Posted on Jun 16, 2009

Ich liebe diesen Humor.

Generell kann ich für mich feststellen, da ich nun annäherend 2 Jahre in der Medienbranche tätig bin – ich bin abgestumpft. Ich kann kaum noch anders als zynisch sein. Bei vielen Themen. Täglich werden wir in der Redaktion mit hunderten Agenturmeldungen überflutet. Viele Dinge sind so schrecklich oder absurd, dass man nicht mehr als Zynismus dafür übrig haben kann, ohne dass man die Inhalte zu sehr an sich heranlässt.

Natürlich funktioniert das gleiche Prinzip, wenn man sich den teilweise heuchlerischen und anbiedernden Artikeln hingibt, die über Randgruppen unserer Gesellschaft verfasst werden. Die einzig wirkliche und einschlagende Kritik hat Künstler Erwin Wurm “verfasst”. Die ZEIT bot ihm im letzten Jahr an, das Feuilletonbuch in Ausgabe 49 zu füllen. Und er tat es. Ich sah es vor ein paar Tagen, weil ein Freund mich glücklicherweise auf diesen Wettbewerb aufmerksam gemacht hat. Dort hat dieses spezielle und wundervolle Zusammenspiel von Editorial Design und grandioser Aussage den ersten Preis gewonnen. In der Kategorie: Editorial – Zeitungsbeiträge. Wenn ihr mögt, schaut euch auch die anderen Kategorien an. Man kann nicht mehr, als niederknien.

Erwin Wurm hat sich nun dem oben bereits angesprochenen Thema gewidmet. Am Ende kam “44 Vorschläge – eine Sozialskulptur” dabei heraus. Konterkariert und karikierte Medienbranche auf ein paar Seiten. Ich habe gelacht. Und zwar ganz viel.

Mit einem Klick werden die fünf Bilder vergrößert. Viel Spaß. (Hinweis: die nicht ganz ins Layout passenden Schnipsel sind echte Anzeigen. Die natürlich nicht ohne Grund da stehen.)

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Posted on Jun 12, 2009

Neulich im Büro.

Ich: “Du sag mal, Kosovo ist doch Balkan. Kann ich das in die Stichzeile schreiben?”

Sie: “Kosovo. Balkan?”

Ich: “Ist doch Balkan?”

Sie: “Kosovo.”

Ich: “Kosovo.”

Sie: “Balkan.”

Ich: “Ja. Kosovo. Balkan. Stichzeile.”

Sie: “Kosovo ja. [Pause] [???] Worum gings?”

Posted on Jun 11, 2009

Sätze über die Medienbranche, die mir vor einem Jahr nie über die Lippen gekommen wären

Ich bewundere freie Journalisten

Ich möchte freier Journalist sein

Ich kann würde gern mit Bloggen Geld verdienen

Enge Verzahnung zwischen Print und Online? Who cares?

Konventionelle Medien besitzen ÜBERHAUPT (das Wort ist wichtig) keine Meinungsfreiheit

Konventionelle Medien besitzen ÜBERHAUPT (das Wort ist wichtig) keinen Mut

Konventionelle Medien besitzen ÜBERHAUPT (das Wort ist wichtig) keine Transparenz

Konventionelle Medien besitzen ÜBERHAUPT (das Wort ist wichtig) kein Gespür für den Leser/Zuschauer/Zuhörer

Verlage sind die Sargnägel des Journalismus

Blogs sind wichtig

Ich muss noch viel lernen (gehört nicht zum Post-Thema, ist nur eine Erkenntnis am Rande.)

Posted on Mai 27, 2009

Ein Feind, den es nicht gibt.

Adam Soboczynski – sonst geachteter und gestandener ZEIT-Redakteur – hat in der letzten Ausgabe des gleichnamigen Wochenmagazins seinen ersten Text über das Internet geschrieben. Und wahrscheinlich auch seinen letzten. Bereits der Titel “Das Netz als Feind – Warum der Intellektuelle im Internet mit Hass verfolgt wird” ließ keinen Zweifel daran, dass es sich im vorliegenden Pamphlet (auch Essay genannt) um bitterbösen Kulturpessimismus handelte, dem zuweilen vor lauter Ernsthaftigkeit sogar die Polemik abhanden gekommen war.
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Posted on Mai 18, 2009

Deutschland bleibt Servicewüste – auch im Internet

Foto: Gabriele Kantel (CC)

Paid Content, soweit das Auge reicht, schlechte Videoqualität oder ein eingeschränktes Programmportfolio – selbst im Jahr 2009 verweigern sich Fernsehsender mit ihren Internetangeboten einer stetig wachsenden Anzahl von Menschen, die ihren Medienalltag selbst bestimmen und die Fernbedienung lieber aus der Hand legen. Sie sehen sich Shows, Dokumentationen, Serien und Filme nicht mehr nur im Fernsehen und vor allem zeitunabhängig  an. Adieu, lineare Mediennutzung! Eine Studie von Softwareriese Microsoft will das Unvermeidliche nun bestätigt wissen: 2010 wird das Internet das Fernsehen als meist konsumiertes Medium ablösen. Und: TV-Inhalte wandern vermehrt ins Netz.
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