Posted on Jun 18, 2009

Einer geht noch.

Bild050Diese Buch legte mir heute meine Chefin kurz vor Feierabend auf den Tisch – für alle Ahnungslosen: Mercedes Bunz. Was sie gerne macht in unregelmäßigen Abständen, wenn sie ihren Fundus aufmerksamkeitsheischender Geschenke aussortiert.  Zuletzt durfte ein Redakteur das Fotoporträtband von Angela Merkel bei Ebay versteigern. Witzig. Irgendwie. Mittlerweile habe ich schon die zweite Packung dieser dämlichen Kaugummis, die sie mir ebenfalls geschenkt hat, in meiner Tasche. Die sollen so ein neues Geschmackserlebnis sein und auf der Zunge knistern und sowieso ein Leben lang schmecken. Äh. Nein. Tun sie nicht. Nach hinreichendem Rumreichen dieser Reichenkaugummis findet die gesamte Redaktion: Kann man sich sparen. Den Dreck. Trotzdem ist das so ein Berliner Gedöns und Holm Friebe hat da auch was mit zu tun. Ja mit diesen Kaugummis. Nein, warum ist mir egal, ich will es auch nicht erklärt wissen. Jedenfalls habe ich mich über dieses Buch gefreut. Zunächst.

Nach kurzem Durchblättern entdeckte ich zumindest schon mal keinen Sascha Lobo darin. Sehr gut. Nach zweitem Durchblättern entdeckte ich bekannte Gesichter und: ich hatte es schon fast geahnt – einen Beitrag über Mercedes Bunz. Irgendwie logisch. Katharina Borchert ist ja auch dabei. Muss ja. Die Quotenfrauen, wenns um Online-Journalismus geht. Der Rest männlich gefärbt, man mag es schon gar nicht mehr zu Bedenken geben, wie dieser ganze Medienbums von der Männerwelt regiert wird.

Der Beitrag über Frau Bunz ist so erwartbar und originell wie meine Witze…  Anfang und Ende sind gleich – es geht um ihren Namen. Das Beste allerdings zum Schluss: “Und das ist auch gut so.” Ja, Berlin und so. Jetzt haben’s auch die letzten verstanden. Und bekloppte Bezeichnungen wie etwa “Das Tornado-Mädchen”. Ich lache ein wenig vor mich hin, gehe in den Feierabend und weiß schon jetzt, dass ich dieses Buch in dieselbe Ecke stellen werde wie dieses andere Buch, dass ich niemals lesen werde. Warum?

Meta. Dieses Buch ist von Journaille für Journaille. Allein der Journalist an sich ist ja schon Meta. Redet er über seine Zunft Metax2. Schreibt er über andere aus seiner Zunft Metax3. Wird das Ganze als Buch veröffentlicht Metax4. Ich trage dazu bei, dass es Meta x5 und x6 ist. (weil ich es mir ansehe und etwas darüber schreibe). Wie zynisch, dass ich im Herbst vielleicht Medienwissenschaften studieren werde. Ich selbst bin also Meta. Ich weiß nicht, was das soll. Diese Journalisten und ihre permante latente Präsenz. Zu ernst um als Selbstironie zu gelten. Wiederum das ist die einzig logische Konsequenz. Für mich jedenfalls. Das wäre dann mittlerweile Metax8.

Was soll ich also mit diesem Buch? Hat sich bestimmt auch meine Chefin gefragt. Ich könnte es ja später meinen Enkelkindern vorlesen und als Science-Fiction-Roman ausgeben. (Metax9) Niggi und Fonsi battlen mit Knüwi um die schöne Katharina. Natürlich mit Laserschwert. Grandios. Meine Meta-Enkel werden mich für verrückt erklären.

Bis dahin bin ich ganz froh, dass auf dem Buch wenigstens die Druckerschwärze meiner Finger…D’oh!

2 Comments

  • micha sagt:

    cool, ich überleg auch noch, ob du nicht mit dem ^-zeichen das meta-level anzeigen kannst? so, wie das die naturwissenschaftler tun.
    und ein kalauer-vorschlag kann ich mir nicht verkneifen: leserschwert…
    da micha

  • lantzschi sagt:

    misch :-) schön dich hier zu sehen.

    gute vorschläge ^^