Posted on Jun 29, 2010

So schmeckt der Sommer.

Foto: Zeitfixierer (CC-BY-SA)

Wie so oft in diesen Tagen laufe ich abends durch Friedrichshain. Mein Friedrichshain. Momentan aber in Lichtenberg exiliert. Sie hebt noch schnell Geld ab, da vorn, wo sich Boxhagener und Wühlisch küssen. Ich halte ihr Fahrrad und beobachte Menschen, Kinder, Schüler, jede Menge Schüler. Teens. Junge Teens, wieder diese Gruppen, aus den Hostels strömend, mit Becks Green Lemon oder selbstgemischten “Mischen” in der Hand. Zurecht gemacht. Die Jungs in weit offen geknöpften Hemden, die Mädchen mit diesen Handtäschchen der Winzigkeit, eine lange Schlaufe – nur Platz für Lippenstift, Puder und etwas Kleingeld. Die Damen wollen schließlich ausgeführt werden. Sie zickt. Er bestimmt. Das immer gleiche Bild. Der Tross stiefelt die Wühlisch hinunter, ohne bekanntes Ziel, dafür mit reichlich warmem Alkohol. Die Schweißperlen auf der Stirn. Sie wollen saufen, sie wollen Spaß haben, die letzte Nacht. Berlin.

“Ey! Vergesst eure Beziehungen, lasst’ uns was mit der Klasse machen. – Was in Berlin passiert, bleibt in Berlin”, brüllt einer.

Posted on Mrz 23, 2009

In einer Stadt wie dieser.

Ein Blinken an der Antenne. Sekündlich.

Ein Bild. Minütlich.

Eine Umrundung. Stündlich.

Ein rotes Leuchten. Täglich.

Ein Glitzern an der Fassade. So oft.

Ein Lichtblick – nah und aus der Ferne. Nicht oft genug.

In einer Stadt wie dieser das Abbild ihrer Menschen. Das Gute darin erkennen.

Das Unbewusste sichtbar machen. Die Geschwindigkeit der Wiederholung auf ein zu erfassendes Maß reduzieren. Die Einmaligkeit festhalten. Die Vergänglichkeit manifestieren. Die Zerstreuung verdichten. Die Komplexität auflösen. Die Paradoxe begreifen.

In einer Stadt wie dieser ergeht sich alles in einer Welle aus Augenblicken.

Berlin – Alexanderplatz.

Posted on Jun 1, 2008

I’m techno and you’re not!

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Habe ich schon erwähnt, dass das Watergate mein lovely club ist?

Gestern hatte Ellen Allien geladen. Zur record release ihres neuen, überraschend-sphärisch minimalen Longplayers “Sool”. Soolig gings dann aber irgendwie gar nicht zu. Technös-pornös. Teilweise so laut und bassig, dass ich dachte, mir springt das Herz raus oder ich werde ohnmächtig. Oder was da auch immer mit dem Körper passiert. Zugedrogtes neben Alkoholisiertem. Same shit different day. Schön sauniert ab 3 Uhr nachts bis 6 Uhr morgens. Leider nur, weil die Füße schmerzten. Nichts gewohnt die heutige Jugend.

Überraschung des Abends war der DJ namens Hector und das Unzip Project. Hooray. Wer die beiden kennt, möge mir bitte Links zukommen lassen.

Ansonsten habe ich noch das im Angebot. Ab Minute drei sieht man den räudigen Rumänen und den perversen Perser bei ihrer record release im September 07. Und vielleicht mich, wenn man ein geübtes Auge hat.

Was mich noch mehr reizt, als das Berghain/Panoramabar ist das Weekend. Verstehen kann man das nach diesem Klick:

Posted on Mai 30, 2008

Glückspragmatismus.

Gestern war wieder so ein Tag. Ein Tag, der perfekt war. Dabei war er es gar nicht.

Manche Tage sind gewöhnlich. Die meisten eigentlich. Alltag, Beruf oder beides in einem. Ein bisschen Freizeit, schönes Wetter, Berlin. Also ein ganz gewöhnliches Ding.

Nach meiner Spätschicht befand ich mich auf einmal auf Berlin. Ja richtig. Auf Berlin. Auf einer Dachterrasse in der Torstraße (die wo die ganzen BC von Angelina Jolie wohnen /insideroff). Vor mir der Sternenhimmel, das Berliner Verlagsgebäude, das Park-Inn- oder Forumhotel, der Alex (so nenn ich den Fernsehturm seit je her). Direkt vor und doch unter mir. Bier, Zigaretten, tolle Menschen und die Frage: Darf Ostberlin noch so heißen?

Ich frage mich manchmal, wie das so gekommen ist mit mir. Dass ich jetzt in Berlin bin, diesen Text schreibe und arbeiten darf. Warum mir das früher so anders vorkommt und warum ich glücklich bin.

Auf dem Weg zur Tram, oh vergessen … auf dem schnellen Weg zur Tram fragte ich mich, warum ich gerade versuchte, gefühlte 20 Taxis anzuhalten. Warum mir das egal war, dass ich für meinen Nachhauseweg mehr als Monatsticket bezahlen will. Dekadenz oder Berliner Alltag? Ich fuhr letztlich doch mit der Tram heim und steckte mir Kopfhörer in die Ohren. Ich kenne das Lied nicht. Trotzdem weine ich. Und freue mich doch, dass es keine Melancholie ist.

Das Leben ist schön -

Posted on Mrz 1, 2008