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	<title>Kommentare zu: Die eigene politische Korrektheit oder:  Über den Umgang mit Differenz</title>
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		<title>Von: Früher hieß das Anstand &#124; fxneumann · Blog von Felix Neumann</title>
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		<dc:creator>Früher hieß das Anstand &#124; fxneumann · Blog von Felix Neumann</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 Sep 2010 16:40:24 +0000</pubDate>
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		<description>[...] Lantzschis Definition von pc kurzgefa&#223;t. &#220;berhaupt ein Artikel, der – da schon im April ver&#246;ffentlicht – [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] Lantzschis Definition von pc kurzgefa&#223;t. &#220;berhaupt ein Artikel, der – da schon im April ver&#246;ffentlicht – [...]</p>
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		<title>Von: weltgeist</title>
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		<dc:creator>weltgeist</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Apr 2010 10:56:44 +0000</pubDate>
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		<description>&quot;Wer also gegen den Begriff schießt, will sich nicht am eigentlichen Problem orientieren.&quot; - da gebe ich dir uneingeschränkt recht. nur: wer den begriff hochhält, tut nichts anderes. &quot;political corectness&quot; oder meinethalben auch &#039;politisch korrekt&#039; ist nämlich ein ziemlich obskurer, leerer signifikant, der nicht selten dazu dient einen anderen sachverhalt zu maskieren, egal ob man sich auf ihn beruft oder ihn torpediert. das wird übrigens schon auf sprachimmanenter ebene deutlich: politisch korrekt ist ein eigentümliches oxymoron, wenn man &#039;politisch&#039; als attribut der praxis im konflikt versteht. hinter korrekt verbirgt sich nämlich das gegenteil: die anerkennung meines gegenüber unabhängig von seiner position in der auseinandersetzung. da ist der begriff der &#039;höflichkeit&#039; fast ehrlicher: der gibt sich zumindest offen unpolitisch und verweist ethymologisch auch noch auf seinen exklusiven charakter.
meine befürchtung (und die ist, wenn ich jj überhaupt verstanden habe, das gegenteil von seiner/ihrer) ist, dass der vermeintlich konfliktlos-ehrerbietende sprachduktus der political correctness auch dazu dienen kann, zugrunde liegende macht- und ausschlussverhältnisse zu verschleiern. natürlich befreit es keinen immigranten (und keine immigrantin), wenn sie &#039;ausländer&#039; genannt wird und sie/er dadurch sprachlich aus der gemeinschaft der &#039;inländer&#039; ausgeschlossen wird. ihre legale/alltägliche/exzessive rassistische ungleichbehandlung kann aber auch mit leichtigkeit unsichtbar gemacht werden, wenn ich sie als &quot;mitbürger ausländischer herkunft&quot; tituliere. und eine zum beispiel eine quote einzuführen, wird ja auch nicht ohne grund von den größten rassisten/sexisten/sozialdarwinisten gerne mit dem argument abgeschmettert, dass sie &quot;individuen&quot; und nicht frauen/männer, inländer/ausländer, akademikerkinder/nichtakademikerkiner einstellen. das spannungsverhältnis bleibt dasselbe wie schon bei den menschenrechten: in einer welt in welcher der mensch ein ausgebeutetes und erniedrigtes wesen ist, können die menschenrechte eben nur allzu leicht als phantasmatischer schirm genutzt werden, hinter dem der eigentliche skandal zum sekundären problem wird. deshalb müssen weder die rechte noch der respekt aufgegeben werden, aber sie als endpunkt der politischen praxis zu sehen, führt in die sackgasse. wenn also &#039;politisch korrekt&#039; dann bitteschön mit einer klärung anbei: welches &quot;politisch&quot; denn? denn auch wenn es traumatisiert und entwürdigt: rassisten muss man rassisten nennen, auch wenn sie sich selbst nicht so definieren.