Posted on Jun 6, 2008

Heidi.

2002. Das Jahr, in dem ich das letzte Mal mit meinen Eltern zusammen verreiste. Da war ich 16/17, heute bin ich fast 23. Das erschrickt mich zutiefst. Nicht das Alter, sondern dass ich so lange nicht mehr mit meinen Eltern verreist bin. Und Urlaube hatte ich 2,5 seitdem: Bulgarien 2004 (nur gelötet und im Hotelzimmer verbracht, dabei depressiv), Dubai 2005 (anderer Kulturkreis, unvergesslich, warm und Gucci-Brille) und Ostsee 2006 (depressiv, einsam, Angst vor dem Meer).

2002 war auch das Jahr, als meine Eltern und ich im Kleinwalsertal waren. Das ist einerseits ein beliebtes Skigebiet, andererseits ein beliebtes Wandergebiet. Ich bevorzuge zweites, da ich ein Schisser bin und mich außer einem kläglichen Versuch nie wieder auf Skier stellen werde. Wandern. Mit meinen Eltern. Das klingt ungefähr so bohème wie Rudolf Scharping. Ich liebe es trotzdem. Als ich noch jünger war, hatte ich das zu wenig geschätzte Glück jedes Jahr mit meinen Eltern wegzufahren für 2 Wochen. Abgesehen von Disneyland, Ostsee und Spanien, an die ich mich nur noch sporadisch erinnern kann, fuhren wir stets in die Berge. Österreich, Deutschland, Kroatien, Norwegen, Italien.

Immer wanderten wir im Hochsommer, also schwierigste Bedingungen für Leib und Seele. Bis zur Unkenntlichkeit verbrannte Beine, Blut, Schweiß und Tränen inklusive. 10h-Wanderungen, am Berg abrutschen und sich an einem kleinen Bäumchen festkrallen, was natürlich nachgibt, Schlamm bis zu den Kniekehlen. Gelacht hat man trotzdem. Bestiegen habe ich schon alles (sic!), was knapp über 3000 war. Leider geben die Alpen nicht so viel Stoff her, müsste man mal nach Frankreich. Oder wir sind dafür nicht ausgerüstet. Klettern okay, das ist auf die Dauer vielleicht doch ein wenig viel des Guten. Obwohl ich vor so allem Angst habe, aber nicht vor dem Hochkommen. Das Runter ist der viel schwierigere Teil. Oder man verläuft sich trotz Karte…Stundenlang nicht wissen, wo man gerade ist. Eine psychische Belastung.

Das Kleinwalsertal liegt auf österreichischem Gebiet, gehört aber zu Deutschland. Oder umgedreht oder beides. Jedenfalls im Herzen des Allgäus und nahe der Skisprungschanze Oberstdorf. Es ist ein Überbleibsel der Eiszeit, des Pleitozäen, um zu Klugscheißen, wie man allerdings die Zeit nennt, in der die Alpen geformt wurden, wusste ich zuletzt bei meiner mündlichen Prüfung in Geografie.

Ich werde jeden Morgen ein fantastisches Frühstück zu mir nehmen, jeden Abend ein 3-Gänge-Menü, danach werde ich die ZEIT lesen, bewusstlos sein oder bloggen. Ich nehme mein neues Baby mit und versuche mich irgendwo einzuschleusen. An ein Internetcafé glaube ich mich auch erinnern zu können. Damit ihr teilhaben könnt, an diesen Bildern (siehe links).

Danach gehts noch für drei Tage an den Tegernsee. DonAlphonsos Notebook in den See schmeißen. Oder den reichen Wessis beim Gold essen zuschauen. Selber rumprollen.

Was ich am Wandern mag, mögt ihr sicher wissen? Die grenzenlose Weite, dass man bezwungen hat, wenn man auf dem Gipfel steht und das grenzenlose Nichts, dass man nie bezwingen wird, wenn man auf dem Gipfel steht.

Wer eine klassische und persönlich handsignierte Postkarte möchte, der melde sich bitte mit seiner Anschrift unter meiner Handynummer.

Bis dahin sag ich tschüß und bis zum 19. Juni. :-*

Fotos by andreasbalzer (CC) | Aufmacher by Verleihnix | (CC)

Posted on Jun 1, 2008

I’m techno and you’re not!

ellen.jpg sascha.jpg mecaro.jpg oberbaum.jpg oberbaum2.jpg oberbaum3.jpg water1.jpg water2.jpg

Habe ich schon erwähnt, dass das Watergate mein lovely club ist?

Gestern hatte Ellen Allien geladen. Zur record release ihres neuen, überraschend-sphärisch minimalen Longplayers “Sool”. Soolig gings dann aber irgendwie gar nicht zu. Technös-pornös. Teilweise so laut und bassig, dass ich dachte, mir springt das Herz raus oder ich werde ohnmächtig. Oder was da auch immer mit dem Körper passiert. Zugedrogtes neben Alkoholisiertem. Same shit different day. Schön sauniert ab 3 Uhr nachts bis 6 Uhr morgens. Leider nur, weil die Füße schmerzten. Nichts gewohnt die heutige Jugend.

Überraschung des Abends war der DJ namens Hector und das Unzip Project. Hooray. Wer die beiden kennt, möge mir bitte Links zukommen lassen.

Ansonsten habe ich noch das im Angebot. Ab Minute drei sieht man den räudigen Rumänen und den perversen Perser bei ihrer record release im September 07. Und vielleicht mich, wenn man ein geübtes Auge hat.

