Half-One-Way-Ticket.

Ich lese schon ganz lange keine Blogs mehr. Nur sporadisch. Aus Langeweile. Oder wenn mich jemand mit der Nase ins Wort steckt. Nicht, weil ich mich diesem Internetz aus kulturpessimistischen Gründen verweigere. Einfach, weil ich nicht mehr kann.

Das Zeitalter der Informationsüberflutung und dem “Join us in Death”-Prinzip funktioniert bei mir nicht mehr. Ab jetzt ist es wohl endgültig so. Ich lese auch nur noch vereinzelt Status-Meldungen auf Facebook oder die Tweets meiner Follower. Lange Texte von Medien schon mal gar nicht. Höchstens Gedrucktes, was nach Magazin ausschaut. Ich kann sogar nicht mal mehr ordentliche Texte verfassen, was man an mindestens 4 von 5 Blogposts merkt.

Die Blogroll da rechts unten ist eigentlich auch vollkommen überflüssig. Wer hat sowas erfunden? Wer klickt das? Ich jedenfalls nicht. Alles doof mit dem Internetz. Ich bin für den Rückzug ins private stille Kämmerlein. Völlig abgestumpft. Da muss man erstmal wieder Kraft tanken. Viel Kraft, damit man die Geduld aufbringt, aus dem ganzen wirren Zeugs dieses Internets mal nachhaltige Information/Unterhaltung/Kommunikation zu schöpfen. In den vergangenen vier Jahren habe ich nicht mehr getan, als ein Goldgräber zu sein. Und was die als Ertrag bezeichnen…naja lassen wir das. Das Internet ist noch nicht fertig, es ist nicht mal im entferntesten das, was es sein könnte. Und in diesem rohen Zustand, in dieser Wüste von Bla hab ich keine Lust mehr mich aufzuhalten. Ich möchte kein Empfänger mehr sein.

Demnächst werde ich mich wieder intensiver um mein Baby medienelite.de kümmern. Meine Stammleser wissen, wie liebe- und aufopferungsvoll ich hier sein kann, mit mir, mit dem Inhalt und mit den Lesern. Ab und zu lese ich 3,4 Blogs von engen Freunden. Twitter und Facebook werden mich auch weiterhin begleiten, mehr als meine eigenen Tweets und die replies darauf werden mich aber nicht interessieren. Es sei denn, es sind enge Freunde und Kollegen.

Mein Engagement gilt nach wie vor Solokarpfen, für das ich bisher gern mehr Zeit gehabt hätte. Wenn alles gut geht, studiere ich im Herbst. Master in Gender & Diversity Kompetenz oder Medienwissenschaft. Beides in Berlin. Dann werde ich endlich wieder meinen Kopf anstrengen können, für neue Reize und Ideen empfänglich sein, Kreativität zurückgeben und mich zusätzlich in einem spannenden sozialen Umfeld bewegen.

Bis dahin genieße ich den Sommer.

Foto: Spuz (CC)

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3 Antworten auf Half-One-Way-Ticket.

  1. Susi sagt:

    *Thumbs up*

  2. Markus sagt:

    Du regst mich zum Nachdenken an. *grübel*

  3. Trotzendorff sagt:

    Ich fühle mit. Acht Tage, bevor ich mich für einige Wochen ins Nichts zurückziehe, kann ich auch nicht mehr gucken, lesen, schreiben. Ich merke aber, dass ich mich zwinge und weiß nicht, warum. Ich merke, dass ich mit Menschen rede und es eigentlich nicht will. Ich habe sogar schon überlegt, aus dem Nichts zu bloggen. Krank das.

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