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Wer also gegen den Begriff schießt, will sich nicht am eigentlichen Problem orientieren.&#8221; &#8211; da gebe ich dir uneingeschränkt recht. nur: wer den begriff hochhält, tut nichts anderes. &#8220;political corectness&#8221; oder meinethalben auch &#8216;politisch korrekt&#8217; ist nämlich ein ziemlich obskurer, leerer signifikant, der nicht selten dazu dient einen anderen sachverhalt zu maskieren, egal ob man sich auf ihn beruft oder ihn torpediert. das wird übrigens schon auf sprachimmanenter ebene deutlich: politisch korrekt ist ein eigentümliches oxymoron, wenn man &#8216;politisch&#8217; als attribut der praxis im konflikt versteht. hinter korrekt verbirgt sich nämlich das gegenteil: die anerkennung meines gegenüber unabhängig von seiner position in der auseinandersetzung. da ist der begriff der &#8216;höflichkeit&#8217; fast ehrlicher: der gibt sich zumindest offen unpolitisch und verweist ethymologisch auch noch auf seinen exklusiven charakter.<br />
meine befürchtung (und die ist, wenn ich jj überhaupt verstanden habe, das gegenteil von seiner/ihrer) ist, dass der vermeintlich konfliktlos-ehrerbietende sprachduktus der political correctness auch dazu dienen kann, zugrunde liegende macht- und ausschlussverhältnisse zu verschleiern. natürlich befreit es keinen immigranten (und keine immigrantin), wenn sie &#8216;ausländer&#8217; genannt wird und sie/er dadurch sprachlich aus der gemeinschaft der &#8216;inländer&#8217; ausgeschlossen wird. ihre legale/alltägliche/exzessive rassistische ungleichbehandlung kann aber auch mit leichtigkeit unsichtbar gemacht werden, wenn ich sie als &#8220;mitbürger ausländischer herkunft&#8221; tituliere. und eine zum beispiel eine quote einzuführen, wird ja auch nicht ohne grund von den größten rassisten/sexisten/sozialdarwinisten gerne mit dem argument abgeschmettert, dass sie &#8220;individuen&#8221; und nicht frauen/männer, inländer/ausländer, akademikerkinder/nichtakademikerkiner einstellen. das spannungsverhältnis bleibt dasselbe wie schon bei den menschenrechten: in einer welt in welcher der mensch ein ausgebeutetes und erniedrigtes wesen ist, können die menschenrechte eben nur allzu leicht als phantasmatischer schirm genutzt werden, hinter dem der eigentliche skandal zum sekundären problem wird. deshalb müssen weder die rechte noch der respekt aufgegeben werden, aber sie als endpunkt der politischen praxis zu sehen, führt in die sackgasse. wenn also &#8216;politisch korrekt&#8217; dann bitteschön mit einer klärung anbei: welches &#8220;politisch&#8221; denn? denn auch wenn es traumatisiert und entwürdigt: rassisten muss man rassisten nennen, auch wenn sie sich selbst nicht so definieren.</p>
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		<title>Von: lantzschi</title>
		<link>http://medienelite.de/2010/04/12/die-eigene-politische-korrektheit-oder-uber-den-umgang-mit-differenz/comment-page-1/#comment-6918</link>
		<dc:creator>lantzschi</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Apr 2010 08:31:42 +0000</pubDate>
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		<description>@thomas: danke für deinen beitrag, ich glaube nur, du ziehst dich an der verzerrten wahrnehmung des begriffes der PC hoch. PC hat seine bedeutungsprägung nämlich durch Neocons in den USA bekommen, die Homosexuellen vorwarfen, politisch korrekt zu sein und nur deshalb ihre Menschenrechte geltend machen würden. Sie haben also den Begriff instrumentalisiert, um anderen Gruppen weder Respekt noch Toleranz noch Würde entgegenzubringen. 

