<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Medienelite</title>
	<atom:link href="http://medienelite.de/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://medienelite.de</link>
	<description>Kann mehr.</description>
	<lastBuildDate>Fri, 03 May 2013 08:40:27 +0000</lastBuildDate>
	<language>de-DE</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.5.1</generator>
		<item>
		<title>Der Umgang mit Rassismus und Schwarzen Expert_innen in den Medien.</title>
		<link>http://medienelite.de/der-umgang-mit-rassismus-und-schwarzen-expertinnen-in-den-medien/</link>
		<comments>http://medienelite.de/der-umgang-mit-rassismus-und-schwarzen-expertinnen-in-den-medien/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 03 May 2013 08:34:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lantzschi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Entsaftet]]></category>
		<category><![CDATA[Deniz Yücel]]></category>
		<category><![CDATA[Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[ISD]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
		<category><![CDATA[Sharon Dodua Otoo]]></category>
		<category><![CDATA[taz]]></category>
		<category><![CDATA[tazlab]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://medienelite.de/?p=3545</guid>
		<description><![CDATA[Nach den Ereignissen auf dem und rund um das taz.lab Panel hat die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) um eine Stellungnahme der taz gebeten. Bisher steht diese aus, obwohl Panelistin Sharon Dodua Otoo sich ihrerseits schon zur Veranstaltung geäußert hat. Hiermit &#8230; <a href="http://medienelite.de/der-umgang-mit-rassismus-und-schwarzen-expertinnen-in-den-medien/">Weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Nach den Ereignissen <a title="14jähriger schlägt vor: “Sag doch einfach ‘N-Wort’”, Deniz Yücel flippt aus: Impressionen vom tazlab" href="http://maedchenmannschaft.net/13jaehriger-schlaegt-vor-sag-doch-einfach-n-wort-deniz-yuecel-flippt-aus-impressionen-vom-tazlab/">auf dem</a> und <a title="Bügeln Gehen mit Deniz Yücel" href="http://maedchenmannschaft.net/buegeln-gehen-mit-deniz-yuecel/">rund um</a> das taz.lab Panel hat die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) um eine <a href="http://neu.isdonline.de/tazlab-2013-stellungnahme-seitens-der-taz-leitung-erwunscht/" target="_blank">Stellungnahme der taz gebeten</a>. Bisher steht diese aus, obwohl Panelistin Sharon Dodua Otoo sich ihrerseits schon <a href="http://neu.isdonline.de/einfach-mal-zuhoren-2/" target="_blank">zur Veranstaltung geäußert</a> hat. Hiermit veröffentlichen wir den <a href="http://neu.isdonline.de/offener-brief-an-die-taz-stellungnahme-der-isd/" target="_blank">Offenen Brief der ISD</a>, den ihr mitzeichnen könnt (Mail an isdbund.vorstand@isd-bund.org), um die taz zu einer ernsthaften rassismuskritischen Auseinandersetzung zu bewegen.</p>
<p>Aus dem Brief:</p>
<blockquote><p>Selbstverständlich lebt eine Zeitung wie die taz von der Diversität ihrer Standpunkte. Jedoch müssen auch hier gewisse Grenzen gesetzt werden. Auch Meinung und Polemik sollte auf Sachinformationen und dem fundamentalen Respekt für Unterdrückungserfahrungen gegründet sein. Frau Otoo war auf dem Podium des taz.labs ein geladener Gast und wurde ebenso wie viele der anwesenden Schwarzen Zuschauer_innen – unter anderem Mitglieder der ISD – nicht mit dem gebührenden Respekt behandelt. Die Stellungnahme von Frau Otoo abzudrucken, erscheint zunächst als einsichtige Geste der taz. Der relativierend formulierte Text im Kasten daneben macht allerdings deutlich, dass der Zeitung der Wille zu einer souveränen Auseinandersetzung mit politischen Differenzen und Konflikten fehlt.</p></blockquote>
<blockquote><p>Schon länger gilt das Verhältnis der taz zu einer breiten rassismuskritischen Öffentlichkeit als angespannt. Dieser Vorfall ist ein weiteres Beispiel für das Verbarrikadieren hinter einer Verteidigungslinie. Es wird Zeit, dass sich die taz, ebenso wie die breite Gesellschaft, endlich kritisch mit dem Thema Rassismus und Sprache auseinandersetzt. Es wird Zeit, dass der Mainstream die Stimmen derjenigen ernst nimmt, die üblicherweise als die so genannten Anderen gelten. Es gilt, sie als Expert_innen zum Themenfeld Rassismus und Diversity anzuerkennen und für die Medienstrukturen nachhaltig zu gewinnen.</p></blockquote>
 <p><a href="http://medienelite.de/?flattrss_redirect&amp;id=3545&amp;md5=e1ca85917f084ffab2dbb9921a833d63" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://medienelite.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://medienelite.de/der-umgang-mit-rassismus-und-schwarzen-expertinnen-in-den-medien/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		<atom:link rel="payment" title="Flattr this!" href="https://flattr.com/submit/auto?user_id=8127&amp;popout=1&amp;url=http%3A%2F%2Fmedienelite.de%2Fder-umgang-mit-rassismus-und-schwarzen-expertinnen-in-den-medien%2F&amp;language=de_DE&amp;category=text&amp;title=Der+Umgang+mit+Rassismus+und+Schwarzen+Expert_innen+in+den+Medien.&amp;description=Nach+den+Ereignissen%C2%A0auf+dem%C2%A0und%C2%A0rund+um%C2%A0das+taz.lab+Panel+hat+die+Initiative+Schwarze+Menschen+in+Deutschland+%28ISD%29+um+eine%C2%A0Stellungnahme+der+taz+gebeten.+Bisher+steht+diese+aus%2C+obwohl+Panelistin+Sharon+Dodua+Otoo+sich...&amp;tags=Deniz+Y%C3%BCcel%2CInitiative+Schwarzer+Menschen+in+Deutschland%2CISD%2CRassismus%2CSharon+Dodua+Otoo%2Ctaz%2Ctazlab%2Cblog" type="text/html" />
	</item>
		<item>
		<title>Liebe &amp; Freu_ndinnenschaft</title>
		<link>http://medienelite.de/liebe-freu_ndinnenschaft/</link>
		<comments>http://medienelite.de/liebe-freu_ndinnenschaft/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 14 Apr 2013 11:03:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lantzschi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Saftpresse]]></category>
		<category><![CDATA[Freu_ndinnen]]></category>
		<category><![CDATA[lesbisch]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Nähe]]></category>
		<category><![CDATA[Part_nerinnschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Sex]]></category>
		<category><![CDATA[Sexualität]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://medienelite.de/?p=3539</guid>
		<description><![CDATA[Liebe &#038; Freu_ndinnenschaft: Für mich ging das lange nicht zusammen und noch heute tut es das nur schwerlich. Nicht nur, weil unhinterfragte normative Beziehungs/Liebes/Paar/Freu_ndinnenkonzepte mein Handeln bestimm(t)en, sondern weil (romantische) Emotionen/Begehrensweisen auch interpersonell Sexismus bzw. &#8230; <a href="http://medienelite.de/liebe-freu_ndinnenschaft/">Weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe &#038; Freu_ndinnenschaft: Für mich ging das lange nicht zusammen und noch heute tut es das nur schwerlich. Nicht nur, weil unhinterfragte normative Beziehungs/Liebes/Paar/Freu_ndinnenkonzepte mein Handeln bestimm(t)en, sondern weil (romantische) Emotionen/Begehrensweisen auch interpersonell Sexismus bzw. sexistische Hierarchien offenlegen. </p>
<p>Für wen tun sich Konflikte auf, wenn es um liebevolle Gefühle ggü Freu_ndinnen geht? Wer fühlt sich ertappt_unwohl_verunsichert, weil eins denkt, das Gegenüber könnte denken, dass eins &#8220;mehr will&#8221;? (Und wäre das schlimm_schwierig_kompliziert? warum?) Für wen bedeuten (auch körperliche) Zuneigungsbekundungen was? Wer kann wem gegenüber a_sexuelle Gefühlswelten_Begehrensweisen offenlegen? Ohne, dass daraus eine komplexe und widersprüchliche Dynamik entsteht, die nicht_weniger anschlussfähig an normative Vorstellungen von Liebe/Sex_ualität/Körperlichkeit/Beziehungen ist? Welche Bedürfnisse_Emotionen_Begehrensartikulationen stecken hinter Sätzen wie &#8220;Ich vermisse dich&#8221;, &#8220;Du fehlst mir&#8221;, &#8220;Ich will dich sehen_berühren_dir (körperlich) nahe sein_mit dir kuscheln&#8221;, in Komplimenten, in nonverbalen Kommunikationsweisen wie Blicken?  Warum sind solche Sätze_Kommunikationen_Miteinanderumgehensweisen in Paar_Beziehungen eher selbstverständlich, in Freu_ndinnenschaften eher nicht? </p>
<p>In meiner Jugendzeit und auch später haben Gefühle ggü Freu_ndinnen, die eigentlich eher in Part_nerinnenschaften angesiedelt sind, viel Schmerz_Unverständnis ausgelöst. Jeweils auf beiden Seiten. Damit weiter umzugehen, Freu_ndinnenschaften weiter aufrecht zu erhalten, die mir wichtig waren und sind, bedeutete sehr lange: Liebe_Begehren &#038; Freu_ndinnenschaft zu trennen. Das Wörtchen &#8220;lesbisch&#8221; in diesem Zusammenhang erinnert mich immer an diese Konflikte &#038; Widersprüche und an eine Position, die es je nach Kontext ein bisschen schwerer hat als meine hetera-Freundin_nen. Aber auch an die Möglichkeit_en &#8220;lesbisch&#8221;  sehr viel weiter zu begreifen: Mit wem teile ich das Bett/Probleme/schöne Dinge? Mit wem habe ich körperliche Nähe_Sex? Auf wen beziehe ich mich, wenn es um Politik/Alltag/Über_Leben geht? Wen begehre ich wie? Und mit wem kann ich mich darüber wie austauschen, ohne, dass Konsens auf der Strecke bleibt?</p>
 <p><a href="http://medienelite.de/?flattrss_redirect&amp;id=3539&amp;md5=a4b98134a33123df1fbe33006f8a1046" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://medienelite.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://medienelite.de/liebe-freu_ndinnenschaft/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		<atom:link rel="payment" title="Flattr this!" href="https://flattr.com/submit/auto?user_id=8127&amp;popout=1&amp;url=http%3A%2F%2Fmedienelite.de%2Fliebe-freu_ndinnenschaft%2F&amp;language=de_DE&amp;category=text&amp;title=Liebe+%26%23038%3B+Freu_ndinnenschaft&amp;description=Liebe+%26%23038%3B+Freu_ndinnenschaft%3A+F%C3%BCr+mich+ging+das+lange+nicht+zusammen+und+noch+heute+tut+es+das+nur+schwerlich.+Nicht+nur%2C+weil+unhinterfragte+normative+Beziehungs%2FLiebes%2FPaar%2FFreu_ndinnenkonzepte+mein+Handeln+bestimm%28t%29en%2C+sondern+weil+%28romantische%29...&amp;tags=Freu_ndinnen%2Clesbisch%2CLiebe%2CN%C3%A4he%2CPart_nerinnschaft%2CSex%2CSexualit%C3%A4t%2Cblog" type="text/html" />
	</item>
		<item>
		<title>die schrank-heten.</title>
		<link>http://medienelite.de/die-schrank-heten/</link>
		<comments>http://medienelite.de/die-schrank-heten/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 12 Apr 2013 10:44:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lantzschi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zitrusfrüchte]]></category>
		<category><![CDATA[Heteronormativität]]></category>
		<category><![CDATA[heterosexismus]]></category>
		<category><![CDATA[Heterosexualität]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://medienelite.de/?p=3537</guid>
		<description><![CDATA[&#8220;Outing&#8221; ist so ein Begriff, der perfekter Spiegel einer heteronormativen Gesellschaft ist. Ich verwende ihn allerdings gern, wenn es darum geht zu erklären, dass Nichtheterosein dazu führt aus einer heteronormativen Gesellschaft raus(out)zufallen – Out zu &#8230; <a href="http://medienelite.de/die-schrank-heten/">Weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>&#8220;Outing&#8221; ist so ein Begriff, der perfekter Spiegel einer heteronormativen Gesellschaft ist. Ich verwende ihn allerdings gern, wenn es darum geht zu erklären, dass Nichtheterosein dazu führt aus einer heteronormativen Gesellschaft raus(out)zufallen – Out zu sein heißt bezüglich bestimmter Privilegien Out-sein</p></blockquote>
<p>Zitat von: <a href="http://dontdegradedebsdarling.wordpress.com/2013/04/10/in-love-with-critical-hetness/" target="_blank">Don&#8217;t degrade Debs Darling &#8211; In Love with Critical Hetness</a></p>
