Posted on Mai 4, 2008

Posted on Dez 11, 2007

Auf der Suche nach der digitalen Bohème – Teil 3

Nachdem ich lange nichts mehr von mir hören lassen habe, was die digitale Bohème betrifft, hier nun ein neuerliches Update. Ich muss zugeben, einen wahnsinnigen Sprung gemacht zu haben und bin nun ganz nah dran, aber immernoch nicht dabei.

Seit meinem Beginn bei tagesspiegel.de, bin ich nun einem Berliner Ober-Bohemian, Mercedes, ein ganzes Stück weit näher gekommen. Ihr wisst, dass mir das immer wichtig war. Klar läuft hier bei der Holtzbrinck-Tochter nicht alles so bohème, da man schließlich feste Arbeitszeiten und feste Aufgaben hat. Dennoch, es wird viel Brancheninterner getuschelt, alle Redakteure schwören auf Apple (es wurden sogar schon mehrere iPhones gesichtet), der gute alte Latte Macchiato steht dampfend jeden Tag neben mir und manche haben sogar Moleskine zu ihrem Standard-Notizbuch gemacht.

Was ich denn doch enttäuschend finde – oder sollte ich es lieber nicht? – dass die meisten hier was mit Niggemeier, Turi und Alphonso anfangen können. Ich dachte, ich hätte diese Nichtsnutze mal aus meinem Wahrnehmungsfeld verbannt. Wahrscheinlich ist es auch Mercedes, die ein bisschen mehr Onlinewind mitbringt. Immerhin macht sie oft die Missionarin, besucht diverse Messen, Kongresse und sonstige geheime Bohème-Treffen mit den oberen 10.000 der Online- und Printbranche, um ihre Schäfchen dann über die neuesten Trends in Kenntnis zu setzen. Mutti Bunz on the top of Web2.0.

Gestern saß ich zum ersten Mal, seitdem ich in Berlin wohne, (und das ist jetzt schon seit Anfang März) mit meinem Notebook und einem Caffe Mocha White (dem Latte Macchiato für die Bohème2.0) in einem süßen Café in F’Hain und tat nichts anderes als so dies und das, sah dabei super wichtig aus. Wie es eben auch so bei den Freiberuflern ist: Keine feste Arbeitszeit, keine feste Aufgabe und eigentlich keinen “festen” Sinn, mit dem, was man da gerade so treibt.

Wo bleibt das MacBook zur Perfektion? Kommt bald. Und was ist mit dem Moleskine? Tzja, eine Kalender für 2008 hab ich noch nicht. Und bald ist ja auch Weihnachten. Also? ^^

Beschenkt mich. Der Bohème lebt schließlich preiswert. Minimalistische Dekadenz hat Hochkonjunktur. Anspruch trotz Armut (nicht von mir, aber gut, was?) Bis dahin beiße ich mich noch ein wenig bei Holtzbrinck fest.

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Teil 1
Teil 2