Wer also gegen den Begriff schießt, will sich nicht am eigentlichen Problem orientieren. Denn das ist auch: Menschen haben ein Recht auf Selbstdefinition mit eigener Sprache (Duktus, Habitus, Äußeres) und das ganz unabhängig ihrer &quot;festen&quot; Merkmale wie Ethnie, Behinderung, Alter, Geschlecht usw. Menschen, die politisch unkorrekt sind und sich damit brüsten, lehnen diese Selbstdefinition per se ab und produzieren ihre ganzen Stereotypen nicht mehr auf den Menschen, sondern auf den Merkmalsträger. Sie reproduzieren damit z.B. rassistische Sprache (siehe Kommentator jj) und tragen weiterhin zur Entwürdigung von Menschen bei.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@thomas: danke für deinen beitrag, ich glaube nur, du ziehst dich an der verzerrten wahrnehmung des begriffes der PC hoch. PC hat seine bedeutungsprägung nämlich durch Neocons in den USA bekommen, die Homosexuellen vorwarfen, politisch korrekt zu sein und nur deshalb ihre Menschenrechte geltend machen würden. Sie haben also den Begriff instrumentalisiert, um anderen Gruppen weder Respekt noch Toleranz noch Würde entgegenzubringen. </p>
<p>Wer also gegen den Begriff schießt, will sich nicht am eigentlichen Problem orientieren. Denn das ist auch: Menschen haben ein Recht auf Selbstdefinition mit eigener Sprache (Duktus, Habitus, Äußeres) und das ganz unabhängig ihrer &#8220;festen&#8221; Merkmale wie Ethnie, Behinderung, Alter, Geschlecht usw. Menschen, die politisch unkorrekt sind und sich damit brüsten, lehnen diese Selbstdefinition per se ab und produzieren ihre ganzen Stereotypen nicht mehr auf den Menschen, sondern auf den Merkmalsträger. Sie reproduzieren damit z.B. rassistische Sprache (siehe Kommentator jj) und tragen weiterhin zur Entwürdigung von Menschen bei.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: lantzschi</title>
		<link>http://medienelite.de/2010/04/12/die-eigene-politische-korrektheit-oder-uber-den-umgang-mit-differenz/comment-page-1/#comment-6917</link>
		<dc:creator>lantzschi</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Apr 2010 08:18:15 +0000</pubDate>
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		<description>@jj: und das zweite mal frage ich mich, ob du meinen text überhaupt gelesen hast oder ob du diese kommentarfunktion hier nicht nur nutzt, um uns allen mitzuteilen, dass du rassistische sprache, die bei menschen traumata auslösen und sie in ihrer würde verletzten und ihr recht auf selbstbezeichnung negiert, nicht schlimm findest. na dann wünsche ich dir einen erholsamen tag in der sonne. auf wiedersehen!

@patrick: welche relativistischen züge hat PC deiner meinung nach? das ist mir zu unkonkret. menschen, die auf pc pfeifen, weil sie meinungsfreiheit als vorwand nehmen, die rechte anderer menschen und gruppen zu negieren, die sind ehrlich ja. sie geben zu, dass sie rassisten und sexisten sind. ehrliche und direkte menschen, würden nicht mal daran denken, dass sie jetzt politisch unkorrekt sind, weil sie einen menschen nicht kritisieren, weil und obwohl er homo ist, sondern einen homosexuellen menschen kritisieren. da liegt der unterschied.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@jj: und das zweite mal frage ich mich, ob du meinen text überhaupt gelesen hast oder ob du diese kommentarfunktion hier nicht nur nutzt, um uns allen mitzuteilen, dass du rassistische sprache, die bei menschen traumata auslösen und sie in ihrer würde verletzten und ihr recht auf selbstbezeichnung negiert, nicht schlimm findest. na dann wünsche ich dir einen erholsamen tag in der sonne. auf wiedersehen!</p>
<p>@patrick: welche relativistischen züge hat PC deiner meinung nach? das ist mir zu unkonkret. menschen, die auf pc pfeifen, weil sie meinungsfreiheit als vorwand nehmen, die rechte anderer menschen und gruppen zu negieren, die sind ehrlich ja. sie geben zu, dass sie rassisten und sexisten sind. ehrliche und direkte menschen, würden nicht mal daran denken, dass sie jetzt politisch unkorrekt sind, weil sie einen menschen nicht kritisieren, weil und obwohl er homo ist, sondern einen homosexuellen menschen kritisieren. da liegt der unterschied.</p>
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	<item>
		<title>Von: jj</title>
		<link>http://medienelite.de/2010/04/12/die-eigene-politische-korrektheit-oder-uber-den-umgang-mit-differenz/comment-page-1/#comment-6914</link>
		<dc:creator>jj</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Apr 2010 00:29:46 +0000</pubDate>
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		<description>Hey.