<p>dieser tage wurde mal wieder viel darüber diskutiert, wie sich <a href="http://maedchenmannschaft.net/hat-jemand-knutschverbot-gesagt-critical-hetness-101/" target="_blank">heten solidarisch verhalten können</a>. es folgten seitenweise abhandlungen_absolutionen_rechtfertigungen darüber, dass doch &#8220;alle&#8221; &#8220;okay sind&#8221;, so wie sie sind und dass das eigene hetensein irgendwie auch anerkannt werden müsste. wenn mensch das normale sichtbar macht, benennt, das sich häufig unter einem deckmantel von selbstverständlichkeiten verbirgt, also unsichtbar ist, weil es unbenannt bleibt, ständig weg_genannt wird, folgt großes getöse. es mache keinen unterschied oder es solle doch keinen unterschied machen, ob. und mensch könne ja auch nichts dafür, dass (hier bitte biologismen und ursprungs_natürlichkeits_erzählungen der wahl einsetzen) und überhaupt sei liebe/romantik/sexualität und das zurschaustellen ja was (hier bitte biologismen und ursprungs_natürlichkeits_erzählungen der wahl einsetzen).</p>
<p>das ding ist: es macht einen unterschied. und es ist &#8220;natürlich&#8221; nichts einfach so. da.</p>
<p>es hat mich überhaupt nicht verwundert, dass sich viele heten auf einmal in einer rechtfertigungsposition sahen oder das sichtbarmachen ihrer selbstverständlichkeiten unangenehm fanden. diese rechtfertigungsposition, das erklären, warum das eigene tun irgendwie doch &#8220;normal&#8221; sei, anerkannt werden müsste ohne wertungen &#8211; das kenne nicht nur ich zur genüge. ich gratuliere also zum punktuellen gefühl des bloßgestelltseins, des kurzzeitgen herausfallens aus der norm, des um anerkennung ringens. ein klick auf das x des geöffneten browser-tabs und zurück in die unsichtbarkeit. nicht nur ich suche dieses x seit nun fast 10 jahren vergeblich.</p>
<p>in bezug auf heterosexismus leben menschen, die sich auf der anderen seite der norm wiederfinden (müssen) in einem permanenten widerspruchsfeld von un_sichtbarkeit. unsichtbar auf den ebenen von gesellschaftlicher struktur und diskurs, wenn die lebensrealität_diskriminierung stets ent_erwähnt wird oder ein schützendes assimilieren sein muss, in die &#8220;unsichtbarkeit&#8221; schlüpfen sein muss, um nicht gewalt ausgesetzt zu sein. zweifelsohne kann diese &#8220;unsichtbarkeit&#8221; nicht für alle von dauer oder überhaupt sein, denn heterosexismus findet in einem zusammenspiel von hetera_zwei_cis_genderung statt. wer sich (punktuell) assimilieren kann, lebt in einem (punktuellen) zustand von verweigert_werden.<br />
sichtbar dann, wenn sichtbar gemacht &#8211; durch das selbst oder (gewaltvoll) durch andere. wer un_sichtbar ist, ist ausgesetzt. ausgesetzt den gesellschaftlichen zu_richtungsprozessen in bezug auf heteronormativität. es ist ein verhandeln über meine position, ein fremd_regulieren meines lebens. ein prozess ohne die möglichkeit, dass ich darauf zugreifen oder eingreifen könnte. </p>
<p>out &#038; proud kann hauptsächlich in geschützteren räumen stattfinden, räume in denen heteronormativität in abgeschwächter form ihren niederschlag findet und doch nicht gänzlich ausradiert sein kann, denn menschen sind &#8220;soziale wesen&#8221;, wie es so schön heißt und mit hetero(cis)sexistischer sozialisation konfrontiert. out &#038; proud kann auch da sein, wo mich die hetero(cis)sexistische gesellschaft mich lässt. mir einen raum zugesteht, in dem mich mein &#8220;geandert_werden&#8221; zeigen darf. die rahmenbedingungen dafür (und für das, was ich zeigen darf) setze nicht ich, sie werden mir vorgegeben. ein zugeständnis der norm. &#8220;hier, ein bisschen taschengeld, kauf dir was schönes. hier ist eine liste von dingen, die du dir kaufen darfst&#8221;.</p>
<p>ich lebe in einem zwischenraum von un_sichtbarkeit. ich kann nicht darüber entscheiden, was von mir un_sichtbar ist, wann ich un_sichtbar bin. meine schützende decke kann jederzeit weggerissen oder wieder über mich rüberlegt werden. und gleichzeitig ist diese schützende decke doch nur schein-schutz. scheinschutz, wenn dieser schutz auch bedeutet, keine erwähnung zu finden, oder ein übermichentscheiden. ich kann nicht gar nicht sagen, wann und ob diese un_sichtbarkeit mir hilft, besser in der welt klarzukommen. klarzukommen mit dieser heterosexistischen projektionsfläche, die ich bin.</p>
<p>heten sind auch un_sichtbar. sichtbar für mich jederzeit. ich stehe meistens außen und kann sie mir ansehen. werde gezwungen mir anzuschauen, was normal, lebens- und erstrebenswert ist. sichtbar für die gesellschaft. aber nicht als hetero, sondern als &#8220;normal&#8221;, als selbstverständlich, als unhinterfragbar &#8220;einfach so da&#8221;. </p>
<p>es kommt also nicht nur darauf an, wer worauf blicken kann, wer was wann un_sichtbar machen kann, sondern was dieses dialektische wechselspiel von un_sichtbarkeit mit einer_m macht. und das ist der unterschied, der besteht. der uns nicht irgendwie alle ein &#8220;okay sein&#8221; &#8220;lebenswert&#8221; &#8220;menschlich&#8221; zugesteht, sondern nur wenigen.</p>
<p>meine erfahrungswelt mit coming out spielt sich auch in herkunftsfamilien ab. seitdem ich mich vor knapp 10 jahren vor meinen eltern &#8220;sichtbar&#8221; machte, mich outete, ist dieser teil meines lebens für meine eltern unsichtbar, von ihnen unsichtbar gemacht, nicht anerkannt &#8211; höchstens mal toleriert. ich kenne menschen, die wurden von ihrer herkunftsfamilie vor die tür gesetzt, nachdem sie sich outeten. mir blieb das zum glück erspart, ich wurde lediglich in die unsichtbarkeit verbannt. die bemerkungen meiner eltern, die mich seitdem begleiten, klingeln auch nach jahren noch in meinen ohren. auch die nicht_bemerkungen. all das, was in dieser zeit ungesagt, unzugestanden, ent_erwähnt blieb ist für mich genauso schmerzhaft wie die homophoben und heterosexistischen sprüche. </p>
<p>in meiner ersten beziehung mit einer frau, die ich mir als schutzraum wünschte, ja auch brauchte, war ich ständig un_sichtbar. am tisch wurde ich einfach weg_erwähnt, als sie von ihren großeltern mit der frage bedrängt wurde, warum sie nicht wieder ihn zurücknehmen wolle. was sie denn mit einer frau wolle. ich war in dieser zeit bedingt anwesend. ich war draußen und durfte miterleben, mir die gewalt abholen, aber &#8220;so richtig&#8221; anwesend durfte ich nicht sein. ich war sichtbar als schablone, aber nicht als ich. und so auch in öffentlichen räumen, bei jedem spruch, den ich gedrückt bekomme, bei jeder frage, wer mann/frau in der beziehung ist, wie mein sexleben aussehe, in jeder situation, in der ich ausgesetzt bin und ein teil von mir zur disposition steht. in der ich folie bin für die heterosexistischen handlungsweisen von heten und gesellschaft. </p>
<p>out sein bedeutet (dr)außen sein. und immer dann hereingeholt zu werden, wenn die heterosexistische gesellschaft oder heten selbst es für angemessen erachten, als temporäre anerkennung, aber dennoch als spielball. </p>
<p>in dem moment, in dem es mal andersherum passiert. die norm diejenige ist, die hereingeholt wird, die sich ausgesetzt sieht, in diesem moment erleben heten, wie es vielleicht aussehen kann, wenn mensch ausgesetzt ist. den blicken, bewertungen, sprüchen, der gewalt und der normalität, die damit einhergeht. nicht ich, nicht individuell, sondern ihre position zu sein, die ihnen zugewiesen wurde. der unterschied, der besteht, ist die möglichkeit des opt-out, das x am browserfenster, die inanspruchnahme von privilegien, die möglichkeit heterosexismus zu re_produzieren, um klar zu machen, was gesellschaftlich anerkannte norm und was temporär mögliche norm eines antisexistischen schutzraumes ist. die möglichkeit mit dem hereingeholt werden, keine gewalt zu erleben, sondern lediglich sichtbarkeit. und sie weinen dennoch darüber. rechtfertigen sich, nehmen unendlich viel raum ein, reden von verboten, von einschränkung ihrer lebensqualität. dabei ist es nur eine einschränkung ihrer selbstverständlich erlebten normalität. eine einschränkung, die nur temporär sein kann. temporär, weil machtverhältnisse nicht gleich verlaufen, sondern asymmetrisch. </p>
<p>und selbst in dieser situation des kurzzeitigen hereingeholt werdens, die auch gleichzeitig einen wunsch nach solidarität und verantwortungsübernahme markiert, den wunsch nach &#8220;wir kämpfen seite an seite&#8221;, die aufforderung &#8220;come out of your heterosexist closet&#8221;, besitzen sie noch die dreistigkeit, heterosexismus zu re_produzieren, lebensrealitäten wieder unsichtbar zu machen und gewalt auszuüben. </p>
<p>unter diesen gesichtspunkten ist es mir völlig unverständlich, wie menschen auch nur eine sekunde lang die notwendigkeit von schutzräumen und separatistischen politiken in frage stellen können. </p>
<p>es gibt heten in meinem umfeld, die tun dies nicht. die bekommen es hin, dieses hereingeholt werden als angebot zu betrachten und die ihnen ausgestreckte hand nicht wegzuschlagen. die zeigen, es ist zwar nicht so leicht, wie hete es sich vorgestellt hat, aber es ist möglich. unterstützungsarbeit. verbündetsein. die unterschiedlichen un_sichtbarkeiten zusammenzubringen und gemeinsam out zu sein im kampf gegen hetero(cis)sexismus. </p>
<p>solange dieses gemeinsam out sein für viele heten jedoch bedeutet, dass die geanderen temporär hereingeholt werden für die herstellung von <a href="http://maedchenmannschaft.net/homo-ehe-ja-heteronormativitaet-hinterfragen-nee/" target="_blank">weiterer heterosexistischer un_sichtbarkeit</a>: just stay in your heterosexist closet. eat your recognition-cookies by yourself! and: back the fucking off!</p>
 <p><a href="http://medienelite.de/?flattrss_redirect&amp;id=3537&amp;md5=6d331569a634c441269a11e58219f767" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://medienelite.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://medienelite.de/die-schrank-heten/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		<atom:link rel="payment" title="Flattr this!" href="https://flattr.com/submit/auto?user_id=8127&amp;popout=1&amp;url=http%3A%2F%2Fmedienelite.de%2Fdie-schrank-heten%2F&amp;language=de_DE&amp;category=text&amp;title=die+schrank-heten.&amp;description=%26%238220%3BOuting%26%238221%3B+ist+so+ein+Begriff%2C+der+perfekter+Spiegel+einer+heteronormativen+Gesellschaft+ist.+Ich+verwende+ihn+allerdings+gern%2C+wenn+es+darum+geht+zu+erkl%C3%A4ren%2C+dass+Nichtheterosein+dazu+f%C3%BChrt+aus+einer+heteronormativen...&amp;tags=Heteronormativit%C3%A4t%2Cheterosexismus%2CHeterosexualit%C3%A4t%2Cblog" type="text/html" />
	</item>
		<item>
		<title>Entgrenzung, Arbeit und Widersprüche, die nicht auflösbar sind.</title>
		<link>http://medienelite.de/entgrenzung-arbeit-und-widerspruche-die-nicht-auflosbar-sind/</link>
		<comments>http://medienelite.de/entgrenzung-arbeit-und-widerspruche-die-nicht-auflosbar-sind/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 20 Mar 2013 22:12:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lantzschi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Saftpresse]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Entgrenzung]]></category>
		<category><![CDATA[Kapitalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Klassismus]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://medienelite.de/?p=3531</guid>
		<description><![CDATA[Es gab mal eine Zeit, in der ich Vollzeit festangestellt arbeitete. Diese Zeit endete vor fast genau vier Jahren aufgrund wirtschaftlicher Fehlplanung des Unternehmens, in dem ich angestellt war. Die &#8220;Ausrede&#8221; viele meiner KollegInnen zu &#8230; <a href="http://medienelite.de/entgrenzung-arbeit-und-widerspruche-die-nicht-auflosbar-sind/">Weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Es gab mal eine Zeit, in der ich Vollzeit festangestellt arbeitete. Diese Zeit endete vor fast genau vier Jahren aufgrund wirtschaftlicher Fehlplanung des Unternehmens, in dem ich angestellt war. Die &#8220;Ausrede&#8221; viele meiner KollegInnen zu kündigen und mich im Zuge dessen in eine pauschale Honorartätigkeit (20h pro Woche Arbeiten für ein festes Monatshonorar, ohne Urlaubstage, ohne Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, ohne Arbeitnehmerinnenrechte, Lohnsteuer und SV-Beiträge von mir abzuführen) zu drängen, war die Finanzkrise. Das Versprechen, mich nach meiner Ausbildung unbefristet zu übernehmen, war natürlich nur heiße Luft &#8211; auch ohne die Finanzkrise. Seither arbeite ich mit Unterbrechungen freiberuflich. Die pauschale Tätigkeit gab ich nach anderthalb weiteren Jahren aufgrund von Mehrfachbelastung und einer für mich unzumutbaren Unternehmenskultur auf.</p>
