Will man Hitler bei Madame Tussauds sehen? Kann man ihn da ausstellen? Hitler als Stück zweifelhafter Kunst? Zwischen Angela Merkel und Madonna? Die Fotos, die ihn oder sein wachsiges Abbild auf allen großen Onlineportalen und Zeitungen zeigen, erwecken in mir weder Scham, Ekel, Entrüstung, Fassungslosigkeit oder Abschreckung. Nein, ich finde ihn sogar hervorragend in Szene gesetzt. Im Gegensatz zu den anderen Hitler-Wachsern in London oder dem Rest der Welt, wo man ihn knutschen darf oder mit ihm die Hand heben.
—
Das war vor dem Hitler-Attentat. Die Medien haben neben dem großen ß ein neues Sommerloch-Thema. Da wird der Kopfabreißer interviewt und es stellt sich heraus, dass es eine verlorene Wette war. Da wird nach der Top-Klicker-Umfrage “Darf man Hitler ausstellen?” gefragt: “Soll der Wachs-Hitler zurückkommen”. Heil dem Geiste!
Da werden Debatten eröffnet, ob man über Hitler lachen darf, und wie das überhaupt alles geht mit dem Hitler. Hitler, Hitler, Hitler. Der Name wird bald so ausgelutscht sein, dass man anfängt über den Nationalsozialismus als längstes Fasching der Geschichte nachzudenken. Demnächst kommt Hitler als Eckregal bei Ikea, hab ich irgendwo gehört.
Hitler bitte in allen Ehren (sic!), aber wenn schon Pop-Debatte über ihn, dann richtig. Verkniffenes Grinsen und schlechte Witze gehören auf den Pausenhof.
Ich empfehle hierzu nochmal das Interview mit Daniel Erk vom Hitlerblog der TAZ. Wahlweise auf tugendsuende.de oder zoomer.de (letzteres für die verwahrlosten Kapitalistenschweine ohne Moral)
Aufmacher by Aeioux (CC)