Ich finde, Du hast einen wesentlichen Punkt nicht angesprochen. Und das ist das moralische hohe Ross, mit dem oft vom Standpunlt der politischen Korrektheit aus argumentiert wird. PC ist sowohl eine Frage des Respekts *ALS AUCH* nicht selten ein Mittel zur Diskurssteuerung, zur Herstellung von terminologischem und oft auch moralischem Othering. Diese Frage erinnert mich eigentlich immer an Stephan Remmlers Song &quot;Mein Freund ist Neger&quot;, weil der eigentlich alles sagt. Der Respekt ist im Respekt und die Sprache, die man wählt ist nur eine Möglichkeit diesen auszudrücken. Ist es notwendigerweise respektvoller von meinem Freund dem Afro-Deutschen zu reden anstelle von meinem Freund dem Neger? Vielleicht in Anführungsstrichen? Wegen der Geschichte des Begriffs? Das Problem ist, daß PC Respekt schwerer macht, als es sein müßte, weil die Einbeziehung von askriptiven Merkmalen einen Menschen eben als Teil einer Gruppe und nicht als Mensch erscheinen läßt. Mein Freund ist mein Freund unabhängig von seiner Hautfarbe und ihm als Person Respekt entgegen zu bringen, bedeutet eben auch, ihm NICHT aufgrund einer zugeschriebenen Gruppenzugehörigkeit das größere stück Pizza zu lassen, wenn ich das bei jemand anderem nicht zu würde. Aus meiner Sicht erfordert politisch korrektes Verhalten allzu oft das Gegenteil von Respekt. Es erfordert die Anwendung von gruppenbasierten Zuschreibungen und eine sich auf die ebenfalls angenommenen relative Position zur zugeschriebenen Gruppe beziehendes kompensierendes Verhalten, das so - aus meiner Sicht - wirklichen Respekt der anderen Person gegenüber unmöglich macht.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hey.</p>
<p>Ich finde, Du hast einen wesentlichen Punkt nicht angesprochen. Und das ist das moralische hohe Ross, mit dem oft vom Standpunlt der politischen Korrektheit aus argumentiert wird. PC ist sowohl eine Frage des Respekts *ALS AUCH* nicht selten ein Mittel zur Diskurssteuerung, zur Herstellung von terminologischem und oft auch moralischem Othering. Diese Frage erinnert mich eigentlich immer an Stephan Remmlers Song &#8220;Mein Freund ist Neger&#8221;, weil der eigentlich alles sagt. Der Respekt ist im Respekt und die Sprache, die man wählt ist nur eine Möglichkeit diesen auszudrücken. Ist es notwendigerweise respektvoller von meinem Freund dem Afro-Deutschen zu reden anstelle von meinem Freund dem Neger? Vielleicht in Anführungsstrichen? Wegen der Geschichte des Begriffs? Das Problem ist, daß PC Respekt schwerer macht, als es sein müßte, weil die Einbeziehung von askriptiven Merkmalen einen Menschen eben als Teil einer Gruppe und nicht als Mensch erscheinen läßt. Mein Freund ist mein Freund unabhängig von seiner Hautfarbe und ihm als Person Respekt entgegen zu bringen, bedeutet eben auch, ihm NICHT aufgrund einer zugeschriebenen Gruppenzugehörigkeit das größere stück Pizza zu lassen, wenn ich das bei jemand anderem nicht zu würde. Aus meiner Sicht erfordert politisch korrektes Verhalten allzu oft das Gegenteil von Respekt. Es erfordert die Anwendung von gruppenbasierten Zuschreibungen und eine sich auf die ebenfalls angenommenen relative Position zur zugeschriebenen Gruppe beziehendes kompensierendes Verhalten, das so &#8211; aus meiner Sicht &#8211; wirklichen Respekt der anderen Person gegenüber unmöglich macht.</p>
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	<item>
		<title>Von: Patrick</title>
		<link>http://medienelite.de/2010/04/12/die-eigene-politische-korrektheit-oder-uber-den-umgang-mit-differenz/comment-page-1/#comment-6896</link>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 17 Apr 2010 22:19:54 +0000</pubDate>
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		<description>Ist politische Korrektheit immer automatisch mit Höflichkeit verbunden?