<p>In der Anfangszeit empfand ich dieses Arbeiten als ziemlich angenehm. Ich konnte mir meine Arbeitstage relativ frei einteilen, ich wurde nicht mehr so sehr in den Schichtdienst einbezogen wie meine KollegInnen, auch Wochenendarbeit hatte sich bis auf wenige Ausnahmen erledigt. Ich hatte das Gefühl, mehr &#8220;Freizeit&#8221; zu haben. Seitdem ich die pauschale Tätigkeit aufgegeben habe, lebe und arbeite ich unterhalb der Armutsgrenze. Das ging sich lange Zeit verhältnismäßig aus, ich habe keine Erziehungsarbeit zu leisten, ich muss für niemanden finanziell aufkommen, muss kein Auto als Fortbewegungsmittel besitzen, ich lebe in Berlin, ich entwickelte mit der Zeit eine andere Einstellung zu Konsum. Wenn es sich nicht ausging, bezog ich vom zuständigen Jobcenter Leistungen. Ich hatte das Glück eine sehr genügsame Sachbearbeiterin zugeteilt zu bekommen, die mit meiner akademischen Ausbildung wenig anfangen konnte. Ich hatte sowieso das Glück_das Privileg, akademisch ausgebildet zu sein, da kann es einer schon mal passieren, vom Jobcenter nicht so sehr mit Maßnahmen belästigt zu werden und sich relativ frei um neue Jobs zu bemühen. Auch erfuhr ich durch vielerlei Privilegien keine Abwertung meiner Person durch die schlichte Tatsache hier und da auf &#8220;sozial&#8221;staatliche Unterstützung angewiesen zu sein. Ich konnte überhaupt diese Leistungen in Anspruch nehmen.</p>
<p>Seit der Zeit, in der ich selbstständig/freiberuflich tätig bin, arbeite ich auch vermehrt ehrenamtlich. Ich wollte und will meine Zeit, in der ich nicht lohnarbeite, anders ausfüllen als mit Konsum und individualistischen_hedonistischen_neoliberalen_privilegierten Ausgestaltungen meiner Freizeit. Mittlerweile nimmt diese unbezahlte Arbeit einen Großteil meiner Lebenszeit ein. Die Inhalte des Ehrenamtes überschneiden sich wiederum sehr mit meinen Interessen/Hobbys/meiner politischen Lebensweise. Was davon in den Freizeit- und was in den Arbeitsbereich fällt, kann ich nur schwer auseinanderhalten. Durch diese Entgrenzung von Arbeit und &#8220;Nicht-Arbeit&#8221; im Sinne von Zeit haben für Hausarbeit, Freund_innen treffen, Erholung* usw. mute ich mir Belastungen zu, die eine 40h festangestellte Tätigkeit bei weitem übersteigen. Ich bin ohne es zu merken, in einen klassischen &#8220;Burn-Out&#8221;-Zyklus hineingerutscht, der selbstverständlich auch dann zu Tage treten kann, wenn es sich bei Arbeit um nicht bezahlte Arbeit handelt. Meine derzeitige mentale Verfassung, die mir eine Arbeitsunfähigkeit bescheinigt, ist &#8211; so viel weiß ich &#8211; nicht ausschließlich auf das zurückzuführen, was sich viele unter Burn Out vorstellen können, jedoch sind die Symptome von Depersonalisierung, Stress und Depression auch damit zusammenhängend. </p>
<p><span id="more-3531"></span></p>
<p>Oft dachte ich, die Selbstständigkeit wäre mehr Fluch als Segen. Obschon ich meine Arbeitszeit an meinen Tagesrhythmus anpassen kann, keine Vorgesetzten habe, keine Vorschriften, keine beschissene diskriminierende Unternehmenskultur und inhaltlich frei bin, bleiben Leistungsdruck und Stress auf einem hohen Level, wenn es um die Bezahlung von Miete, Krankenversicherung und Lebensunterhalt sowie laufende Rechnungen geht. Oder wenn sich jede Tätigkeit wie Arbeit anfühlt (z.B. politisch aktiv zu sein) und der Tag sich nur noch darum dreht. Ich sehnte mich oft nach einer festangestellten Tätigkeit zurück, die festlegt, wann gearbeitet wird, wann nicht, Grenzen vorgibt. Dann wiederum auch nicht, weil die Grenzen solch einer Festanstellung heutzutage ziemlich fließend sind, wegen siehe oben und weil ich keine Kraft mehr aufbringen könnte für die unbezahlten Arbeiten, die ich mittlerweile weder aus meinem Leben streichen will, noch kann.</p>
<p>Ich kann mir nach vier Jahren nicht mehr vorstellen, einem Job nachzugehen, der mich 40h in der Woche einspannt. Obwohl ich seit vier Jahren mindestens dieses Zeitpensum arbeite (mit horrenden Überstunden). Nur eben nicht bezahlt bzw. selten bezahlt. Ab und zu winkt mir die Altersarmut von weit her zu, ich winke manchmal nett lächelnd zurück, weil ich weiß: egal, wie viel ich bis zum Renteneintrittsalter in die Rentenkasse einzahle &#8211; es bleibt sowieso nicht annähernd so viel übrig, dass sich ein sorgenfreier Lebensabend damit verbringen ließe.</p>
<p>Ich lerne gerade mühsam meine Zeit anders einzuteilen, mein Leben umzugestalten und meinen Alltag vermehrt zu strukturieren, um mal nicht in der Zeit, in der ich wach bin, zu arbeiten. Oder Arbeit wieder mehr als Freizeit zu betrachten, als Anregung und anregend, als kann &#8211; nicht als muss. Obwohl ich nicht weiß, wie ich davon leben soll. Ich muss das aber tun, weil mein Körper mich seit letztem Jahr spürbar daran erinnert und ich seinem dringenden Kommunikationsbedürfnis mit mir nicht mehr ausweichen kann, so wie ich es viele viele Jahre zuvor noch ganz gut geschafft habe.</p>
<p>Die Lösung des Problems bzw. eine große Erleichterung wäre eine (angemessene) Bezahlung der Arbeit, die ich leiste. Da sich politische Arbeit &#8211; surprise, surprise &#8211; aber nur zu dem Preis ausreichend kapitalisieren lässt, sich an das herrschende System soweit anzubiedern und Kompromisse einzugehen, die bedeuten: Diskriminiere und bekomme Lohn, ist das nahezu unumsetzbar für mich. Ich kann es mit meinem Gewissen nicht vereinbaren. Die Stellen, die wenige_r Gewissensbisse hervorbringen und regelmäßige Entlohnung für die eigene (politische) Arbeit bedeuten, sind rar gesät, Gelder werden von Jahr zu Jahr weniger und die Stellen somit auch. Aushilfsjobs, Nebenjobs, Minijobs reichen selten zum Über_Leben, beziehen sich selten auf eigene &#8220;Qualifikationen&#8221;, &#8220;Kompetenzen&#8221;, (inhaltliche) Bedürfnisse und die Arbeitsbedingungen sind derart gestaltet, dass ich wahrscheinlich in absehbarer Zeit mit meinem körperlichen und mentalen Beschwerden in einen großen Familienstreit gerate, bei dem ich garantiert die Kürzere ziehe. Neuerdings kann ich mich auch nicht mehr auf meiner akademischen Bildung ausruhen oder mit meinem Lebenslauf glänzen, weil Menschen, von denen oder deren Perspektiven ich abhängig bin, mir unterstellen, ich sei zu &#8220;faul&#8221;, eine &#8220;richtige&#8221; Arbeit zu suchen &#8211; statt zu geschädigt_belastet_verletzt_diskriminiert, um in einer von diesem System angedachten und gestützten Weise zu funktionieren. Hello Kapitalismus.</p>
<p>Und trotzdem: ich hatte und habe die Gelegenheit auch in dieser Situation mich um mich selbst zu kümmern, zu merken, dass ich nicht mehr (so viel) kann, Grenzen hier und da stecken muss und sollte und kann. Ich kann eine Therapie machen. Ich habe eine Krankenversicherung. Ich habe eine Wohnung. Ich kann mich selbstständig ernähren. Ich habe etwas zu essen, wenn ich Hunger habe. Ich kann mir Unterstützung holen, wenn ich sie brauche. Ich kann Inhalte setzen, an denen ich arbeite &#8211; egal, ob diese Arbeit bezahlt wird oder nicht. Ich kann mich weiterbilden_dazulernen. Ich kann diesen Text schreiben. Und Menschen werden ihn lesen. </p>
<p>Lesetipps: <a href="http://shehadistan.com/2013/03/17/intersektionalitat-dunnes-eis/" target="_blank">Intersektionalität &#8211; Dünnes Eis</a>. </p>
<p>*und wie soll in diesen Tätigkeiten keine politische Arbeit stecken, wenn mensch &#8220;Das Private ist politisch&#8221; ernst nimmt?</p>
 <p><a href="http://medienelite.de/?flattrss_redirect&amp;id=3531&amp;md5=e54f7518e8a327f72cd605d858c0ccea" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://medienelite.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://medienelite.de/entgrenzung-arbeit-und-widerspruche-die-nicht-auflosbar-sind/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		<atom:link rel="payment" title="Flattr this!" href="https://flattr.com/submit/auto?user_id=8127&amp;popout=1&amp;url=http%3A%2F%2Fmedienelite.de%2Fentgrenzung-arbeit-und-widerspruche-die-nicht-auflosbar-sind%2F&amp;language=de_DE&amp;category=text&amp;title=Entgrenzung%2C+Arbeit+und+Widerspr%C3%BCche%2C+die+nicht+aufl%C3%B6sbar+sind.&amp;description=Es+gab+mal+eine+Zeit%2C+in+der+ich+Vollzeit+festangestellt+arbeitete.+Diese+Zeit+endete+vor+fast+genau+vier+Jahren+aufgrund+wirtschaftlicher+Fehlplanung+des+Unternehmens%2C+in+dem+ich+angestellt+war.+Die...&amp;tags=Arbeit%2CEntgrenzung%2CKapitalismus%2CKlassismus%2Cblog" type="text/html" />
	</item>
		<item>
		<title>feministische re_traumatisierungen</title>
		<link>http://medienelite.de/feministische-re_traumatisierungen/</link>
		<comments>http://medienelite.de/feministische-re_traumatisierungen/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 14 Feb 2013 19:28:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lantzschi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Saftpresse]]></category>
		<category><![CDATA[Zitrusfrüchte]]></category>
		<category><![CDATA[#aufschrei]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
		<category><![CDATA[sexismus-debatte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://medienelite.de/?p=3515</guid>
		<description><![CDATA[heute fiel mir ein, dass sich die person, die ich vor ein paar tagen noch anerkennend im blog erwähnte und jetzt als &#8220;gesicht einer neuen feministischen bewegung&#8221; bezeichnet wird, sich vor etwa einem jahr an &#8230; <a href="http://medienelite.de/feministische-re_traumatisierungen/">Weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>heute fiel mir ein, dass sich die person, die ich vor ein paar tagen noch anerkennend im blog erwähnte und jetzt als &#8220;gesicht einer neuen feministischen bewegung&#8221; bezeichnet wird, sich vor etwa einem jahr an einer von typen initiierten sexistischen hetzkampagne gegen meine person (stellvertretend für all die radikalen feminist_innen wahrscheinlich) beteiligte. die hetzkampagne re_produzierte nebenbei krasse rassismen, die irgendwie irgendwann untergingen, weil es dann nur noch um persönliche beleidigungen ging, was wiederum auch sexismus zu einem machtverhältnis macht, das in der vorstellung vieler weißer menschen nur weiße frauen trifft. was wiederum auch rassismus re_produziert. neben all den sexismen.</p>
<p>heute fiel mir ein, dass diese person in der slutwalk-orga von 2011 in einer pressemitteilung homophobie durch sexuelle neigungen ersetzte, weil homophobie als wort &#8220;zu kompliziert&#8221; sei. </p>
<p>heute fiel mir auf, dass one billion rising eigentlich nur eine wiederholung der slutwalks ist, mit all ihren re_produzierten machtverhältnissen, ausschlüssen, diskriminierungen, un_sprechbar_machungen und ent_konzeptualisierungen. nur halt mit weniger wut.</p>
<p>heute fiel mir ein, dass eve ensler, die initiatorin/konzepterin von one billion rising und den vagina monologen, in der serie l-word bereits eine gastrolle spielte. in dieser rolle war sie die lektorin von jennys erstem buch, das jennys sexualisierte gewalterfahrungen und ihren (selbstverletzenden) umgang damit thematisierte. als lektorin &#8220;verbat&#8221; sie jenny die umfangreiche thematisierung von depressionen, gewaltfantasien, selbstverletzungen, weil dieser umgang nicht empowernd sei und die figur des romans somit keine vorbildfunktion einnehme. (nach einem streit zwischen beiden räumte die lektorin das feld und jenny konnte ihren roman nach ihren wünschen veröffentlichen.)</p>
<p>heute fiel mir ein, dass bei meinem besuch der letztjährigen vagina monologe in berlin ziemlich viele typen im publikum saßen, die viele monologe ziemlich witzig fanden. mit all ihren re_produzierten machtverhältnissen, ausschlüssen, diskriminierungen, un_sprechbar_machungen und ent_konzeptualisierungen.</p>
<p>heute fiel mir ein, wieviel sprachlosigkeit #aufschrei für mindestens eine woche hinterließ. dass ich zuerst nicht sagen konnte, was mich störte, bis es tage und etliche panikattacken später aus mir herausbrach, voller wut und tränen und appetitlosigkeit und schlaflosigkeit und verzweiflung und ohnmacht und diskriminierungen, die ich in diesem zusammenhang lesen und ertragen musste, sobald ich das notebook aufklappte. diskriminierungen, die stattfanden, nicht nur auf meinem rücken, damit sich typen nicht auf den schlips getreten fühlen, damit sie verstehen, was sexismus (nicht) ist, damit sie &#8230; ja &#8230; am ball bleiben und sich viele hetera_frauen nicht wie verbitterte emanzen fühlen müssen, weil antifeminismus und typen ihnen das einreden.</p>
