Eurodance, Trance, 90erTechno und House sind wohl die schlimmsten Auswüchse, die die elektronische Musik jemals hervorgebracht hat.
Und dementsprechende Tanzlokale die schlimmsten Clubs, die die Jugendkultur jemals hervorgebracht hat.
Und ich in diesen Tanzlokalen die schlimmste aller Teeniephasen, die ein junges Mädchen in dem Alter haben kann.
Unglaublicher dabei die Tatsache, dass sich nahezu zeitgleich mein Musikgeschmack in zwei Richtungen entwickelte: Die oben beschriebenen und Rockmusik. Ich wandelte zwischen den Welten, immer verstoßen von der einen Seite durch das Liebäugeln mit der anderen. Ich hatte also zwei getrennte Freundeskreise.
Für die einen schmiss ich mich Cordhosen und Cordjacken und für die anderen in tussige Tops und “Hopperschuhe”, Creolen, blauen Lidschatten und schwarzgefärbte lange Haare. Pervers, aber ich stehe dazu. Das Ganze ging solange, bis ich meine depressive Phase hatte, weil ich der Meinung war, mich im Vollrausch Kellertreppen hinunterschmeißen zu müssen, mir den Fuß zu zersplittern und fortan weder mit der einen, noch der anderen Seite etwas unternehmen zu können. Kein Junge mehr da, den ich anhimmeln konnte und die Weiber wollten mich auch nicht. Ich trat dem Weltschmerzverein bei und schloss mich tagelang mit The Cure in mein Zimmer ein. Zum Ritzen fehlte mir der Mut.
Als ich wieder das Licht der Welt erblickte, fühlte ich mich wie neugeboren, hatte mein Abi in der Tasche, wusste mittlerweile, was Tool und NIN ist und konnte einen ordentlichen Haarschnitt vorweisen, für den mich die meisten im Jahr 2009 als heterosexuelles Mädchen einstufen würden, aber ich fand mich extrem punk cool.
Heute gehe ich zwar lieber ins Watergate, Schwuppenschuppen oder sonstige Ranzläden, weil Berlin keine anständigen Rockclubs vorweisen kann, ohne dass Indieteens da rumspringen, aber meine Liebe zu peinlicher Musik ist geblieben. Und das nicht, weil man sich nun zynischerweise dazu in peinliche Klamotten schmeißt und besoffen wie verschwitzt durch irgendwelche Trashpartys feudelt, sondern weil ich dazu sogar in meiner eigenen Wohnung tanzen kann. Einige meiner Leser mussten schon mitmachen. Ich mag diese Musik. (…. Strohballen ….)
Die 90er waren eine einzige musikalische Karikatur der 80er. Noch mehr Pop, noch mehr Trash, noch mehr peinliche Musikvideos, noch hässlichere Klamotten und Haarschnitte, die in BummBumm-Songs mit einer hässlich-überschminkten Sängerin und einem Quoten-Neger als Rapper gipfelten. Tut mir leid für die fehlende PC, aber nicht mehr als diskriminierend verhielten sich die Produzenten, solch eine krude Mischung zusammenzustellen. Der weiße Gegenpart waren East17. Die klangen genauso, sahen genauso aus, kamen aber ohne Weiblichkeit und Farbe im Gesicht aus.
Ein Kulturgut, das niemals in Vergessenheit geraten darf und nach einer Neuauflage verlangt.
Ich hab mir von verschiedenen Leuten sagen lassen, dass das Scala in Berlin alles von Maxx, Mr. President über ATB bis Paul van Dyk spielen soll, mit Klassikertruppen wie Nalin&Kane und Members of Mayday. Auf einem separaten Floor natürlich, auf dem mehr getanzt wird als auf dem hippen Minimal- und Technofloor à la WMF.
Ich bin dabei. Wer kommt mit?
klingt ähnlich wie das
klingt ähnlich wie das
Da klirren die Boxen [Headbang]
hätt ich doch fast den besten track vergessen:
delerium – silence
http://www.youtube.com/watch?v=AvK4JU8waZg
da simma dabei!!
wo ist DJ Bobo?!?!?
Also wenn schon 80er, dann das hier:
http://www.youtube.com/watch?v=WkyVjFAHFI8
Coole Klamotten in Bonbonfarben *ggg*, klasse Songs und Sonnenbrillen von Ray Ban.
Definitely Miami
Einen habe ich noch: Typische Euro-Dance-Nummer. Hatte die drei Mädels mal kurz in Berlin kennengelernt. Leider sind zwei von ihnen bei einem Flugzeugabsturz in der Schweiz gestorben. An Bord war auch Melanie Thornton (ex La Bouche), die diesen Unfall ebenfalls nicht überlebte. RIP
http://www.youtube.com/watch?v=FN4R4STn1Uw