Mein Problem ist, dass ich dem Konzept von politischer Korrektheit skeptisch gegenüber stehe, ob es nicht doch relativistische Züge hat – aber gleichzeitig sind alle, die für sich stolz beanspruchen, politisch unkorrekt zu sein, immer nur sexistisch / rassistisch / usw. und nicht einfach nur direkt, ehrlich, kritisch.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ist politische Korrektheit immer automatisch mit Höflichkeit verbunden?</p>
<p>Mein Problem ist, dass ich dem Konzept von politischer Korrektheit skeptisch gegenüber stehe, ob es nicht doch relativistische Züge hat – aber gleichzeitig sind alle, die für sich stolz beanspruchen, politisch unkorrekt zu sein, immer nur sexistisch / rassistisch / usw. und nicht einfach nur direkt, ehrlich, kritisch.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Mit piratigen Grüßen &#187; Blog Archive &#187; Guten Abend! Die Rückschau</title>
		<link>http://medienelite.de/2010/04/12/die-eigene-politische-korrektheit-oder-uber-den-umgang-mit-differenz/comment-page-1/#comment-6894</link>
		<dc:creator>Mit piratigen Grüßen &#187; Blog Archive &#187; Guten Abend! Die Rückschau</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 17 Apr 2010 21:50:40 +0000</pubDate>
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		<description>[...] Medienelite &#8211; die eigene politische Korrektheit oder über den Umgang mit Differenz [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] Medienelite &#8211; die eigene politische Korrektheit oder über den Umgang mit Differenz [...]</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Thomas_Düsseldorf</title>
		<link>http://medienelite.de/2010/04/12/die-eigene-politische-korrektheit-oder-uber-den-umgang-mit-differenz/comment-page-1/#comment-6885</link>
		<dc:creator>Thomas_Düsseldorf</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 17 Apr 2010 14:12:45 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://medienelite.de/?p=2073#comment-6885</guid>
		<description>Hi,
das ist ein prima Artikel. Er gefällt mir, weil er mich zum nachdenken gebracht hat. In den letzten Tagen hab ich mal wieder öfters darüber nachgedacht, wie meine Position zu politischer Korrektheit, wie du es nennst entstanden ist. Ich lehne sie nämlich ab, ohne den positiven Hintergrundgedanken abzulehnen. Ich glaube dass ist ähnlich zu deinem Ansatz. Jetzt hab ich einen Grund meine Gedanken mal wieder zusammenzufassen und ihr (Bloggerin und Leser_innen) bekommt sie ab:

Während meines Studiums habe ich das Arbeitsmittel der Sprachkritik sehr zu schätzen gelernt. Um aber Sprachkritik von political correctness abzugrenzen war es notwendig, diese zunächst als das zu entlarven, was sie hauptsächlich geworden ist: &quot;der (non-) pc Vorwurf ist zu einem Machtinstrument geworden, um politische Gegner mundtot zu machen&quot;, hab ich gelesen. Kann sein, dachte ich, aber mein Problem geht noch weiter: warum überhaupt sollte ich gerade politisch korrekt sein?
Ich bin politisch lieber radikal und kritisch als korrekt.
Da ich keinen neuen Begriff gefunden habe, der mir besser gefällt, hab ich auf das zurückgegriffen, was ich von vor dem populärwerden des pc-Begriffs kannte: Ich habe Respekt, weil ich an die gleiche Würde jedes  Menschen glaube.