<p>nicht nur heute fällt mir auf, dass jede gehypte feministische aktion trotz all ihrer re_produzierten machtverhältnisse, ausschlüsse, diskriminierungen, un_sprechbar_machungen und ent_konzeptualisierungen eine weitere feministische aktion ist, die eingang findet in geschichtsbücher, die ein siegelchen bekommt, das sich auch viele feministinnen (kein gap) gerne anheften, weil sie teil dieser aktionen waren.</p>
<p>am 1.3. werde ich in frankfurt a.m. auf einem podium sitzen. es wird um die aktuelle sexismusdebatte gehen. ich habe nur zugesagt, weil die menschen, die mit mir auf dem podium sitzen, sexismus nicht geleugnet haben in ihren wortmeldungen. und trotzdem werde ich da sitzen und es wird wieder ein sexismus thematisiert, in dem meine soziale position nicht vorkommt. un_wortbar gemacht wurde durch #aufschrei. ich werde mit frau lantzsch angesprochen werden und die ganze zeit frauisiert und heteragegendert werden mit anrufungen wie &#8220;wir frauen, sie als frau&#8221;, es wird nichts jenseits von zweigenderungen geben, nichts, was gender als strukturierende gewaltrealität überhaupt hinterfragen würde. es wird nicht um trans gehen, nicht um inter, nicht um dykes, butches, femmes und lesben und all die widerständigen positionen, die in der hegemonialen vorstellung von sexismus und gender nicht vorkommen, nicht erwähnt, ja nicht mal gedacht werden. es wird auch of Color nicht geben, weil rassismus nichts mit sexismus zu tun hat. es wird trotz etlichen jahrzehnten feminismus in deutschland keine diskussion über die vielen lebensrealitäten geben, die täglich ums überleben kämpfen. weil diese lebensrealitäten nicht mehr nur nicht gehört, nicht gelesen, nicht wahrgenommen werden, sondern weil ihnen mittlerweile noch nicht mal mehr ein objektstatus zugewiesen wird. sie sind unvorstellbar. dass ich in frankfurt dafür keine sprache finden werde, die die anwesenden verstehen, macht mich unvorstellbar wütend.</p>
<p>&#8212;</p>
<p>lesetipp: <a href="http://www.huffingtonpost.co.uk/natalie-gyte/one-billion-rising-why-i-wont-support_b_2684595.html" target="_blank">kritik an one billion rising</a>, die besonders auf die neokolonialen und white supremacy effekte der aktion eingeht.</p>
 <p><a href="http://medienelite.de/?flattrss_redirect&amp;id=3515&amp;md5=9bc67016c1d8e65b3ddec9c3f7b6fca9" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://medienelite.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://medienelite.de/feministische-re_traumatisierungen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		<atom:link rel="payment" title="Flattr this!" href="https://flattr.com/submit/auto?user_id=8127&amp;popout=1&amp;url=http%3A%2F%2Fmedienelite.de%2Ffeministische-re_traumatisierungen%2F&amp;language=de_DE&amp;category=text&amp;title=feministische+re_traumatisierungen&amp;description=heute+fiel+mir+ein%2C+dass+sich+die+person%2C+die+ich+vor+ein+paar+tagen+noch+anerkennend+im+blog+erw%C3%A4hnte+und+jetzt+als+%26%238220%3Bgesicht+einer+neuen+feministischen+bewegung%26%238221%3B+bezeichnet+wird%2C+sich...&amp;tags=%23aufschrei%2CSexismus%2Csexismus-debatte%2Cblog" type="text/html" />
	</item>
		<item>
		<title>solidarität auf 2.000 km luftlinie.</title>
		<link>http://medienelite.de/solidaritat-auf-2-000-km-luftlinie/</link>
		<comments>http://medienelite.de/solidaritat-auf-2-000-km-luftlinie/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 10 Feb 2013 18:47:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lantzschi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zitrusfrüchte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://medienelite.de/?p=3478</guid>
		<description><![CDATA[Di Hia und ich haben uns 2012 über eine geschlossene facebook-gruppe kennengelernt, deren mitglieder sich aus weißer und of Color perspektive mit verschiedenen aspekten von rassismus beschäftigten. wir tauschen uns seit kurzem über unsere lebensrealitäten &#8230; <a href="http://medienelite.de/solidaritat-auf-2-000-km-luftlinie/">Weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://hadihiahayati.tumblr.com/" target="_blank">Di Hia</a> und ich haben uns 2012 über eine geschlossene facebook-gruppe kennengelernt, deren mitglieder sich aus <em>weißer</em> und of Color perspektive mit verschiedenen aspekten von rassismus beschäftigten.</p>
<p>wir tauschen uns seit kurzem über unsere lebensrealitäten und politiken aus und entdecken dabei immer wieder neu und immer wieder anders gemeinsamkeiten, parallelen, ähnliche/differente bezugspunkte, wechselnde perspektiven, die eng mit unserem alltag in algier und berlin, aber auch mit unserem erleben von queer_feministischem aktivismus verbunden sind. idee von Di Hia war es, unsere gespräche in textform zu packen und zu veröffentlichen. ich dachte mir so: warum eigentlich nicht?</p>
<p>wir führen unsere gespräche hauptsächlich über skype und facebook, weil uns laut <a href="http://www.luftlinie.org/Berlin_Algier" target="_blank">luftlinie.org</a> knapp 2.000 kilometer trennen. was uns verbindet, ist der wunsch nach solidarität in (queer_)feministischen zusammenhängen, kritik an rassismus_kolonialismus, heteronormativität, zwangszweigeschlechtlichkeit, liebe_partner_freund_innenschaft_beziehungen aus <em>weißer</em>_lesbischer und muslimischer_of Color_diaspora_queerer perspektive. Di Hia und ich sind 1985 geboren, to whom it may concern.</p>
<p>im heutigen text dreht sich einiges um die frage nach verbündetsein und solidarität in bezug auf rassismus. viel spaß beim lesen!</p>
<p><span id="more-3478"></span></p>
<ul class="chat">
<li class="odd"><strong>Nadine:</strong> wie ist das für dich mit feministischen räumen und kontexten? was erlebst du da?</li>
<li class="even"><strong>Di Hia:</strong> In Deutschland dachte ich oft, ich bewege mich in feministischen Freundinnenkreisen. Seitdem ich mich aber intensiver mit dem Thema auseinander setze, merke ich, dass das nicht der Fall ist. Ich hab aber auch schon ne Weile nicht mehr in Deutschland gelebt&#8230;zuletzt in Österreich, davor in Frankreich. In Deutschland habe ich das eher im Kontakt mit Freundinnen, <em>weißen</em> Freundinnen und <em>weißem</em> Feminismus. Das tat mir nicht gut, da war viel Schmerz dabei</li>
<li class="even">In Algerien habe ich in den letzten Wochen ganz wunderbare, kraftvolle feministische Räume kennen gelernt. Ich habe Unterhaltungen, die ich aus dem deutschen Kontext nur aus meinem Onlineaktivismus nicht aber dem real life freundinnenkreis kenne. Das ist ganz spannend und gibt mir so viel!</li>
<li class="odd"><strong>Nadine:</strong> kannst du kurz erklären, was du genau mit <em>weißem</em> feminismus meinst in diesem zusammenhang?</li>
<li class="even"><strong>Di Hia:</strong> also viel die Konstruktion von Hilfebedürftigkeit, <em>weißen</em> Retterinnen. Meine <em>weißen</em> Freundinnen, die sich mit Feminismus beschäftigen (wobei ich sagen muss, dass eigentlich keine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema stattfand) blenden oft aus, dass es da noch viele andere wichtige Stimmen gibt. Dass feminismus anti-rassistischen input braucht. Dass mein Kampf einer ander ist als ihrer, ja das glaube ich, ist er nämlich wirklich. Meine <em>weißen</em> Freundinnen waren oft eine schmerzhafte Gefahr für mich. Weil sie in meiner Gegenwart viel rassistische Muster reproduzieren. Das festzustellen, hat meinen Freundinnenkreis minimiert. Das tat weh und gut.</li>
<li class="even">Wenn ich <em>weißen</em> Feminismus benutze heißt das für mich, eine beschränkte feministische unkritische Denkweise. Wie ein Satz, der seine Bedeutung verliert, weil ihm das richtige Satzzeichen verwehrt bleibt.</li>
<li class="even">ich hab oft den Eindruck, dass der <em>weiße</em> Feminismus den Anspruch hat, Kämpfe kämpfen zu können, die ihn nicht betreffen. Dass er sich Dinge aneignet und instrumentalisiert. Dass er mit rassistischen Strukturen kooperiert. Dass <em>weißer</em> Feminismus ein Solidaritätsproblem hat.</li>
<li class="even">Aber ich will mich Feministin nennen können, aber das fällt mir oft schwer weil in der deutschen Mehrheitsgesellschaft der Feminismus mit bestimmten Personen wie Alice Schwarzer in Verbindung steht. und Alice Schwarzer ungefähr zu den Personen gehört, die mich am meisten durch ihre Worte und ihre Machtposition verletzen, wenn es um Personen im öffentlichen Leben geht. Als Alice Schwarzer &#8220;die große Verschleierung&#8221; rausgebracht hat, habe ich geweint. Das hat mich so gepackt, was sie über Algerien und Algerier*innen in Frankreich schreibt.</li>
<li class="even">Meine Mutter hat ihr auch oft blind zugehört. Jetzt nicht mehr. Jetzt achtet meine <em>weiße</em> Mutter darauf, dass die andere Quellen konsumiert. <a href="http://www.unrast-verlag.de/gesamtprogramm/allgemeines-programm/antirassismus/wie-rassismus-aus-woertern-spricht-340-detail" target="_blank">(K)Erben des Kolonialismus</a> ist ihre Bettlektüre. Aber nur weil, wir einen riesen Streit über Rassismus hatten und ich Wochen nicht mit ihr gesprochen habe. Ich habe ihr irgentwann gesagt, ich rede mir dir nicht mehr darüber, wenn du nicht Noah Sow&#8217;s <a href="http://www.deutschland-schwarzweiss.de/" target="_blank">Deutschland Schwarz <em>Weiß</em></a> liest. Sie rief mich nach Wochen an hat sich bei mir für den Lesetipp bedankt. Seit dem haben wir eine sehr wertvolle Basis. hm. ich schreibe das zum ersten mal auf.</li>
<li class="odd"><strong>Nadine:</strong> du sprachst davon, dich in algerien ohne deinen partner auf der straße unsicher zu fühlen. andererseits sollten <em>weiße</em> feminist_innen aus deutschland hierzu die klappe halten bzw. eher auf die jeweils vor ort agierenden aktivist_innen und gruppen aufmerksam machen. wie siehst du feministische standpunkte, die schwarzer kritisieren für ihren rassismus, andererseits auch keine vorschläge parat haben, außer eben zu dekonstruieren, was daran rassistisch ist. ich gehöre auch zu dieser gruppe. &#8220;uns&#8221; wird oft negierung der problemlagen vorgeworfen oder &#8220;kulturrelativismus&#8221;. ich denke immer, ja mensch, fuck, das ist aber nicht meine baustelle. andererseits will ich auch die augen nicht verschließen. ich sehe dennoch, dass probleme in anderen regionen der welt von deutschland aus so schwer zu kritisieren sind, weil ihnen immer ein &#8220;othernder&#8221;, kolonialisierender blick zugrunde liegt und sprechakte aus einem rassistischen system heraus erfolgen. die einzige möglichkeit, die ich derzeit in betracht ziehe, nicht allzu oft über &#8220;woanders&#8221; zu schreiben, bei mir zu bleiben und zu gucken, dass ich mit dem, was ich sage, keine rassismen reproduziere. und stimmen vor ort stärke, darauf hinweise. oft komme ich mir trotzdem vor, als ob ich in der eigenen suppe koche. wie ist deine einschätzung dazu?</li>
<li class="even"><strong>Di Hia:</strong> Ich glaube, dass die Gründe weshalb ich mich ohne meinen Partner unsicher auf der Strasse fühle, so komplex sind, dass jemensch im <em>weißen</em> deutschen Kontext das nur schwer nachvollziehen kann. Ich glaube, es hat tiefere Gründe, weshalb sexualisierte Gewalt für mich hier so präsent ist. Und um das zu verstehen, müssen wir glaube ich verstehen, wie Gewalt entsteht. Und was das Land für <a href="http://www.gazelle-magazin.de/2012/07/23/mazal-wakfin-wir-sind-noch-auf-den-beinen/" target="_blank">Gewalterfahrungen</a> auf dem Buckel hat. Marieke hat das hier mal treffend auf den <a href="http://www.rosalux.de/publication/37878/traumatic-experiences-in-palestine.html" target="_blank">palästinensischen Kontext</a> beschrieben. Ich glaub der Satz trifft es aber auch auf einen breiteren Umfang ganz gut: &#8220;Violence does not only leave visible traces but also affects the inner lives of people, their interpersonal relationships, the social structure they live in and the collective’s sense of self. Trauma through violence is a humanitarian issue in the sense that it creates psychological diseases just as physical ones, but it also carries implications for any future attempt of conflict transformation or state-building. &#8220;</li>
