Wieder da – Ein Experiment.
by lantzschi
Ich habe in den letzten Tagen und Wochen gemerkt, wie schwer es sein kann für einen Befindlichkeits- und Privatblogger wie mich, das privatgebloggte dann doch wieder so öffentlich zu machen, dass es nicht zu privat ist.
Die einzige mir sich bietende Möglichkeit ist in diesem Fall über die sich gerade im Umsturz befindende Medienlandschaft zu schreiben. Jeden Tag erreichen uns neue Hiobsbotschaften: Ob SZ, WAZ-Gruppe oder wie jetzt bekannt wurde, G+J. Es ist erschreckend, wie für all das, was vornehmlich noch die Printsachen trifft, aber auch bald Online einkassiert, die Finanzkrise als ursächliches Problem heranzitiert wird. Denn das ist es nicht. Noch erschreckender ist die Tatsache, die man jetzt schon so sagen kann, dass, wenn das hier alles ein Ende findet, doch wieder alles von vorn beginnt.
Dieselben Altvorderen werden dieselben altvorderen Gedanken haben, dieselben altvorderen Systeme auf neue tolle Ideen, Innovationen, Projekte stülpen und damit alles kaputt wirtschaften, was doch so fruchtbar hätte sein können. Das ärgert mich. Ich, da ich nun seit einem Jahr (Fortsetzung folgt) Teil dieses Prozesses bin und dafür so dankbar mich jeden Tag zur Arbeit hieve und wirklich das Gefühl habe, das zu machen, was ich (also bis zum jetzigen Erkenntnisstand meines noch jungen Journalistenlebens) schon immer machen wollte. Über Themen zu schreiben, von denen ich denke, dass sie auch andere interessieren. Themen, die ich auch in diesem Blog veröffentlichen könnte. Dass da, wo ich arbeite, Leute sitzen, die mir volles Vertrauen schenken, meine Gedanken schätzen, meine Stücke loben. Mit dem Wissen, dass ich mit dem, was ich gerade tue, genau die richtige Baustelle gefunden habe. Dass mir kein anderes Medium das zu diesem Zeitpunkt ermöglichen könnte.
Was natürlich aus dieser Sache folgt ist, dass man nicht stehen bleiben darf. Sich da nicht ausruhen. Neue Felder suchen, auf denen man rumackern kann, bis alles blüht. Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, nicht perfekt zu sein. Mehr können zu wollen, zu müssen, zu sollen.
In meiner momentanen Situation ist es wohl das Einzige, was mich jeden Morgen doch mit einem kleinen Lächeln aufstehen lässt.
Ich habe mich dazu entschlossen, meine Onlineaktivitäten so zu tätigen, dass Socializing außen vor bleibt. Man hat ja mit den Jahren, die man nun schon im Netz zubringt, und das auch gern tut, den unauslöschlichen Drang, zu kommunizieren. Aber es gibt Zeiten und Umstände, da hadert man mit sich, ob man das denn überhaupt will. Kennt ihr das, wenn man geredet werden will, aber nicht zurückreden möchte? Und dann dieser Druck entshet, dass man doch reden muss, obwohl man nicht will? Es ist schwer zu erklären, glaube ich. Neulich meinte eine Kollegin erst, ich schreibe immer so verschwurbelt. Dafür kann ich nicht reden. Ein Teufelskreis.
Jedenfalls: Erreichen kann man mich jetzt nur noch über untenstehende Links (siehe Asides), meine Mailaddy (siehe Impressum – alle netten Menschen haben meine private) und dieses Blog. Ich will wieder mehr bloggen. Und weniger socializen. Das fühlt sich irgendwie ungewohnt an. Aber gut.


Comments
Bei der Analyse der “Medienkrise” bin ich sowas von bei dir …
Lg, Mathias