Der Begriff &quot;political correctness&quot; bzw. seine Bedeutung unterscheidet nicht zwischen &quot;Toleranz&quot;, &quot;Akzeptanz&quot; und &quot;Respekt&quot;. Ich aber sehr wohl. Etwas, das ich tolerieren muss, muss ich noch lange nicht respektieren. Die ethische Grundlage für Toleranz ist die &quot;unantastbarkeit&quot; der Würde für egal wen. Ich muss sie allen Menschen zugestehen. Das lateinische &quot;tolerare&quot; lässt sich mit erdulden/ertragen übersetzen. Also muss ich auch die Würde der abstoßensten Menschen, die ich mir vorstellen kann bedingungslos tolerieren. Aber ich muss ihnen keinen Respekt entgegenbringen. Im Gegenteil.
Um meine eigene Würde zu erhalten und um mehr als nur Toleranz z.B. für meine Genderindividualität zu erfahren (es wäre ja schrecklich, würde sie nur &quot;ertragen&quot; statt respektiert) muss ich mich an einer Ethik messen lassen, die gesellschaftliche Normen hervorbringt. Wenn diese Normen dazu führen, dass ich mich oder andere diskriminiert sehe muss ich die Normen bzw. die dahinterstehende Ethik kritisieren können.
Ob ich das jetzt von meiner eigenen Leistung meine eigenen noch vorhandenen Vorurteile zu abstrahieren, abhängig machen soll? Nein, glaube ich nicht.
Ich erkaufe mir keine Erlaubnis zur Kritik durch individuelle Leistung.
Es ist zwar wichtig für meine eigene Abstraktionsfähigkeit, die eigene gesellschaftlich zugeschriebene Rolle aufzubrechen und zu hinterfragen, aber das muss ich nicht zwangsläufig um in der sozialen Praxis gegen Vorurteile zu wirken. Dazu kann auch Denken im Sinne der kritischen Theorie führen.
Letztendlich hast du an diesem Punkt recht, glaube ich. Aber ich fürchte, der traumhafte Zustand an dem ein Individuum sich so weit von gesellschaftlicher Zuschreibung losgelöst hat, keine individuellen Vorurteile mehr zu reproduzieren, ist schlichtweg nicht zu erreichen.

Neben der Differenzierung eines &quot;Ichs&quot; spielt m.E. auch der Wunsch des einzelnen nach einem schützenden &quot;Wir&quot; bei der Differenzierung eine wichtige Rolle. Dieses individuumprägende &quot;wir&quot; nicht zu hinterfragen, sondern mit einem Weltbild (das-ist-eben-so-argumente) zu versehen schützt davor, aus dem &quot;wir&quot; herauszufallen und macht das Leben wunderbar einfach. Vorrausgesetzt das Individuum kommt damit klar, seine Identität dem &quot;wir&quot; unterzuordnen bzw. den Regeln des &quot;wir&quot; anzupassen. Der Schutz des Individuums als Teil der Gruppe...
Als &quot;konservativ&quot; bezeichnete Gesellschaftsentwürfe eignen sich anscheinend hier hervorragend...
Martins These mit der Angst als ausschlaggebendem Gefühl kann ich mich daher sehr gut anschließen. Angst vor neuem, fremden, vor Veränderung. Angst die &quot;Wir&quot;-Identität aufzuweichen und dadurch die bestätigung der eigenen Identität abzuwerten.

Der zynische Hinweis meines ehemaligen Profs Rainer Rotermund zum Thema Menschenwürde war: &quot;Wenn es tatsächlich so wäre, dass alle Menschen unumstößlich die gleiche Würde hätten, dann gäbe es keine Gesetze, in denen darauf hingewiesen werden müsste.&quot;
Aber davon träumen und daran arbeiten können wir ja. Und das du das aus der &quot;Ich&quot;-Identiätsperspektive tust, hat mir richtig Spaß gemacht beim lesen.

Ich denke, weder die kritisch-rationale noch die individuelle Ebene lassen sich bei der Betrachtung von Diskriminierung trennen.