<li class="even">Vielleicht können &#8220;wir&#8221; Feminist_innen uns darauf einigen, dass wir uns Solidariät signalisieren und gemeinsam nach Lösungen suchen, wenn <em>weißen</em> Feminist_innen kommuniziert wird: wir brauchen Unterstützung oder Input. Ich weiß nicht, was mir onebillion rising oder terres des femmes etc. hier bringen soll. Meine Schwestern hier wissen vielmehr, was wir brauchen. Es gibt hier Aktivismus! Es gibt hier einiges, was Feminist_innen machen. Nur bekommt das der <em>weiße</em> Feminismus nicht mit. Ich vermute, dies liegt an mehreren Dingen: Sprachbarriere, priviligierte Positionen den eigenen Aktivismus relativ öffentlich leben zu können, Ignoranz, eigene Baustellen. Hinzukommt auch, das weiß ich von meinen feministischen Schwestern hier, dass sie sehr vorsichtig sind, sich <em>weiße</em> Unterstützung zu holen. Die Angst vor Paternalismus ist groß.</li>
<li class="even">Ich wünsche mir, wenn ich von sexuellen Übergriffen berichte, einfach: Dihia, das tut mir leid. So eine Scheiße. Kann ich was tun, damit es dir besser geht? Das hilft mir immer sehr. Solidaritätsbekundung.</li>
<li class="odd"><strong>Nadine: </strong>danke. irgendwie passt das zum konzept des verbündetseins. eher zu fragen: wie kann ich dich/euch unterstützen? wie kann ich kraft schenken? als: LASS MICH DEINE PROBLEME LÖSEN EINSELF!</li>
<li class="even"><strong>Di Hia:</strong> JAAAAAAAAAAAAAAA. genau genau genau.</li>
<li class="odd"><strong>Nadine:</strong> ich denke eben auch, dass kraft schenken/solidarität zeigen ist: die eigene <em>weiße</em> truppe zu sensibilisieren. leute wie schwarzer zu kritisieren. gerade ist ja großes critical whiteness gebashe unter <em>weißen</em>, weil die eine seite behauptet: hey, wir müssen mal probleme (woanders) angehen und nicht im eigenen saft schmoren, die andere so: ääh none of your business, krieg&#8217; erstmal deinen rassismus klar.</li>
<li class="even"><strong>Di Hia: </strong>ja, spannend! auch bei verlinkungen oder texte schreiben eben nicht-<em>weiße</em> quellen nehmen etc. und das ist es auch: es ist so eine bequeme Art, sich vielleicht doch nicht mit dem eigenen Rassismus auseinander zu setzen, aber dafür mit den armen Frauen in Indien. Oder Mali. oder wo auch sonst. Aber hey, warum trauen uns <em>weiße</em> Frauen weniger zu als sich selbst? Was ich mir wünsche, ist dass <em>weiße</em> Feministinnen ihre Position fair und solidarisch nutzen. Und dann sprechen, wenn ich oder andere nicht können. Aber nicht für mich sprechen. Und genau das sollte ich auch tun.</li>
<li class="odd"><strong>Nadine:</strong> bestimmte prozesse müssen alle für sich tun, finde ich. diese denke von globalsisterhood und wir frauen und alle sind gleich verhindert solidarität und bündnisse. viele <em>weiße</em> können es kaum ertragen, sich irgendwie partikular zu fühlen. obwohl sie die ganze zeit eigentlich nur um sich selbst kreisen. und ihren mist dann universalisieren. ich denk mir neben dem solidaritäts- und unterstützungsgedanken kann auch im vordergrund stehen zu schauen: wo kämpfen wir an ähnlichen baustellen, welche politiken benutzen wir gemeinsam? strategische bündnisse, die nicht von dauer sein müssen. ich finde das soviel empowernder als die ganze zeit nur im wirfrauensprech zu politisieren.</li>
<li class="even"><strong>Di Hia:</strong> ja, nadine, das finde ich hast du gut formuliert. Ich will mir z.b auch nicht den Kampf von dir und deiner Partnerin aneignen und cookies dafür einsacken, dass ich sage: heteronormativer scheiß. also eben&#8230;einfach meine verbundenheit signalisieren und dort unterstützen wo es eingefordert wird</li>
<li class="odd"><strong>Nadine:</strong> eben. es ist ja nicht so, als ob die leute nicht sprechen könnten. sie werden eben nicht gehört.</li>
<li class="even"><strong>Di Hia:</strong> Ja. Einfach auch n Bewusstsein in den eigenen Kreisen schaffen, wer hört wen wann und wie</li>
<li class="odd"><strong>Nadine:</strong> wie mich das nervt in <em>weißen</em> mainstream feminismus kontexten, wenn ständig von: &#8220;wir sind anschlussfähig und ihr rassismuskritischen <em>weißen</em> hockt in der akademie&#8221; die rede ist. in diesen räumen kann sich aber keine_r über rassismus beschweren, weil auch keine betroffenen anwesend sind. auch dort, wo bündnisse versucht werden, passieren ausschlüsse, passiert diskriminierung, entstehen schmerzhafte erfahrungen, wie du sie auch gemacht hast. da muss noch viel passieren, auch bei mir. aber wenn ich es nicht probiere, mal anders zu machen&#8230; dann wird das nichts werden. ich muss mir eingestehen, dass bündnisse scheitern, weil ich es einfach nicht auf die reihe kriege. ich glaube, dass viele <em>weiße</em> an dem punkt dann aufgeben und sich wieder ihren eigenen themen zuwenden, was ja auch viel einfacher ist. bloß keine fehler machen. bloß nicht kritik abkriegen (auch von <em>weißen</em>, die antirassismus/rassismuskritik kacke finden). zum verbündetsein gehört mehr als zuhören, mehr als stimmen sicht-/hörbar machen, auch die eigene realität, die eigene politik radikal in frage stellen zu können. themen anders setzen, den fokus verschieben, der bruch mit freund_innen oder kolleg_innen.</li>
<li class="even"><strong>Di Hia:</strong> Ja. Ich würde noch mal gerne hierdrauf zurück kommen: &#8220;die einzige möglichkeit, die ich derzeit in betracht ziehe, nicht allzu oft über &#8220;woanders&#8221; zu schreiben, bei mir zu bleiben und zu gucken, dass ich mit dem, was ich sage keine rassismen stärke. und stimmen vor ort stärken, darauf hinweisen. oft komme ich mir trotzdem vor, als ob ich in der eigenen suppe koche. wie ist deine einschätzung dazu?&#8221;</li>
<li class="even">Ich finde das einen wichtigen Schritt, dass du bewusst versuchst keine Rassimen zu stärken. Und ja, bitte schreib nicht über &#8220;woanders&#8221; , das woanders betrifft mich oft und schmerzt. Aber: Ist es nicht schon ganz wunderbar sich auf einen kleinen Bereich zu beschränken? Wenn wir das alle machen trägt das glaub ich tolle Früchte. Ja, es ist eine eigene Suppe irgendwie&#8230;irgendwie aber auch nicht. Weil wenn wir es schaffen, parallel dazu unsere Solidarität zu kommunizieren&#8230;sind wir auf einem guten Weg, oder?</li>
<li class="even">Ja, zu dem Bruch. Also ich habe einige Freundinnenschaften in den letzten Jahren als Konsequenz und &#8230;hmm ich nenne es mal eigene gelebte Solidarität, aufgegeben. Solidarität mit mir und meinen Schwestern aber auch von anderen-ismen betroffenen Leuten. Ich habe gerade das Gefühl erst am Anfang von einer langen &#8220;Konsequenzen ziehen&#8221; Episode zu sein.</li>
<li class="odd"><strong>Nadine:</strong> ich finde das auch den schwierigsten punkt: gelebte solidarität, die nicht bei lippenbekenntnissen und kritik an rassismen im theoretischen endet, sondern ganz bei mir ist und meinen sozialen nahfeld, meiner täglichen politischen praxis.</li>
<li class="even"><strong>Di Hia:</strong> Was du zum verbündet sein schreibst ist glaub ich eher möglich, wenn wir ein gutes Umfeld haben und positives Feedback bekommen. Wenn es dann aber so Umrisse annimmt, wie z.b in der unlearning Gruppe, hilft das nicht viel. Und dann kommt dein Bild von der eigenen Suppe noch mehr zur Geltung, oder? Wir müssen glaub ich was unsere Privilegien angeht aus der Comfort Zone ausbrechen, und das braucht eben eine Crew die dich stützt und stärkt und manchmal auch einfach deine Tränen trocknet</li>
<li class="odd"><strong>Nadine:</strong> tränen? du meinst, wo ich mein white whining auslassen kann ohne zu verletzen?</li>
<li class="even"><strong>Di Hia:</strong> nein! ich meine, dass wenn ich mich von einer freundin verabschiede, weil die freundinnenschaft kein sicherer ort für mich ist, oder weil sie rassistische oder andere kackscheiße labert, dann tut das ja weh. und da auch solidarität zu spüren. leute die sagen: ja, schmerzt, aber ist besser so.</li>
<li class="odd"><strong>Nadine:</strong> ja das ist wichtig, dass mensch da eine gruppe im rücken hat, die immer wieder bestärkt, dass radikale solidarität wichtig ist. nur: die gruppen haben nicht alle. gerade in diesem punkt bin ich froh, dass es das internet gibt.</li>
<li class="even"><strong>Di Hia:</strong> genau! und da wäre es doch schön zu überlegen, wie können wir die finden und überhaupt schaffen? wie kann ich teil so einer gruppe werden?</li>
<li class="odd"><strong>Nadine:</strong> da kommt oft der vorwurf, dass diese gruppen elitär wären, ausschluss von leuten, die einfach noch nicht so viel erfahrung haben oder hier und da lücken. ich kann das nicht nachvollziehen, um ehrlich zu sein. das ist ja an sich auch keine eingeschworene gemeinschaft. sondern es sind eben auch solidarische, temporäre bündnisse/bündnispartner_innen. wir wissen voneinander, dass wir ähnliche politiken haben und dass wir genauso lücken haben, die es zu schließen gilt. wenn du bereit bist, dich und deinen alltag zu hinterfragen, dann kann es eigentlich nur gut werden.</li>
<li class="even"><strong>Di Hia:</strong> Daumen nach oben. ohne diese internetcrew wäre ich ganz schön traurig.</li>
</ul>
 <p><a href="http://medienelite.de/?flattrss_redirect&amp;id=3478&amp;md5=eb96e3493548d9217520d72f7ce6e497" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://medienelite.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://medienelite.de/solidaritat-auf-2-000-km-luftlinie/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>5</slash:comments>
		<atom:link rel="payment" title="Flattr this!" href="https://flattr.com/submit/auto?user_id=8127&amp;popout=1&amp;url=http%3A%2F%2Fmedienelite.de%2Fsolidaritat-auf-2-000-km-luftlinie%2F&amp;language=de_DE&amp;category=text&amp;title=solidarit%C3%A4t+auf+2.000+km+luftlinie.&amp;description=Di+Hia+und+ich+haben+uns+2012+%C3%BCber+eine+geschlossene+facebook-gruppe+kennengelernt%2C+deren+mitglieder+sich+aus+wei%C3%9Fer+und+of+Color+perspektive+mit+verschiedenen+aspekten+von+rassismus+besch%C3%A4ftigten.+wir+tauschen+uns...&amp;tags=blog" type="text/html" />
	</item>
		<item>
		<title>#aufschrei &#8211; oder: Solidarität ist ein Prinzip, das von oben nach unten funktioniert.</title>
		<link>http://medienelite.de/aufschrei-oder-solidaritat-ist-ein-prinzip-das-von-oben-nach-unten-funktioniert/</link>
		<comments>http://medienelite.de/aufschrei-oder-solidaritat-ist-ein-prinzip-das-von-oben-nach-unten-funktioniert/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 28 Jan 2013 21:22:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lantzschi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zitrusfrüchte]]></category>
		<category><![CDATA[#aufschrei]]></category>
		<category><![CDATA[jauch]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
		<category><![CDATA[solidarität]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://medienelite.de/?p=3471</guid>
		<description><![CDATA[noch immer bekomme ich nicht ganz auf die reihe, welche wellen die #aufschrei aktion schlägt. ich glaube, das letzte mal, als mainstream-medien so groß und breit über sexismus berichtet haben, waren die slutwalks 2011 im &#8230; <a href="http://medienelite.de/aufschrei-oder-solidaritat-ist-ein-prinzip-das-von-oben-nach-unten-funktioniert/">Weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>noch immer bekomme ich nicht ganz auf die reihe, welche wellen die <a href="http://maedchenmannschaft.net/ein-lauter-aufschrei-gegen-sexismus/" target="_blank">#aufschrei aktion</a> schlägt. ich glaube, das letzte mal, als mainstream-medien so groß und breit über sexismus berichtet haben, waren die slutwalks 2011 im gange. auch da brauchte es wie jetzt einen großen aufhänger &#8211; bekannte typen. an dem fakt ist erstmal nichts auszusetzen, ist doch gesellschaft androzentristisch und heterosexistisch strukturiert. ich frage mich allerdings, was das für queer_feministische interventionen bedeutet oder bedeuten kann und warum die debatte sich immernoch darum dreht, ob sexismus existiert und nicht näher beleuchtet, wie genau sexismus funktioniert. das von malestream-medien keine tiefergehende analyse zu erwarten ist, ist geschenkt, doch was können queer_feministische interventionen dahingehend leisten und wer trägt welche verantwortung in diesem diskurs und in diesen interventionen?</p>
