Ist der BVG eigentlich schon mal in den Sinn gekommen, dass sie mit ihren dämlichen und völlig überzogenen Forderungen (deshalb Streik) nicht nur ganz Ostberlin lahmlegen, sondern sogar der einzige Grund sind, seinen Partner nicht zu sehen?
Posted on Feb 12, 2008
Posted on Feb 4, 2008
Auch mal was von Berlin sehen! Mit: Streik!
Der 40-stündige unangekündigte (sic!) BVG-Streik des letzten Frei- und Samstages veranlasste mich dazu, meine gewohnte Strecke zur Arbeit, die nur aus BVG besteht (Bus, U-Bahn, Tram) nochmals zu überdenken. Ich schnappte mir also mein MiniRad, fuhr zum S-Bahnhof Landsberger Allee, ab in die Ringbahn bis Gesundbrunnen, von da zum Potsdamer Platz und von dort nochmals mit quietschgrünem MiniRad über den Potsi auf Arbeit. Das hört sich nach (sic!) an, war es aber gar nicht. Berlin von draußen. Ist ja sowieso selten. In Berlin läuft niemand, zumindest nicht Strecken ab 200m aufwärts. Das ist einerseits löblich für die Infrastruktur des ÖPNV, andererseits schlecht für die verwöhnten, urbanen Penner.
Lediglich störend an der Fahrrad-Action wäre da der Deutsche an sich. Nett wie ich bin, schleppte ich mein Rad in der S-Bahn extra ins Fahrradabteil, was eigentlich niemand explizit macht, so dass man also oft schon den dreckigen Reifen eines Tölpes an die frisch gewaschenen Jeans bekam. Nicht so ich. Vorbildlich. Leider interessierte das Niemanden, so dass ich mit Blicken fast aus der Bahn gemobbt wurde, nur weil ich mich mit meinem Radl in die S-Bahn gesellte und ganz devot an der Tür herumkroch. Angerempelt wurde ich auch. “Im Weg, du bist im Weg!”war die Gedankenblase einiger Passanten.
Naja, dafür hab ich mehr Fitness.
Posted on Jan 14, 2008
Berlin ist manchmal peinlich. London aber auch.
Genau dann, wenn es versucht den popkulturellen Zeitgeist, den London schon vor drei Jahren abgefeiert hat, als “hip” zu verkaufen. Was noch viel schwerer wiegt: Die Bevölkerung macht den Spaß mit. 18-jährige Teens, die glatt mal in der Ferienzeit ihrem Zentner-Image vom geplagten Dauerpraktikanten und stress-geprüften “All 4 Lebenslauf”-Alltag entkommen wollen (was zwar noch gar nicht eingetreten ist, aber wir sind ja pessimistisch in Germany), schmeißen sich in die hippsten Indie-Klamotten, ganze hippe H&M-Kollektionen in einem Club, teure hippe weiße Lederschühchen (gern auch mal in Braun oder schwarz), das obligatorische hippe (Pali-)Tuch.
Posted on Jan 10, 2008
“Ich bin glücklich in Marzahn.” “Das ist schön.”
Nastys erster redaktioneller Beitrag in ihrer neuen Wohnstube. Mein Beifall. Auch fürs Thema.
Posted on Dez 11, 2007
Auf der Suche nach der digitalen Bohème – Teil 3
Nachdem ich lange nichts mehr von mir hören lassen habe, was die digitale Bohème betrifft, hier nun ein neuerliches Update. Ich muss zugeben, einen wahnsinnigen Sprung gemacht zu haben und bin nun ganz nah dran, aber immernoch nicht dabei.
Seit meinem Beginn bei tagesspiegel.de, bin ich nun einem Berliner Ober-Bohemian, Mercedes, ein ganzes Stück weit näher gekommen. Ihr wisst, dass mir das immer wichtig war. Klar läuft hier bei der Holtzbrinck-Tochter nicht alles so bohème, da man schließlich feste Arbeitszeiten und feste Aufgaben hat. Dennoch, es wird viel Brancheninterner getuschelt, alle Redakteure schwören auf Apple (es wurden sogar schon mehrere iPhones gesichtet), der gute alte Latte Macchiato steht dampfend jeden Tag neben mir und manche haben sogar Moleskine zu ihrem Standard-Notizbuch gemacht.
Was ich denn doch enttäuschend finde – oder sollte ich es lieber nicht? – dass die meisten hier was mit Niggemeier, Turi und Alphonso anfangen können. Ich dachte, ich hätte diese Nichtsnutze mal aus meinem Wahrnehmungsfeld verbannt. Wahrscheinlich ist es auch Mercedes, die ein bisschen mehr Onlinewind mitbringt. Immerhin macht sie oft die Missionarin, besucht diverse Messen, Kongresse und sonstige geheime Bohème-Treffen mit den oberen 10.000 der Online- und Printbranche, um ihre Schäfchen dann über die neuesten Trends in Kenntnis zu setzen. Mutti Bunz on the top of Web2.0.
Gestern saß ich zum ersten Mal, seitdem ich in Berlin wohne, (und das ist jetzt schon seit Anfang März) mit meinem Notebook und einem Caffe Mocha White (dem Latte Macchiato für die Bohème2.0) in einem süßen Café in F’Hain und tat nichts anderes als so dies und das, sah dabei super wichtig aus. Wie es eben auch so bei den Freiberuflern ist: Keine feste Arbeitszeit, keine feste Aufgabe und eigentlich keinen “festen” Sinn, mit dem, was man da gerade so treibt.
Wo bleibt das MacBook zur Perfektion? Kommt bald. Und was ist mit dem Moleskine? Tzja, eine Kalender für 2008 hab ich noch nicht. Und bald ist ja auch Weihnachten. Also? ^^
Beschenkt mich. Der Bohème lebt schließlich preiswert. Minimalistische Dekadenz hat Hochkonjunktur. Anspruch trotz Armut (nicht von mir, aber gut, was?) Bis dahin beiße ich mich noch ein wenig bei Holtzbrinck fest.
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