Ich habe Angst vor Wasser. Besser gesagt Angst vor offenen Gewässern. Das reicht grundsätzlich von Seen bis Meer. Badewannen, Pools und Schwimmbäder sind okay, das wars dann aber auch schon.
Alles fing damit an, dass mich meine Oma mit vier Jahren hat den “Weißen Hai” gucken lassen. Führte dazu, dass ich mit viel Widerwillen schwimmen lernte. Kurz vor meiner Einschulung und die hatte ich mit fast sieben Jahren. Danach verflüchtigte sich die Angst, aber ein mulmiges Gefühl blieb.
Später, ich kann nicht mehr genau sagen, in welchem Alter, kam es wieder. Der weiße Hai war Geschichte, doch dunkle, trübe, weite, ruhige wie unruhige große Wassermassen sind grausame Realität. Ich weiß nicht, warum das so ist. Aber ich habe Angst, das Wasser könnte mich verschlucken. Es ist auch einfach nicht der Lebensraum des Menschen.
Wasser strahlt in meinen Augen solch eine Urgewalt aus, dass ich Panik bekomme, wenn ich auch nur bis zu den Knien oder zur Hüfte drin stehe. Panik ist zudem nicht gerade gemütlich. Das möchte man nicht länger als ein paar Sekunden ertragen.
Beim Wasser verfolgt mich die Panik bis ins heimische Wohnzimmer, wenn ich Bilder sehe. Bewegte Bilder wohlgemerkt. Non-Fiction oder Fiction – egal. Große Wellen, offener Ozean, ein Horror. Ganz witzig, wenn die Kamera mit der Wasseroberfläche auf Augenhöhe ist und weit und breit kein Land in Sicht. Nicht schön.
Drängt sich natürlich die Frage auf, inwiefern man denn seine Phobien gern mal psychologisch betreuen lassen will. Da liebe ich ja die Methode: Konfrontation. Never ever. Wer das Gefühl der Panik kennt, der hat da keine Lust drauf. Jemand Ideen?
Wir können das Spielchen noch ein wenig weiterspinnen (Oha, Wortwitz)…Dunkelheit, die hat es mir auch nicht gerade angetan, aber da kann ich mich immernoch beherrschen. Da hab ich meinen Kopf weitestgehend unter Kontrolle. Aber das liegt wohl an den Horrorfilmchen. Oder am Wesen des Menschen.
Wovor habt ihr Angst?
Fotocredits: Titelbild – silverxraven | CC-Lizenz
