Posted on Mrz 21, 2008

Wenn man alleine ist…

Wenn man alleine ist, in einer kleinen 30qm-Bude, die so begrenzt ist, dass man ständig Wände vor Augen hat, dann kann es schon mal passieren, dass einem nicht nur die Decke auf den Kopf zu fallen droht.

Die relative Einsamkeit der letzten Wochen ist allerdings nicht nur von Nachteil. Ich habe festgestellt, dass man sich in solchen Zeiten selbst auf die Probe stellt. Wieviel Luftmangel, wieviel Herzdrücken, wieviel Abgeschnürtheit ist man bereit zu ertragen? Ist es überhaupt ein Ertragen? Sind wir nicht vielmehr verwöhnt von Gesellschaft? Ständig anderes Leben um uns herum? Besonders in einer Großstadt, die eigentlich nie schläft? Sind wir süchtig nach Menschen?Diese Frage ist eindeutig mit “ja” zu beantworten.

Interessant bei dieser Selbstbeobachtung ist, was man so alles tut, um der Beklemmung der Einsamkeit zu entkommen, wenn auch lediglich gedanklich. Ein Versuch hier.

Wie einfach gestrickt man doch ist. Nicht unbedingt erschreckend, eher erquickend. Man lernt viel über sich selbst. Dass einem der Stumpfsinn als allgemeingültige Notwendigkeit erscheint, um nicht denken zu müssen. Denn denken führt wiederum zu Beklemmung. Allein mit Gedanken, das kann böse enden. Dafür sind wir gar nicht geschaffen. Wenn sich Wahrheiten offenbaren, der Alltag eine Metaebene bekommt und die Wände noch größer werden, dann drohen wir zusammenzubrechen. Aber warum? Der Antwort bin ich noch auf den Spuren…

Jedenfalls habe ich es mit dem Stumpfsinn versucht und mich dabei ertappt, als ich mich mittweida fühlte. Erschreckend dieses längst tot geglaubte Gefühl. Die Leere, die Zeitlosigkeit, die kostbar verstrichenen Stunden. Ekelhaft.

Deswegen werde ich jetzt, wo draußen die graue Masse tobt und Kälte den Fernsehturm verwabert, malen. Das Ergebnis wird natürlich hier veröffentlicht.

UPDATE: wie versprochen mein Werk. Ich überlege noch, ob ich es so lasse.

bild083.jpg

bild084.jpg

Ich nenne es: “brushstrokes to coast”

2 Comments