Und wer hat das schon ewig erkannt? Tadaa: &quot;Radikal zu sein heißt, die Probleme von der Wurzel her zu betrachten. [[Jetzt der nächste Satz den immer alle vergessen, der aber soo zentral wichtig ist]] Die Wurzel des Menschen ist aber der Mensch selbst.&quot; (Karl Marx in Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie im Vorwort)

Viele Grüße und viel Spaß bei Tocotronic heute abend, falls du es schaffen solltest, Thomas</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hi,<br />
das ist ein prima Artikel. Er gefällt mir, weil er mich zum nachdenken gebracht hat. In den letzten Tagen hab ich mal wieder öfters darüber nachgedacht, wie meine Position zu politischer Korrektheit, wie du es nennst entstanden ist. Ich lehne sie nämlich ab, ohne den positiven Hintergrundgedanken abzulehnen. Ich glaube dass ist ähnlich zu deinem Ansatz. Jetzt hab ich einen Grund meine Gedanken mal wieder zusammenzufassen und ihr (Bloggerin und Leser_innen) bekommt sie ab:</p>
<p>Während meines Studiums habe ich das Arbeitsmittel der Sprachkritik sehr zu schätzen gelernt. Um aber Sprachkritik von political correctness abzugrenzen war es notwendig, diese zunächst als das zu entlarven, was sie hauptsächlich geworden ist: &#8220;der (non-) pc Vorwurf ist zu einem Machtinstrument geworden, um politische Gegner mundtot zu machen&#8221;, hab ich gelesen. Kann sein, dachte ich, aber mein Problem geht noch weiter: warum überhaupt sollte ich gerade politisch korrekt sein?<br />
Ich bin politisch lieber radikal und kritisch als korrekt.<br />
Da ich keinen neuen Begriff gefunden habe, der mir besser gefällt, hab ich auf das zurückgegriffen, was ich von vor dem populärwerden des pc-Begriffs kannte: Ich habe Respekt, weil ich an die gleiche Würde jedes  Menschen glaube.<br />
Der Begriff &#8220;political correctness&#8221; bzw. seine Bedeutung unterscheidet nicht zwischen &#8220;Toleranz&#8221;, &#8220;Akzeptanz&#8221; und &#8220;Respekt&#8221;. Ich aber sehr wohl. Etwas, das ich tolerieren muss, muss ich noch lange nicht respektieren. Die ethische Grundlage für Toleranz ist die &#8220;unantastbarkeit&#8221; der Würde für egal wen. Ich muss sie allen Menschen zugestehen. Das lateinische &#8220;tolerare&#8221; lässt sich mit erdulden/ertragen übersetzen. Also muss ich auch die Würde der abstoßensten Menschen, die ich mir vorstellen kann bedingungslos tolerieren. Aber ich muss ihnen keinen Respekt entgegenbringen. Im Gegenteil.<br />
Um meine eigene Würde zu erhalten und um mehr als nur Toleranz z.B. für meine Genderindividualität zu erfahren (es wäre ja schrecklich, würde sie nur &#8220;ertragen&#8221; statt respektiert) muss ich mich an einer Ethik messen lassen, die gesellschaftliche Normen hervorbringt. Wenn diese Normen dazu führen, dass ich mich oder andere diskriminiert sehe muss ich die Normen bzw. die dahinterstehende Ethik kritisieren können.<br />
Ob ich das jetzt von meiner eigenen Leistung meine eigenen noch vorhandenen Vorurteile zu abstrahieren, abhängig machen soll? Nein, glaube ich nicht.<br />
Ich erkaufe mir keine Erlaubnis zur Kritik durch individuelle Leistung.<br />
Es ist zwar wichtig für meine eigene Abstraktionsfähigkeit, die eigene gesellschaftlich zugeschriebene Rolle aufzubrechen und zu hinterfragen, aber das muss ich nicht zwangsläufig um in der sozialen Praxis gegen Vorurteile zu wirken. Dazu kann auch Denken im Sinne der kritischen Theorie führen.<br />
Letztendlich hast du an diesem Punkt recht, glaube ich. Aber ich fürchte, der traumhafte Zustand an dem ein Individuum sich so weit von gesellschaftlicher Zuschreibung losgelöst hat, keine individuellen Vorurteile mehr zu reproduzieren, ist schlichtweg nicht zu erreichen.</p>
