Posted on Jun 8, 2010

Check (7)

Leute, es ist Zeit für Parks. Aber keine Zeit zum Durchatmen. Ich bin momentan völlig eingespannt in Uni und als Gastschreiberin für das Missy-Magazine-Blog. Deshalb ist hier erstmal nicht viel von mir zu erwarten. Das einzige, womit ich dienen kann, ist ausreichend Lesestoff für nette Stunden im Grünen.

- in der FAZ geht es um die Unterschiede zwischen Mann und Frau anhand ihrer Gehirne. Anders, als von der FAZ zu erwarten wäre, äußerst kritisch. Viele naturwissenschaftliche Theorien ranken sich um die sexuelle Differenz – von Wahrheit und Objektivität kann nicht die Rede sein. Fakt ist allerdings, dass es sich bei allen Forschungen um Geschlechterfragen nie um eindeutige und unwiderruflich falsifizierbare Ergebnisse handeln kann. Weil Forscher_innen selbst nicht frei von Vorannahmen über Geschlecht sein können (Sozialisation) und diese in ihre Praxis mit einbringen. Das ist okay, solange nicht Objektivität sondern Selbstkritik postuliert wird.

- HartzIV-Empfänger_innen müssen mit drastischen Kürzungen in den kommenden Jahren rechnen. Die Bundesregierung zeigt ihr wahres Gesicht. Ich freue mich auf die nächste Bundestagswahl. Auswirkungen und Hintergründe für die Betroffenenen gibt es bei Antje Schrupp (sowieso generelle Leseempfehlung) und dem Genderblog.

- Felix Neumann beleuchtet in einem Post das Zusammenspiel von Gender und Bloggen. In einem anderen spricht er sich gegen Biologismen in politischer Praxis aus.

- Der aktuelle Titel des SZ-Magazins beschäftigt sich mit Feminismus. DEM (!) Feminismus. Natürlich ist dieser schuld an der Bitchyness aller (!) Frauen.

- Im Guardian geht es um den neuen Film von Michael Winterbottom “The Killer inside me”. Problematisch sieht die Autorin des Textes die Zunahme von Gewalt gegen Frauen im Kino und TV. Schon immer war sie Teil stilistischer Argumentationen von Filmemacher_innen,  allerdings erreicht der Tenor “Gewalt macht Liebe” im Winterbottom-Streifen eine neue Qualität.

- Ebenfalls im Guardian zu lesen: Eine Fundamental-Kritik am neuen “Sex and the City”-Film. Was in der Serie als feministischer Ansatz, Empowerment von Frauen und neues weibliches Selbstbewusstsein durchging, wandele sich nun zu einem völlig oberflächlichen klischeebehafteten alten Rollenverständnis. Ich habe beide Filme nicht gesehen und auch nicht vor, sie mir anzuschauen. Der Autorin des Textes haben sie nämlich die Serie versaut und darauf habe ich keine Lust.

- In Wales ist die Kampagne “One Step Too Far” gestartet und soll Geschlechter für Sexismus sensibilisieren. Sehenswert!

Posted on Mai 5, 2010

Check (6)

Zunächst möchte auf die E-Petition zum Hebammenprotest hinweisen. Bitte unbedingt mitzeichnen. Es werden 50.000 Stimmen benötigt. Mehr Informationen hier.

Christian Heller hat auf CARTA einen sehr spannenden Beitrag zu Ignoranz im Netz geschrieben, der sich inhaltlich zu meinem Post untendrunter anschließt und mspro fragt daraufhin, wie kollektive und unterstützende Ignoranz genau aussehen kann. In den kommenden Tagen hoffentlich mehr.

Felix Neumann und Antje Schrupp haben ihre Gedanken zum Burka-Verbot (alias Vermummungsverbot) in Belgien niedergeschrieben. Lesenswert!

Tessa gibt noch einmal neuen Input zum Thema: Internet und Beziehungen. Nach ihrem tollen Panel auf der re:publica

Zum Schluss in eigener Sache, wie angekündigt: Meine ersten Artikel bei der Mädchenmannschaft sind online. Ihr seid herzlich eingeladen euch an der Diskussion zu beteiligen.

Posted on Apr 22, 2010

Sexismus im Netz: Audiomitschnitt von der re:publica 2010

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Damit auch alle wissen, wovon sie sprechen. Viel Spaß beim Hören und freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Netzpolitik.org. Danke! Auch an Anne, Anna und Klaus, die für ein provokantes Panel gesorgt haben!

Posted on Apr 9, 2010

Re:publica 2010

Video nach dem Klick

Vor einem Jahr war ich hauptsächlich beruflich auf der Re:publica und hielt mir viel zu große Mikrofone unter die Nase, während ich komisch in die Kamera schaute und komische Sachen sagte, die man halt so sagt, wenn man beruflich auf der Re:publica ist.

Dieses Jahr bin ich nicht beruflich dort, sondern privat. Und seitdem hat sich vieles geändert: Es wird eine Re:publica ohne Poken (ihr kennt sie noch?), ohne Lawrence Lessig (loved him), ohne 15-jährige Bloggerteens (a blast to the audience), dafür wahrscheinlich mit den ersten iPads, einem Queer-Podcast mit Deef, einem Bloggerinnentreffen, zu dem Männer und nicht-Re:publica-BesucherInnen herzlich eingeladen sind, meiner ersten Twitterlesung und vielen Menschen, mit denen ich bisher nur digital kommunziert habe. Ich hoffe auf zahlreiche Zigaretten, Kaffee, Club Mate und das ein oder andere Weinglas.

