Posted on Aug 13, 2008

Der alltägliche Sexismus.

sexismus.jpg Ganz gewiss ist das hier kein feministischer Text. Wer mich kennt, weiß, dass mir das ziemlich fern liegt. Ich rede oft gegen Männer, greife Stereotype auf und ziehe sie ins Lächerliche. Aber das wiederum ist auch nur ein Akzeptieren von Schubladen. Nein Nein, in diesem Text geht es nicht um Männer, sondern um Sexismus.

Es fängt mit Witzchen über das andere Geschlecht an und hört mit dummen Anmachen auf. Manchmal wird es auch subtil und wir verstehen es nicht gleich. Es begegnet uns fast täglich und wir sehen darüber hinweg. Genervt, aber hinweg. Es ist menschlich. Da machen wir uns nichts vor. Wir würden uns auch nie darüber beschweren oder gleich eine Gesellschaftsreplik an den Bundespräsidenten verfassen. Doch irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem man anfängt darüber nachzudenken, wozu das alles?

Was gleich zur nächsten Frage beiträgt: Können wir einen Menschen für uns beanspruchen? Soweit, dass wir nicht tolerieren können, dass er auch von anderen als schön empfunden, begehrt wird? Soweit, dass wir nicht tolerieren können, dass unser Partner als schön empfunden, begehrt wird? Ist eine Beziehung etwas, was man für sich hat, nach außen aber unsichtbar bleiben DARF?

Klar ist natürlich, dass Eifersucht eine untergeordnete Rolle bei der Beantwortung dieser Fragen spielen muss. Sie würde nur das Bild verzerren und dem Anderen Unrecht tun. Man kann nicht erwarten, dass ein Mensch von der Bildfläche verschwindet, sobald er eine Beziehung eingeht. Ich dachte bisher immer, dass er dann wenigstens etwas ausstrahlt, was ihn etwas weiter aus dem Blickfeld seiner Umwelt rückt. Aber das stimmt nicht.Für seine Umwelt bleibt er dergleiche, der er vorher war. Ein Mensch wird also mit einer Beziehung nicht unattraktiver. Vielleicht setzt sogar manchmal das Gegenteil ein, aber das soll in diesem Text keine Rolle spielen.

Nun etwas subjektiver, damit man mich hier nachvollziehen kann.

Stellen wir uns vor, wir hätten einen Partner. Wir sind glücklich und so weit, dass wir uns von Eifersucht befreien können, weil es keinen Grund dafür gibt. Nichts deutet auf Probleme hin, so latent sie auch erscheinen mögen. Unser Partner wird auf der Straße angesprochen, angeschaut, nachgeschaut, wie dem auch sei. Eben die typischen Dinge, die Menschen tun, wenn sie jemanden interessant finden. Wie fühlen wir uns als Beobachter dabei? Ist es uns wirklich so egal, wie wir vorgeben? Nein.

Für die Beziehung besteht keine Gefahr, doch was ist das für ein Gedanke, der unwillkürlich den Kopf streift? Zu Beginn schwer einzuordnen (und wir müssen immer alles einordnen, damit wir es greifen und weiter einordnen können), stellt sich dieser Gedanke irgendwann als Schamgefühl und Machtlosigkeit heraus. Was können wir schon dagegen tun, wenn unser Partner zum sexuellen Objekt degradiert wird? Eine Vergewaltigung im Kopf.

Fotocredit: Aufmacher by rrho | Moppelkotze by joshposh oO | licensed under Creative Commons

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