<p>gestern habe ich mir die jauch-sendung zum thema angesehen und war amüsiert bis überrascht. einerseits hatte ich nicht erwartet, dass sich koch-mehrin und schwarzer so gut schlagen. <a href="https://twitter.com/marthadear" target="_blank">@marthadear</a>, die als initiatorin der #aufschrei-kampagne vorgestellt wurde, hatte es unglaublich schwer, sich durchzusetzen und an vielen stellen musste ich grinsen, weil ihr gesichtsausdruck bände sprach. wer konnte es ihr verdenken? ich habe respekt vor femi_nistinnen, die es mit den medien auf sich nehmen, wo der rahmen gesteckt ist und wo für viele leute, die jahrelang in dem feld aktiv sind, klar ist, was am ende dabei herausspringt &#8211; eigentlich nichts. die sendung bot allerlei unterhaltungspotenzial bezüglich des eklatanten unwissens von karasek, bruhns und jauch. osterkorn nahm immerhin seine redakteurin in schutz, sagte ein paar kluge sachen, die ich von einem typen in seiner position nicht erwarten würde, mansplainte hier und da und ließ es sich nicht nehmen, rassistische diskurse zu bedienen. @marthadear ist 31 jahre alt, wurde ständig bei ihrem vornamen genannt, während die anderen herr und frau sowieso angesprochen wurden, bekam in der bauchbinde nicht den status zugesprochen, den schwarzer erhielt, nämlich sich nicht nur als feministin zu bezeichnen, sondern auch eine zu sein. hier wurde klar, welche rolle anne wizorek zugedacht wurde, sie hatte eine von diesen jungen frauen zu sein, die sich aufregen, aber nicht weiter agency (handlungsmacht) besitzen oder sich in eine geschichtliche widerstandstradition stellen, in der auch schwarzer steht. als feministin wurde sie nicht ernst genommen und war die stellvertreterin für tausende menschen, die sich tag ein tag aus mit sexismus kritisch auseinandersetzen. ich halte es da mit einer twitter-userin, die nach der sendung schrieb, dass es eine gute taktik des patriarchats sei, strukturen auf einzelpersonen zu verharmlosen. schwierige rolle für wizorek, an dem, was sie sagte und wie sie es sagte, wurde für mich sehr deutlich, dass ein souveräner umgang mit medien und seinen vertret_erinnen kaum möglich ist. mit souverän meine ich an dieser stelle, dass das gesagte nicht untergeht, reinhaut wie eine bombe (und nicht nur für mich als geübte und kennerin vieler feministischer standpunkte, sondern für den großteil der zuschau_erinnen) und vielleicht einige menschen sensibilisieren kann.</p>
<p>radio und tv sind dahingehend meines erachtens nach verlorene felder, weil ein_er so gut wie kaum bestimmen kann, was gesendet wird, wie geschnitten wird, wer noch befragt wird, kaum reaktionszeit für fragen bleibt, wenn die fragen überhaupt im vorfeld bekannt sind. </p>
<p>schriftliche interviews und stellungnahmen oder auch das lancieren von eigenen inhalten finde ich da wesentlich gewinnbringender und hier zeigte sich im kontext der #aufschrei-kampagne, dass einige chancen verpasst wurden. wenn eines der ziele von #aufschrei war, auch jene menschen ins boot zu holen, die keine verbindungspunkte zu feminismus besitzen, keine anlaufstellen haben oder kennen, an die sie sich als betroffene wenden können, dann hätte ich von erfahrenen aktivist_innen eigentlich erwartet, diese ebenfalls in den berichten und befragungen unterzubringen. das bloße tweeten von sexistischen diskriminierungserfahrungen (und die wiedergabe davon in zahlreichen artikeln) von aktiv_istinnen reicht nicht. wir als aktiv_istinnen beschäftigen uns doch täglich mit solchen dingen, haben uns schon etliche male über sexismus und interventionsmöglichkeiten ausgetauscht?! warum kam da nicht mehr? warum wurde nicht versucht, menschen, die sich gerade erst ihrer diskriminierungserfahrungen bewusst werden, an die hand zu nehmen? möglichkeiten der intervention, der beratung, des supports, des empowerments aufzuzeigen? kampagnen, aktionen, die bevorstehen? für besonders tatenlustige: die selbstorganisation von spontanen demos, kundgebungen, lesungen, veranstaltungen, treffen? hätte hier nicht die chance bestanden, als fem_inistinnen eine vorreit_erinnenrolle einzunehmen? ist das zu viel verlangt? möglich. aber von anderen ist dahingehend leider nichts zu erwarten, deswegen müssen &#8220;wir&#8221; das machen bzw. alle feminist_innen, die gerade die kraft aufbringen können. und ich sah, dass kräfte da sind. &#8220;wir&#8221; wissen doch, was sexismus ist und wie er funktioniert, wie belästigungen aussehen, übergriffe, gewalt, haben all das schon erlebt und uns luft gemacht, gestalten unseren alltag politisch-interventionistisch. oder doch nicht?</p>
<p>wahrscheinlich &#8220;oder doch nicht&#8221;. denn wieder einmal wurde an #aufschrei offensichtlich, dass unter vielen femi_nistinnen die ansicht vorherrschend ist, dass sexismus lediglich frauen beträfe. also heteras. denn heterosexismus (homophobie) und cissexismus (transphobie) gehörten nicht zur empörung dazu. auch muss der kampf gegen sexismus leider nicht zwangsläufig bedeuten, sich konsequent gegen antifeministische äußerungen zu stellen. im zuge von #aufschrei musste ich vielfach hetero_cis_sexistische und antifeministische äußerungen lesen, auch von feminist_innen. den gefühlsäußerungen von typen und ihren ratschlägen wurde endlos viel aufmerksamkeit und beifall zuteil. <a href="http://highoncliches.wordpress.com/2013/01/28/bis-zum-mannlichen-horizont-und-nicht-weiter/" target="_blank">warum? und warum immernoch?</a> </p>
<p>sexismus ist ein machtverhältnis. frauen, lesben, trans* und inter* sind davon betroffen, werden sexistisch diskriminiert. typen nicht. typen sind in bezug auf sexismus privilegiert, die besitzen definitionshoheit über sexismus, feministischen widerstand, generell diskursmacht in sachen sexismus, profitieren von sexistischen strukturen, und und und. </p>
<p>nicht alle betroffenen von sexismus sind gleich. als lesbe erlebe ich all das an sexismus, was heteras auch erleben. und sehr viel darüber hinaus. ich fühle mich in öffentlichen räumen weder allein noch mit meiner partnerin sicher. der hinweis, dass heteras nur noch mit partner sicher in der öffentlichen sphäre unterwegs sind, ist zwar scheiße, weil übergriffige typen nur die finger von euch lassen, weil ihr als besitz des typens an eurer seite geltet, aber trotzdem noch gut. wenn ich mit meiner partnerin auf der straße, im netz usw.erkennbar als paar unterwegs bin, kriegen wir im doppelpack heterosexistische scheiße in form von sprüchen, zudringlichkeiten und physischer gewalt ab. ich bin sogar teilweise safer unterwegs, wenn ich allein bin. oder wir uns nicht als paar zu erkennen geben. wenn ich angst habe, kann ich nicht die hand meiner partnerin nehmen. ich kann nicht mal die hand meiner partnerin nehmen, auch wenn ich keine angst habe. einfach nur so. als zeichen der zuneigung. <a href="http://www.iheartdigitallife.de/whos-open-in-public/" target="_blank">who&#8217;s open in public?</a> so bescheuert es klingt, dein partner ist dein schutzraum. ein sexistisches privileg, leider aber ein privileg. gewalt, dominanz in beziehungen? sorry, kein hetera-exklusives problem. alles selbst schon erlebt. eines der riesen-themen der beratungsstellen für bisexuelle und lesbische frauen und trans*. </p>
<p>coming out als lesbe oder trans* am arbeitsplatz, (wahl)familie, freu_ndinnenkreis, soziales nahfeld? wirst du nie erleben, was das mit deinem leben macht. gut für dich. ich mache selten transphobe bzw. cissexistische erfahrungen, weil ich mich in dem, was mir als gender zugestanden wird, noch relativ wohl fühle und dieses wohlfühlen auch selten zu irritationen führt. ich komme an weniger stellen mit institutionen, gesetzen, räumen, menschen und strukturen in konflikt, schlicht, weil ich mich nicht trans* verorte. gut für mich. gut auch für jede hetera, die all diese erfahrungen niemals machen wird.</p>
<p>ich wünsche hetero_cis_sexismus generell keiner person. ich wünsche mir lediglich, dass das als sexismus anerkannt wird. und dass anerkannt wird, dass heteras nicht die einzige diskriminierte gruppe in einem sexistischen system sind und deshalb schon gar nicht über privilegierungen und ihre position nachdenken müssten, wenn sie antisexistisch bzw. feministisch aktiv sind. und wenn sie darüber schon nicht nachdenken und diesbezüglich kritisch handeln wollen, dann ist es bestimmt nicht zu viel verlangt, wenn sie sich mit kämpfen gegen hetero_cis_sexismus oder mit von hetero_cis_sexismus betroffenen personen solidarisch zeigen, indem sie diese personen und ihre anliegen unterstützen. alles andere reproduziert sexismus. das bedeutet leider an einigen stellen auch, dass antifeministische strohpuppen-diskussionen über &#8220;wer hat welches buch zuerst gelesen?&#8221; oder das kritiklose abfeiern von typen weniger werden müssen, denn auch das ist in der konsequenz sexismus. (ja, das ganz einzustellen, ist leider zu viel verlangt).</p>
<p>kein typ braucht die solidarität von menschen, die von sexismus betroffen sind. die sollen erstmal sich selbst angucken. jeder typ, der durch queer_feministischen aktivismus anerkennung erfährt, gestärkt aus einer debatte geht oder sich in diesen kämpfen wohlfühlt, ist einer zuviel. kein typ sollte betroffenen ratschläge geben oder über queer_feministische bzw. antisexistische interventionen urteilen und dafür noch beifall von betroffenen bekommen. was ist deren mackerige einschätzung schon wert gegen ein ganzes leben gewalterfahrung?</p>
<p>solidarität ist ein prinzip, das von oben nach unten funktioniert. nicht umgekehrt. </p>
 <p><a href="http://medienelite.de/?flattrss_redirect&amp;id=3471&amp;md5=72dd769f2f6be02f25dee8142a1db73c" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://medienelite.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://medienelite.de/aufschrei-oder-solidaritat-ist-ein-prinzip-das-von-oben-nach-unten-funktioniert/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		<atom:link rel="payment" title="Flattr this!" href="https://flattr.com/submit/auto?user_id=8127&amp;popout=1&amp;url=http%3A%2F%2Fmedienelite.de%2Faufschrei-oder-solidaritat-ist-ein-prinzip-das-von-oben-nach-unten-funktioniert%2F&amp;language=de_DE&amp;category=text&amp;title=%23aufschrei+%26%238211%3B+oder%3A+Solidarit%C3%A4t+ist+ein+Prinzip%2C+das+von+oben+nach+unten+funktioniert.&amp;description=noch+immer+bekomme+ich+nicht+ganz+auf+die+reihe%2C+welche+wellen+die+%23aufschrei+aktion+schl%C3%A4gt.+ich+glaube%2C+das+letzte+mal%2C+als+mainstream-medien+so+gro%C3%9F+und+breit+%C3%BCber+sexismus+berichtet+haben%2C...&amp;tags=%23aufschrei%2Cjauch%2CSexismus%2Csolidarit%C3%A4t%2Cblog" type="text/html" />
	</item>
		<item>
		<title>Struwwelpeter und die Subalterne</title>
		<link>http://medienelite.de/struwwelpeter-und-die-subalterne/</link>
		<comments>http://medienelite.de/struwwelpeter-und-die-subalterne/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 23 Jan 2013 00:29:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lantzschi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zitrusfrüchte]]></category>
		<category><![CDATA[Blackface]]></category>
		<category><![CDATA[Die Kleine Hexe]]></category>
		<category><![CDATA[Kinderbücher]]></category>
		<category><![CDATA[Pippi Langstrumpf]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
		<category><![CDATA[Struwwelpeter]]></category>
		<category><![CDATA[Subalterne]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://medienelite.de/?p=3463</guid>