Was mich noch mehr reizt, als das Berghain/Panoramabar ist das Weekend. Verstehen kann man das nach diesem Klick:

Posted on Mai 14, 2008

Mein erster Großbrand.

brand.jpg Foto: me

Ich wundere mich noch, was riecht denn hier so komisch?

Höre Raunen und sehe, das alle um mich herum aufstehen und zum Fenster laufen. Ich schaue aus dem Fenster und sehe Rauch. Viel Rauch. Wenig später sitze ich in einem Taxi, bewaffnet mit Zettel, Block und einer Spiegelreflex und düse Richtung Kreuzberg. Oder werde gedüst, besser gesagt. Der Fahrer schmeißt mich an der Ecke zum brennenden Papierlager raus. Geld gegen Quittung. Dann renne ich los. Dieser Teil Kreuzbergs kommt mir vor wie das Myfest, nur schlecht riechender. Mein Fuß macht die Rennerei nicht lange mit. Schmerz lass nach.

Ich schieße die ersten Fotos, versuche Gespräche der Leute aufzuschnappen. Entweder wird kein Deutsch gesprochen oder Berichte von Schaulustigen, aber keine Augenzeugen. Ich bin ein wenig enttäuscht, dass das Feuer im Vergleich zum Rauch so mickrig ausfällt. Katastrophe sieht anders aus. Ein Papierflöckchen fliegt mir auf die Nase. Ascheregen. Es wird doch besser.

Ich wundere mich weiter über die Menschenmassen, die mittlerweile ein Areal von 300qm für sich und ihre Fotohandys in Beschlag nehmen. Wahrscheinlich wundern sich auch die Autonomen und Punks am Köpi. Einer kam mir schon völlig verwirrt dreinblickend entgegen. Vielleicht riechen die nicht mal mehr, was ich rieche. Ab und an muss ich mir meinen Schal vor das Gesicht halten. Ich mache weiter Bilder, laufe über die Brücke und treffe auf ein paar Fotografen, die ich vor 2 Jahren schon nicht mochte. Auf der anderen Seite der Spree lässt es sich auch noch gut fotografieren. Alle reden, die meisten von ihnen sind Jugendliche, die schlechte Witze über die Feuerwehr im Zusammenhang mit Schläuchen machen.

Sehr bezeichnend waren die drei Mitte-Kreuzberg-Bohemians, die etwas abseits vom Mob (natürlich), schon über die Popkulturelle eines solchen Brands und die gesellschaftlichen Folgen der Rauchentwicklung philosophierten. (NATÜRLICH!)

Ich hatte noch nicht genug gesehen und bewegte mich nochmal auf die Papierfabrik zu, kein Durchkommen. Nur noch mehr Rauch. Und mehr Menschen mit Fotohandys. Neue Einsatzwagen, der X-te innerhalb weniger Minuten. Dann wird es Zeit zu gehen. Ich laufe nach Kreuzberg rein und ärgere mich schon über meine Ortsunkenntnis in diesem Bezirk, als mir auf einmal doch ein Taxi entgegenkommt.

Der Fahrer ist Türke und wir reden die gesamte Fahrt zurück über große und kleine Verbrechen in der Türkei. Ehrenmord, Eifersucht. Macht deutscher Mann nicht, lässt sich nämlich scheiden. Ich nicke. Deutschland ist ruhig. Ich nicke. Reporterin. Ich nicke. 10,40 Euro bitte. Ich nicke. Quittung. Danke, schönen Abend. Ein netter Mensch. Ich grinse bereits das zweite Mal an diesem Tag ob der Absurdität meines banalen Alltags.

Dann bin ich da. Kollegen fragen neugierig. Nein, nicht was es neues gäbe. Sondern, warum es hier auf einmal so komisch riecht.

Ich nicke. Denn das bin ich.

UPDATE:

Posted on Apr 1, 2008

MARZAHN!! MARZAHN!!

Hach ist Marzahn nicht toll? Oder Platte überhaupt? Ich sage ja!

Er auch!

Disclaimer: Dies ist natürlich keine Werbung, aber ich wollte schon immer mal so einen Text schreiben. Er hätte genauso gut in dieses Blog gepasst. Demnächst wieder größere Beiträge, sie stehen alle schon im Backoffice auf “wartend” ;-)

Posted on Feb 13, 2008

Wie ist das so?

Wie ist das so, wenn man in einer Großstadt wohnt? Wie ist das so mit den ganzen Stars und Sternchen, die da immer rumflanieren? (Man bedenke, Berlinale-Time) Wie ist das so, jeden Morgen / Mittag / Scheißfrüh am Alex und am Potsdamer Platz auszusteigen und sich wichtig vorzukommen? Wie ist das so, wenn man sich in der Mittagspause ein paar Schuhe kaufen geht? Wie ist das so, wenn man ständig von der Tram überfahren wird? Wie ist das so, mit Berlin und so?

SCHEISSE!

Promis nerven, ich komme zu spät zur Arbeit, weil die Berlinale-Touris alle McDoofs dieser Stadt einrennen und ich auch nur was essen will (nein, ich habe nicht zu lange bei den Schuhen gestanden, die waren schnell gekauft!), die Zahl der Tram-Todesopfer in Berlin erhöht sich nahezu stündlich, Promis interessieren mich nicht, Berlinale auch nicht.

Gegen den tollen Arbeitsweg und Berlin kann ich aber nichts sagen :-)