;id=1547&amp;md5=b6cad03d751ec9bce6bf857eb67483f0" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://medienelite.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://medienelite.de/2009/12/11/fakten-und-die-besseren-argumente/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>21</slash:comments>
		<atom:link rel="payment" href="https://flattr.com/submit/auto?user_id=8127&amp;popout=1&amp;url=http%3A%2F%2Fmedienelite.de%2F2009%2F12%2F11%2Ffakten-und-die-besseren-argumente%2F&amp;language=de_DE&amp;category=text&amp;title=Fakten+und+die+besseren+Argumente&amp;description=IIch+habe+seit+l%C3%A4ngerem+schon+diesen+Text+im+Kopf.+Diesen+allumfassenden+Rundumschlag+gegen+alles+mich+Ankotzende.+Ich+belasse+es+bei+einem+Manifest%2C+das+keines+ist.+Seitdem+ich+durch+mein+Studium...&amp;tags=Diskriminierung%2CDiversity%2CGender%2CToleranz%2Cblog" type="text/html" />
	</item>
	</channel>
</rss>

