Posted on Mai 1, 2007

Unser 1. MaiSpace – Allet Punks!

Maikrawalle in Berlin. Ein Livebericht.

Aber erstmal von vorn. Gestern noch ein schönes illegales Quasi-Festival direkt am S Ostkreuz. In einem Robben&Wentjes: Klappe auf, Stöpsel rein und los gehts. Zivile warteten schon darauf, es aufzulösen, bis dahin hamm wa erstma geglotzt.

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200m weiter auf dem Boxhagener Platz die ersten Ausschreitungen.

Heute nachmittag nach Kreuzberg, man hat Lust auf ein paar Bier, Livemusik und gepflegte Unterhaltung nahe des Görlitzer Bahnhof. Epizentren: Lausitzer Platz und Mariannenplatz (Ärztefans wissen wo).

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Ganz Kreuzberg kam mir vor wie ein einzigstes Volksfest nur mit verjüngtem Publikum. Die ortsansässigen Türken mittendrin, schön Multikulti und hauptsache scheiß G8! Mainstreamparolen unter den Linken…naja.
Alle Spätverkäufe offen, der Handel mit etwas Essbarem fand auf der Straße statt. Für Pfandsammler war heute Ostern und Weihnachten auf einen Tag. Jahrmarkt der Kulturen.
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Wir gingen durch die Straßen, ließen uns mitreißen von der guten Stimmung und fanden direkt am Görlitzer Bahnhof das Café VorWien (Weißte noch, Dietze?). Lauter Minimaltechno, eine bebende Crowd im Innenhof. Erstmal davor gestellt und ein bisschen gedanced. Mit einem Feeling wie auf der Loveparade beobachteten wir die ersten lustigen vermummten Zeitgenossen die die Skalitzer runterliefen. Mehrere Demopulks auf dem Weg in die Hölle.

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Danach pflugs in den Görlitzer Park, leider war da die Mucke leiser und die Luft kälter als im VorWien. So denn entschieden wir uns im Hinblick auf den morgigen Arbeitstag unsere Gruppe aufzulösen.
Nasty:”Oah ich will nochma zurück. Ich will gucken.”
Katha: “Die sind doch alle schon weg.”
Nasty: “Lantzschi begleitet mich.” (Äääh. Wie?)
Katha: “Na gut, ich will nicht ningeln.”

Zurück zum Görlitzer Bahnhof, die Straßen wie leergefegt. Eine Polizeikolonne: “Achtung, Achtung. Verbund folgt. Achtung, Achtung. Verbund folgt.” Zum Glück standen gleich mehrere Polizisten rum, die wir befragen konnten, was die mit Verbund meinten. Einfach nur ein Konvoi aus Polizeitautos. Puuh weiter.Fast am Bahnhof angekommen…immernoch alles leer. Nur vom weiten hörte man das o.g. Technocafé. Mehrere Sixpacks und Polizisten, die bereits die Visiere zuklappten.

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Katha: “Das geht bestimmt gleich los hier. Wenn die schon die Visiere zuklappen.”
ich: “Ach quatsch.”
10 Sekunden später fühlte man sich wie bei Jumanji, wenn die Herde Gnus, Elefanten, Giraffen, Löwen und Nashörner vorbeibraust. Der fiese Mob rannte wie noch nie, die ersten Flaschen flogen. Lautes Gebrüll.
ich: “Los, lass uns in das Café rennen.”
Katha: “Nein, die holen uns da raus.”
Nasty: “Schnell in den Bahnhof rein.”
Wieder zurück auf die Straßenseite, von der wir gerade gekommen waren. Um uns herrschte “dähr totaaahhhllleee Krieg”. Über die Abgrenzungen springend, hektisch, überall roch es nach Pisse und Silvester.
Nasty rauschte vor, ich passte auf, dass Katha nicht zurückblieb. Jetzt wäre folgender Satz cool gewesen von ihr: “Just go ahead. Just go ahead. Leave me back. Save yourselves.” Ein Besoffener kam mir auf dem schmalen Weg entgegen mit den Worten: “Ich würde lieber in die andere Richtung gehen.” Da brüllte es schon von Nasty: “Zurück, die kommen hierher.” 30m weiter tobte der Mob wie ein Hurricane. Überall Polizisten, Blaulichter. Anti at it’s finest. Der Techno im Stakkato mit einer Melange aus zerberstenem Glas. Die Stimmung war bahnbrechend. Der Bahnhof war der Vorhof zur Hölle.
Wir rannten nun 200m die Skalitzer hinunter… Am Schlesischen Tor trafen wir Leo wieder, der einen anderen Weg gewählt hatte und entschieden, nocheinmal mit der U1 zurück zu fahren. Längst nicht so adrenalinisch wie gerade eben, aber aus sicherer Entfernung die Hundertschaften im Auge.