Mittlerweile geht es. Ich versuche mich zu konzentrieren auf Diffuses und schaffe es doch tatsächlich, das ein oder andere Mal an Dinge zu glauben, die außerhalb meiner Privatsphäre und außerhalb meinen bisherigen idealistischen Vorstellungen vom Leben liegen.
Zahlen erscheinen in Anbetracht der Lage irgendwie lächerlich. Mir kommen sie vor, als würde da eine Null fehlen. Ich denke nicht Kategorien. Doch ab und zu braucht man sie, um bereits Gegangenes abzustecken, abzuhaken, hinter sich zu lassen, ein neues Türchen öffnen. Weiter geht’s. Ein Blick zurück bringt Schmerzen.
Halte ich inne, um wenigstens nicht den Fehler der vergangenen zwei Jahre zu machen – nämlich Rastlosigkeit ohne konstatierende Haltung – sehe ich mir selbst zu. Man kann es sich vorstellen wie in einem Theaterstück. Du stehst auf der Bühne, während du dein eigener Regisseur bist. Allerdings bist du ein schlechter Regisseur. Du lässt die Akteure einfach machen. Egozentrische Sich-Treiben-Lasser, Im-Jetzt-Leber, Nicht-an-morgen-Denker, sie alle versuchen ihr eigenes Spiel. Du als Regisseur sitzt nur da und schaust es dir an. Unfähig, Anweisungen zu geben. Du sitzt und schaust dir selbst beim Spielen zu.
Während du sitzt, siehst du – alles noch einmal. Handlungen werden sichtbar, bewusst, Fassungslosigkeit macht sich breit. Einschreiten kannst du jetzt sowieso nicht mehr. Es hat einen eigenen Dreh bekommen. Mittendrin: Der Mensch, der dir alles bedeutet. Für den du sterben würdest, wäre diese völlig blödsinnige Handlung jemals jemandem abverlangt worden. Mittendrin ist also diese Person, die erschlagen wird vom Vanity Fair der anderen. Nein, einem anderen. Der Mörder: Du.
In diesem Moment wird dir bewusst, was du getan hast. Selbsthass. Ein Spiegel wird zur Offenbarung der Erbärmlichkeit.
Ich hatte es nie für möglich gehalten, dass ich zwei Herzen auf einmal brechen kann.
Es geht. Man muss nur fest genug daran zweifeln.
versuch der annäherung: http://tinyurl.com/5ht9ud
Vor allem, wenn man daran denkt, dass es eigentlich 3 Herzen sind. Keine weiteren Fragen… :-)
Das 3. gehört auf eine andere Bühne. Mit einem anderen Regisseur.
Und: Schon gar nicht vor allem.