<p>Neben der Differenzierung eines &#8220;Ichs&#8221; spielt m.E. auch der Wunsch des einzelnen nach einem schützenden &#8220;Wir&#8221; bei der Differenzierung eine wichtige Rolle. Dieses individuumprägende &#8220;wir&#8221; nicht zu hinterfragen, sondern mit einem Weltbild (das-ist-eben-so-argumente) zu versehen schützt davor, aus dem &#8220;wir&#8221; herauszufallen und macht das Leben wunderbar einfach. Vorrausgesetzt das Individuum kommt damit klar, seine Identität dem &#8220;wir&#8221; unterzuordnen bzw. den Regeln des &#8220;wir&#8221; anzupassen. Der Schutz des Individuums als Teil der Gruppe&#8230;<br />
Als &#8220;konservativ&#8221; bezeichnete Gesellschaftsentwürfe eignen sich anscheinend hier hervorragend&#8230;<br />
Martins These mit der Angst als ausschlaggebendem Gefühl kann ich mich daher sehr gut anschließen. Angst vor neuem, fremden, vor Veränderung. Angst die &#8220;Wir&#8221;-Identität aufzuweichen und dadurch die bestätigung der eigenen Identität abzuwerten.</p>
<p>Der zynische Hinweis meines ehemaligen Profs Rainer Rotermund zum Thema Menschenwürde war: &#8220;Wenn es tatsächlich so wäre, dass alle Menschen unumstößlich die gleiche Würde hätten, dann gäbe es keine Gesetze, in denen darauf hingewiesen werden müsste.&#8221;<br />
Aber davon träumen und daran arbeiten können wir ja. Und das du das aus der &#8220;Ich&#8221;-Identiätsperspektive tust, hat mir richtig Spaß gemacht beim lesen.</p>
<p>Ich denke, weder die kritisch-rationale noch die individuelle Ebene lassen sich bei der Betrachtung von Diskriminierung trennen.<br />
Und wer hat das schon ewig erkannt? Tadaa: &#8220;Radikal zu sein heißt, die Probleme von der Wurzel her zu betrachten. [[Jetzt der nächste Satz den immer alle vergessen, der aber soo zentral wichtig ist]] Die Wurzel des Menschen ist aber der Mensch selbst.&#8221; (Karl Marx in Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie im Vorwort)</p>
<p>Viele Grüße und viel Spaß bei Tocotronic heute abend, falls du es schaffen solltest, Thomas</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Maedchenmannschaft &#187; Blog Archive &#187; Die Blogschau</title>
		<link>http://medienelite.de/2010/04/12/die-eigene-politische-korrektheit-oder-uber-den-umgang-mit-differenz/comment-page-1/#comment-6878</link>
		<dc:creator>Maedchenmannschaft &#187; Blog Archive &#187; Die Blogschau</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 17 Apr 2010 11:14:38 +0000</pubDate>
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		<description>[...] political correctness geht es lantzschi, die lieber von “politische Korrektheit” spricht. Warum das so ist, erklärt sie in ihrem Text. [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] political correctness geht es lantzschi, die lieber von “politische Korrektheit” spricht. Warum das so ist, erklärt sie in ihrem Text. [...]</p>
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		<title>Von: Martin</title>
		<link>http://medienelite.de/2010/04/12/die-eigene-politische-korrektheit-oder-uber-den-umgang-mit-differenz/comment-page-1/#comment-6823</link>
		<dc:creator>Martin</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Apr 2010 23:13:00 +0000</pubDate>
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		<description>Kurzer Nachtrag: Für viele geht es nicht unbedingt um die Austauschbarkeit eines Identitätskonstrukts, sondern ihr einziges zu verlieren. Wenn Du 20 bist und in New York lebst, kannst Du jeden Tag ein anderer sein, mach das mal mit 50 auf dem Dorf. Das wird kompliziert. ;-)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Kurzer Nachtrag: Für viele geht es nicht unbedingt um die Austauschbarkeit eines Identitätskonstrukts, sondern ihr einziges zu verlieren. Wenn Du 20 bist und in New York lebst, kannst Du jeden Tag ein anderer sein, mach das mal mit 50 auf dem Dorf. Das wird kompliziert. ;-)</p>
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