Frau X. hat neulich beim Überscrollen meines Blogs gemeint, ich wäre doch genauso sexistisch wie die, über die ich immer diese Pamphlete schreibe. Weil ich sie als Frau zum Objekt mache, indem ich hier nie ihren wahren Namen erwähne und sie lediglich Frau X. nenne. Sie überhaupt völlig abstrahiere und entpersonalisiere – während ich mit mir hier völlig freizügig umginge.
Ich hätte beinahe eingeworfen, dass in einem meiner Lieblingsbücher, nämlich Odon von Horvaths “Jugend ohne Gott”, auch alle handelnden Personen lediglich einen Buchstaben als Namen haben. Ich dachte mir, vielleicht könnte sie das ja als Ehrung verstehen. Kurz bevor ich dies aber in meiner Argumentation vorbrachte, fiel mir ein, dass sich das Buch im Kontext von Nationalsozialismus bewegt und mit den Buchstabenpersonen kleine fiese Nazikinder gemeint sind und beließ es dann bei der perfiden Ausrede, ich wolle sie doch nur schützen. Datenschutz, Privatsphäre, Recht am eigenen irgendwas, wenn ich sie doch schon so unflätig ab und zu zum Thema mache.
Sie erwiderte meine Ausreden mit einer hochgezogenen Augenbraue und einem abfälligen Blick, drehte sich vom Macbook weg, stand auf, ging ins Bad und zupfte sich ihre Augenbraue, die sie gerade hochgezogen hatte.
Ich dachte mir: Ich muss etwas tun. Sie hat völlig Recht. Ich bin sexistisch. Zumindest ihr gegenüber.
Liebe Leser, ab jetzt wird’s hier kuschelig und privat. Nicht immer, aber vielleicht ein bisschen mehr als sonst. Den Anfang macht folgendes Foto:
Das ist Frau X.’ Fuß und mein Fuß am Ückeritzer Strand (Usedom) bei Sonnenaufgang. Sie trägt blaue Gummistiefel, ich Nike-Sneaker mit ungebräunten Beinen. Ich trank Kaffee (Instant) und rauchte eine Zigarette mit mäßig leckerem Tabak. Sie himmelte mich an. Ich himmelte sie an. Das Foto wurde am 26. Juli 2009 mit meinem Nokia Handy 6233 aufgenommen.
















Morgen, 13 Uhr, Autobahnraststätte deiner Wahl, keine Polizei! 1.500 EUR in bar!
Oder ich twittere der ganzen Welt, dass sie Heidrun-Johanna heißt und eigentlich so dick ist, dass sie die Arme gar nicht so hoch bekommt, um sich die Augenbrauen zu zupfen.
mhm…also anhand des Unterschenkels, würde ich sage Frau X ist ein Mann oder es ist eine dicke Frau.
Kann ich jetzt so überhaupt nicht nachvollziehen. Eigentlich sollte sie sich doch darüber freuen, dass ihr Name nicht einfach so irgendwo verwendet wird und ihre Person geschützt wird. Damit die Stories funktionieren ist die Nennung des echten Namens ja gar nicht erforderlich, also ist es nur richtig, dies zu unterlassen.
Lieber RC,
vielleicht sollte man das, was Frau X. so von sich gibt, nicht so ernst nehmen. Das, was auf diesem Blog steht, im übrigen auch nicht.
Grüße
In die Falle scheine ich des öfteren zu tappen. ;)