		<description><![CDATA[Ein Buch, das ich in meiner frühen Kindheit, bis ich eingeschult wurde, sehr gerne gelesen habe, war Struwwelpeter. Ich weiß nicht, warum, weil ich es im Nachhinein betrachtet sehr gewaltvoll finde: Mit einem stark moralisch &#8230; <a href="http://medienelite.de/struwwelpeter-und-die-subalterne/">Weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Buch, das ich in meiner frühen Kindheit, bis ich eingeschult wurde, sehr gerne gelesen habe, war Struwwelpeter. Ich weiß nicht, warum, weil ich es im Nachhinein betrachtet sehr gewaltvoll finde: Mit einem stark moralisch aufgeladenen Impetus wird Kindern vermittelt, was sie nicht sein dürfen oder tun sollten. Missachten sie die aufgestellten Regeln, widerfährt ihnen Leid oder sie sterben. Das Buch ist ein einziges Verbotsinstrument: Starr nicht dauernd in die Luft, zappel nicht am Tisch, iss immer deine Suppe auf, spiel nicht mit dem Feuer. Mach dich nicht über Schwarze lustig. Im Kontext der aktuell geführten (von weißen dominierten und rassismus-reproduzierenden in vielen Teilen) Debatte ist diese Geschichte besonders bemerkenswert.</p>
<p>Zwei weiße Kinder machen sich über einen Schwarzen Jungen lustig, der in kolonialrassistischer Tradition dargestellt wird (während Kinder und Lehrer &#8220;differenziert&#8221; und aufwändig gezeichnet sind). Sprachlich bewegt sich die Geschichte zwischen N- und M-Wort. Zur Strafe taucht der Lehrer (mit erhobenem Zeigefinger) die weißen Kinder in ein großes Tintenfass, das mit schwarzer Tinte gefüllt ist. So laufen sie danach schwarz &#8220;angemalt&#8221; in Blackface-Optik hinter dem Schwarzen Jungen her und sind nun &#8220;geächtet&#8221; und &#8220;gerecht bestraft&#8221; (Zitate von mir). Schwarz bedeutet also etwas Negatives. Der Junge übernimmt in der Geschichte sonst keine Rolle, außer eben einen Schwarzen Jungen zu repräsentieren. Offenbar benötigt er weder Kleidung, noch einen Namen, noch eine Handlung in der Geschichte. Er ist lediglich die Projektionsfläche. Der Lehrer stellt sich nicht etwa hinter den Jungen, der diskriminiert wird, sondern bestraft seine weißen &#8220;Schüler&#8221;, indem er sie &#8220;schwärzt&#8221;. </p>
<p>Spannend in diesem Zusammenhang ist das Buch &#8220;<a href="http://www.unrast-verlag.de/neuerscheinungen/spricht-die-subalterne-deutsch-41-detail" target="_blank">Spricht die Subalterne deutsch?</a>&#8220;, das ich allen wärmstens empfehlen kann, die sich mit deutscher Kolonialgeschichte und seinen (auch strukturell wirkenden) Kontinuitäten bis in die heutige Zeit (z.B. Arbeitsmigrationspolitik) beschäftigen möchten. Der Titel des Buches zeigt eine Karnevalsszenerie in wahrscheinlich Deutschland und eine Person, die den Schwarzen Jungen aus Struwwelpeter darstellen soll &#8211; natürlich ist es eine weiße Person in Blackface. Und dahinter eine andere, die eines der Kinder mimt, die die rassistische Karikatur belächelt, auf sie zeigt. Drumherum Publikum, das zusieht. </p>
<p>Die Frage des Buchtitels bleibt in weiten Teilen eine ledliglich rhetorisch gestellte, denn sie lautet in vielen Fällen nein. Die Subalterne spricht nicht deutsch. Zumindest kein deutsch, das weiße Deutsche sprechen oder verstehen wollen. Das Andere wird nach wie vor fremdmarkiert und fremddefiniert. &#8220;Na dieser Schw&#8230; äääh &#8216;Farbige&#8217; da!&#8221; Wenn schon auf die Hautfarbe des Gegenübers abgestellt werden muss (warum eigentlich? Ich denke, wir sind alle gleich?), dann bloß nicht Schwarz sagen, denn Schwarz ist schlecht. Dämonisiert, negativ aufgeladen. Vielleicht sogar rassistisch, denken einige. Dann lieber einen rassistischen Begriff als Bezeichnung benutzen wie M, N oder &#8220;Farbig&#8221;. Hältst du dich selbst etwa für ein &#8220;Bleichgesicht&#8221; oder warum sind die Personen, zu denen unentwegt du die Differenz herstellen musst, &#8220;farbig&#8221;? N, M, &#8220;Farbig&#8221;, das sind Begriffe, die du kennst und mit denen du nichts Negatives verbindest &#8211; im Gegensatz zur Farbe Schwarz. Beide Seiten der gleichen Medaille &#8211; Rassismus.</p>
<p>Und jetzt wollen sie dir die Wörter wegnehmen und dich mit bösen sprechen_denken lassen. &#8220;Zensur! Hexenjagd! Political Correctness! Das Abendland! Die Kultur! Die Bücher! unsere Kinder!&#8221; Wenn du damit fertig bist, rassistische Begriffe nochmal ganz schnell, ganz oft und in vielen Variationen zu wiederholen, bevor die Antirapocalypse hereinbericht, wird es Zeit neue Dinge zu lernen. Zum Beispiel, dass Schwarze Kinder nie wieder solche Geschichten über sich wahrnehmen und erleben wollen. Dass diese Schwarzen Kinder in deiner Nähe leben. Und mehr Wissen über Rassismus besitzen als du. </p>
<p>Und dass Schwarz nicht die Farbe der Bösewichte, der Abziehfolien deines Hasses und Rassismusverständnisses und nichts Negatives ist, sondern das politische W_Ort für Schwarze Menschen. </p>
<p>Mein Lieblingskartenspiel war ein Wortlern-Legespiel, bei dem weiße Kinder Tätigkeiten ausführen und die dazugehörige Karte durch Erraten des passenden Verbs gefunden wird. Im Spiel gab es eine besondere Karte, den &#8220;schwarzen Peter&#8221;. Eine schwarze Katze. Wer die zog, verlor sofort. Ich lernte also rassistisches Wissen als Kind &#8211; als gäbe es nichts Selbstverständlicheres auf der Welt.</p>
<p>Oma ist heute noch der Meinung, dass N korrekt sei &#8220;das sagt man doch heute noch so&#8221; &#8211; als gäbe es nichts Selbstverständlicheres auf der Welt. Ja, Rassismus ist selbstverständlich. Der Feuilleton dieser Tage gibt ihr Recht. </p>
<p>Und die Subalterne? Wird zum Schweigen_Nicht gehört werden verdonnert. Per weißer Zensur äääh Meinungsfreiheit.</p>
 <p><a href="http://medienelite.de/?flattrss_redirect&amp;id=3463&amp;md5=9364f276cb06c9118cd42493e31b6e61" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://medienelite.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://medienelite.de/struwwelpeter-und-die-subalterne/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		<atom:link rel="payment" title="Flattr this!" href="https://flattr.com/submit/auto?user_id=8127&amp;popout=1&amp;url=http%3A%2F%2Fmedienelite.de%2Fstruwwelpeter-und-die-subalterne%2F&amp;language=de_DE&amp;category=text&amp;title=Struwwelpeter+und+die+Subalterne&amp;description=Ein+Buch%2C+das+ich+in+meiner+fr%C3%BChen+Kindheit%2C+bis+ich+eingeschult+wurde%2C+sehr+gerne+gelesen+habe%2C+war+Struwwelpeter.+Ich+wei%C3%9F+nicht%2C+warum%2C+weil+ich+es+im+Nachhinein+betrachtet+sehr+gewaltvoll...&amp;tags=Blackface%2CDie+Kleine+Hexe%2CKinderb%C3%BCcher%2CPippi+Langstrumpf%2CRassismus%2CStruwwelpeter%2CSubalterne%2Cblog" type="text/html" />
	</item>
		<item>
		<title>auf dauer.</title>
		<link>http://medienelite.de/auf-dauer/</link>
		<comments>http://medienelite.de/auf-dauer/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 15 Jan 2013 00:12:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lantzschi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Saftpresse]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://medienelite.de/?p=3459</guid>
		<description><![CDATA[wann habe ich eigentlich aufgehört in dieser welt zu sein? also in der welt, die mir bekannt ist und mir eigentlich immer schön vorkam. eine welt, in der ich das gefühl hatte, ich zu sein, &#8230; <a href="http://medienelite.de/auf-dauer/">Weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>wann habe ich eigentlich aufgehört in dieser welt zu sein? also in der welt, die mir bekannt ist und mir eigentlich immer schön vorkam. eine welt, in der ich das gefühl hatte, ich zu sein, bei mir zu sein und nicht diese zwei personen gleichzeitig? </p>
<p>ich werde von mir selbst fremdbestimmt. mein jetziges erleben von welt ist bestimmt durch mich. ein ich, dass sich nicht mehr wie ich anfühlt. ein gequältes ich. ein ich, was sich durch den tag schleppt und funktionieren will und oft nicht kann. ein schmerzverzerrtes ich, was nach dem essen mit unfassbarer übelkeit, brechreiz, krämpfen und verspannungen im ganzen körper zwei stunden im bett vegetiert in der hoffnung, das alles bald vorbei ist und gleichzeitig mit den gedanken ständig bei diesem schreibprojekt ist mit seinen deadlines, erwartungshaltungen, vorgezeichneten kritiken, vorwürfen, anmerkungen, weitergedanken.</p>
<p>ich mache gerade das, was ich immer tun wollte, aber es fühlt sich wie eine einzige plage an. stress, druck, stress, gehemmtsein, erschöpfung, funktionieren müssen annehmen, rechtfertigungen, eingeständnisse, zugeständnisse, nicht durchdringen können, jedes wort wie eine geburtseinleitung. es kommt mir vor, als würde ich meine abschlussarbeit schreiben, nur in viel schlimmer. und dabei ist es doch etwas, was mir gerade alles bedeutet, was w_orte findet für mein sein in welt und mein sein wollen in welt.</p>
<p>wo bleibt der antrieb, die lust, die freude, die konzentration, der fokus? berlin aufsaugen zu können, wie es mir vor einiger zeit noch gelang? wann war &#8220;vor einiger zeit&#8221;? und was war davor? genau das, was davor war, dessen konsequenzen erlebe ich doch jetzt mit dieser unglaublichen frustration, verzweiflung, erschöpfung, langeweile. panik, depressionen. </p>
<p>vor sieben monaten habe ich die verbindung verloren. seitdem lebe ich in einer von mir fremdbestimmten welt, in der sich alles danach richtet, die balance zu finden: balance zwischen stress und entspannung, balance zwischen fremdbestimmung und fremdbestimmung, balance zwischen sich einreden selbstbestimmt handeln zu können und erfahrungen, es nicht zu können. die balance zwischen dem ich, das neugierig ist, lust und freude spürt, im kampf mit dem eigenen körper und dem anderen ich, was seit monaten, vielleicht jahren in mir haust und jede spontanität auffrisst, jede lust, jede freude am leben wieder teilzunehmen, weil es die lust abwertet und diese abwertung seit 7 monaten mit dem eigenen körper legitimiert. ich wiege mittlerweile 47kg, vielleicht ein bisschen weniger, da das mit dem essen auch nicht mehr so der hit ist, seitdem ich aus der feiertagspause zurück bin. wenn ich an mir herunterschaue, mich anfasse, dann fasse ich einen ausgelaugten, kraftlosen körper an. einen körper, der nicht meiner ist und doch ein körper, den ich schon immer haben wollte, weil er meinem gefühlten_gelebten geschlecht nahe kommt, ich fühle mich wohl in diesem körper, der mir so viel angst macht und so viel mit mir anstellt in den letzten monaten. was ist das eigentlich für ein beschissener widerspruch? ich kämpfe nicht (nur) gegen meinen körper, ich kämpfe in erster linie gegen mich.</p>
<p>für kurze momente kann ich mich anknipsen und eine verbindung in die welt herstellen, in der ich glaube sein zu wollen, die allerdings auch der grund ist, warum es mir so geht und nicht anders. der unterschied zu dem davor ist lediglich die dauer des moments. es geht nicht mehr tage-/wochenlang, die dauer des moments reicht nur für wenige stunden. doch ich weiß: eigentlich bin_erlebe ich schon sehr lange so, nur habe ich jetzt nicht mehr die kraft, die dauer des moments zu verlängern, um depressionen und verzweiflung zu überspielen. wie wird sich das alles anfühlen, wenn es irgendwann vorbei ist? ich bin so ungeduldig. ich will doch (nicht) und kann doch (nicht), wenn ich (nicht) will.</p>
<p>ist die verlängerung der dauer des moments nicht viel mehr ein be_dauern dessen, was sowieso nur kompensation ist für etwas, was verarbeitet werden muss, damit aus momenten er_durch_leben_fühlen_schreiben_handeln wird? auf dauer? und was ist dann, wenn es bleibt?</p>
 <p><a href="http://medienelite.de/?flattrss_redirect&amp;id=3459&amp;md5=c1ec0b2b60dfcfaf007c1ce0c1c4c3dc" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://medienelite.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://medienelite.de/auf-dauer/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		<atom:link rel="payment" title="Flattr this!" href="https://flattr.com/submit/auto?user_id=8127&amp;popout=1&amp;url=http%3A%2F%2Fmedienelite.de%2Fauf-dauer%2F&amp;language=de_DE&amp;category=text&amp;title=auf+dauer.&amp;description=wann+habe+ich+eigentlich+aufgeh%C3%B6rt+in+dieser+welt+zu+sein%3F+also+in+der+welt%2C+die+mir+bekannt+ist+und+mir+eigentlich+immer+sch%C3%B6n+vorkam.+eine+welt%2C+in+der+ich+das...&amp;tags=blog" type="text/html" />
	</item>
		<item>
		<title>schreiben lernen. erster teil.</title>
