Generell kann ich für mich feststellen, da ich nun annäherend 2 Jahre in der Medienbranche tätig bin – ich bin abgestumpft. Ich kann kaum noch anders als zynisch sein. Bei vielen Themen. Täglich werden wir in der Redaktion mit hunderten Agenturmeldungen überflutet. Viele Dinge sind so schrecklich oder absurd, dass man nicht mehr als Zynismus dafür übrig haben kann, ohne dass man die Inhalte zu sehr an sich heranlässt.
Natürlich funktioniert das gleiche Prinzip, wenn man sich den teilweise heuchlerischen und anbiedernden Artikeln hingibt, die über Randgruppen unserer Gesellschaft verfasst werden. Die einzig wirkliche und einschlagende Kritik hat Künstler Erwin Wurm “verfasst”. Die ZEIT bot ihm im letzten Jahr an, das Feuilletonbuch in Ausgabe 49 zu füllen. Und er tat es. Ich sah es vor ein paar Tagen, weil ein Freund mich glücklicherweise auf diesen Wettbewerb aufmerksam gemacht hat. Dort hat dieses spezielle und wundervolle Zusammenspiel von Editorial Design und grandioser Aussage den ersten Preis gewonnen. In der Kategorie: Editorial – Zeitungsbeiträge. Wenn ihr mögt, schaut euch auch die anderen Kategorien an. Man kann nicht mehr, als niederknien.
Erwin Wurm hat sich nun dem oben bereits angesprochenen Thema gewidmet. Am Ende kam “44 Vorschläge – eine Sozialskulptur” dabei heraus. Konterkariert und karikierte Medienbranche auf ein paar Seiten. Ich habe gelacht. Und zwar ganz viel.
Mit einem Klick werden die fünf Bilder vergrößert. Viel Spaß. (Hinweis: die nicht ganz ins Layout passenden Schnipsel sind echte Anzeigen. Die natürlich nicht ohne Grund da stehen.)