Es wird die weiblichste Re:publica ever, was übrigens der einzige Grund ist, auf einer Web-Veranstaltung nicht wie ein Vollidiot gekleidet durch die Gegend zu prollen. Also Männers, Lesbians and Queers, macht euch schick:

1. Rasieren (!)

2. Bloggerbauch bedeckt halten (!!!)

3. Haare kämmen oder wenigstens so tun, als sei es Styling

4. Nicht permanent auf’s iPhone starren

5. Nicht permanent auf die Brüste starren

6. Nicht permanent über Brüste reden (nein, Brüste sind kein adäquater Gesprächsersatz für Gadgets und Twitter…hmm…obwohl)

7. Frauen was von Social Media zu erzählen, ist wie Frauen die Abseitsregel zu erklären >> Uncool. Kannten sie vor euch schon alles.

So. Ich würde mich freuen eure Bekanntschaft zu machen, am besten via Twitter anpingen oder wer mich so erkennt, gern direkt ansprechen, ich bin etwas schüchtern.

Vielleicht sieht man sich ja auch auf diesen Veranstaltungen (oder davor oder danach):
Mittwoch
14.00 Uhr Paid Content Debatte
15.00 Uhr Feministische Netzkultur und Kathrin Passig
20.30 Uhr Twitterlesung

Donnerstag
14.00 Uhr New Story Telling im Kontext Beziehungen & Partner
15.00 Uhr Was am Internet hassenswert ist
16.00 Uhr Sexismus im Internet

Freitag
16.00 Uhr Vernetzte Intimität – autobiografisches Schreiben in Weblogs
18.30 Uhr Treffen der “Girls on Web Society”
20.00 Uhr Dummdideldumm

Posted on Mrz 12, 2010

Check (4)

Ich komme im Moment nicht wirklich zum Lesen, des wegen lest ihr hier nur, was andere schon vor mir rausgefunden haben. Dafür kommentiert.

- In den Kommentaren zu meinem letzten Piratenartikel tummelte sich neben Trollgedöns auch das ein oder andere Lesenswerte. JoKnopp ließ einen Text über Post-Gender da, geschrieben von einem Pirat (weiblich) für die Partei. Mal abgesehen von inhaltlichen Fehlern und permanenten Verkürzungen, ist der Artikel im besten Falle nett gemeint oder naiv. Eine Gesellschaft in Postgender-Manier ist so utopisch wie durch ein Wurmloch zu fliegen. Sollte ich jetzt leider sagen? Judith Butler galore und so? Ääh. Ich halte es schlicht für unmöglich, nicht nach Geschlecht (sex+gender) zu differenzieren, weder bei sich selbst noch bei anderen. Ehrlich gesagt, habe ich da auch gar keine Lust drauf. Ich bin stolz, das Label Frau zu tragen. Andererseits halte ich es doch für ziemlich vermessen, sich selbst als post-gender zu betiteln, sozialisiert in einer nach Geschlecht differenzierenden und von Sexismen durchzogenen Welt. Schon gar nicht ist post-gender als progressiv zu betrachten, wenn man selbst nicht mal die Begriffe Feminismus und Ideologie auseinanderhalten kann. Bevor sich eine Partei wie die PP postgender schimpft, sollte sie erstmal Nachhilfe in Sachen Politischer Bildung tätigen. Und zu guter letzt, dient dieser Artikel zu nichts weiter, als eigene Sexismen in der Partei mit irgendwelchem halbgaren Geschwurbel zu legitimieren und bagetellisieren. Klasse. Ich will demnächst mal einen Text zu Postgender schreiben, erinnert mich bitte dran!

- Dass Deutsche Leitkultur nicht erst seit Homie Adolf einen schweren Schlag erlitten hat, dürfte zum deutschen Allgemeinwissen gehören. Schon Kant und Hegel waren Rassisten und eigentlich hat das sächsische Kurfürstentum die Weltherrschaft verdient. Davon ist leider nichts zu spüren, außer dass Sachsen im innerostdeutschen Vergleich noch am besten wegkommt. Apropos Osten, wohnen da nicht die vom Sozialismus verrohten und versoffenen Untermenschen in diesen No-Go-Areas, wo Asylheime brennen und die Hakenkreuze als Stuck Laternen zieren? Richtig. Und wenn sie nicht grad ein paar Ausländer klatschen gehen, dann lachen sie über die Hessen, weil deren thoitsche Volksfeste mit Studentenverbindungen, Hexenverbrennungen, Nationalismus, Frauenfeindlichkeit, Antisemitismus und Rassismus dann doch etwas zu plump sind für diese dumpfen Ossibratzen.

- Fünf Lesben erzählen von ihren lesbischen Erfahrungen, wie wahr, wie wahr. Besonders kann ich unterschreiben, dass lesbische Sexualität nach wie vor ein Tabu ist. Nein, ich rede nicht von Girl-on-Girl-Action, das ist nämlich immer das, was sich Affe Mann vorstellt, wenn er mich und Frau X. mal wieder sabbernd angafft und fragt, ob er mitmachen kann. Darüber wollt ich auch nochmal was schreiben und auch hier bitte ich um Erinnerung.