		<link>http://medienelite.de/schreiben-lernen-erster-teil/</link>
		<comments>http://medienelite.de/schreiben-lernen-erster-teil/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 01 Jan 2013 15:05:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lantzschi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zitrusfrüchte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://medienelite.de/?p=3449</guid>
		<description><![CDATA[ich kenne viele menschen, die von sich behaupten, ihnen fiele das schreiben schwer. es werden meistens dinge aufgezählt, die fehlen würden zu einem flüssigen und selbstbehauptenden schreiben: worte, themen, stil, etc. doch schreiben ist ein &#8230; <a href="http://medienelite.de/schreiben-lernen-erster-teil/">Weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>ich kenne viele menschen, die von sich behaupten, ihnen fiele das schreiben schwer. es werden meistens dinge aufgezählt, die fehlen würden zu einem flüssigen und selbstbehauptenden schreiben: worte, themen, stil, etc. doch schreiben ist ein werkzeug, keine gabe. schreiben kann erlernt werden. stile, worte, themen, all das sind keine hindernisse. </p>
<p>hindernisse sind das orientieren an bestimmten stilen, worten und themen. einen druck beim schreiben zu verspüren (bspw. um bestimmten ansprüchen oder erwartungshaltungen entsprechen zu wollen), ist ein hindernis. fehlendes interesse am schreibprozess und an der inhaltlichen auseinandersetzung sind hindernisse.</p>
<p>schreiben zu können, worte zu formulieren, die sich verständlich machen können, sich selbst über schriftsprache zu verständigen ist ein privileg einerseits und empowerment andererseits. ich halte schreiben für ein unglaublich stärkendes und sinnstiftendes mittel des austausches (auch mit sich selbst). schreiben setzt denkprozesse in gang und eröffnet handlungsmöglichkeiten. </p>
<p>nur wie hemmungen vor dem schreiben abbauen? wie &#8220;reinkommen&#8221; in dieses schreiben?</p>
<p>folgende schritte und vorgehen können helfen, hemmungen, vermeintliche hindernisse und die verständliche angst, sich über schriftsprache zu artikulieren abzubauen. ich werde in nächster zeit immer mal wieder tipps und kleine brücken aufschreiben, um mein schreibwissen weiterzugeben.</p>
<p><strong>tipp 1: schreiben &#8211; so (un)wichtig wie der gang zur toilette.</strong></p>
<p><span id="more-3449"></span></p>
<p>viele menschen haben hemmungen zu schreiben, weil sie glauben, schreiben bzw. fertige texte seien ein extra. eine zusätzliche tätigkeit, für die es &#8220;können&#8221; erfordere, mindestens aber den status eines hobbys besitzen müsse. </p>
<p>schreiben ist gesellschaftlich bedingt mit wertungen belegt. das beherrschen von schriftsprache und damit einhergehend auch der sichere umgang mit schreibstilen sowie die wortung der eigenen gedanken wird in weißen, westlich-europäischen kontexten einem &#8220;kulturellen&#8221; bzw. &#8220;kulturproduzierenden&#8221; vorgang zugerechnet. artikulation durch schriftsprache wird über andere sprachformen wie sprache durch den körper, gesprochene sprache oder vermeintliches &#8220;nicht-sprechen&#8221; gestellt. auch die form der schriftsprache wird noch einmal ausdifferenziert und entsprechend mit hierarchisierungen versehen. kritik an bestimmten formen des schriftsprachlichen ausdrucks, die häufig &#8220;anti-intellektuell&#8221; genannt werden (von wem?) machen daher an vielen stellen sinn, kritisieren die hierarchisierung zwischen verschiedenen formen des sprachlichen ausdrucks, weisen allerdings nicht den begründungszusammenhang zurück. die unterscheidung zwischen schriftsprache, gesprochener sprache, körpersprache usw. es wird lediglich eine bestimmte form der schriftsprache kritisiert, häufig die, die sich durch &#8220;akademischen wortschatz&#8221; den meisten menschen verschließt. auch schriftsprachliche formen der prosa und lyrik werden selten kritisiert oder als &#8220;kunst&#8221; in den denkraum der nicht-kritik oder nicht-interessanz verbannt. schriftsprachliche äußerungen werden als manifestation von gedanken wahrgenommen, körperliche ausdrucksweisen gelten als flüchtig und nicht von dauer. </p>
<p>möp. alles käse. schreiben ist eine form der sprach_handlung. nicht mehr und nicht weniger. schreiben zu können ist in den häufigsten fällen an ableisierungen geknüpft. nicht nur: &#8220;fühle ich mich im stande einen text zu verfassen?&#8221;, sondern auch: &#8220;kann ich überhaupt schreiben?&#8221; und wenn ja: &#8220;wie?&#8221; oder: &#8220;womit?&#8221;</p>
<p>schreiben zu können ist in erster linie ein privileg von ableisierten. weiter geht es dann mit dem &#8220;lesen&#8221; und &#8220;verstehen&#8221; können dieser schriftsprache. schriftsprache produziert ausschlüsse (auch) über ableisierungen. kein grund also, schriftsprache über andere formen der sprach_handlungen zu stellen, sie zu idealisieren oder für sich selbst nicht als ausdruck in betracht zu ziehen, weil sie vermeintlich &#8220;intellektuellen&#8221;, &#8220;künstler_innen&#8221; etc. vorbehalten wäre. </p>
<p>deshalb halte ich es für wichtig, insofern eine_r schreiben kann, schreiben seinen &#8220;kulturellen&#8221; weißen westlich-europäischen be_wertungen zu entziehen bzw. sich davon nicht einschüchtern zu lassen. ein erster schritt in diese richtung kann sein, schreiben in den eigenen alltag zu integrieren. schreiben ist genauso (un)wichtig wie ein toilettengang oder tägliche besorgungen, reproduktionsarbeit und ähnliche tätigkeiten, handlungen, die häufig nicht mit &#8220;intellektualität&#8221;, &#8220;kunst&#8221; oder &#8220;kultur&#8221; in verbindung gebracht werden. </p>
<p>nimm dir vor, jeden tag mindestens 1x etwas aufzuschreiben. du kannst entweder einen dir bekannten vorgang beschreiben (wie backe ich einen kuchen, der mir schmeckt?) oder was du am tag/in den letzten tagen erlebt hast, welche gedanken dich beschäftigen, was dich angeregt hat, was dich traurig gemacht hat, was dir freude bereitet hat. das thema ist völlig egal, du suchst aus, jeden tag neu. worauf du schreibst, ist dabei auch egal, hauptsache du sammelst deine schriftsprachlichen äußerungen an ein- und demselben ort. das kann ein ordner im notebook/pc sein, ein einzelnes dokument, ein notizbuch oder eine ablage, wo du deine beschriebenen zettel ablegst. am besten für das tägliche schreiben eignet sich ein tagebuch. wenn du damit fertig bist, schreib ein datum, gerne auch die uhrzeit auf das dokument, den abschnitt, den zettel. </p>
<p>lies dir dein geschriebenes noch einmal durch. solltest du bilder dazu in deinem kopf haben, versuche sie zu zeichnen. das kann völlig abstrakt sein, einzelne formen, striche oder detailreiche ausführungen, situationen, die du damit verbindest. versuche dabei farben zu visualisieren, gerüche, töne, materialien und wie sie sich anfühlen. solltest du das nicht zeichnen können, schreibe es in die zeichnungen. versuche worte für deine sinneseindrücke zu finden. du kannst deine zeichnungen entweder auf einem extra blatt papier festhalten oder direkt auf den bereits geschriebenen text zeichnen. ob einzelne worte danach noch lesbar sind, spielt (vorerst) keine rolle. wichtig ist, dass dein text und deine zeichnungen zusammengehören. markiere beides so, dass du dich später daran erinnern kannst, welche bilder du zu welchem text gezeichnet hast. wenn dir keine bilder zu deinem text einfallen, versuche zu beschreiben, warum nicht, achte besonders auf deine gefühle, die dich während der beschreibung durchdringen. schreibe alles auf. markiere beides so, dass du dich später daran erinnern kannst, welche beschreibungen zu welchem text gehören.</p>
<p>wenn du gar nicht weißt, worüber du deinen täglichen text verfassen willst, nimm dir ein leeres dokument, ein leeres blatt papier und schreibe auf, was du gerade denkst. setze den stift beim schreiben nicht ab. wenn dir nichts (mehr) einfällt, schreibe genau das auf. schreibe mindestens 5 minuten am stück oder bis eine seite voll ist, sollte es dir schwerer fallen. denk daran, den stift dabei nicht abzusetzen. solltest du durch dieses vorgehen in einen schreibprozess kommen, mach&#8217; einfach weiter, bis du glaubst, alles aufgeschrieben zu haben. und wieder: nicht den stift dabei absetzen! solltest du dazu bilder im kopf haben, siehe oben beschriebenes verfahren. solltest du keine bilder dazu im kopf haben, siehe oben beschriebenes verfahren.</p>
<p>die täglichen schreibübungen (mit den zeichnungen) sollten einen zeitumfang von einer stunde nicht überschreiten. je weniger zeit du benötigst, desto besser für deine tägliche motivation und desto weniger musst du deine zeit neu oder anders planen bzw. greifen die schreibübungen merklich in deinen gewohnten tagesablauf ein. </p>
<p>versuche das ganze einen monat lang. jeden tag. nimm dir nach einem monat deine notizen und ggf. bilder zur hand, lies dir alles noch einmal durch bzw. schau dir die bilder zu deinen texten an. sieh dir die daten und uhrzeiten zu deinen aufzeichnungen an und versuche deinen letzten monat im kopf zu rekonstruieren. gelingt es dir nur anhand deiner aufzeichnungen? hast du vielleicht gar nicht oder selten über deine erlebnisse geschrieben? hast du viel oder immer über deine erlebnisse in diesem zeitabschnitt geschrieben? überlagern zeichnungen worte/machen sie vielleicht sogar nicht mehr erkennbar? welche worte/sätze sind das? macht die uhrzeit einen unterschied in bezug auf länge der texte, die art der bebilderung, die inhalte? fallen dir dinge ein, die du nicht aufgeschrieben hast? warum sind die nicht niedergeschrieben oder gezeichnet? schreibe deine gedanken zu diesen und anderen fragen, die dir einfallen, auf. </p>
<p>keine lust mehr nach einem monat? nimm dir noch einen monat zeit, um dich auszuprobieren. für alle anderen: weitermachen :)</p>
<p><strong>und was bringt das jetzt?</strong></p>
<p>die täglichen schreibübungen und zeichnungen eignen sich gut, um worte und bilder für deine gedanken und tätigkeiten zu finden. du übst dich in verschiedenen formen des ausdrucks. du hast die möglichkeit bestimmte situationen, gedanken, tätigkeiten und ereignisse zu reflektieren und diese denkprozesse festzuhalten. du schreibst, was dir wichtig ist. durch die verbindung von schriftsprache und visualität bekommst du ein gefühl dafür, wie du dir die welt und deinen alltag denkst/vorstellst. du findest eigene formen des ausdrucks dafür. du produzierst jeden tag &#8220;text&#8221;. du siehst, dass &#8220;kreativität&#8221; nichts mit können zu tun hat, sondern abhängig von konzentration, fokus und gefühl sein kann. du kannst sehen, was und wieviel du produziert hast, deine gedanken gewinnen an plastizität, ausdrucksstärke. du bekommst ein gefühl dafür, was und wieviel dir jeden tag durch den kopf geht. du hast die möglichkeit dir das alles noch einmal anzusehen und neu_anders zu durchdenken. </p>
<p>diese schreibübungen sollen dir helfen, hemmungen und ängste vor dem schreiben abzubauen und schreiben/zeichnen als (d)eine form der vielen ausdrucksmöglichkeiten kennenzulernen. da du dich beim schreiben nur an dir orientierst, musst du keine vergleiche mit anderen texten in bezug auf inhalt, stil, form und umfang machen. </p>
 <p><a href="http://medienelite.de/?flattrss_redirect&amp;id=3449&amp;md5=670e0da7732ea94dafe1ae1fec99df07" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://medienelite.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://medienelite.de/schreiben-lernen-erster-teil/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		<atom:link rel="payment" title="Flattr this!" href="https://flattr.com/submit/auto?user_id=8127&amp;popout=1&amp;url=http%3A%2F%2Fmedienelite.de%2Fschreiben-lernen-erster-teil%2F&amp;language=de_DE&amp;category=text&amp;title=schreiben+lernen.+erster+teil.&amp;description=ich+kenne+viele+menschen%2C+die+von+sich+behaupten%2C+ihnen+fiele+das+schreiben+schwer.+es+werden+meistens+dinge+aufgez%C3%A4hlt%2C+die+fehlen+w%C3%BCrden+zu+einem+fl%C3%BCssigen+und+selbstbehauptenden+schreiben%3A+worte%2C+themen%2C+stil%2C...&amp;tags=blog" type="text/html" />
	</item>
	</channel>
</rss>
